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Alt 28.05.2010, 00:13   #1   Druckbare Version zeigen
schwellensittich Männlich
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 2
Wie gefährlich ist Chromsulfat ?

Hallo Forum,

ich bein kein Chemiker, sondern Hilfesuchender, und vielleicht kann jemand gute Infos beisteuern?

Zu Hobbyzwecken habe ich mir einen kleinen Laserschneider zugelegt, mit dem ich gerne und gelegentlich auch viel arbeite. Diese Dinger werden immer preiswerter, so dass es eigentlich nur noch eine Frage der Zeit ist, bis jeder Hobbymensch sowas neben seinem Drucker zu Hause stehen hat ...

Dafür gibt es aber erstaunlich wenig und kaum belastbare Auskünfte zu den beim Arbeiten entstehenden Belastungen und Gefährdungen, wobei ich jetzt aber nur die Emissionen in Gas- bzw. Staubform meine, nicht diejenigen durch die Laserstrahlen (diese sind wesentlich besser dokumentiert).

Zur Zeit arbeite ich mit Karton. Durch die Absaugung nach draussen wird zwar sehr viel der Gase und Stäube abtransportiert, aber dennoch bleibt so einiges im Gehäuse des Lasers zurück und gelangt beim Öffnen der Geräteabdeckung bzw. durch Gehäuseschlitze in den Raum.

Die Gerüche sind intensiv, speziell nach längerer Laufzeit. Diesen begegne ich - soweit möglich - mit Mundschutz und intensivem Lüften des Raumes.

In den Schnittfugen der Werkstücke verbleiben stets Staubreste, die beim weiteren Hantieren ausfallen und dadurch mit Händen und Arbeitsflächen in Berührung kommen.

Was ich derzeit verwende, ist ein Chromosulfat-Karton. Das hört sich schon mal garnicht gut an, meine ich zumindest als Laie. Und die "Nicht-Auskunfts-Bereitschaft" des Kartonherstellers weckt nun auch nicht gerade zusätzliches Vertrauen in mir. Neben dem Chromsulfat dürften auch die bei der Kartonherstellung zum Einsatz kommenden Klebestoffe und Bindemittel nicht gerade harmlos sein, zumindest wenn ich an entsprechende Infos aus der Sperrholzherstellung denke.

Wie seht ihr dieses Thema?

Grüße
schwellensittich ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 28.05.2010, 01:01   #2   Druckbare Version zeigen
nintendo Männlich
Mitglied
Beiträge: 301
AW: Wie gefährlich ist Chromsulfat ?

Hier ist das Sicherheitsdatenblatt zu Chromsulfat.

Das Problem mit dem Laserschneiden ist ja die Rauchgasentwicklung. Das Material sublimiert teilweise und muss deshalb gründlich abgeführt werden bzw. es entstehen auch Verbrennungsprodukte durch die Reaktion mit dem Sauerstoff.

Entweder verzichtest du auf das Gerät und nimmst alternative Schneidewerkzeuge oder du besorgst dir die entsprechende Schutzausrüstung (Atemschutzmaske mit Filter, Schutzanzug, Schutzhandschuhe).

Am Besten wirfst du ein Blick in die Unfallverhütungsvorschriften/Sicherheitsvorschriften der Berufsgenossenschaft zum Umgang mit dem Laser/Material oder informierst dich beim Hersteller. Der Hersteller ist zur Auskunft verpflichtet, da es sich um einen Gefahrstoff handelt (zumindest in Reinform).
__________________
mfg, nintendo

Geändert von nintendo (28.05.2010 um 01:08 Uhr)
nintendo ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 28.05.2010, 06:15   #3   Druckbare Version zeigen
jag Männlich
Mitglied
Beiträge: 17.611
AW: Wie gefährlich ist Chromsulfat ?

Wenn ich das richtig sehe, ist Chromosulfatkarton kein Papier, dass Chromsulfat enthält, sondern ein spezieller Karton aus Sulfatzellstoff (hergestellt durch das normale Sulfitverfahren), der vor allem für farbige Paiere und mit Effektpapiere (Chroma = "Farbe") verwendet wird.

Insoweit ist eine Gefährdung durch das Element "Chrom" nicht gegeben.

