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Alt 27.05.2010, 18:17   #1   Druckbare Version zeigen
sylar-94 Männlich
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 8
Ionenbindung?

ist Na2S eine Ionenbindung?
es reagieren ja ein metall und ein nichtmetall aber die EN differenz ist kleiner als 1,7 und wir haben gelernt, dass in diesem fall eine stark polare elektronenpaarbindung vorliegt. jetzt bin ich etwas verwirrt.
genauso sieht es mit dem stoff PH3 aus. könnt ihr helfen?
sylar-94 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 27.05.2010, 18:31   #2   Druckbare Version zeigen
Tino71 Männlich
Moderator
Beiträge: 6.935
Blog-Einträge: 41
AW: Ionenbindung?

Na2S ist ein Feststoff, der sich unzersetzt in Wasser löst. PH3 ist ein Gas. Das erste ist ein Ionenkristall (von Atombindung zwischen Na und S ist da wirklich nicht mehr viel zu sehen), das zweite ein Molekül mit polaren kovalenten Bindungen. Diese 1,7-Regel ist ein ganz grober Keil - die Grenze ist scjliesslich völlig willkürlich gezogen. Wer streng dran glaubt, ist selber schuld
__________________
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Tino71 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 27.05.2010, 18:53   #3   Druckbare Version zeigen
sylar-94 Männlich
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 8
AW: Ionenbindung?

dieses streng dran glauben haben wir von unserer lehrerin eingetrichtert bekommen. im unterricht haben wir es immer so besprochen das die grenze genau bei 1,7 festgelegt ist.
aber wenn dem nicht immer so ist wie erkenne ich dann ob ionen- oder elektronenpaarbindung entsteht im allgemeinen?
sylar-94 ist offline   Mit Zitat antworten
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Alt 27.05.2010, 20:27   #4   Druckbare Version zeigen
kaliumcyanid Männlich
Mitglied
Beiträge: 18.822
AW: Ionenbindung?

Was wäre denn z.B. mit Aluminiumchlorid oder Quecksilber(II)chlorid?
kaliumcyanid ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 27.05.2010, 20:39   #5   Druckbare Version zeigen
Fanatic Männlich
Mitglied
Beiträge: 1.271
AW: Ionenbindung?

Du sollest als erstes das schwarz-weiß denken ablegen.
Zwischen Atombindung und Ionenbindung besteht ein fließender Übergang (von zwei Atome teilen sich ein Elektronenpaar bis hin zu elektronenpaar befindet sich dast ausschließlich bei einem der beiden Partner)

Die EN dient der groben Abschätzung. Irgendwer hat mal festgestellt, dass der Wert von 1.7 für eine Elektronegativitätsdifferenz ganz brauchbar ist und man bei vielen Verbindungen nach dieser Grenze überwiegend ionische Eigenschaften vorfindet, mehr nicht.

Wenn du dir selbst ein Bild machen willst schaust du dir am besten die Eigenschaften der jeweilige Verbindung an und fragst dich ob diese Eigenschaften eher für ionische Verbidnungen oder kovalente Verbidnungen zutreffen. Ohne Betrachtung der EN am Beispiel PH3: Ein Gas mit sehr niedrigem Schmelz- und Siedepunkt. Von Ionenverbidnungen erwartet man eher Ionengitter mit hohen Schmelz und Siedepunkten. Darüberhinau sind Ionenverbindungen bei Raumtermperatur sicher nicht gasförmig -> handelt sich offenbar um eine kovalente Bindung.

Wenn du dir jetzt die EN anschaust: Alles in bester Ordnung, die untermauert das nämlich.
Fanatic ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 28.05.2010, 09:27   #6   Druckbare Version zeigen
Tino71 Männlich
Moderator
Beiträge: 6.935
Blog-Einträge: 41
AW: Ionenbindung?

Wollen wir mal Deine Verwirrung noch etwas vergrößern :

Die Ionenbindung gibt es gar nicht.

Es gibt sie nur auf dem Papier, als gedankliches Konzept, aber nicht in der Realität. In jeder Verbindung, die man so allgemein als "ionisch" bezeichnet, stecken immer noch kleine Anteile einer stark polarisierten kovalenten Bindung mit drin. Wenn man ganz, ganz genau hinschaut, dann sind sogar Verbindungen wie LiF oder NaCl ein klein wenig kovalent. Da drin sind nämlich die Ionen gar keine kleinen, harten Kügelchen, sondern sie haben schon ihre "Fühler" auf ihre Bindungspartner hin ausgestreckt. Die Bilder* hab ich hier schonmal gepostet:
http://www.chemieonline.de/forum/attachment.php?attachmentid=4229&d=1123657378
Siehst Du, was ich meine? Gerade im unteren Bild (LiF) sieht man, dass die Elektronendichte zwischen Li+ und F- nicht null ist (was bei einer idealen Ionenbindung ja so sein müsste!), sondern da ist noch eine ganz, ganz schwache Li-F-Bindung mit drin. Bei NaCl (oberes Bild) ist der Effekt nicht so stark, obwohl witzigerweise für NaCl die Elektronegativitätsdifferenz nicht so groß ist wie für LiF! Tja - da kommen eben noch ganz andere Effekte mit hinein als nur die EN-Differenz (hier: die Polarisierbarkeit und die Ionenradienverhältnisse), wenn's um den Bindungstyp geht.

Das gilt für alle "ionischen Verbindungen", LiF und NaCl sind schließlich Extrembeispiele, in denen der ionische Charakter sogar besonders hoch ist.

Und diese Grenze von 1.7 ist eben willkürlich festgelegt, hat aber keine chemische oder physikalische Begründung. Man könnte sie genauso gut aut 1.6 oder 1.8 legen und hätte immer noch dieselben Probleme.


* Die Bilder sind aus der folgenden Veröffentlichung entnommen:
Witte, Wölfel: "Electron Distributions in NaCl, LiF, CaF2 and Al". Rev. Mod. Phys. 30 (1958), 51-55.
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