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Alt 21.03.2010, 23:37   #1   Druckbare Version zeigen
lacigale  
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 93
lithiumchlorid- lösungsgleichgewicht

Hallo,

ich steh gerade etwas auf dem Schlauch, was Lösungsgleichgewichte angeht:

In meinem Buch steht: "Ist der Lösungsvorgang exotherm, so sinkt die Löslichkeit eines Salzes bei Wärmezufuhr"

Als Beispiel wird genannt, dass eine gesättigte Lösung von Lithiumchlorid, das sich exotherm in Wasser löst, abgekühlt wird, worauf Lithiumchlorid ausfällt.


Irgendwie seh ich da einen Widerspruch, denn wenn man die Lösung abkühlt müsste doch nach Le-Chatelier die exotherme Reaktion, also der Lösungsvorgang und nicht die Fällung vermehrt ablaufen?!?

würde mich sehr freuen, wenn mir da jemand zu einer "Aufhellung" verhelfen könnte!

lg lacigale
lacigale ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 22.03.2010, 13:46   #2   Druckbare Version zeigen
magician4 Männlich
Mitglied
Beiträge: 6.876
AW: lithiumchlorid- lösungsgleichgewicht

erfahrungsgemaess loest sich die mehrzahl der mir bekannten salze exotherm in wasser (wenn sie denn ueberhaupt loeslich sind)
weiterhin zeigt eben diese mehrzahl der salze als generelles verhalten, dass ihre loeslichkeit mit zunehmender temperatur steigt (und nicht wie behauptet sinkt)


was mir hier vorzuliegen scheint: es wird ein thermodynamischer endzustand ("loeslichkeit") mit einer kinetischen phaenomen (geschwindigkeit der aufloesung) wild durcheinandergewuerfelt, und das ganze dann auch noch zu unserioesen schlussfolgerungen verwurschtet.

--> wenn das da wirklich so in deinem buch steht, und wenn nicht zwischen aufloesegeschwindigkeit (die eine funktion der temperatur ist), der moeglichkeit des systems seine freiwerdende energie wegzuwerfen (wichtiger co-faktor fuer die aufloesung) und der thermodynamischen lage des saettigungsgleichgewichts bei bereits bestehender loesung unterschieden wird...
... dann wuerd ich sagen ist das buch net besonders lesenswert

gruss

ingo
magician4 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 22.03.2010, 19:37   #3   Druckbare Version zeigen
lacigale  
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 93
AW: lithiumchlorid- lösungsgleichgewicht

@ingo:

Ich habe direkt aus dem Buch zitiert, es ist im Übrigen in Baden-Württemberg das Standardbuch für die Oberstufe und teilweise etwas unpräzise...


Auf jeden Fall vielen Dank für die schnelle Hilfe, jetzt weiß ich worums geht!

lg lacigale
lacigale ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 22.03.2010, 21:15   #4   Druckbare Version zeigen
magician4 Männlich
Mitglied
Beiträge: 6.876
AW: lithiumchlorid- lösungsgleichgewicht

... das ist wasser aufm meine muehlen "es ist ein skandal was an schulen als lehrbuch vorgeschrieben ist" : foederalismus i.v.m. sehr bedenklichen eigeninteressen und - dynamiken treibt haarstraeubende blueten

meine empfehlung : leiste dir unabhaengig von der schule ein gutes buch

gruss

ingo
magician4 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 22.03.2010, 23:08   #5   Druckbare Version zeigen
lacigale  
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 93
AW: lithiumchlorid- lösungsgleichgewicht

@ingo

Ich arbeite beispielsweise auch mit dem Mortimer, aber ab und zu ist der Blick ins Schulbuch irgendwo verlockend, da es komprimiert dargestellt ist (was natürlich aber gleichzeitig häufig das Problem ist).
Fällt Ihnen spontan noch ein gutes Buch für eine zielgerichtete Vorbereitung ein?


