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Alt 25.01.2010, 19:52   #1   Druckbare Version zeigen
Li.E.Be weiblich 
Mitglied
Themenerstellerin
Beiträge: 1
salzstreuen im Winter

Hallo!
Ich muss für die Schule mehrere Fragen beantworten für Chemie.
An der Frage verzweifel ich aber leider...:
Warum welken Stadtbäume und Bäume an stark befahrenen Straßen im Sommer früher als andere Bäume?
Das Stichwort dazu ist Salzstreuen im Winter!

Ich selber hab mir dazu überlegt das es vielleicht daran liegen könnte dass das Salz das Wasser an sich bindet und die Bäume desshalb zu wenig Wasser haben...die Erklärung wäre aber recht unvollständig und ungenau wenn sie überhaupt ansatzweise richtig ist!

ich wäre total dankbar wenn mir jemand eine Erklärung dafür schreiben könnte...


Glg
Li.E.Be ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 25.01.2010, 20:23   #2   Druckbare Version zeigen
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nicht mehr Mitglied
Beiträge: n/a
AW: salzstreuen im Winter

Willkommen hier!

Die Wurzeln von Pflanzen regieren sehr empfindlich auf Chloride und werden leicht geschädigt. Geschädigte Wurzeln können nicht mehr so leicht Wasser aufnehmen was sich in trockenen Sommern besonders nachhaltig bemerkbar macht. Auch in Blättern wird das Salz verstärkt abgelagert und schadet der Pflanze, wobei wichtige Nährstoffe auf der Strecke bleiben.

Mit der Bindung von Wasser an Streusalz hat Dein Problem nichts zu tun. Streusalz ist hygroskopisch, da liegst Du schon richtig, nur hier vernachlässigbar - dann schon eher die durch Streusalz forcierte Bodenverdichtung nennen.

Geändert von hw101 (25.01.2010 um 20:30 Uhr)
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Alt 25.01.2010, 21:03   #3   Druckbare Version zeigen
magician4 Männlich
Mitglied
Beiträge: 6.881
AW: salzstreuen im Winter

Zitat:
Zitat von hw101 Beitrag anzeigen
Mit der Bindung von Wasser an Streusalz hat Dein Problem nichts zu tun.
soweit mir gelaeufig, ist das wohl doch net so leicht von der hand zu weisen: nach -zugegeben schon etwas angestaubter - literatur aus den achzigern wird die blattnekrose als aeusseres merkmal der bodenversalzung im wurzelbereich auch der tatsache zugeschrieben, dass es den wurzeln eben schwerfaellt wasser gegen das osmotische gefaelle der "salzbruehe" aufzunehmen, was dann besonders im sommer bei hohem wasserbedarf manifest wird - die symptomatk wird daher auch (zumindest anteilig) als "verdursten" interpretiert.

gibts dazu neuere erkenntnisse?

gruss

ingo
magician4 ist offline   Mit Zitat antworten
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Alt 25.01.2010, 21:10   #4   Druckbare Version zeigen
ehemaliges Mitglied  
nicht mehr Mitglied
Beiträge: n/a
AW: salzstreuen im Winter

...womit ich wieder einmal etwas dazugelernt hätte - bin weder Biologe noch Chemiker sondern nur 'Gastrat' , werde aber gleich einmal den Strasburger zur Hand nehmen - vielleicht gibt der etwas in die Richtung her.

Zwischenzeitlich wird sich wohl auch ein Botaniker hier zu Wort melden...
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Alt 25.01.2010, 21:21   #5   Druckbare Version zeigen
Biohazard88 Männlich
Mitglied
Beiträge: 740
AW: salzstreuen im Winter

Liegt einfach daran, dass das Salz eine starke osmotische Wirkung hat und den Bäumen, Sträuchen ect das Wasser entzieht. Diese somit mehr oder weniger austrocken.
__________________
Dieses Posting kann Spuren von Sarkasmus und Ironie beinhalten. Zu Bedeutung und Interpretation fragen Sie Ihr Lexikon oder Ihren Deutschlehrer.