Ergänung: Was sagt denn die Bedienungsanleitung des Lasers zu diesem Problem? Wenn man nicht gerade 8 Stunden täglich, 220 Tage im Jahr und 52 Arbeitsjahre damit arbeitet, sollte für den "Hobbybereich" ein besonderer Schutz außer gründliches Lüften etc. nicht erforderlich sein.

Gruß

jag
__________________
Die Lösung auf alle Fragen ist "42".
Aus gegebenem Anlass: Alle Rechnungen überprüfen, da keine Gewähr. - Fragen bitte im Forum stellen.

Geändert von jag (28.05.2010 um 06:28 Uhr) Grund: Ergänzung eingefügt.
jag ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 28.05.2010, 06:45   #4   Druckbare Version zeigen
ehemaliges Mitglied  
nicht mehr Mitglied
Beiträge: n/a
AW: Wie gefährlich ist Chromsulfat ?

In Chromosulfatpapier-/karton ist kein Chrom enthalten wie schon jag festgestellt hat - diese hochwertigen mehrfach gestrichenen Papiere und Kartons sind sogar für den Lebensmittelbereich zugelassen...

Siehe auch: http://www.papierunion.de/pau/generator/page=prod1.3/id=121064.jsp
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Alt 28.05.2010, 07:23   #5   Druckbare Version zeigen
Tiefflieger Männlich
Moderator
Beiträge: 5.444
AW: Wie gefährlich ist Chromsulfat ?

Wenn ich mir so ansehe, was in letzter Zeit so an Hetze gegen Laserdrucker durch die Medien geht, dann dürfte Dein Laserschneider ein richtiges Horrorgerät sein.
Neben diversen Verbrennungsprodukten, die durchaus auch gefährlche Komponenten enthalten dürften, sehe ich als Hauptgefahr Feinstäube an. Durch sinnvolle Absaugung ins Freie kann man hier einiges minimieren, trotzdem würde ich das Gerät nicht unbedingt in Wohnräumen betreiben. Zumindest dann nicht, wenn es häufiger benutzt wird.
Eine Partikelmaske (mindestens FFP2) bringt einen gewissen Schutz, allerdings neigen Feinstäube zu einem langen Schwebeverhalten, sprich, sie können sich stundenlang in der Raumluft in Schwebe befinden und somit auch lange nach Beendigung der Arbeiten noch dort vorhanden sein.
Über diese (ultra)Feinstäube ist noch relativ wenig bekannt. Allerdings steht wohl schon fest, dass diese schnell im Körper aufgenommen werden können und eine erhebliche Resorptionsrate besitzten. Kanzerogene Wirkung wird häufig unterstellt und ist auch wahrscheinlich. Daher sollten alle sinnvollen Maßnahmen zur Belastungsreduzierung getroffen werden.
Chirurgen stehen vor ähnlichen Problemen, nachdem das übliche Skalpell mehr und mehr durch Laserschwert und Hochfrequenzschneidwerkzeug ersetzt wird.
__________________
Vernünftig ist, dass die politischen Spitzen, wenn sie miteinander sprechen, darüber sprechen, wie mit der Sache umzugehen ist, wie ernst Vorwürfe zu nehmen sind und wie man damit umgeht, Vorwürfe zu besprechen, zu klären, zu verifizieren oder aus der Welt zu schaffen. (2013 Regierungssprecher Seibert)
Tiefflieger ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 28.05.2010, 08:06   #6   Druckbare Version zeigen
nintendo Männlich
Mitglied
Beiträge: 301
AW: Wie gefährlich ist Chromsulfat ?

Ah Mist, Hobbybereich überlesen

Zitat:
Zitat von hw101 Beitrag anzeigen
In Chromosulfatpapier-/karton ist kein Chrom enthalten wie schon jag festgestellt hat - diese hochwertigen mehrfach gestrichenen Papiere und Kartons sind sogar für den Lebensmittelbereich zugelassen...

Siehe auch: http://www.papierunion.de/pau/generator/page=prod1.3/id=121064.jsp
mmm, lecker ^^
__________________
mfg, nintendo
nintendo ist offline   Mit Zitat antworten
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Alt 29.05.2010, 00:25   #7   Druckbare Version zeigen
schwellensittich Männlich
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 2
Wie gefährlich ist Chromosulfat-Karton beim Laserschneiden?

