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Allgemeine Chemie Fragen zur Chemie, die ihr nicht in eines der Fachforen einordnen könnt, gehören hierher.

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Alt 01.12.2009, 19:37   #1   Druckbare Version zeigen
laura91 weiblich 
Mitglied
Themenerstellerin
Beiträge: 11
Welcher Satz ist korrekt?

Hallo Leute

Könnt ihr dabei helfen, den richtigen Satz zu finden?

i) alle Metallkomplexe absorbieren Energie im Bereich 400-700 nm

ii) KCl (in Wasser) kann ohne negative Nebenwirkung direkt ins Blut gespritzt werden.


iii) H2O2 kann nicht spontant zu O2 und H2O zersetzt werden
H2O2 ------------> O2 E0= -0.68 (H+ millieu)
H2O2 ------------> H2O E0= 1.77 (H+ millieu)

iv) Die Henderson-Hasselbach (Puffer)-Gleichung ist nicht gültig für alle Konzentrationen von Säuren und konjugierten Basen

von i) glaube ich, dass es falsch ist, weil es sicher auch Metallkomplexe gibt, die grössere Wellenlängen absorbieren. Bei ii) bin ich mir unsicher, da es vielleicht auf die Konzentration ankommt. Bei iii) kann ich nichts mit den Spannungspotentialen anfangen. Aufsummiert ergeben sie ein E0 von 1.01. Bedeutet positiv, dass es nicht spontan abläuft? Ich tendiere jedoch zu stark
zu iv), weil die Henderson-Hasselbalch-Gleichung nur für Konz. von starken Säuren und ihren konjugierten Basen gilt bzw. umgekehrt.

Was meint ihr dazu? Ich bin für jeden Tipp froh, ist nämlich Prüfungsstoff.

Lieben Dank und schönen Abend noch

Laura
laura91 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 01.12.2009, 19:42   #2   Druckbare Version zeigen
jag Männlich
Mitglied
Beiträge: 17.613
AW: Welcher Satz ist korrekt?

i) Nein.
ii) Kommt drauf an, welche Gesamtmenge man erreicht: Kalium i.V. führt zum Herzstillstand.
iii) was ist den mit dem Millieu gemeint?
iv) Puffersysteme bestehen aus schwachen bis mittelstarken Säuren und den korrespondierenden Basen.

Gruß

jag
__________________
Die Lösung auf alle Fragen ist "42".
Aus gegebenem Anlass: Alle Rechnungen überprüfen, da keine Gewähr. - Fragen bitte im Forum stellen.
jag ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 02.12.2009, 02:41   #3   Druckbare Version zeigen
Firlefanz07  
Mitglied
Beiträge: 76
AW: Welcher Satz ist korrekt?

Die richtige Antwort ist IV. (NICHT + ALLE = (fast immer) RICHTIG)
Bzw. bei absoluter Konzentration (kein Wasser) ist die Gleichung sicher ungültig.

I ist auch falsch, allein schon weil noch nicht ALLE Metallkomplexe dahingehend untersucht wurden und sicher gibt es auch welche die nicht in diesem Bereich absorbieren. Bei manchen Bestimmung müssen ja auch noch extra Indikatoren zugegeben werden.

II ist ganz sicher falsch. Nebenbei bemerkt, das Spritzen von Kaliumchlorid stellt mindestens den Tatbestand von versuchtem Mord/Totschlag dar (falls Konzentration zu gering) bzw. von Mord/Totschlag.

III ist auch sicher falsch. Die spontante O2-Freigabe wird im Speziellen sogar gezielt ausgenutzt (Sauerstoffanreicherung von Wasser).
Firlefanz07 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 02.12.2009, 18:23   #4   Druckbare Version zeigen
laura91 weiblich 
Mitglied
Themenerstellerin
Beiträge: 11
AW: Welcher Satz ist korrekt?

Danke für die hilfreichen Antworten!

Eine Zusatzfrage: Wieso kann H2O2 spontan zu O2 und H2O zersetzt werden?
Hat das irgend etwas mit dem angegebenen Spannungspotential zu tun?

