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Allgemeine Chemie Fragen zur Chemie, die ihr nicht in eines der Fachforen einordnen könnt, gehören hierher.

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Alt 27.03.2003, 19:03   #1   Druckbare Version zeigen
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Beiträge: n/a
Frage eloxiertes Aluminium elektrolytisch färben

Hallo,

hoffentlich entsteht bei meiner Frage nicht gleich das große Gelächter.

Ich habe im Internet auf einer "Chemie-Seite" (deshalb habe ich dieses Forum gewählt) über einen Versuch gelesen, eloxiertes Aluminium mit folgendem Elektrolyt zu färben:

Zitat:

10 g / l Zinnsulfat
15 g / l einer Sulfonsäure
5 g / l Kupfersulfat krist.

Zitat ende!

Leider steht nicht dabei welche Farbe das dann ergibt.

Kann mir jemand von Euch helfen?

Hintergrund:

Ich bin Modellbauer und habe ferngesteuerte Autos im Maßstab 1 : 5 und 1 : 10.

In diesen Autos werden viele Teile aus Aluminium verwendet. Diese Teile möchte ich nun "blau" eloxieren / färben.

Evtl. hat jemand ja auch eine andere Lösung.

Vielen Dank.

Gruss
Jens
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Alt 27.03.2003, 19:10   #2   Druckbare Version zeigen
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Beiträge: n/a
Besser: Eloxalschicht vor dem Versiegeln mit einem organischen Farbstoff färben. Das ist besser reproduzierbar (Im Hausgebrauch zumindest...). (Geht aber nicht mit einem Alu-Teil, das schon eloxiert und versiegelt ist.)

Andere Möglichkeit wäre die Fällung von Berliner-Blau aus Eisen(III)-sulfat und Hexacyanoferrat(II) in den Poren einer unversiegelten Eloxalschicht.

Du musst aber Deine Aluteile vorher abbeizen und dann eloxieren... Mit fertigen versiegelten Eloxal-Teilen geht das nicht.

Geändert von Moritz (27.03.2003 um 19:17 Uhr)
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Alt 27.03.2003, 19:20   #3   Druckbare Version zeigen
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Beiträge: n/a
Hallo Moritz,

vielen Dank für die Info.

Klar ist:
1. Beizen: 15%-ige NaOH Lösung (habe ich)
2. Eloxieren 10%-ige Schwefelsäure (habe ich)
3. Färben: entweder wie oben, oder anders?
4. Versiegeln: 30 Minuten kochen

So ich möchte auf jeden Fall blau färben und nach möglichkeit mit Substanzen, die man einfach bekommen kann und nicht die Welt kosten.

Danke

Gruss
Jens
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Alt 27.03.2003, 19:27   #4   Druckbare Version zeigen
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Beiträge: n/a
Ein sehr schönes Duneklblau: Indigocarmin.
Rot: Eosin, Erythrosin.

Die könntest Du möglicherweise in der Apotheke bekommen. Du brauchst nicht viel... einige Gramm pro Liter reichen. (Hängt dann natürlich von der Größe Deiner Bauteile ab.)

Oder: Bei einem richtigen Galvano-/Eloxal-Betrieb nachfragen, ob sie Dir (für ein paar Euro in die Kaffekasse vielleicht) richtige Farbstoffe geben.

Oder: Produktmuster von Clariant Sanodal-Farben anfordern/erbitten (direkt beim Hersteller).
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Alt 27.03.2003, 19:28   #5   Druckbare Version zeigen
FK Männlich
Moderator
Beiträge: 60.898
Willkommen im Forum!

Schau mal in diese Threads, ob da was brauchbares drinsteht:

http://www.studenten-city.de/forum/showthread.php?s=&threadid=9066&highlight=eloxier%2A

http://www.studenten-city.de/forum/showthread.php?s=&threadid=2722&highlight=eloxier%2A

Gruß,
Franz
__________________
Gib einem Mann einen Fisch, und Du ernährst ihn für einen Tag.
Lehre ihn das Fischen, und Du ernährst ihn für sein ganzes Leben.

Nichts, was ein Mensch sich auszudenken in der Lage ist, kann so unwahrscheinlich, unlogisch oder hirnrissig sein, als dass es nicht doch ein anderer Mensch für bare Münze halten und diese vermeintliche Wahrheit notfalls mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln verteidigen wird.

Stellt bitte Eure Fragen im Forum, nicht per PN oder Email an mich oder andere Moderatoren! Ich gucke nur ziemlich selten in meine PNs rein - kann also ein paar Tage dauern, bis ich ne neue Nachricht entdecke...

www.gwup.org

Und vergesst unsere Werbepartner nicht!
FK ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 27.03.2003, 19:34   #6   Druckbare Version zeigen
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Beiträge: n/a
Hallo Moritz,

vielen Dank. Ja schönes kräftiges Blau soll es werden.

Wie färbe ich denn mit Indigocarmin?

@Franz,

die Beiträge werde ich gleich mal lesen.

Danke an alle vor allem für die schnelle Hilfe.

Will am Wochenende erste Versuche starten.

Gruss
Jens
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Alt 27.03.2003, 19:37   #7   Druckbare Version zeigen
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Beiträge: n/a
Nach der Elektrolyse Werkstück kurz spülen und dann in eine Lösung von Indigocarmin in Wasser eintauchen. Ideale Temperatur liegt dabei um 60 Grad. Nicht viel heißer, sonst versiegelst Du die Schicht schon im Färbebad.
Einige Minuten drinlassen, dass anschauen wie die Farbe wirkt. Bedenken, dann beim Versiegeln ein wenig Farbstoff wieder ausgewaschen wird.
Versiegeln einfach in Wasser kochen oder Dampfdruckkochtopf.

