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Alt 11.06.2009, 20:46   #1   Druckbare Version zeigen
CineX Männlich
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Themenersteller
Beiträge: 201
Essigsyndrom Theorie

Hallo,

mysteriöser Titel doch eigentlich relativ harmlose Geschichte

Es geht mir um alte Filme aus Celluloseacetat. Diese entwickeln nach einiger Zeit (50 - 80 Jahre so um den dreh) das sogenannte Essig Syndrom. Also sie beginnen Essig zu "schwitzen" und sich zu zersetzen. Grund hierfür ist die Luftfeuchte.
Das kann aber meiner Meinung nach nicht der einzige Grund sein und habe deshalb eine Theorie:

Habe folgendes im Internet gelesen:
Zitat:
Im Gegensatz zu den Alkanoylhalogeniden und den Carbonsäureanhydriden reagieren Ester in Abwesenheit eines Katalysators nicht mit Wasser und Alkoholen. Erhitzt man Ester in einem Überschuss von Wasser in Gegenwart von Mineralsäuren, so HYDROLYSIEREN sie. Der Mechanismus ist die Umkehrung der säurekatalysierten Veresterung. DIE HYDROLYSE von Estern wird auch von Basen katalysiert :
Quelle http://www.oci.uzh.ch/edu/lectures/material/AC_BII/Kap11/kap11.html

Da es die Seite einer Universität ist, glaube ich dem Text mal blind ;-)

Bei einer Veresterung kann ja nie 100% ausgeschlossen werden, dass noch irgendwelche katalysatoren oder unversesterte Essigsäure im Material verbleibt, richtig? Das würde bedeuten, dass die für die Hydrolyse mit Luftfeuchte notwendige Essigsäure bereits vorhanden ist und somit das Material für einen Wasserangriff "aktiviert" wird. Da Ester leicht zu protonieren sind, reicht die schwache Essigsäure aus.
Das heisst, dass der eigentliche Grund für die "Alterung" des Celluloseacetates die Restsäure im Material ist.

Das würde auch 2 weitere Begleiterscheinungen erklären:

Zum einen ist es so, dass das Material anfangs sehr lange stabil und scheinbar unverändert bleibt. Das liegt an der anfangs noch geringen Säurekonzentration. Dann nimmt die Säuremenge zu und das Material beginnt nach Essig zu riechen. Das ganze läuft dann immer schneller ab, bis es sich zersetzt hat. Also anfangs langsam und dann sehr schnell.

Zum anderen erklärt es auch, dass das Phänomen "ansteckend" ist. Das heisst, wenn man betroffene mit unbetroffenen Filmen lagert und die Essigsäure aus der Filmdose in die andere gelangt, so beginnt auch der unbetroffene Film sich zu zerlegen. Deshalb müssen die Filme unbedingt getrennt gelagert werden.


Ist meine Theorie so korrekt, oder erzähle ich hier Unsinn?
CineX ist offline   Mit Zitat antworten
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Alt 11.06.2009, 21:27   #2   Druckbare Version zeigen
bm  
Moderator
Beiträge: 54.171
AW: Essigsyndrom Theorie

Autokatalyse nennt man das.
bm ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 11.06.2009, 22:46   #3   Druckbare Version zeigen
CineX Männlich
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 201
AW: Essigsyndrom Theorie

Also liege ich nicht falsch, oder? Dann sind tatsächlich die Säuren de Ursache der Alterung? Zumindest deutet ja vieles darauf hin.
CineX ist offline   Mit Zitat antworten
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