Hallo Forum

und danke für die interessanten Antworten. Wichtig ist schon mal, dass ich vom Schwermetall weg bin

Wie Tiefflieger sagte, wird beim Lasern noch sehr viel pauschal abgewimmelt und vorschnell abgeurteilt. Vielleicht kann man ja die Diskussion noch vertiefen?

Dass man alle verfügbaren Schutzeinrichtungen anwenden soll, ist ja klar. Aber ich wüsste trotzdem irgendwie gerne, wie nun der eine oder andere Werkstoff en detail einzustufen wäre. Also, kann ich da zur Not auch mal mit etwas größerer Lockerheit drangehen, oder ist er so hochgradig gefährlich, dass ich ihn dann besser gar nicht mehr verwende. Und das Ganze betrifft teilweise wohl auch noch die Leute, die später mit den gelaserten Teilen umgehen wollen.

Gibt es eine praktikable Möglichkeit die Feinstäube quantitativ und/oder qualitativ zu messen?

Die Stäube, die aus den Schnittfugen ausfallen, sind leicht aufzufangen und zu sammeln. Kann man so etwas (bezahlbar) irgendwo untersuchen lassen?

Können bei der Verbrennung im ungünstigen Fall auch Dioxine entstehen?

Die geschnittenen Kartonteile riechen zum Teil auch noch nach Tagen recht intensiv, zumindest in Nasennähe. Spricht das noch für eine intensive Ausgasung oder kann der Geruch auch von den Staubresten ausgehen?

Grüße
schwellensittich ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 29.05.2010, 11:04   #8   Druckbare Version zeigen
jag Männlich
Mitglied
Beiträge: 17.611
AW: Wie gefährlich ist Chromsulfat ?

Brrr. Eine Diskussion über Lasereinsatz ist natürlich sehr ausladend.

Zunächst: Die Probleme betrffen nur den Fertigungsprozess, nicht das fertige Produkt.

Zu unterscheiden ist zunächst die "Gefahr" durch Feinstäube. Das Thema allein ist buchfüllend. Ein Messung und Untersuchung der feinstäube (Raumluftmessung) ist sicher möglich (aber teuer). Zum anderen stellt sich die Frage (die weitgehend ungelöst ist), was man mit den Ergebnissen einer solchen Messung letztendlich anfängt (Auch die zu bestimmten Jahrenzeiten aktiven Pollen sind eine erhebliche Feinstaubbelastung...). Bei Hobbyzwecken halte ich eine vernünftige Belüftung des Raumes für vollkommen ausreichend. Ich arbeite manchmal hobbymäßig mit einer Airbrush und Alkydharzlacken, da lüfte ich auch gut und fertig (anders sieht dies aus bei einem Angestellten, der dass eben 8 Stunden täglich macht).

Zu den gefährlichen Stoffen. Es ist letztendlich fast unmöglich zu sagen, welche Stoffe entstehen könnten (Dioxine schließe ich weitgehend aus). Auch hier stellt sich - wie oben - die Frage nach der Schlussfolgerung, die man aus Ergebnissen zieht. Beim Lasereinsatz entsteht fast immer etwas Ozon, dass man gut riecht. Auch weitere Stoffe mit einem möglicherweise gesundheitlich bedenklichen Potential können entstehen. Abe auch hier: Hobbymäßig, gelegenliches Arbeiten bei guter Belüftung ist meiner Meinung nach ausreichend.

Der Geruch allein ist kein Kriterium für irgendwas, da geruchsintensive Stoffe eben in winzigen Konzentrationen bemerkbar sind.

In einem gewerblichen Betrieb, den ich berate, wird das Lasern (alles PC-gesteuert) in einem geschlossenen System (auch wegen des Schutzes vor den Laserstrahlen) mit einer kleinen Absauvorrichtung gemacht. Trotzdem riecht man etwas, wenn die fertigen Produkte aus dem System genommen werden.

Natürlich kann man alles (teuer) untersuchen und dann (teuer) bewerten lassen. Aber, da hobbymäßig, dann stellt sich die Frage, ob man nicht eher zu Schere und Messer greift, um sein Hobby auszuüben.

Äh. Jetzt das Totschlagargument: Raucht jemand im Haushalt? - Dann sollte man erstmal mit dem Rauchen aufhöhren, bevor man sich über sonstige Gefahren Gedanken macht. Und wie sieht es eigentlich mit einer Lasergeeigneten Schutzbrille aus?

Gruß

jag
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