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Alt 24.05.2003, 12:46   #1   Druckbare Version zeigen
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Frage Neutralisation und Leitfähigkeit

Hallo da draußen!

Für mein nächstes Protokoll soll ich beantworten, welche Ionen bei der Neutralisation von HCl mit NaOH die Leitfähigkeit verursachen. Sind es nun die H+ Ionen oder nicht? Wäre echt hilfreich, wenn ihr eure Antwort auch begründen könntet.

Anni K.
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Alt 24.05.2003, 12:54   #2   Druckbare Version zeigen
FK Männlich
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Beiträge: 60.898
Willkommen im Forum!

Zunächst mal eine Gegenfrage: welche Ionen sind überhaupt vorhanden?

Gruß,
Franz
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Alt 24.05.2003, 13:04   #3   Druckbare Version zeigen
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Beiträge: n/a
Na, zunächst dissoziiert ja die Salzsäure in H+ Ionen und Cl- Ionen, also ist die Leitfähigkeit hoch. Bei Zugabe von NaOH kommen noch Na+ und OH- Ionen dazu. Also liegen am Neutralisationspunkt Na+ Ionen, Cl- Ionen und H2O vor. Nach dem Äquivalenzpunkt Kommen dann noch mehr Na+ Ionen und OH- Ionen hinzu und die Leitfähigkeit steigt wieder...

Anni K.
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Alt 24.05.2003, 13:15   #4   Druckbare Version zeigen
FK Männlich
Moderator
Beiträge: 60.898
Ok, ist richtig.

Die sehr beweglichen Hydroniumionen werden während der Titration durch die weniger beweglichen Natriumionen ersetzt, weswegen die Leitfähigkeit bis zum Äquivalenzpunkt absinkt.

Gruß,
Franz
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Alt 24.05.2003, 13:21   #5   Druckbare Version zeigen
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Beiträge: n/a
Das heißt zunächst sind die Hydroniumionen für die Leitfähigkeit verantwortlich, am Äquivalenzpunkt jedoch sind diese nicht mehr vorhanden weil sie sich mit den OH- Ionen zu Wasser verbinden.

Am Äquivalenzpunkt und auch darüber wären dann die Na+ Ionen für die zwar geringere aber immernoch vorhandene Leitfähigkeit verantwortlich.

Damit hast du mir schon viel geholfen, vielen Dank!

Kannst du mir vielleicht auch erklären, warum ausgerechnet die positiven Ionen die Ladung übertragen? Diese besitzen doch eigentlich gar keine Elektronen...

Anni K.
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Alt 24.05.2003, 14:13   #6   Druckbare Version zeigen
Gamma7  
Mitglied
Beiträge: 174
Hallo Anni K.

Zitat:
Originalnachricht erstellt von Anni K.

Kannst du mir vielleicht auch erklären, warum ausgerechnet die positiven Ionen die Ladung übertragen? Diese besitzen doch eigentlich gar keine Elektronen...

Die Hydroniumionen habe einen kleineren Ionenradius
als die Na-Ionen, daher ihre bessere Beweglichkeit.
Zusätzlich bedienen sie sich noch eines sehr
effektiven Tricks!

Das H+ - Ion springt quasi an die eine
Seite eines H2O -Moleküls, und an der
anderen Seite springt ein anderes H+ wieder
heraus und vergreift sich am Nachbar - H2O.
Das Spiel wiederholt sich quasi als 'durchgehender
Impuls' von der einen Elektrode zur anderen.

Das beschleunigt den Ladungstransport ungemein und
somit verbessert sich die Leitfähigkeit immens..


Gruß
Marcus.
__________________
Die Dummen haben das Schiesspulver nicht
erfunden, aber sie schiessen damit !
Gamma7 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 24.05.2003, 14:25   #7   Druckbare Version zeigen
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Beiträge: n/a
Vielen Dank! Euer Forum ist echt hilfreich =)

Anni K.
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Alt 24.05.2003, 15:25   #8   Druckbare Version zeigen
FK Männlich
Moderator
Beiträge: 60.898
Zitat:
Originalnachricht erstellt von Anni K.

Kannst du mir vielleicht auch erklären, warum ausgerechnet die positiven Ionen die Ladung übertragen? Diese besitzen doch eigentlich gar keine Elektronen...

Es sind hauptsächlich die Hydroniumionen, daneben aber auch die Chloridionen.

Bei ionischen Leitern (Salze, Säuren, Laugen) wird die Ladung von beiden Ionensorten transportiert.
Die Kationen wandern zur Kathode und nehmen dort Elektronen auf, die Anionen wandern zur Anode und geben dort Elektronen ab.

Gruß,
Franz
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Alt 24.05.2003, 16:01   #9   Druckbare Version zeigen
ehemaliges Mitglied  
nicht mehr Mitglied
Beiträge: n/a
Zitat:
Originalnachricht erstellt von Gamma7
Die Hydroniumionen habe einen kleineren Ionenradius
als die Na-Ionen, daher ihre bessere Beweglichkeit.
Vorsicht! Kleine Ionen erzeugen ein größeres elektrisches Feld als große, haben daher größere Solvathüllen. Entscheident für die Betrachtung ist also der hydrodynamische Radius.
Das Proton besitzt trotz seiner Kleinheit eine sehr große molare Leitfähigkeit. Nach dem Grotthuß-Mechanismus bewegen sich keine einzelnen solvatisierten Protonen durch die Lösung, sondern der Transport der Ladung geht so von statten wie Du ihn unten beschrieben hast.

Zitat:
Das H+ - Ion springt quasi an die eine
Seite eines H2O -Moleküls, und an der
anderen Seite springt ein anderes H+ wieder
heraus und vergreift sich am Nachbar - H2O.
Das Spiel wiederholt sich quasi als 'durchgehender
Impuls' von der einen Elektrode zur anderen.

Das beschleunigt den Ladungstransport ungemein und
somit verbessert sich die Leitfähigkeit immens..
Genau, diesem Mechanismus liegt der Tunneleffekt, also ein quantenmechanischer Effekt zugrunde.

Die Leitfähigkeit ist dann durch die Geschwindigkeit bestimmt, mit der die Wassermoleküle durch Rotation eine geeignete Position einnehmen können, um ein Proton aufzunehmen oder abzugeben.

Geändert von Last of the Sane (24.05.2003 um 16:25 Uhr)
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Alt 24.05.2003, 17:23   #10   Druckbare Version zeigen
Adam Männlich
Moderator
Beiträge: 8.039
Und nur noch zwei weitere Effekte am Rande ,die die Leitfähigkeit beeinflussen:


*Relaxationseffekt
*Elektrophoretischer Effekt


Zitat:
Genau, diesem Mechanismus liegt der Tunneleffekt, also ein quantenmechanischer Effekt zugrunde.

Das ist ja interessant...!

Hm....aber normallerweise bewegen sich Tunnelwahrschenlichkeiten eher im promille Bereich..dachte ich....hast Du dazu irgendwelche Zahlen LOTS?


Gruß
Adam
__________________
Wenn jemand ein Problem erkannt hat und nichts zur Lösung des Problems beiträgt, ist er selbst ein Teil des Problems.
Adam ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 24.05.2003, 17:31   #11   Druckbare Version zeigen
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Beiträge: n/a
Nope, mehr als der Atkins dazu hergibt, weiß ich leider auch nicht.
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