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Alt 25.02.2010, 16:24   #1   Druckbare Version zeigen
nonofication  
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 3
Achtung Heroinentzug; biochemische Prozesse

Hey,

Ich gehe in die 12. Klasse und schreibe eine Facharbeit über Heroin.

Dabei besteht der Hauptteil aus dem Heroinentzug. Ich muss dabei die verschiedenen Symptome und die biochemischen Vorgänge im Körper erklären. Ich finde im Internet leider kaum biochemische Erklärungen der Vorgänge und hoffe, ihr könnt mir weiterhelfen.

Bei den Symptomen, die ich zu erklären versuche, handelt es sich um
Schüttelfrost;
Zittern
Erbrechen
Unruhe
Durchfall
(Bauch-)Krämpfe
Kickende Bewegungen
Kälte- und Hitzewallungen (übermäßigem Schwitzen)
Durchfall
Schmerzen (Rücken-, Glieder und Kopfschmerzen)

Ich weiß, das ist ziemlich viel, aber ich hoffe trotzdem, dass ihr mir helfen könnt.

Danke schonmal!

Liebe Grüße,
Nono
nonofication ist offline   Mit Zitat antworten
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Alt 27.02.2010, 20:20   #2   Druckbare Version zeigen
Nana-Chemie  
Mitglied
Beiträge: 26
Hey N,
im prinzip ist es so dass heroin bestimmte rezeptoren der synapsen blockiert (vor allem im Gehirn) (ich nehme an dass du die grundlagen der synaptischen übertragung kennst.). Daher können weniger erregungen übertragen werden, und daher wurde opium früher auch immer als schmerzmittel benutzt.
Somit macht der Körper es so, dass nach er neue Rezeptoren (und Transmitter) erstellt, da die alten ja ständig durch den drogenkonsum blockiert sind. Deshalb sind jetzt viel mehr rezeptoren vorhanden, sodass die ganze erregungsübertragung viel genauer und stärker funktioniert. Außerdem werden bei vermehrten Rezeptoren mehr second messeger, also cAMP zu ATP , sodass der Effekt noch verstärkt wird.
Wenn bei aufhörendem konsum die Rezeptoren freigelassen werden, dann stehen so viele rezeptoren zur verfügung, dass jeder Reiz im Gehirn viel stärker als normal ankommt. Deshalb ist dir VIEL kälter als normal oder Wärmer, sodass das Gehirn denkt: O nein, der Körper muss jetzt umbedingt schwitzen weil es so heiß ist (obwohl das gar nicht der Realität entspricht). Genauso hat man SCHMERZEN, weil das Gehirn kleine Erregungen fälschlicherweise als große Schmerzen interpretiert.
Im Prinzip funktioniert das für alle Symptome so: normale Reize werden so verstärkt, dass eben diese extremen Empfindungen zustande kommen.
Opiate haben vor allem Wirkung auf das lymbische System, zu dem auch der Thalamus gehört. Der T. ist mit Para- und symphaticus verbunden, und über die hypophyse zum Hormonsystem. Daher ist auch klar, warum von symphaticus vermittelte Reaktionen versstärkt auftreten, also schwitzen, zittern, bla) und von parasymphaticus (Bauchkrämpfe, speichelfluss). Also nicht nur die ankommenden Reaktionen sind stärker, sondern auch die antwort des gehirns.
Letztendlich ist da nicht viel mehr biochemisches zu sagen, außer dass die Rezeptoren Adenylatcyclasen sind, und diese durch einen Stoff in der membran blockiert werden können, die opiatrezeptoren besitzen. durch die entstehung des ATPs aus caMP werden die Rezeptoren und Opiatrezeptoren vermehrt, da sie die Transkription von bestimmten Genen fördern, die eben für rezeptoren oder hilfstoffe kodieren.

Hope that helps...
Aber dazu gibt es auch gute Bücher, also solltest du keine Probleme bei der REcherche haben.

Nana
Nana-Chemie ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 27.02.2010, 20:57   #3   Druckbare Version zeigen
nonofication  
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 3
AW: Heroinentzug; biochemische Prozesse

Vielen Dank =)
Also das Prinzip hab ich verstanden, aber ist das auch bei der Verdauung so? Ich hab nämlich ein bisschen gegoogelt und hab im Zusammenhang mit den Opiatrezeptoren kaum etwas gefunden.
Falls das von dir beschriebene auch für die Verdauung gilt, ist es richtig wenn ich schreibe, dass die Verdauungsmuskeln bestimmte Signale empfangen und diese durch das Andocken an die Opiatrezeptoren gehemmt werden? Ich muss den "Weg" des Morphins dabei genau erklären und weiß bei der Verdauung nicht so genau, welche Neruonen diese Signale halt an die Muskeln senden.
Oder ist das, was ich jetzt geschrieben habe, totaler Quatsch?

Danke, danke, danke nochmal (:

P.S.: Kannst du mir vielleicht ein paar Buchtitel nennen? Ich hab nämlich nicht einmal in der Unibibliothek Bielefeld was gefunden =/
nonofication ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 27.02.2010, 21:24   #4   Druckbare Version zeigen
Nana-Chemie  
Mitglied
Beiträge: 26
Ich glaube generell, dass die Hemmung sowieso nur im Gehirn stattfindet, und nicht in anderen Organen. Die bekommen oder senden nur die Signale, die das Gehirn verstärkt interpretiert und absendet. (ich bin mir aber nicht 100% sicher, vielleicht bindet Opium auch im vegetativen Nervensystem, das müsstest du nachschauen (aber hauptsächlich ist es wirklich im Gehirn))
Klar gilt das selbe für Verdauung ... die signale vom Gehirn sind einfach stärker, und dann schicken Motoneuronen die signale an die Organmuskeln, sodass Krämpfe oder ähnliches entstehen (Krämpfe entstehen ja wenn so viele signale ankommen, sodass die muskeln sich stärker zusammenziehen)
ALLE symptome lassen sich so erklären.

Ein paar Bücher:
Herz, Albert: Biochemische und pharmakologische Aspekte der Drogensucht; Gehirn und Nervensystem, Spektrumverlag
- Ewert, J-P.: Nerven- und Sinnesphysiologie, westermann verlag
Das ist das einzige was ich weiß, aber ich glaube in denen ist das ganz detalliert dargestellt (auch biochemisch! )
Und sonst: hast du schon Wikipedia durchsucht? da steht meist ganz informatives drin

bye bye N

Und noch ein Tip: in Facharbeiten kommt es immer gut wenn man etwas unerwartetes oder seinen eigenen Senf hinzugibt, z.B. kannst du irgendeinen aktuellen Bezug anführen, oder du bringst eine kürzlich neue entdeckung ein. Sowas kannst du im Internt in fachpublikationen finden (die wären wahrscheinlich auf engl, wenn du lust dazu hast), oder beim ärzteblatt.de
Nana-Chemie ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 27.02.2010, 21:27   #5   Druckbare Version zeigen
nonofication  
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 3
AW: Heroinentzug; biochemische Prozesse

Ja, bei Wikipedia hab ich schon geguckt, aber das ist nur mäßig beschrieben.
Okay, danke! Das hat mir echt das Leben gerettet (:
Liebe Grüße,
Nono
nonofication ist offline   Mit Zitat antworten
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Stichworte
drogen, entzug, heroin, morphin, opium

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