Allgemeine Chemie
Buchtipp
Wörterbuch Labor / Laboratory Dictionary
T.C.H. Cole
49.95 €

Buchcover

Anzeige
Stichwortwolke
forum

Zurück   ChemieOnline Forum > Naturwissenschaften > Chemie > Allgemeine Chemie

Hinweise

Allgemeine Chemie Fragen zur Chemie, die ihr nicht in eines der Fachforen einordnen könnt, gehören hierher.

Anzeige

Antwort
 
Themen-Optionen Ansicht
Alt 16.07.2009, 18:53   #1   Druckbare Version zeigen
CineX Männlich
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 201
Aluminium oxidschicht

Hallo,

ich habe eine kleine Frage. Und zwar habe ich durch zufall einen Artikel im Internet gesehen. Es gibt angeblich einen alten Fund aus Aluminium, der angeblich 1 Million Jahre alt sein soll. Die Oxidschicht soll 1 mm betragen. Dummerweise ist das Objekt mit der 1mm dicken Oxidschicht einfach so verschwunden. (warum wohl ? ;-) ) Also mir geht es jetzt weniger um den Wahrheitsgehalt der Geschichte (den halte ich für höchst unwahrscheinlich) sondern mehr um chemische Grundlagen. Hier übrigens der Link zum Artikel, falls sich jemand den Quatsch durchlesen will :
http://www.freenet.de/freenet/wissenschaft/paranormal/geschichtsbild/aiud/index.html

Also was mich interessiert ist, ob sich nach 1 million Jahren eine 1mm dicke Oxidschicht bilden kann? Die Oxidschicht von Aluminium erreicht m.W. unter natürlichen Bedingungen eine dicke von 0,5 mikrometern und dann ist Schluss, da Sauerstoff und Wasser nicht mehr zum Metall vordringen können.

Wie kann dann eine 1mm dicke Schicht entstehen? (wohlgemerkt bestätigt ist das nicht, dass dieses Objekt wirklich eine dermaßen dicke Oxidschicht besitzt bzw. ob es überhaupt älter ist als 50 Jahre, da das angeblich gefundene Objekt stark einer Baggerzinke ähnelt ;-) )
Aber dennoch würde mich interessieren, ob und wie sich nach langer Zeit so eine Schicht bilden könnte?

Also m.E. wäre evtl. möglich, da Wasser und Säuren im Boden die oxidschicht auf lange Zeit gesehen "anlösen" können und dadurch das blanke Metall freilegen. So könnte die Schicht wachsen. Was haltet ihr von meiner Theorie?
CineX ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 17.07.2009, 09:02   #2   Druckbare Version zeigen
Kalomel Männlich
Mitglied
Beiträge: 948
AW: Aluminium oxidschicht

Zitat:
Also m.E. wäre evtl. möglich, da Wasser und Säuren im Boden die oxidschicht auf lange Zeit gesehen "anlösen" können und dadurch das blanke Metall freilegen. So könnte die Schicht wachsen. Was haltet ihr von meiner Theorie?
Unter Normalbedingungen würde da nichts passieren. Al2O3 lässt sich nur mit HF lösen. Wie es jetzt allerdings in zig Metern Tiefe unter der Erdoberfläche bei erhöhtem Druck und Temperatur verhält, weiß ich nicht. 10m reichen aber definitiv nicht.

Eine Baggerzinke aus Aluminium? Da könnte man auch versuchen, den Garten mit einem Gummispaten umzugraben.

Das einzige, was eine derart Dicke Oxidschicht hervorrufen könnte, sind mineralische Sedimente mit Hauptbestandteil Al2O3, die sich an diesem Bauteil anlagern und aushärten.

Dass es sich hierbei um ein jahrtausende oder jahrmillionen altes Bauteil o.ä. handelt wage ich zu bezweifeln. Nur weil 2! Knochenfragmente eines Sauriers daneben gefunden wurden ist das noch lange kein Indiz für ein derartiges Alter. Auch die geringe Tiefe spricht dafür. In einem Fluss ist viel Bewegung, wer weiß, wie oft das Skelett des Tieres frei- und weggespült wurde? Gleiches gilt für das Bauteil.
Ich halte das für Zufall.

