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Alt 14.10.2009, 12:48   #1   Druckbare Version zeigen
Biogas  
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 2
Freisetzung von Schwefelwasserstoff aus sulfidischen Lösungen

Mich würde interessieren, welche Menge an Schwefelwasserstoff ich durch pH-Wert-Verschiebung in den sauren Bereich aus einer sulfidischen Lösung austreiben kann.
Es gibt ja sehr gut lösliche Sulfide, wie beispielsweise Na2S (188 g/l). Wenn ich eine solche Lösung in den sauren Bereich verschiebe, entweicht dann das gesamte Sulfid als gasförmiges H2S? Ist das ein endothermer Vorgang?
Ist die Freisetzung sprunghaft bei einem bestimmten pH-Wert?
Ich weiss nicht wirklich, wie ich an dieses Problem herangehen soll.

Konkret geht es in weiterer Folge darum, dass ich gern unter Annahme ungünstigster Voraussetzungen abschätzen würde, wieviel H2S in welcher Konzentration (und in welcher Zeitspanne) in der Vorgrube einer Biogasanlage beim Vermischen von sulfidhaltigen Substraten mit verschiedenem pH-Wért freigesetzt werden kann(wie beim Unfall 2005 in Rhadereistedt)
Biogas ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 14.10.2009, 16:36   #2   Druckbare Version zeigen
Auwi Männlich
Mitglied
Beiträge: 9.766
AW: Freisetzung von Schwefelwasserstoff aus sulfidischen Lösungen

Schau mal hier rein:
http://www.deutsche-zeolith.de/images/Schwefelwasserstoff%20.pdf
Ich habe Dir mal ein Diagramm aus der Arbeit kopiert, aus dem Du ersehen kannst, daß schon bei pH=6 95% des Sulfidichen Schwefels als H2S vorliegen und damit als Gas entweichen können. Die Löslichkeit des H2S in Wasser wird meistens falsch eingeschätzt, die ca 4 Liter in 1 Liter Wasser lösen sich nur dann, wenn der Partialdruck des Schwefelwasserstoffs 1 bar beträgt, also über der Flüssigkeit nur H2S Gas ist. Sobald die Flüssigkeit mit Luft in Berührung kommt, in der noch kein H2S ist, entweicht Schwefelwasserstoff aufgrund seiner Gaseigenschaft. Letztlich würde alles Gas aus der Lösung entweichen, und sogar aus den Sulfiden neues nachgebildet werden.
Das ist auch der Grund, weshalb eine Lösung, die nur aus Wasser und dem Salz Na2S hergestellt wurde, in dem also eigentlich kein H2S sein sollte nach Schwefelwasserstoff riecht, obgleich der pH-Wert noch stark alkalisch ist.
Angehängte Grafiken
Dateityp: jpg H2S.JPG (35,9 KB, 9x aufgerufen)
Auwi ist offline   Mit Zitat antworten
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Alt 16.10.2009, 22:07   #3   Druckbare Version zeigen
Biogas  
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 2
AW: Freisetzung von Schwefelwasserstoff aus sulfidischen Lösungen

Danke, ich kann also bei hohen Sulfidkonzentrationen bei schneller pH-Verschiebung von sehr großen H2S-Gasmengen ausgehen, da sämtliches gelöstes Sulfid als H2S in die Gasphase übergehen kann.

Noch eine andere Frage. Der Schwefelwasserstoff in den Substraten stammt ja hauptsächlich von Sulfatreduzenten(der Anteil aus den Proteinen ist vermutlich vernachlässigbar); können diese ungehemmt H2S bzw. Sulfid produzieren oder wirkt es ab bestimmten Konzentrationen als Inhibitor.
Ich würde einfach gern abschätzen wieviel Sulfid bzw. H2S in einem Substrat, welches nicht chemisch behandelt wurde(z.B. Schlachtabfälle) auftreten kann.
Biogas ist offline   Mit Zitat antworten
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