lg lacigale
lacigale ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 23.03.2010, 00:34   #6   Druckbare Version zeigen
magician4 Männlich
Mitglied
Beiträge: 6.876
AW: lithiumchlorid- lösungsgleichgewicht

nach meiner kenntnis des buchs ist der "Mortimer" eine ausgezeichnete wahl

ich wuerde begleitend zur schule nicht unbedingt zur lektuere noch "unimaessigerer" buecher raten


gruss

ingo
magician4 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 23.03.2010, 15:50   #7   Druckbare Version zeigen
magician4 Männlich
Mitglied
Beiträge: 6.876
AW: lithiumchlorid- lösungsgleichgewicht

Zitat:
Aber das hier nachgefragte Problem wird ja anscheinend weder im Mortimer noch in einem anderen Lehrbuch behandelt.

Aber die Frage der Temperaturabhängigkeit der Löslichkeit von Salzen mit negativer integraler Lösungsenthalpie scheint ja auch hier nicht wirklich interessiert zu haben.
ich denke derartige fragestellungen werden wohl auch nur in gehobenen lehrbuechern zur physikalischen chemie adaequat behandelt, das geht weit ueber schulniveau hinaus. und da der TES die frage nach weiteren empfehlungen begleitend zur schule stellte...

man mag die berechtigte frage stellen, ob solche komplexen zusammenhaenge denn dann ueberhaupt auf schulniveau diskutiert werden sollten. wie auch immer man diese dann auch beantwortet, so denke ich sind wir uns doch ueber eines einig: wenn man denn solche themen schon anfasst, dann doch bitte zumindest nicht grob falsch.

Zitat:
Was das Schulbuch vom Klett - Verlag angeht, so ist es m.E. zumindest nicht schlechter als andere.
das beruhigt mich nicht wirklich... oder gilt dass unter den blinden der einaeugige koenig ist?

Zitat:
Und die föderative Struktur unseres Bildungswesens nun auch noch für die zugegeben mindere Qualität der Schulbücher verantwortlich machen zu wollen erscheint mir auch nicht gerechtferigt.
obwohl slightly off-topic ein paar gedanken:
- so ziemlich jedes bundesland besteht darauf "sein" eigenes schulbuch zu haben, ein -gerade in den naturwissenschaften, gibt es "bayrische physik"? - spiegelbild der unfaehigkeit der KMK. dies zwingt die verlage dazu zumindest im textteil unterschiedliches zum selben sachverhalt zu generieren. im rahmen der umformulierungskuenste bleibt dann so manches auf der strecke.
- die vermannigfachung des schulpolitischen ueberbaus treibt die kosten des bildungswesens relevant in die hoehe - sparmassnahmen sind die folge. dies konkretisierte sich u.a. in der abschaffung der "kleinen lehrmittelfreiheit" , mit dem ergebnis dass schulbuecher nicht mehr wie zuvor ueber mehrere jahrgaenge hinweg benutzt werden: die lehrer bestehen auf "aktuellste ausgabe".
dies wiederum begriffen nun die verlage als chance, jaehrlich stets "neueste" ausgaben am markt feilzubieten (verhinderung des buch-querverkaufs ueber jahrgaenge hinweg), wobei sich die "ueberarbeitung" i.d.r. auf eine weitere lediglich sprachliche umarbeitung reduziert --> potenzierung des problems.
- last not least ist ein wissenschaftliches lektorat eines lehrbuchs eine gewaltige aufgabe. das reduzieren der publikationsrhytmen auf "alljaehrlich neu" hat (bei bestehendem lektoratspersonal) zu einer i.a. wesenlich oberflaechlicheren ueberpruefung vor veroeffentlichung gefuehrt, so mein eindruck.

fazit: es wird mit der heissen nadel genaeht. statt ein greundlich redigiertes buch alle 3-5 jahre zu bringen sinds derer ein gutes dutzend im jahresrhytmus, und dies scheint mir eine direkte folge der struktur zu sein in die hinein diese buecher abgesetzt werden

gruss

ingo
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