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Alt 29.11.2009, 14:30   #1   Druckbare Version zeigen
Godwael Männlich
Moderator
Themenersteller
Beiträge: 12.173
Blog-Einträge: 12
Eine Datenbank für negative Resultate - Biologie

Es ist ein oft beklagtes Problem der wissenschaftlichen Publikationspraxis, dass negative Ergebnisse - also wenn nicht das passiert, was man sich erhofft - eine wesentlich geringere Chance haben, publiziert zu werden. Dabei enthalten diese ‚gescheiterten‘ Experimente ebenso wertvolle Informationen wie ‚positive‘ Resultate. Besonders deutlich wird das, wenn man sich mit der Gesamtheit der Interaktionen aller Biomoleküle einer Zelle befasst. Diesen relativ neuen Zweig der Systembiologie nennt man Interactomics.

Diese Forschungen gehören quasi zu den Spätfolgen des Human Genome Project, als der Jubel über die vollständige Entschlüsselung...

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Quelle: Fischblog - Wissenschaft für alle
Godwael ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 29.11.2009, 14:35   #2   Druckbare Version zeigen
Waldschrat Männlich
Mitglied
Beiträge: 961
AW: Eine Datenbank für negative Resultate - Biologie

Zitat:
Zitat von Godwael Beitrag anzeigen
Es ist ein oft beklagtes Problem der wissenschaftlichen Publikationspraxis, dass negative Ergebnisse - also wenn nicht das passiert, was man sich erhofft - eine wesentlich geringere Chance haben, publiziert zu werden. Dabei enthalten diese ‚gescheiterten‘ Experimente ebenso wertvolle Informationen wie ‚positive‘ Resultate.
Das mag ja alles sein. Nur sollte man dabei nicht vergessen, dass es nicht immer im eigenen Interesse liegen würde, negative Resultate zu publizieren, weil man z.B. selber noch daran weiterarbeiten will, bevor es andere tun.
__________________
"Es ist mein Job, nie zufrieden zu sein."
Wernher von Braun (1912-77)

http://www.xrayforum.co.uk/
Waldschrat ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 04.12.2009, 09:16   #3   Druckbare Version zeigen
Bremer Männlich
Mitglied
Beiträge: 643
AW: Eine Datenbank für negative Resultate - Biologie

Zitat:
Zitat von Waldschrat Beitrag anzeigen
Das mag ja alles sein. Nur sollte man dabei nicht vergessen, dass es nicht immer im eigenen Interesse liegen würde, negative Resultate zu publizieren, weil man z.B. selber noch daran weiterarbeiten will, bevor es andere tun.
Das stimmt sicherlich vereinzelt, aber man sollte mal überlegen wieviel Geld sinnlos zum Fenster rausgeworfen wird nur weil man nicht weiß das in anderen Laboren bereits die gleichen Versuche erfolglos durchgeführt wurden.
Bremer ist offline   Mit Zitat antworten
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Alt 04.12.2009, 09:59   #4   Druckbare Version zeigen
Irrlicht Männlich
Mitglied
Beiträge: 2.220
AW: Eine Datenbank für negative Resultate - Biologie

Zitat:
Zitat von Bremer Beitrag anzeigen
Das stimmt sicherlich vereinzelt, aber man sollte mal überlegen wieviel Geld sinnlos zum Fenster rausgeworfen wird nur weil man nicht weiß das in anderen Laboren bereits die gleichen Versuche erfolglos durchgeführt wurden.
Wahrscheinlich würden wir schon lange den Mars kolonialisieren, wenn es üblich wäre.
Dass dringend etwas daran geändert werden sollte, ist Konsens in meinem Büro
__________________
"Die Aussage 'Kein Mensch wäre so dumm, so etwas zu tun' stimmt nicht. Irgend jemand wäre immer so dumm, etwas wirklich Dummes zu tun - nur um zu sehen, ob es möglich wäre. Wenn du in einer versteckten Höhle einen Schalter anbringst und ein Schild aufhängst 'ENDE-DER-WELT-SCHALTER. BITTE NICHT DRÜCKEN', hätte das Schild nicht einmal Zeit zu trocknen."
-- Terry Pratchett - "Thief Of Time"
Irrlicht ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 04.12.2009, 10:10   #5   Druckbare Version zeigen
zweiPhotonen  
Mitglied
Beiträge: 7.407
Blog-Einträge: 122
AW: Eine Datenbank für negative Resultate - Biologie

