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Alt 13.01.2010, 20:07   #1   Druckbare Version zeigen
edbv  
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 6
Einfacher Chemiestoff

Ich habe mir aus Interesse ein bisschen Chemiestoff durchgelesen. Dabei kamen einige Unverständlichkeiten auf. Mein Chemieverständniss im Zusammenhang ist katastrophal, ich hoffe die Fragen sind nicht allzu naiv. :/

Damit Salze entstehen brauch es immer eine Base und eine Säure. Hab ich das so richtig verstanden? D.h. Salze enthalten Kationen (Basen) und Anionen(Säuren) immer in einem bestimmten Verhältniss zueinander.

Gibt es in der Chemie noch mehr Kräfte außer der Ionischen Bindungs-, kovalenten Bindungs und Metallbindungskraft?

Warum verwendet man als Sprengstoffzünder saure Salze, anstatt gleich eine Säure zu nehmen. Die Säure ist doch viel reaktiver als Reduktionsmittel. Oder?
Warum eigentlich immer Reduktionsmittel als Sprengstoff, warum nicht Oxidationsmittel/starke Laugen?

Können Salze mit überwiegend Anionen eigentlich auch als Reduktionsmittel bezeichnet werden oder nur Säuren bzw. isolierte Ionen?

Kohlenstoffverbindungen sind die Häufigsten, weil diese die größte Bindungsvielfalt haben? Also weil die einerseits wegen der Bestrebung zu Acht Valenzelektronen Elektronen gerne Aufnehmen als auch Abnehmen, da sie genau 4e- in ihre Valenzschale haben?

Ionen unterscheiden sich von einem Element mit gleicher Elektronenanzahl wie vom Ion nur von der Anzahl der Protonen sowie Neutronen. Stimmts?
Also wenn ich dahergehe und es schaffen (in Praxis klappts wahrscheinlich nicht) würde z.B. zu einem F- Ion, ein Proton und ein Neutron hinzufügen dann hätte man Neon geschaffen? Oder aufgrund unterschiedlicher Atomradien unmöglich?

Ich erinnere mich noch, dass wir in der Schule Oxidationszahlen bestimmen sollten. Wenn man z.B. das Halogen Bor nimmt hat es die Ox.zahl +2. Aber könnte es auch sein das es -6 hat?? Und wenn ja, woher weiß ich das, bzw. gibt es Regeln zum erkennen der korrekten Ox.z.?

Kann es sein dass es mehr Verbindungen mit Anionen gibt (Oxide/Salze/Laugen) als Verbindungen mit Kationen? Ich sehe in wikipedia nämlich allerhand unter "Anion" wie Sulfide, Oxide, Säuren, Basen. Bei Kathioden hingegen weiß ich nur, dass die im Salz mit Anionen ein Ionengitter bilden.

Und zuletzt hab ich nicht 100% kapiert: Zink und Sauerstoff reagieren. Gibt Zink dann 2 Elektronen an das Sauerstoff, wird Kation und bildet wie im Salz ein Ionengitter als Stabilität oder wirken molekulare Kräfte und die Elektronen werden nur in die Richtung des Sauerstoffs gezogen?

:/

Geändert von edbv (13.01.2010 um 20:14 Uhr)
edbv ist offline   Mit Zitat antworten
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Alt 14.01.2010, 22:26   #2   Druckbare Version zeigen
kaliumcyanid Männlich
Mitglied
Beiträge: 18.822
AW: Einfacher Chemiestoff