Ich schreib hier nachher noch ein paar Daten für die Elektrolyse...
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Alt 27.03.2003, 19:38   #8   Druckbare Version zeigen
Adam Männlich
Moderator
Beiträge: 8.039
Wie wäre es mit Lackieren? Vorher mit einem Haftgrund behandeln.



Gruß
Adam
__________________
Wenn jemand ein Problem erkannt hat und nichts zur Lösung des Problems beiträgt, ist er selbst ein Teil des Problems.
Adam ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 27.03.2003, 19:50   #9   Druckbare Version zeigen
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Beiträge: n/a
@Moritz,

das hört bzw. liest sich ja recht einfach mit dem Indigocarmin. Wie ist denn die Mischung??

Und es ist doch dann Adsorptives Färben oder?

Dann gibt es ja noch Elektrolytisches Färben ist das nicht besser?

Da die Aluteile aus den Modellautos kommen passen die auf jeden Fall in ein 500 ml Glas.

@Franz

die Beiträge habe ich gelesen. Bleibt eben noch die Frage nach dem Färben offen.

@Adam

kommt nicht in Frage!

Danke und Gruss
Jens
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Alt 27.03.2003, 20:04   #10   Druckbare Version zeigen
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Beiträge: n/a
Wie die Mischung ist? Indigocarmin ist ein Reinstoff. Einige Gramm pro Liter halt. Wenn die Teile nicht dunkel genug werden, musst Du die Konzentration halt etwas erhöhen bzw. länger Färben. (Wobei lang heißt: 10 Minuten statt fünf Minuten...nur um die Größenordnung zu zeigen.)

Ja, das ist adsorptives Färben.

Elektrolytisch Färben: ist viel aufwändiger. Und sicher nicht so einfach reproduzierbar... zu Hause zumindest.

Ich hoffe die Teile sind aus AlMgSi0.5 oder AlMg3... bei Teilen aus AlMgCuPb kanns bei der Elektrlyse Probleme geben. Werkstück könnte sich dann dunkel verfärben, so dass der Farbstoff nicht mehr gut zur Geltung kommt.

Noche ein paar Anhaltspunkte:

- Ladungsmenge 60 As je Quadratzentimeter Werkstückoberfläche
- Anodische Stromdichte nicht über 3 A je Quadratdezimeter, also nicht mehr als 30mA je Quadratzentimeter.
- Schwefelsäure 10-15%, Temperatur darf nicht zu hoch werden (erwärmt sich bei der Elektrolyse, ggf. In einem Eisbad kühlen, so dass es ungefähr bei Raumtemperatur bleibt)
- Werkstück nur mit Alu kontaktieren, also Alu-Draht oder eine Rundstange (ideal: wenn das Werkstück ein Gewinde hat... Alu-Rundstange nehmen, Gewinde draufschneiden und dann fest reinschrauben.)
- Kathode: Blei oder Aluminium, möglichst allseitig des Werkstücks... also z.B. Ein Alu/Blei-Blech so zurechtbiegen, dass es wie ein Hohlzylinder im Becherglas steht und das Werkstück innen drin hängt.

- Aufpassen: Säure-Aerosol. Durch die Gasentwicklung an der Kathode wird Säure verspritzt. Also mit einem feuchten Tuch abdecken (keinen Kurzschluss bauen) oder noch besser: im freien machen.

- Temperatur beim Färben: 50 Grad. (Oben hab' ich irrtümlich was von 60 Grad geschrieben...)
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Alt 27.03.2003, 20:15   #11   Druckbare Version zeigen
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Beiträge: n/a
Hallo Moritz,

also soll ich für den Hausgebrauch erst mal das adsorptive Färben versuchen, da einfacher. Richtig?

Ich brauche zum Färben ca. 500 ml Flüssigkeit. Mit wieviel Gramm Indigocarmin soll ich denn anfangen zu probieren (Richtwert)?

Hoffentlich bekomme ich das Indigocarmin auch in der Apotheke.

Gruss
Jens
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Alt 27.03.2003, 20:18   #12   Druckbare Version zeigen
buba Männlich
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Beiträge: 18.460
Falls wider Erwarten nicht: http://www.omikron-online.de/cyberchem/

107103 Xn Indigocarmin (Acid Blue 74, C.I.Nr. 73015) Mikr. 10 g 5,60 €

http://www.omikron-online.de/cyberchem/cheminfo/7103-lex.htm
buba ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 27.03.2003, 20:24   #13   Druckbare Version zeigen
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Beiträge: n/a
Zitat:
Originalnachricht erstellt von buba
107103 Xn Indigocarmin (Acid Blue 74, C.I.Nr. 73015) Mikr. 10 g 5,60 €
Das reicht für mehr als einen halben Liter...
Die Farbstofflösung kannst Du ziemlich lang verwenden.
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Alt 27.03.2003, 20:31   #14   Druckbare Version zeigen
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Suuuper vielen vielen Dank.

Also 10 g für einen Liter Wasser?

Achja zum Thema Wasser: muß es destilliertes Wasser sein, oder reicht auch das aus dem Hahn?

Gruss
Jens
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Alt 27.03.2003, 20:34   #15   Druckbare Version zeigen
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Unbedingt destilliertes Wasser. (Besser gesagt: vollentsalzt.) Auch zum versiegeln. Sonst könnte es Flecken in/an/auf der Eloxalschicht geben.

Ich schlag vor, Du nimmst erst mal drei oder vier Gramm für den halben Liter. Wenns zu dunkel wird: kürzere Färbezeit, wenn zu hell: länger und/oder konzentrierter.
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