Ich halte das für -spitz formuliert- Humbug:
Die Gründe für einen nicht-beabsichtigten Ausgang eines Experiments lassen sich meines Erachtens viel schwieriger charakterisieren als bei einem positiven Ergebnis. Insofern ist der Aufwand für die nachvollziehbare Aufstellung der experimentellen Bedingungen wesentlich größer.
Als Forscher hat man nun prinzipiell zwei Möglichkeiten: publiziere ich das negative Ergebnis oder stell ich mich lieber besser für einen neuen Versuch ins Labor?

Grüße
zweiPhotonen ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 04.12.2009, 10:20   #6   Druckbare Version zeigen
Irrlicht Männlich
Mitglied
Beiträge: 2.220
AW: Eine Datenbank für negative Resultate - Biologie

Gescheiter wäre doch eine Publikation, nachdem es funktioniert hat nach dem Motto:

"Zwei Mol X wurden in 500 ml AB gelöst und langsam unter Kühlung in die Lösung QWERTZ getropft, anschließend wurde 1 h bei 70 °C unter Rückflusskühlung erhitzt ..... und fertig war's.

Was nicht funktioniert hat: Weglassen der Kühlung brachte fast nur Nebenprodukt SDF. Weglassen des einstündigen Kochens brachte nur 2 % Ausbeute. Filtration statt Umkristallisation führte zu mangelhafter Reinheit."

Eben wenigstens ein paar Sätze dazu.
__________________
"Die Aussage 'Kein Mensch wäre so dumm, so etwas zu tun' stimmt nicht. Irgend jemand wäre immer so dumm, etwas wirklich Dummes zu tun - nur um zu sehen, ob es möglich wäre. Wenn du in einer versteckten Höhle einen Schalter anbringst und ein Schild aufhängst 'ENDE-DER-WELT-SCHALTER. BITTE NICHT DRÜCKEN', hätte das Schild nicht einmal Zeit zu trocknen."
-- Terry Pratchett - "Thief Of Time"
Irrlicht ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 04.12.2009, 11:36   #7   Druckbare Version zeigen
Bremer Männlich
Mitglied
Beiträge: 643
AW: Eine Datenbank für negative Resultate - Biologie

Zitat:
Zitat von zweiPhotonen Beitrag anzeigen
Ich halte das für -spitz formuliert- Humbug:
Die Gründe für einen nicht-beabsichtigten Ausgang eines Experiments lassen sich meines Erachtens viel schwieriger charakterisieren als bei einem positiven Ergebnis. Insofern ist der Aufwand für die nachvollziehbare Aufstellung der experimentellen Bedingungen wesentlich größer.
Als Forscher hat man nun prinzipiell zwei Möglichkeiten: publiziere ich das negative Ergebnis oder stell ich mich lieber besser für einen neuen Versuch ins Labor?

Grüße
Kommt immer auf das Themengebiet an. Wenn Du zum Beispiel Signalwege bei Zellen aufklären willst und dann im Paper nur schreibt das Du von Protein X den Interaktionspartner Y nachweisen konntest, ist das schön. Besser wäre es aber auch zu schreiben welche Interaktionspartner Du überprüft hast, die aber nicht interagieren.
Es gibt ja das Journal of negativ Results, weiß aber nicht auf Anhieb ob das bei Pubmed gelistet wird. Aber als Beispiel, ohne es richtig zu lesen: http://www.jnr-eeb.org/index.php/jnr/article/viewFile/3/3 Da sieht man das jemand eine konkrete Fragestellung hatte, diese bearbeitet hat und nicht die gewünschten Ergebnisse erzielte. Gut das es sowas öffentlich gibt, da sonst jemand vielleicht mit der gleichen Fragestellung Jahre seines Lebens verschwenden würde.
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