Liebe Grüsse Laura
laura91 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 02.12.2009, 18:59   #5   Druckbare Version zeigen
zweiPhotonen  
Mitglied
Beiträge: 7.409
Blog-Einträge: 122
AW: Welcher Satz ist korrekt?

Zitat:
Zitat von laura91
iii) H2O2 kann nicht spontant zu O2 und H2O zersetzt werden
Die Aussage ist m.E. als richtig zu bewerten. Mein HoWi schreibt, dass Wasserstoffperoxid bei Raumtemperatur metastabil, die Zerfallsgeschwindigkeit unmessbar klein ist. Von einem spontanen Zerfall kann also nicht die Rede sein.
Aber: ich bezweifele, dass dem Urheber der Aufgabe dies bekannt ist...
__________________
Wenn es einfach wäre, hätte es schon jemand gemacht!

I said I never had much use for it. Never said I didn't know how to use it.(M. Quigley)
You can't rush science, Gibbs! You can yell at it and scream at it, but you can't rush it.(A. Sciuto)

Wer durch diese Antwort nicht zufriedengestellt ist, der möge sich bitte den Text "Über mich" in meinem Profil durchlesen und erst dann meckern.
zweiPhotonen ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 03.12.2009, 04:37   #6   Druckbare Version zeigen
Firlefanz07  
Mitglied
Beiträge: 76
AW: Welcher Satz ist korrekt?

Zitat:
Zitat von ehemaliges Mitglied Beitrag anzeigen
Der alte Streit : Aber m.E. entscheidet sich die Spontaneität allein nach thermodynamischer Stabilität, nicht nach der Geschwindigkeit der Reaktion.
Sehe ich auch so. Der Zerfall eines Isotops mit x Mrd. Jahren Halbwertszeit ist ebenfalls spontan. Spontan bedeutet nicht daß etwas schnell oder in großer Menge ablaufen muß. Im Prinzip muß nur mangelnde Vorhersagbarkeit als Voraussetzung vorliegen.
Firlefanz07 ist offline   Mit Zitat antworten
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Alt 03.12.2009, 10:38   #7   Druckbare Version zeigen
zweiPhotonen  
Mitglied
Beiträge: 7.409
Blog-Einträge: 122
Spontanität

Wie kann ich denn den Kernzerfall katalytisch beschleunigen?

Zitat:
Zitat von FKS
Aber m.E. entscheidet sich die Spontaneität allein nach thermodynamischer Stabilität, nicht nach der Geschwindigkeit der Reaktion.
Muss ich mir darunter vorstellen, dass eine kinetisch inerte Verbindung als spontan zerfallend zu bezeichnen ist, nur weil die thermodynamische Betrachtung dies als Ergebnis liefert?

Ich hatte den Begriff Spontaneität doch eher mit einer experimentellen Beobachtbarkeit denn mit einer abgeleiteten Eigenschaft verbunden.
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Geändert von zweiPhotonen (03.12.2009 um 10:44 Uhr)
zweiPhotonen ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 03.12.2009, 17:08   #8   Druckbare Version zeigen
Anno_  
Mitglied
Beiträge: 146
AW: Welcher Satz ist korrekt?

Wasserstoffperoxid von dem hier gesprochen wird nimmt man 30%ige stabilisierte lsg an oder nur 1% ige ?
Bei einem Versuch die lsg von 30% auf 50% ig aufzukonzentrieren (UNBEDINGT UNTERLASSEN) wird man den Begriff "spontan" sogar in einiger Entfernung HÖREN
Anno_ ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 04.12.2009, 05:54   #9   Druckbare Version zeigen
Firlefanz07  
Mitglied
Beiträge: 76
AW: Spontanität

Zitat:
Zitat von zweiPhotonen Beitrag anzeigen
Wie kann ich denn den Kernzerfall katalytisch beschleunigen?
Kommt darauf an, um welchen Zerfall es sich handelt und welche Ordnungszahl und Neutronenzahl vorliegt, abhängig davon kann man den Zerfall durch Neutronen- oder Protoneneinfang beschleunigen. Das Isotop wird dadurch allerdings verändert und die Zerfallsprodukte und der Zerfall selbst auch. Katalytisch würde ich dies ebenfalls nicht bezeichnen.