Zitat:
Damit Salze entstehen brauch es immer eine Base und eine Säure. Hab ich das so richtig verstanden? D.h. Salze enthalten Kationen (Basen) und Anionen(Säuren) immer in einem bestimmten Verhältniss zueinander.
Salze bestehen aus Anionen und Kationen. Zur Bildung von Salzen gibt es viele Möglichkeiten, das muss nicht zwangsläufig eine Säure und eine Base sein.
http://de.wikipedia.org/wiki/Salzbildung
Zitat:
Gibt es in der Chemie noch mehr Kräfte außer der Ionischen Bindungs-, kovalenten Bindungs und Metallbindungskraft?
Das wären keine Kräfte, sondern Bindungen. Ausserdem gibt es noch Wechselwirkungen, wie z.B. van-der-Waals-Kräfte, Wasserstoffbrücken-Bindungen und Dipol-Dipol-Wechselwirkungen.
Zitat:
Warum verwendet man als Sprengstoffzünder saure Salze, anstatt gleich eine Säure zu nehmen. Die Säure ist doch viel reaktiver als Reduktionsmittel. Oder?
Als Sprengstoffzünder (richtiger: Initialzünder) kann man alles mögliche nehmen; es muss nur ein gutes Mittelding zwischen Stabilität und Brisanz sein.
Zitat:
Warum eigentlich immer Reduktionsmittel als Sprengstoff, warum nicht Oxidationsmittel/starke Laugen?
Die Verbindung muss eine gewisse Energie in sich tragen. Mit Natronlauge wird man keine Sprengungen vornehmen können
Konz. Schwefelsäure würde sofort reagieren; auch das ist theoretisch möglich. In der Sprengvorrichtung müsste sich eine Kapsel mit der Säure befinden, die dann zur Auslösung der Sprengung zertrümmert wird. Aber da gibt es bessere Alternativen.
Was verstehst du genau unter "sauren Salzen" und "Laugen"? Vielleicht hast du da fehlerhafte Definitionen.
Zitat:
Können Salze mit überwiegend Anionen eigentlich auch als Reduktionsmittel bezeichnet werden oder nur Säuren bzw. isolierte Ionen?
Mach mal ein Beispiel...
Zitat:
Kohlenstoffverbindungen sind die Häufigsten, weil diese die größte Bindungsvielfalt haben? Also weil die einerseits wegen der Bestrebung zu Acht Valenzelektronen Elektronen gerne Aufnehmen als auch Abnehmen, da sie genau 4e- in ihre Valenzschale haben?
Vor allem die Bindungsvielfalt und die biologische Bedeutung...
Zitat:
Also wenn ich dahergehe und es schaffen (in Praxis klappts wahrscheinlich nicht) würde z.B. zu einem F- Ion, ein Proton und ein Neutron hinzufügen dann hätte man Neon geschaffen? Oder aufgrund unterschiedlicher Atomradien unmöglich?
Man kann da schon dran rumpfuschen, theoretisch zumindest. In der Praxis ist das noch nicht möglich.
Zitat:
Ich erinnere mich noch, dass wir in der Schule Oxidationszahlen bestimmen sollten. Wenn man z.B. das Halogen Bor nimmt hat es die Ox.zahl +2. Aber könnte es auch sein das es -6 hat?? Und wenn ja, woher weiß ich das, bzw. gibt es Regeln zum erkennen der korrekten Ox.z.?
Kommt auf den Bindungspartner an. Bor ist kein Halogen.
Zitat:
Kann es sein dass es mehr Verbindungen mit Anionen gibt (Oxide/Salze/Laugen) als Verbindungen mit Kationen? Ich sehe in wikipedia nämlich allerhand unter "Anion" wie Sulfide, Oxide, Säuren, Basen. Bei Kathioden hingegen weiß ich nur, dass die im Salz mit Anionen ein Ionengitter bilden.
Zu jedem Kation gibt es auch ein Anion - muss.
Zitat:
Und zuletzt hab ich nicht 100% kapiert: Zink und Sauerstoff reagieren. Gibt Zink dann 2 Elektronen an das Sauerstoff, wird Kation und bildet wie im Salz ein Ionengitter als Stabilität oder wirken molekulare Kräfte und die Elektronen werden nur in die Richtung des Sauerstoffs gezogen?
Ob eine ionische Bindung oder eine kovalente Bindung vorliegt, lässt sich über die Differenz der Elektronegativitätswerte herausfinden.
http://www.chemieonline.de/forum/archive/index.php/t-82987.html
kaliumcyanid ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 29.01.2010, 04:28   #3   Druckbare Version zeigen
edbv  
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 6
AW: Einfacher Chemiestoff

Vielen Dank kaliumcyanid!
Ich verstehe jetzt um einiges besser.