Dass es außerirdischen Ursprungs oder Teil eines UFOs ist schließe ich nicht aus, halte es aber für unwahrscheinlich
__________________
Wissen ist gefährlich, Unwissen die Gefahr!

"Ich bin so glücklich, mein Bester, so ganz in dem Gefühle von ruhigem Dasein versunken, dass meine Kunst darunter leidet. Ich könnte jetzt nicht zeichnen, nicht einen Strich und bin nie ein größerer Maler gewesen als in diesen Augenblicken."
(J.W.Goethe: Die Leiden des jungen Werther)
Kalomel ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 17.07.2009, 11:26   #3   Druckbare Version zeigen
CineX Männlich
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 201
AW: Aluminium oxidschicht

Hallo,

vielen Dank für deine Antwort

Also denkst du auch, dass die Oxidschicht unter Normalbedingungen ca. 0,5 µm dick bleibt, oder?
Einzig was ich mir noch vorstellen könnte, wäre Diffusion (Also Alu oder Sauerstoff durch das Oxid). Aber dem wiederspricht eigentlich die hohe Schmelztemperatur von Aluminium und ganz besonders dem Oxid. Diffusionsvorgänge in Metallen laufen ja thermisch aktiviert ab. Bei Hochtemperaturwerkstoffen spricht man logischerweise von Diffusion (Zundern) aber da sind Temperaturen von 400°C+ im Spiel. Ich habe mal gelesen, dass lt. einer Faustformel die Diffusion in Metallen ab ca. 40% des Schmelzpunktes in Kelvin startet. Das wird bei Alu bei Raumtemperatur nicht erreicht und schon garnicht bei Aluminiumoxid (Schmelzpunkt über 2000°C), daher sollte man diffusion ausschließen können, oder?

Also gibts nicht viele Möglichkeiten. Entweder das ist ein Material aus der Neuzeit, welches durch aggressive Bodensalze , säure, usw... zerlegt wurde (ein 1 mio Jahre altes Alu wäre vermutlich schon längst durch Salze, etc.. zerlegt), oder das Material gab es nie ;-) Ich finde den Artikel ebenfalls blödsinnig und unglaubhaft, zumal das Objekt ja verschwunden ist

Also gibt es eigentlich nur 2 Zustände. Entweder das Material korrodiert durch Salze, etc. aber dann korrodiert es sicherlich innerhalb weniger Jahre bis Jahrzehnte oder es korrodiert nicht, dann müsste die Oxidschicht ja bei 0,5 µm stehen bleiben, sehe ich das so richtig ?

Ein Liebherr Mitarbeiter hat sich in einem (Esoterik ) Forum mal zu Wort gemeldet, um die total aus dem Ruder gelaufene Diskussion wieder ein bisschen in Richtung Realiät zu rücken und hat gesagt, dass es durchaus Baggerzinken aus Alu gibt. Wozu hat er leider nicht gesagt.....

http://forum.bauforum24.biz/forum/uploads/post-6327-1188324014_thumb.jpg


Grüsse

CineX
CineX ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 17.07.2009, 11:59   #4   Druckbare Version zeigen
Kalomel Männlich
Mitglied
Beiträge: 948
AW: Aluminium oxidschicht

Also ich würde mich nicht darauf festlegen, dass die Schicht permanent 0.5µm dick bleibt. Denn je dicker die Oxidschicht, um so größer ist die Barriere, die ein Sauerstoffmolekül durchdringen muss, um das darunter liegende Metall zu oxidieren. Irgendwann dauert es halt ziemlich lange, bevor man eine messbare Veränderung erfährt. Kann sein, dass das bei 0.5µm liegt.

Aluminiumlegierungen können schon sehr leistungsfähig sein, jedoch kann ich mir nicht vorstellen, dass sie im Granitsteinbruch oder so verwendet werden. Zum Torfstechen würd ich noch durchgehen lassen....
__________________
Wissen ist gefährlich, Unwissen die Gefahr!