Das Beispiel wurde von mir nicht wegen chemischer Analogie gebracht sondern wegen der mengenmäßigen Analogie, wie bereits oben angeführt. Wenn pro Tag lediglich ein einziges Atom zerfällt ist der Vorgang spontan, genauso wie wenn pro Sekunde 99% aller Atome zerfallen. Daher die beobachtete Menge einer Erscheinung korreliert nicht mit einer Spontanitätsfeststellung.

Man sollte nicht zu viel in die Verwendung des Begriffs spontan in den obigen Fragenkatalog hineininterpretieren. Schließlich ist jede chemische Reaktion thermodynamisch spontan. Der Verwendung von spontan oben ist daher so zu verstehen, daß das Wasserstoffperoxid allein zerfällt, also ohne Zugabe bspw. eines reduzierbaren Stoffs, etc.

Zitat:
Zitat von Anno_ Beitrag anzeigen
Wasserstoffperoxid von dem hier gesprochen wird nimmt man 30%ige stabilisierte lsg an oder nur 1% ige?
Der Fragestellung ist nicht zu entnehmen, daß es sich um eine wäßrige Lösung handelt. Genauer ist durch die Nichtangabe und der Formulierung von "kann nicht" zu folgern, daß diese Bedingung unbedingt für die absolute Konzentration anwendbar sein muß. Es muß somit lediglich bei 100% Wasserstoffperoxid zutreffen, daß es zu einem spontanen Zerfall kommt, um die Aussage zu falsifizieren. Daher selbst wenn es zig Bedingungen gäbe, bei der die Antwort stimmt ist sie dennoch falsch, wenn es mindestens eine gibt wo sie nicht zutrifft.

Allgemein:
Warum wohl gibt man Wasserstoffperoxidlösungen Stabilisatoren (Phosphorsäure, Natriumphosphat o.ä.) hinzu? Eben weil es spontan zerfällt. Dieser Zerfall ist exotherm mit ca. 98 kJ/mol.

Geändert von Firlefanz07 (04.12.2009 um 06:08 Uhr)
Firlefanz07 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 05.12.2009, 04:21   #10   Druckbare Version zeigen
Firlefanz07  
Mitglied
Beiträge: 76
AW: Welcher Satz ist korrekt?

Gut. Wenn der Zerfall exotherm ist kann man sicher von Instabilität sprechen, wenn sie nicht exotherm ist, dann würde ich von stabil sprechen.
Dann muß man sich nicht um Zustände, Umstände und Konzentrationen kümmern.

Die Fragestellung wäre mit Stabilität auch sicher besser gestellt, aber gut zu viel sollte man bei einem "Kreuzerltest" auch nicht erwarten.

Jedenfalls sind wir uns ja bzgl. des Wasserstoffperoxids auch einig.
Firlefanz07 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 05.12.2009, 18:46   #11   Druckbare Version zeigen
Firlefanz07  
Mitglied
Beiträge: 76
AW: Welcher Satz ist korrekt?

Zitat:
Zitat von ehemaliges Mitglied Beitrag anzeigen
Was ich geschrieben habe, gilt prinzipiell genau so für endotherme Reaktionen. Denn penibel betrachtet ist z.B. ein nur aus X2 - Molekülen bestehendes Gas prinzipiell nicht stabil. weil es nämlich unter allen Bedingungen eine im Gleichgewicht

{X_2 \ <-> \ 2 \ X}

koexistierene Konzentration von X - Atomen gibt.

Mon konnte auch sagen dass jeder Reinstoff instabil ist , ja nicht einmal eine Realität sein kann, sondern nichts anderes darstellt als ein theoretisches und damit abstraktes Konstrukt, mit dieser peniblen Sicht betrachtet also nicht unähnlich ist dem Modell eines idealen Gases. Was aber Philosophen, vor allem aber philosophich engagierte Didaktiker nicht daran hindert zu behaupten, dass Stoffe etwas Konkretes seien.
Sicher zerfallen auch Stoffe in endothermer Reaktion. Nimmt man noch die Entropie hinzu und viel Zeit ...