Zitat:
Was verstehst du genau unter "sauren Salzen" und "Laugen"? Vielleicht hast du da fehlerhafte Definitionen.
Ich hatte zuerst erst gedacht, dass umso mehr Anionen im Verhältnis zu Kationen existieren, man von saureren Salzen spricht.

Jetzt habe ich nochmal genauer im wikipedischen Lexikon nachgelesen und verstehe die Abgrenzung zu Säuren und Salzen.

Textquellort Wikipedia.Org:
Zitat:
Stoffe werden als Salze bezeichnet, wenn ionische Bindungen zwischen den Teilchen der Verbindung vorliegen.
Zitat:
Während bei Calciumoxid (CaO) ionische Bindungen wirken, liegen bei Chrom(VI)-oxid (CrO3) nur kovalente Bindungen zwischen Cr und O vor; es sollte daher nicht mehr als Salz bezeichnet werden.
Zitat:
Aus diesem Grund ist es oft geschickter, bei Oxiden nicht von Salzen, sondern allgemein von Metalloxiden zu sprechen
Das heißt sobald kovalente Bindungen überwiegen und keine bzw. kaum eine ionische Bindung vorherrscht spricht man von Oxiden und nicht mehr von Salzen.
Salze machen also ihr Bindungsverhalten aus.


Viele Grüße !

Edvb
edbv ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 29.01.2010, 08:36   #4   Druckbare Version zeigen
FK Männlich
Moderator
Beiträge: 60.898
AW: Einfacher Chemiestoff

Zitat:
Zitat von edbv Beitrag anzeigen
Warum verwendet man als Sprengstoffzünder saure Salze, anstatt gleich eine Säure zu nehmen.
Tut man doch gar nicht. Hättest Du ein Beispiel?
Zitat:
Warum eigentlich immer Reduktionsmittel als Sprengstoff, warum nicht Oxidationsmittel/starke Laugen?
Stimmt auch nicht. Sprengstoffe enthalten reduzierende und oxidierende Gruppen im selben Molekül, oder es sind Mischungen aus Oxidationsmitteln und Reduktionsmitteln.

Gruß,
Franz
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FK ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 30.01.2010, 21:50   #5   Druckbare Version zeigen
edbv  
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 6
AW: Einfacher Chemiestoff

Z.B.: Bleiazid. Es ist das Bleisalz der Stickstoffwasserstoffsäure. (wikipedia)
D.h. es enthält reduzierende (Stickstoffwasserstoffsäure) und oxidierende (Blei) Moleküle.

Zuvor verstand ich, dass Bleiazid saures Salz ist, da die Stickstoffwasserstoffsäure drinne vorkommt. Aber es ist ja in Verbindung mit Blei und somit sind auch oxidierende Gruppenmoleküle enthalten. Ob es nun ein saures Salz ist, entscheidet das Verhältnis von Anionen und Kationen. Saure Salze reagieren neutral, wie ich gerade nachgelesen habe.

Hoffe, dass ich nun korrekte Erkenntnisse wiedergegeben habe.

Viele Grüße,
edbv
edbv ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 30.01.2010, 22:10   #6   Druckbare Version zeigen
FK Männlich
Moderator
Beiträge: 60.898
AW: Einfacher Chemiestoff

Saure Salze gibt es von mehrwertigen Säuren. Dabei enthält das Anion noch abspaltbare Protonen.
Z. B. NaHSO4

Der Stickstoffwasserstoffsäure ist es ziemlich egal, mit welchen Metallen sie Salze bildet, alle sind instabil. Beim Erhitzen zerfallen sie mit unterschiedlicher Heftigkeit in Stickstoff und das Metall.

Gruß,
Franz
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