"Ich bin so glücklich, mein Bester, so ganz in dem Gefühle von ruhigem Dasein versunken, dass meine Kunst darunter leidet. Ich könnte jetzt nicht zeichnen, nicht einen Strich und bin nie ein größerer Maler gewesen als in diesen Augenblicken."
(J.W.Goethe: Die Leiden des jungen Werther)
Kalomel ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 17.07.2009, 14:58   #5   Druckbare Version zeigen
CineX Männlich
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 201
AW: Aluminium oxidschicht

Meinst du, dass Diffusion der Grund für das langsame Wachstum der Oxidschicht ist? Nicht fehl oder defekte Stellen in der Schicht?
CineX ist offline   Mit Zitat antworten
Anzeige
Alt 17.07.2009, 16:12   #6   Druckbare Version zeigen
FK Männlich
Moderator
Beiträge: 60.898
AW: Aluminium oxidschicht

Das, was da zu sehen ist, ist nicht mit der natürlichen Oxidschicht von Aluminium zu vergleichen. Das sind Korrosionsprodukte und Ablagerungen von "irgenwas" aus dem Wasser, würde ich sagen.
Erstaunlicherweise erkenne ich auf dem Bild auf der 2. Seite eine metallisch glänzende Bohrung an dem Teil...
Die neben Al gefundenen Elemente sind gängige Legierungsbestandteile (nicht von vor 1000000 Jahren , sondern von heute); siehe http://de.wikipedia.org/wiki/Aluminiumlegierung

Und wer glaubt, dass Al Millionen von Jahren braucht, bis es so korrodiert, hat noch keine Fahrzeugteile aus Alu nach einem gut "gesalzenen" Winter gesehen...
Der Cu-Anteil beschleunigt die Korrosion...

Gruß,
Franz
__________________
Gib einem Mann einen Fisch, und Du ernährst ihn für einen Tag.
Lehre ihn das Fischen, und Du ernährst ihn für sein ganzes Leben.

Nichts, was ein Mensch sich auszudenken in der Lage ist, kann so unwahrscheinlich, unlogisch oder hirnrissig sein, als dass es nicht doch ein anderer Mensch für bare Münze halten und diese vermeintliche Wahrheit notfalls mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln verteidigen wird.

Stellt bitte Eure Fragen im Forum, nicht per PN oder Email an mich oder andere Moderatoren! Ich gucke nur ziemlich selten in meine PNs rein - kann also ein paar Tage dauern, bis ich ne neue Nachricht entdecke...

www.gwup.org

Und vergesst unsere Werbepartner nicht!
FK ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 17.07.2009, 20:14   #7   Druckbare Version zeigen
CineX Männlich
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 201
AW: Aluminium oxidschicht

Stimmt, salz müsste das Metall relativ schnell angreifen.

Das grüne sieht mir auch eher nach ganz normalen Korrosionsserscheinungen oder Ablagerungen aus.

Wenn wir jetzt aber mal ganz in der Theorie (abgesehen von dem ominösen Fund) das Metall trocken (ca. 50% RF) und Raumtemperatur lagern (frisches Aluminium). Dann müsste doch (theoretisch) nach einer gewissen Zeit eine dichte Oxidschich entstehen, die undurchlässig ist für Sauerstoff und somit die Schichtbildung doch (theoretisch) zum Stillstand kommen, oder? Wenn ich mir folgendes Bild ansehe, dann ist ja für das Fortschreiten der Oxidation eigentlich ja die Poröse Oberflächenschicht aus Hydroxiden verantwortlich, richtig? Wenn wir aber das Wasser weglassen müsste doch eine exakt saubere Oxidschicht enstehen. Oder habe ich da grundlegend was missverstanden?
CineX ist offline   Mit Zitat antworten
Anzeige


Antwort

Lesezeichen

Themen-Optionen
Ansicht

Gehe zu

Ähnliche Themen
Thema Autor Forum Antworten Letzter Beitrag
Calcium von Oxidschicht befreien Rubidium Allgemeine Chemie 4 25.09.2008 18:13
Oxidschicht von Gusseisen entfernen koalala Verfahrenstechnik und Technische Chemie 22 12.03.2007 18:35
Salpetersäure vs. Oxidschicht Eric_der_Barbar Anorganische Chemie 2 28.09.2006 13:51
Oxidschicht von Eisen Mimi2909 Schwerpunktforum: Stöchiometrie und Redoxgleichungen 1 14.05.2006 17:04
Oxidschicht aus Ta2O5 ehemaliges Mitglied Physikalische Chemie 3 18.03.2005 12:51


Alle Zeitangaben in WEZ +2. Es ist jetzt 06:36 Uhr.



Anzeige