Alle Auskünfte erfolgen nach bestem Wissen und Gewissen, konfrontative Äußerungen sind ausschließlich zur Anregung der grauen Masse im oberen Bereich des Schädelinnenraumes gedacht.

MfG
Biohazard88 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 25.01.2010, 23:04   #6   Druckbare Version zeigen
magician4 Männlich
Mitglied
Beiträge: 6.881
AW: salzstreuen im Winter

Zitat:
Zitat von hw101 Beitrag anzeigen
(...) sondern nur 'Gastrat' ,
fuer nordlichter wie mich: was bitte ist ein "gastrat"?

mgf

ingo
magician4 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 25.01.2010, 23:23   #7   Druckbare Version zeigen
rettich Männlich
Mitglied
Beiträge: 5.308
Blog-Einträge: 1
AW: salzstreuen im Winter

Vielleicht wäre die Bezeichnung - Mitrat - besser gewesen.
Er ist ja nicht Gast im Forum, sondern Mitglied.
mfg : rettich
rettich ist gerade online   Mit Zitat antworten
Alt 26.01.2010, 14:14   #8   Druckbare Version zeigen
ehemaliges Mitglied  
nicht mehr Mitglied
Beiträge: n/a
AW: salzstreuen im Winter

Zitat:
Zitat von Biohazard88 Beitrag anzeigen
Liegt einfach daran, dass das Salz eine starke osmotische Wirkung hat und den Bäumen, Sträuchen ect das Wasser entzieht. Diese somit mehr oder weniger austrocken.
Was sich bei Nachschau im Strasburger bestätigt. Höhere Salzkonzentration wirken einerseits unspezifisch osmotisch, andererseits treten spezifische Wirkungen je nach Art der beteiligten Ionen auf.

Halophyten wie ich sie in meinem Salzbeet aus den burgenländischen Lacken pflege, akkumulieren Na+ und Cl- -Ionen in den Zellen und können sich der überschüssige Salzfracht durch versch. Mechanismen entledigen. Der Abwurf von Pflanzenteilen, wie z.B. von Blasenhaaren bei der Melde(Atriplex), oder der Speicherung des Salzes in Vakuolen z.B. beim Queller(Salicornia) sind derartige Anpassungen.

Bei den Laubbäumen sind z.B. Linden, Roßkastanien u.a. sehr salzempfindlich, dagegen sind Kiefern, Eichen, Plantanen, Robinien u.a. eher salzunempfindlich und damit weniger streusalzanfällig.

Nadelbäume kommen mit Calziumionen schlecht zurecht und lösen das Problem mit Abwurf der Nadeln und deren Neubildung je nach Art nach ca.2 - 8 Jahren.

Es finden sich sogar ganz spezifische Akkumulatorpflanzen, oder auch Indikatorpflanzen die der speziellen Elementanreicherung wegen z.B. zur Entgiftung von verseuchten Böden genutzt werden, bzw. diese anzeigen, oder auch zur Gewinnung von bestimmten Elementen im Interesse stehen. Stichwort: Phytoextraktion - mein klarer Favorit wäre der Braune Senf Brassica juncea, welcher im Kilogramm Kraut bis zu 50mg Gold in den Vakuolen einlagert. Hierzu muss der Senf natürlich auf einem geeigneten 'goldenen Boden' stehen - ich werde meinen Rasen ums Haus dennoch nicht umgraben, weil ich hiervon in unserer Gemeinde in den letzten Jahrzehnten nichts davon bemerkt habe...

Geändert von hw101 (26.01.2010 um 14:21 Uhr)
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Alt 26.01.2010, 20:56   #9   Druckbare Version zeigen
Biohazard88 Männlich
Mitglied
Beiträge: 740
AW: salzstreuen im Winter

Zitat:
Zitat von hw101 Beitrag anzeigen
Braune Senf Brassica juncea, welcher im Kilogramm Kraut bis zu 50mg Gold in den Vakuolen einlagert.
Ach, das ist ja interessant. Die Flora hält immer Überraschungen für uns bereit, deswegen finde ich das Gebiet der Pflanzenphysiologie, Systematik und Morphologie auch äußerst interessant. Was bestimmt nicht jeder Bio Student behaupten kann^^
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