Und ja, einen Reinstoff dauerhaft zu erhalten ist je nach Stoff nicht ganz unkompliziert, was sich hauptsächlich bei hochreaktiven Stoffen nicht nur in der Theorie sondern auch in der Praxis schwierig gestaltet.

Die Einstellung eines Gleichgewichtes könnte man noch in die Stabilitätsdefinition aufnehmen.

Hat jemand eine gute Definition von chemischer Stabilität?

Wenn ich mal den Riedel heranziehe, frei zitiert (S. 302):

stabil: Befindet sich im Gleichgewicht
metastabil: Die Aktivierungsenergieschwelle bildet ein kinetisches Hemmnis
instabil: sofortige Weiterreaktion ohne Überwindung einer Aktivierungsenergieschwelle

Dementsprechend wären die exothermen Zerfälle bestenfalls metastabil, die endothermen stabil.

Und Wasserstoffperoxid(-lösung) wäre mindestens metastabil.

Aber Du hast natürlich recht, denn der geneigte Betrachter würde, z.B. reinen Schwefel, der also nach obiger Definition ebenfalls metastabil ist, wenn an Luft als stabil einstufen, weil es unter Normalbedingungen nicht zu einer Entzündung kommt.

Und da sind wir vielleicht doch wieder bei der Spontanität.

Wasserstoffperoxid zerfällt hingegen auch spontan, daher in dem Sinne, daß bei Normalbedingungen keine Aktivierungsenergie von außen zugeführt werden muß.

Man kann also auch die Größe der Aktivierungsenergie heranziehen und damit, ob diese mit hinreichender Wahrscheinlichkeit thermodynamisch auch unter Normalbedingungen überschritten wird. Ist das der Fall, könnte man hier sowohl die Definition für spontanen Zerfall als auch von instabil anlegen.

Zumindest würden wir mit dieser Definition die beobachtbare Erfahrung festlegen und daher wäre eine brauchbare Festlegung getroffen.

Und entsprechend wäre dann Wasserstoffperoxid sowohl instabil als auch von spontanen Zerfall betroffen. Schwefel/Luft wäre jedoch lediglich metastabil, daher man bräuchte noch einen Aktivierungsschubs von außen.

Und stabil wäre dann, wenn es auch durch Aktivierungsenergie nicht zu Zerfall, bzw. Weiterreaktion anregbar ist, was erstens der gängigen allgemeinen Definition von Stabilität entspricht (Widerstand gegen äußere Einflüsse) und auch der beobachtbaren.

Allerdings entsteht natürlich gleich das nächste Problem, nämlich die Systembetrachtung. Da ja fast jeder Stoff mit irgendeinem anderen eine exotherme Reaktion hat, müßte man bei der grundsätzlichen Definition, noch die Systeme der Alltagserfahrung einbinden. Das wäre bspw. mäßige Lichtzufuhr, übliche Raumtemperatur (mit etwas "Marge") und als Reaktionspartner die Luft. Daher die Stabilitätsaussagen wären ggü. Luft, bzw. bei Lösungen auch ggü. dem Lösungsmittel.

Ich denke so hätte man eine brauchbare Definition.
Firlefanz07 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 05.12.2009, 19:40   #12   Druckbare Version zeigen
Firlefanz07  
Mitglied
Beiträge: 76
AW: Welcher Satz ist korrekt?

Zitat:
Zitat von ehemaliges Mitglied Beitrag anzeigen
Anscheinend mögen Sie meiner zugegeben extremen Pedanterie doch nicht "bis zum bitteren Ende folgen, nach der es vom Stand der aktuell gültigen Theorie her prinzipiell nicht möglich ist, dass ein Reinstoff existiert, so dass , wenn man ihn denn hätte, er nicht stabil wäre.
Doch der folge ich sehr wohl. Demnach existiert keine allgemeine Stabilität (allgemein: Stabil in allen Systemen, bzw. ohne Gleichgewichtsbetrachtung).

Ich habe daher im vorigen Beitrag Überlegungen angestellt um eine spezielle Stabilität zu definieren um zu etwas brauchbaren zu kommen, da die allgemeine Stabilität eben unbrauchbar ist. Sozusagen in Korrektur auf die vorgebrachte Kritik.
Firlefanz07 ist offline   Mit Zitat antworten
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