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Alt 22.06.2009, 11:00   #1   Druckbare Version zeigen
Godwael Männlich
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Beiträge: 12.173
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Klonsteaks – ein Ablenkungsmanöver?

So ganz überraschend kommt das ja nicht. Die Nachkommen geklonter Tiere sollen laut Zeitungsberichten in Europa jetzt für den Verzehr zugelassen werden. Das ganze ist ein reiner Verwaltungsakt, der eigentlich niemandem eine Meldung wert sein sollte. Eigentlich. Wetten, dass sofort irgendwelche Ideologen reflexartig von Gentechnik faseln werden? Das ist aber gar nicht der Punkt.

Das ganze ist im Grunde eine Sonderform der In-Vitro-Fertilisation. Das entstehende Lebewesen ist vom Spendertier nur eben praktisch nicht zu unterscheiden[1], weil beide Chromosomensätze von dort stammen und nicht wie bei IVF nur einer. Das ist beim Klonen auch der Sinn der Sache. Als Konsument kann man das Zeug also halbwegs beruhigt essen (so beruhigt, wie man Tierprodukte heute halt essen kann). Ich werde aber den Verdacht nicht los, dass hier mit Absicht großes Geschrei provoziert wird, um ein potentiell problematischeres Vorhaben im Windschatten mitsegeln zu lassen



Mit Gentechnik hat die ganze Klonerei jedenfalls nichts zu tun. Klone werden durch somatischen Zellkerntransfer hergestellt. Somatisch bedeutet "körperlich", d.h. einer beliebigen, ausdifferenzierten Körperzelle entnimmt man einen Zellkern und stopft ihn in eine entkernte Eizelle. So entstand auch Dolly, das Klonschaf. Erbmaterial wird dabei nicht verändert und die Tiere pflanzen sich normal fort.

Trotzdem wird hier mit Reizvokabeln wie Ethikkommission oder "Frankenfood" die ganze Geschichte in den Gentech-Dunstkreis geschoben. Möglicherweise ganz bewusst, denn aufschlussreich ist schon, was dabei so alles untergebuttert wird. Wer den entsprechenden Zeitungsartikel aus der FAZ sorgfältig liest, stößt nämlich in einem harmlosen kleinen Nebensatz auf die Information, dass gleichzeitig auch der "Verkauf von mit Nanotechnologie veränderten Lebensmitteln" erlaubt werden soll. Eine nicht ganz irrelevante Information, die leider praktisch überall unter den Tisch fällt.

Ich gehöre ja beileibe nicht zu den großen Alarmisten, was Nanotechnologie angeht, aber das würde ich gerne noch ein bisschen genauer wissen. Nanotechnik ist ein extrem breit gefächertes und heterogenes Forschungsgebiet mit ziemlich unscharfer Abgrenzung nach außen. Einige Bereiche der Nanotechnik sind harmlos, andere haben ein nachgewiesenes Schadenspotential, bei vielen Anwendungen ist schlicht noch nicht so genau bekannt, was sie im menschlichen Körper bewirken. Ich bin jedenfalls gespannt, was es damit genau auf sich hat.
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[1] Selbsttest: Welche Gene Unterscheiden sich auch bei Klon und Original zwangsläufig?

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Quelle: Fischblog - Naturwissenschaft und mehr
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Alt 22.06.2009, 22:00   #2   Druckbare Version zeigen
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nicht mehr Mitglied
Beiträge: n/a
AW: Klonsteaks – ein Ablenkungsmanöver?

Mich würde es interessieren ob sich das wirklich auch betriebswirtschaftlich lohnt.

Zu 1) Stichwort "mitochondriales Genom"
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Alt 22.06.2009, 22:27   #3   Druckbare Version zeigen
Godwael Männlich
Moderator
Themenersteller
Beiträge: 12.173
Blog-Einträge: 12
AW: Klonsteaks – ein Ablenkungsmanöver?

Zitat:
Mich würde es interessieren ob sich das wirklich auch betriebswirtschaftlich lohnt.
Da hab ich große Zweifel dran, deswegen bin ich ziemlich misstrauisch, was die wirkliche Zielrichtung dieser Zulassung angeht.

Zitat:
Stichwort "mitochondriales Genom"
Gewonnen.
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Gruß,
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