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Alt 04.07.2003, 18:25   #1   Druckbare Version zeigen
buba Männlich
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 18.460
ab initio / in situ

Was heißt das? (Was die lateinischen Wörter übersetzt heißen, weiß ich auch, aber wo ist der chemische Zusammenhang?)
buba ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 04.07.2003, 18:34   #2   Druckbare Version zeigen
FK Männlich
Moderator
Beiträge: 60.898
In situ wird etwa so verwendet:
Es wird eine Reaktion durchgeführt, bei der ein neues Reagenz entsteht, dass in der selben Mischung weiter umgesetzt wird.

X wird in situ mit Y umgesetzt...

in situ entsteht X, das sofort zu Y weiter reagiert...


Ab initio kenne ich nur im Zusammenhang mit irgendwelchen Berechnungen (für die ich mich aber nicht so recht interessiert habe...)

Gruß,
Franz
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Alt 04.07.2003, 18:36   #3   Druckbare Version zeigen
Smudie Männlich
Mitglied
Beiträge: 260
ab initio ist mir beim Studium noch nicht untergekommen.
in situ: Wenn eine Regenz während der Reaktion erzeugt wird, wird sie in situ erzeugt.

Bsp. Ferrometrische Chromatbestimmung. Das Fe2+ kann in situ mit einer Elektrode aus Fe3+ erzeugt werden.
Achso ich glaube es gehört noch dazu, dass die Reagent sofort verbraucht wird.
Smudie ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 04.07.2003, 18:41   #4   Druckbare Version zeigen
buba Männlich
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 18.460
Hmm... dann wäre die Bildung des Pentaaquonitrosyleisen(II)-Kations bei der Ringprobe auch so eine in-situ-Reaktion, nicht?
buba ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 04.07.2003, 18:57   #5   Druckbare Version zeigen
FK Männlich
Moderator
Beiträge: 60.898
Mit "in situ" in diesem Sinn hat man mehr ein reaktives Zwischenprodukt im Auge (hier also bestenfalls das NO).

Gruß,
Franz
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Alt 04.07.2003, 19:11   #6   Druckbare Version zeigen
buba Männlich
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 18.460
Das NO meinte ich auch.

Thx
buba ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 04.07.2003, 19:24   #7   Druckbare Version zeigen
ehemaliges Mitglied  
nicht mehr Mitglied
Beiträge: n/a
ab initio:

Quantenchemische Rechenverfahren (--> Schrödinger-Gleichung), die keine experimentellen Befunde berücksichtigen, sondern in die nur Naturkonstanten eingehen.
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Alt 04.07.2003, 19:35   #8   Druckbare Version zeigen
Alichimist Männlich
Mitglied
Beiträge: 4.979
Zusatz:

in-situ bezieht sich darüber hinaus auch auf Untersuchungsmethoden, ähnlich dem medizinisch/biologischem Begriff in-vitro

in-situ Messungen erlauben es, Eigenschaften eines reagierenden Systems (möglichst ohne störende Einflüsse) zu messen. Beispiel: Anwendung der NMR auf reagierende Systeme...


Gruß, Alchi
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Alichimist ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 04.07.2003, 20:56   #9   Druckbare Version zeigen
bm  
Moderator
Beiträge: 54.171
Zitat:
Die Quantenchemie arbeitet meist mit so genannten ab-initio-Berechnungen (lateinisch ab initio: von Beginn an); das bedeutet, es gehen in die Berechnungen keinerlei experimentelle Daten ein, sondern nur die bekannten Abstandsabhängigkeiten der Kräfte zwischen den Teilchen.

Die ersten Arbeiten zur Quantenchemie waren in den zwanziger Jahren des 20. Jahrhunderts die Berechnungen zum Wasserstoffmolekül von Walter Heitler und Fritz London. Die von ihnen entwickelte Methode ging von Atomorbitalen aus und erlaubte erstmals eine Deutung der kovalenten Bindung. Das Verfahren wurde später von Linus Pauling, John C. Slater und Henry Eyring erweitert und heißt heute Valence-Bond-Methode, abgekürzt VB-Methode; im Deutschen spricht man zuweilen von der Valenz-Struktur-Methode.

Einen anderen Ansatz verfolgten Friedrich Hund und Robert Mulliken mit der MO-Theorie; bei dieser werden die Elektronen nicht als jeweils einem Atom zugehörig angesehen, sondern sie besetzen so genannte Molekülorbitale (daher stammt das Kürzel MO).

