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Alt 03.02.2010, 12:40   #1   Druckbare Version zeigen
darkwing_duck  
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 3
Chitin - wasserabweisend?

Hallo!
Ich habe bald meine 5. PK im Abitur und bin nurnoch eine Frage vor dem Verstehen der Wasserjagdspinne entfernt (eine Spinne, die unter Wasser nicht nass wird). Einer von fünf Gründen spielt dabei die chemische Hydrophobie: Die Spinne hat eine Art Chitinpanzer, der wasserabweisend ist. Meine Frage ist jetzt: Warum ist so ein Chitinpanzer wasserabweisend? Hat es was mit einer Schuppenstruktur zu tun, die dann ähnlich wie beim Lotusblatt durch die hohe Kohäsion der Wassermoleküle diese nicht auf die Haut eindringen lassen? Oder liegt der Grund in der chemischen Strukturformel? Vielleicht ist Chitin ja irgenwie unpolar oder so? Hab aber in der Strukturformel verhältnismäßig wenige (im Vergleich zu Lipiden) C-C oder C-H Bindungen gefunden :S Ich hab so schnell es ging Chemie abgewählt, deswegen hab ich auch nicht so die Ahnung, aber dafür gibts ja euch Sorry, falls diesen Threat schonmal jemand aufgemacht hat, ich hab ihn nicht gefunden. Falls das der Fall ist, bitte ich mir den Link zu schicken. Danke im Voraus!
Darkwing Duck
darkwing_duck ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 03.02.2010, 13:00   #2   Druckbare Version zeigen
FK Männlich
Moderator
Beiträge: 60.898
AW: Chitin - wasserabweisend?

Chitin ist als Polysaccharid eher hydrophil. Außerdem bestehen die Panzer der Tiere nicht nur aus Chitin.
Wichtig ist, dass der Panzer nicht in Wasser aufquillt, ob hydrophil oder hydrophob, ist egal.

Gruß,
Franz
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Alt 03.02.2010, 13:09   #3   Druckbare Version zeigen
darkwing_duck  
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 3
AW: Chitin - wasserabweisend?

Danke für die schnelle Antwort. Ehrlichgesagt hat sie mich aber mehr verunsichert als mir weitergeholfen. "Das Chitin, aus dem der Panzer von Spinnen besteht, hat wasserabstoßende Eigenschaften." (Quelle: http://www.daserste.de/wwiewissen/beitrag_dyn~uid,5t4tncpwcs8z2tq1~cm.asp). Desweiteren, was hat es mit dem Aufquillen auf sich? Ist es nicht klar, dass das Material nicht aufquillt, weil sowieso kein Wasser rankommt? Und wenn doch, was ist am Aufquillen so besonders? Und wieso ist es auf einmal nicht mehr nurnoch hydrophob, sondern eher hydrophil? Dann würde die ganze Theorie scheitern, dass Chitin wasserabweisend ist, bzw die Spinne keine hydrophobe Stoffeigenschaften in Beziehung zu den chemischen Strukturen aufweisen kann.
Gruß
darkwing_duck ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 03.02.2010, 19:31   #4   Druckbare Version zeigen
FK Männlich
Moderator
Beiträge: 60.898
AW: Chitin - wasserabweisend?

Wenn sich etwas unter Wasser befindet, dann ist es nass, ob wasserabstoßend oder nicht.
Worauf es ankommt ist, was das Wasser dann tut.
Auch Menschen sind wasserdicht. Wenn sie sich länger im Wasser aufhalten, quillt die Haut auf, weil sie Wasser aufnimmt.
Chitin wird eine gewisse (relativ geringe) Menge Wasser aufnehmen, ohne dass seine Festigkeit großartig beeinträchtigt wird, würde ich mal sagen.
Und, wie schon erwähnt, sind auch andere Stoffe am Aufbau des Panzers beteiligt.

Gruß,
Franz
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Alt 05.02.2010, 13:58   #5   Druckbare Version zeigen
Spektro Männlich
Mitglied
Beiträge: 952
AW: Chitin - wasserabweisend?

Ein Tipp: Der Chitinpanzer selbst wird gar nicht nass.

Bei den Wasserläufern ist es so, daß die Oberflächenspannung des Wassers der Grund ist, daß die keine nassen Füße bekommen und ersaufen: die Füße sind mit vielen feinen Häärchen besetzt.
Genauso ist es auch bei der Wasserjagdspinne, da sorgen auch Häärchen dafür, daß sie unter Wasser in einer "Luftblase" ist.

siehe auch:
http://www.tierdoku.de/index.php?title=Wasserjagdspinne
Spektro ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 17.02.2010, 19:59   #6   Druckbare Version zeigen
darkwing_duck  
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 3
AW: Chitin - wasserabweisend?

Ok, nochmals danke! Warum berichten mir denn die Seiten dann von "chemischer Hydrophobie"? Das hört sich so an, als wären die Haare aus einem bestimmten Stoff oder chemischer Struktur. Oder ist mit "chemischer Hydrophobie" die Gesamtheit aller Faktoren (Grob- und Feinstruktur der Haare, Anordnung und Elastizität gemeint) was die Wassercluster davon abhält, den Panzer zu erreichen? Wäre das aber der Fall, kann man nicht von den fünf Prinzipien sprechen, so wie es folgende autentische Seite tut? http://www.nees.uni-bonn.de/grenz/luft.html
Danke im Voraus
darkwing_duck ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 18.02.2010, 10:17   #7   Druckbare Version zeigen
Spektro Männlich
Mitglied
Beiträge: 952
AW: Chitin - wasserabweisend?

Vergiss "Wassercluster". Diese mikroskopische Größenordnung wird nicht erreicht, hier geht es immer noch um Tröpfchengröße.

2.) Wo ist der Widerspruch auf der Website? Natürlich gibt es chemische Hydrophobie.

Aber dort auf der Website steht selbst als nächster Satz zu den fünf Faktoren:
Zitat:
Nicht jeder untersuchte Organismus weist alle fünf Strukturprinzipien auf. Manche vereinen nur zwei oder drei dieser Komponenten.
Schon in diesem Satz wird eigentlich klar, worum es überhaupt geht: "Strukturprinzipien". Dabei ist die chemische Komponente eigentlich gar kein Strukturprinzip - die anderen vier um so mehr... Natürlich spielt die Chemie eine Rolle: Die schönste Struktur nutzt nichts, wenn man eine stark hydrophile oder gar salzartige Obefläche hat. Die sollte sich bei Kontakt mit Wasser nicht gleich komplett vollsaugen. Aber ansonsten ist die Oberflächenstruktur das Spannende, auf das es ankommt.
Spektro ist offline   Mit Zitat antworten
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chitin, hydrophob, wasserabweisend, wasserjagdspinne

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