Allgemeine Chemie
Buchtipp
Chemiedidaktik
H.-D. Barke
49,95 €

Buchcover

Anzeige
Stichwortwolke
forum

Zurück   ChemieOnline Forum > Naturwissenschaften > Chemie > Allgemeine Chemie

Hinweise

Allgemeine Chemie Fragen zur Chemie, die ihr nicht in eines der Fachforen einordnen könnt, gehören hierher.

Anzeige

Antwort
 
Themen-Optionen Ansicht
Alt 30.09.2009, 13:41   #1   Druckbare Version zeigen
despro2k  
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 6
Frage zu Strukturformeln

Nehmen wir als Beispiel mal H3PO4 (Phosphorsäure) an. Die Strukturformel sieht ja so aus, dass mit dem P Atom 4 Sauerstoffatomen eine Bindung eingehen, und an 3 dieser Sauerstoffatome noch ein H-Atom gebunden ist. Jetzt ist es so, dass in einigen Lehrbüchern, der Sauerstoff ohne H-Atom per Doppelbindung an den Sauerstoff gebunden ist. Im Mortimer wird das allerdings etwas anders erklärt. Laut diesem berechnet sich die Anzahl der Bindungselektronen so:

3 x H-Atome ( 3 x 2e ) + 5 x P u. O Atome ( 5 x 8e ) ------> macht 46 Elektronen. Von diesen zieht man die Valenzelektronen ab. Das sind insgesamt 32. Also müssten es 14 Bindungselektronen geben, sprich 7 Bindungen.

Geht P eine Doppelbindung mit O ein, wären es allerdings 8 Bindungen. Deshalb hätte ich dem O eine negative Partialladung und dem P eine positive Partialladung gegeben.

Ich denke mal das wäre ein Fall von Mesomerie? Da wir bald Klausur schreiben, und man egtl. immer nur eine Strukturformel hinschreiben muss, weiss ich jetzt nicht welche der beiden ich nehmen sollte. Ist die Strukturformel mit den Partialladungen den richtig?
despro2k ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 30.09.2009, 14:14   #2   Druckbare Version zeigen
FK Männlich
Moderator
Beiträge: 60.898
AW: Frage zu Strukturformeln

Die bewusste P-O-Bindung entspricht von der Stärke her einer Doppelbindung. Je nach Lehrbuch wird dort eine Doppelbindung formuliert (dabei hat P eine positive und O eine negative Partialladung) oder eine Einfachbindung (mit einer positiven Ladung am P und einer negativen am O).
Früher ging man ganz zwanglos von einer Doppelbindung aus, später wurde gesagt, dass die Doppelbindung unter Beteiligung eines d-Orbitals zustandekommt, dann kam die Lehrmeinung auf, dass die d-Orbitale energetisch zu tief liegen, um da beteiligt sein zu können.
Auf die nächste Lehrmeinung bin ich gespannt...

In der Klausur schreibt man am besten das hin, was in der Vorlesung oder im Unterricht gesagt wurde.

Gruß,
Franz
__________________
Gib einem Mann einen Fisch, und Du ernährst ihn für einen Tag.
Lehre ihn das Fischen, und Du ernährst ihn für sein ganzes Leben.

Nichts, was ein Mensch sich auszudenken in der Lage ist, kann so unwahrscheinlich, unlogisch oder hirnrissig sein, als dass es nicht doch ein anderer Mensch für bare Münze halten und diese vermeintliche Wahrheit notfalls mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln verteidigen wird.

Stellt bitte Eure Fragen im Forum, nicht per PN oder Email an mich oder andere Moderatoren! Ich gucke nur ziemlich selten in meine PNs rein - kann also ein paar Tage dauern, bis ich ne neue Nachricht entdecke...

www.gwup.org

Und vergesst unsere Werbepartner nicht!
FK ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 30.09.2009, 23:21   #3   Druckbare Version zeigen
despro2k  
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 6
AW: Frage zu Strukturformeln

Also welche der zwei Varianten würde man denn bevorzugt annehmen? Könnte man eine Mesomerie aus diesen beiden aufstellen, oder wäre das falsch?
Im Mortimer stand auch irgendwas - wenn ich mich recht erinnere - dass die Oktettregel zunächst Vorrang hat ( nicht nur in der 2. Periode ), auch wenn das Formalladungen zur Folge hat.
despro2k ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 30.09.2009, 23:25   #4   Druckbare Version zeigen
bm  
Moderator
Beiträge: 54.171
AW: Frage zu Strukturformeln

Das stand im Mortimer auch schon mal anderst. Mesomere Grenzstrukturen, bei denen eine Ladungstrennung resultiert, sind wenig wahrscheinlich. So oder so ähnlich.

Was im nächsten steht, weiss ich nicht.

Halte es wie das Fähnchen im Winde.
bm ist offline   Mit Zitat antworten
Anzeige
Alt 01.10.2009, 08:54   #5   Druckbare Version zeigen
despro2k  
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 6
AW: Frage zu Strukturformeln

Heute heißt es "Die wichtigsten Grenzformeln sind diejenigen mit der kleinsten Anzahl von Formalladungen und mit den kleinsten Beträgen für diese Ladungen. Am günstigsten sind Grenzformeln ohne Formalladungen"

Allerdings wurde das etwas später in einem anderen Kapitel dann "modifiziert":
" die Oktettregel h at Vorrang vor der Regel der möglichst kleinen Zahl von Formalladungen ".
Wies der Zufall so will, ist da dann das H3PO4 in beiden Möglichkeiten abgebildet. Die Doppelbindung ist zwar heute noch gängig, aber nicht ganz korrekt, da wie FK schon sagte die 3d Orbitale energetisch egtl. zu hoch liegen. Tatsächlich liegen wirklich 2 Bindungen vor, allerdings eine kovalente und eine überlagerte lokale Ionenbindung.

Also hätte, wenn man es genau nimmt, nach heutigem Stand wohl die Strukturformel mit der Formalladung vorrang.

Danke für die Hilfe.
despro2k ist offline   Mit Zitat antworten
Anzeige


Antwort

Lesezeichen

Themen-Optionen
Ansicht

Gehe zu

Ähnliche Themen
Thema Autor Forum Antworten Letzter Beitrag
Frage zu Strukturformeln Ray14 Organische Chemie 2 21.02.2010 19:50
Strukturformeln? Cyankali Allgemeine Chemie 14 08.06.2007 13:23
Frage zu Synthese/Strukturformeln Heinrich Allgemeine Chemie 1 01.05.2007 15:51
strukturformeln kainer Organische Chemie 13 04.08.2005 14:27
strukturformeln?? ehemaliges Mitglied Organische Chemie 4 14.03.2005 14:06


Alle Zeitangaben in WEZ +2. Es ist jetzt 05:48 Uhr.



Anzeige