Schließlich wurde die LCAO-Methode entwickelt. Hierbei ist LCAO die Abkürzung des englischen Ausdrucks für „Linearkombination von Atomorbitalen”. Bei diesem Verfahren werden die Molekülorbitale aus den Atomorbitalen errechnet. Man kann sagen, dass die LCAO-Methode die Vorteile von VB- und MO-Methode in sich vereinigt.

Erich Hückel konzipierte die HMO-Theorie (Hückel-Molekülorbital-Theorie), bei der einige experimentell ermittelte Parameter in die Berechnungen eingehen.

Besondere Bedeutung haben inzwischen die Symmetrieeigenschaften der verschiedenen Orbitale, weil deren räumlicher Aufbau eine entscheidende Rolle dabei spielt, welche – vor allem organischen – Moleküle in welcher Weise miteinander reagieren können und welche optischen und magnetischen Eigenschaften (siehe Magnetochemie) die betreffenden Substanzen haben. Darin liegt die praktische Bedeutung der Quantenchemie.
bm ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 05.07.2003, 17:05   #10   Druckbare Version zeigen
Adam Männlich
Moderator
Beiträge: 8.039
Apropo

Pentaaquonitrosyleisen(II)-Kation


Neuste Untersuchungen zeigen, dass es wohl Fe(III) und NO- ist anstatt Fe(II) und NO+.


Gruß
Adam
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Wenn jemand ein Problem erkannt hat und nichts zur Lösung des Problems beiträgt, ist er selbst ein Teil des Problems.
Adam ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 05.07.2003, 17:26   #11   Druckbare Version zeigen
Smudie Männlich
Mitglied
Beiträge: 260
Zitat:
Neuste Untersuchungen zeigen, dass es wohl Fe(III) und NO- ist anstatt Fe(II) und NO+.
Waren das spektroskopische Untersuchungen?
Hast Du ev. nen link?
Smudie ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 05.07.2003, 18:03   #12   Druckbare Version zeigen
FK Männlich
Moderator
Beiträge: 60.898
Dass ein Nitrosylkation sich an ein Eisen(III)ion anlagert, habe ich nie angenommen. Wär ja auch irgendwie abwegig...

Fe2+ + NO ist eigentlich geläufig.

Dass dann im fertigen Komplex formal Fe3+ vorliegt plus dem Nitroxylanion mag sein; doch steht die Zuordnung von Oxidationzahlen bei derartigen Komplexen immer ein bisschen auf wackeligen Beinen...

Gruß,
Franz
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Alt 05.07.2003, 20:01   #13   Druckbare Version zeigen
Adam Männlich
Moderator
Beiträge: 8.039
Zitat:
Dass ein Nitrosylkation sich an ein Eisen(III)ion anlagert, habe ich nie angenommen. Wär ja auch irgendwie abwegig...

Ich meinte ja NO grrrr...sorry


Zitat:
Dass dann im fertigen Komplex formal Fe3+ vorliegt plus dem Nitroxylanion mag sein; doch steht die Zuordnung von Oxidationzahlen bei derartigen Komplexen immer ein bisschen auf wackeligen Beinen...

Eben...

NO+ ,NO- oder NO

Das macht die Behandlung der Komplexe nicht unbedingt einfach...


Zitat:
Waren das spektroskopische Untersuchungen?
Hast Du ev. nen link?
Hat der Prof kurz gegen Ende der Vorlesung erwähnt. Ich wollte nächstes mal nachfragen.


Gruß
Adam
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Adam ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 05.07.2003, 20:28   #14   Druckbare Version zeigen
Smudie Männlich
Mitglied
Beiträge: 260
Sag bescheid. Das klingt interessant.
Smudie ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 07.07.2003, 14:48   #15   Druckbare Version zeigen
Adam Männlich
Moderator
Beiträge: 8.039
Re: Pentaaquonitrosyleisen(III)-Kation

Also...

Vor ca. zwei Jahren hat man nachgewiesen das es tatsächlich Pentaaquonitrosyleisen(III)-Kation ist.

Das Fe(III) mittels Mößbauer Spektroskopie.

Mittels EPR-Spektroskopie hat man ein Gesamtspin
(Kopplung Fe(III) high spin mit NO-) von SG = 3/2 gemessen was eindeutig auf NO- hindeutet.

Man bedenke die Verbindung ist seit 1790
(Priestley) bekannt.


Gruß
Adam
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