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Alt 20.11.2009, 00:08   #1   Druckbare Version zeigen
filmfabrik Männlich
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 14
Fotografisches Bleichbad

In der Patentliteratur zum Silberfarbstoffbleichverfahren "GASPARCOLOR" (Funktionsprinzip vergleichbar dem Cibachrome/Ilfochrome-Verfahren: Azo-Farbstoffe in den Filmschichten werden proportional zum entwickelten Bildsilber einer Silberhalogenid-"Emulsion" mittels eines speziellen Bleichbades zerstört, wodurch ein farbiges direktpositiv entsteht) bin ich auf folgende Bleichbadrezeptur gestoßen:

2 g Calciumhypochlorit
2 g Eisessig
100 ml Wasser
Zum Gebrauch nochmals mit Wasser verdünnen


Ich bin dem Rezept gegenüber skeptisch und habe es nicht ausprobiert, weil ich es für gefährlich halte, ist es doch wahrscheinlich, dass bei der Herstellung der Lösung u.a. Chlorgas entsteht?
Dennoch wäre es im Vergleich zu den anderen angegebenen Bleichrezepturen, die mit Thioharnstoff (krebserregend?) arbeiten eine recht interessante, simple alternative, weshalb ich sehr dankbar wäre, für eine chemische Beratung zur tatsächlichen Gefährlichkeit dieser Rezeptur. Vielleicht ist sie unter Beachtung gewisser Kautelen doch ohne allzu akute Gefahr anwendbar? (=mein Wunschdenken )

Vielen Dank schon mal!

Grüße,

Peter
filmfabrik ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 20.11.2009, 05:56   #2   Druckbare Version zeigen
Nobby Männlich
Mitglied
Beiträge: 13.685
AW: Fotografisches Bleichbad

Die Loesung ist recht verduennt, daher ist es nicht schlimmer als Chlor im Schwimmbad. Konzentriert sollte man die Stoffe aber nicht mischen.
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Nobby ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 20.11.2009, 08:46   #3   Druckbare Version zeigen
FK Männlich
Moderator
Beiträge: 60.898
AW: Fotografisches Bleichbad

Benutze jedenfalls einen Abzug beim Bleichen, gesundheitsfördernd sind die entstehenden Dämpfe jedenfalls nicht.

Gruß,
Franz
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FK ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 20.11.2009, 13:20   #4   Druckbare Version zeigen
filmfabrik Männlich
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 14
AW: Fotografisches Bleichbad

Vielen Dank für die prompten Anworten :-) echt super!

Habe die Vorschrift vorhin (Calciumhypochlorit habe ich durch Natriumhypochlorit ersetzt) mal unter dem Abzug mit einem SW-Foto, das ich mit Azorubin getont habe ausprobiert.
Problem war allerdings (das war auch vorher schon meine Befürchtung), dass die Lösung so wie in der Patentschrift angegeben viel zu konzentriert ist und sich sogar die Schicht vom Träger löste.
Ein zweiter Ansatz (diesmal aber auf 1000 ml verdünnt) war schon vielversprechender: Das Silberbild wurde langsam ausgebleicht ohne die Schicht zu lösen (vermutlich zu Silberchlorid?) - leider ging allerdings auch der rote Azofarbstoff kaputt :-) .
Ich werde mal noch weitere, höhere Verdünnungen ausprobieren - vielleicht liegt ja darin das Geheimnis, die Lösung gerade so zu verdünnen, dass die Konzentration an Hypochlorit ohne katalytisches Bildsilber nicht ausreicht, den Farbstoff zu zerstören, mit Bildsilber allerdings schon ...

Grüße,

Peter
filmfabrik ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 20.11.2009, 14:08   #5   Druckbare Version zeigen
FK Männlich
Moderator
Beiträge: 60.898
AW: Fotografisches Bleichbad

Zitat:
Zitat von filmfabrik Beitrag anzeigen
Das Silberbild wurde langsam ausgebleicht ohne die Schicht zu lösen (vermutlich zu Silberchlorid?)
Denke, ja. Man muss das Bild nachher nochmal fixieren, schätze ich.

Leider ist Hypochlorit ziemlich gemein zu vielen Farbstoffen...

Gruß,
Franz
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Alt 20.11.2009, 16:37   #6   Druckbare Version zeigen
filmfabrik Männlich
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 14
AW: Fotografisches Bleichbad

Habe inzwischen nochmal ein experiment gemacht:
Hatte gestern schon eine rote Götterspeise (mit Azorubin ;-) ) angesetzt - heute war sie dann schön fest.
Mein letzter Ansatz sah so aus:

100 ml 1,9%ige NaOCl-Lsg. (Dan-Clorix 1+1)
100 ml 2,5%ige Essigsäure
Wasser ad 1000 ml

=> 1. Versuch: Ein Klumpen roter Götterspeise wurde hineingeworfen
Ergebnis: Erst nach 10 Minuten beginnt sich die Götterspeise im äußersten Randbereich zu entfärben.

=> 2. Versuch: Ein Stück SW-Foto wurde eingelegt
Ergebnis: Das Silberbild wird gebleicht (Bleichvorgang dauerte keine 10 Minuten).

Nun will ich versuchen, diejenige Verdünnung zu ermitteln, die den besten Kompromiss aus effektivem Silberbleichen bei gleichzeitiger allgemeiner Farbstoffschonung darstellt. Dann bleibt noch zu hoffen, dass der Farbstoff eben da wo Silber ist trotzdem zerstört wird, sonst aber geschont wird...
Mir ist inzwischen eine weitere Rezeptur begegnet, die aus Cysteinhydrochlorid anstelle von Thioharnstoff, Hydrochinon (was merkwürdig scheint wegen des niedrigen pH, aber womöglich als Katalysator) und Schwefelsäure besteht - dieses Rezept scheint auf den ersten Blick ja relativ harmlos und v.a. farbstoffschonender als die Hypovariante zu sein? - bei Gelegenheit werd ich sie auch mal testen.

Vielen Dank nochmal an alle Helfer! Es lohnt sich wirklich immer, sich an das Forum zu wenden.

Grüße,

Peter
filmfabrik ist offline   Mit Zitat antworten
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Alt 20.11.2009, 19:11   #7   Druckbare Version zeigen
FK Männlich
Moderator
Beiträge: 60.898
AW: Fotografisches Bleichbad

Noch ne Vermutung: Azorubin wird nicht gerade in Farbfotos verwendet.
Soll heißen, dass die tatsächlich eingesetzten Farbstoffe möglicherweise stabiler gegen Hypochlorit sind.

Übrigens kann sich das mit Dan Clorix erzielte Resultat durchaus von dem unterscheiden, das man mit purem Hypochlorit erzielt...

Gruß,
Franz
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cibachrome, essigsäure, gasparcolor, hypochlorit, ilfochrome

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