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Alt 02.04.2009, 16:16   #1   Druckbare Version zeigen
CineX Männlich
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 201
Laienfrage Silikonvernetzung

Hallo,

zuerst mal über mich: Ich habe mit Chemie relativ wenig am Hut, bzw. habe keine Ausbildung in der Richtung. Auch möchte ich mich im vorraus entschuldigen, fals ich die falsche Kategorie erwischt habe. Ich habe aber dennoch eine Frage, die mich persöhnlich einfach brennend interessiert. Und zwar geht es um die Vernetzung von Silikonen (1K Bausilikone). Was in etwa abläuft kann ich mir denken.
Nach dem herausdrücken aus der Tube erfolgt eine hydrolytische Spaltung der Silanvernetzer mit anschließender Vernetzung. Dabei wird (zumindest bei den meisten) Silikonvarianten Essigsäure abgespalten (deshalb auch des Geruch nach Essig). Was Hydrolyse ist weiß ich. Auch wie die Vernetzung ungefähr funktioniert, kann ich mir vorstellen. Nur was ich nicht verstehe ich, warum denn die normale Luftfeuchtigkeit für die ausserordentlich schnelle Reaktion ausreicht. (Das Zeug vernetzt ja binnen weniger Stunden je nach Temperatur) Hat das irgendwas mit der Polarität zu tun, also dass diese Silankomponente das Wasser regelrecht begierig anzieht? Ähnlich der wasseranziehenden Eigenschaft von hygroskopischen Stoffen? Würde mich riesig freuen, wenn mir das jemand erklären könnte.
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Alt 02.04.2009, 16:35   #2   Druckbare Version zeigen
FK Männlich
Moderator
Beiträge: 60.898
AW: Laienfrage Silikonvernetzung

In der Luft ist genügend Wasser vorhanden, und da die Reaktivität der Silikonmasse hoch ist, werden wohl die meisten der Wassermoleküle, die auftreffen, auch reagieren. Dass die Durchhärtung recht schnell geht, liegt daran, dass Silikone gut durchlässig für Wasserdampf sind.

Wasseranziehende Stoffe gibt es übrigens nicht, auch wenn man den Begriff oft liest. Wassermoleküle aus der Luft kann man nicht anziehen - die hierfür "zuständigen" elektrostatischen Kräfte haben nur eine sehr geringe Reichweite, und die Moleküle sind sehr schnell unterwegs. Tatsächlich ist es so, dass Wassermoleküle, die den hygroskopischen Stoff treffen, mit hoher Wahrscheinlichkeit festgehalten werden.

Gruß,
Franz
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Alt 02.04.2009, 18:35   #3   Druckbare Version zeigen
CineX Männlich
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 201
AW: Laienfrage Silikonvernetzung

Ah, danke. Dann ist im Prinzip die Bindung so labil, dass sie relativ einfach (und deshalb oft) von "getoffenen" Molekühlen gebrochen wird.
CineX ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 02.04.2009, 18:39   #4   Druckbare Version zeigen
FK Männlich
Moderator
Beiträge: 60.898
AW: Laienfrage Silikonvernetzung

Ja, das spielt eine große Rolle. Des weiteren ist es ja auch so, dass aus der Luft beliebig viel Wasser ankommt, aber keine Essigsäure für eine eventuelle Rückreaktion. Und die Kondensation, die nach der Hydrolyse erfolgt, ist bevorzugt, so dass dann keine Rückreaktion mehr möglich ist.

Gruß,
Franz
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Alt 02.04.2009, 18:51   #5   Druckbare Version zeigen
CineX Männlich
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 201
AW: Laienfrage Silikonvernetzung

Aha. Dann kann man das alles quasi als "gleichgewichtsreaktion" verstehen. Die Essigsäure fehlt, deshalb ist das Gleichgewicht "unterbrochen"

Ich bin auch mal auf das Thema "Essigsyndrom" bei Zelluloseacetat (oder Celluloseacetat? ) gestoßen. Da geht es lt. einem Archivar darum, dass das Material (in diesem Fall alte Filme) bei zu hoher Feuchtigkeit ebenfalls zur Spaltung kommt. Das ganze nennt man dann angeblich Essigsyndrom, da bei dieser Reaktion auch Essigsäure frei wird. Hier wird dann empfohlen mit sogenannten "AD Stripes" die Essigdämpfe in der Filmhülle zu neutralisieren, da die Spaltung dann verstärkt abläuft. Ist denn da eine Rückreaktion mit überschüssiger Essigsäure nicht möglich, oder ist das mit der obigen Reaktion des Silikons nicht zu vergleichen?
CineX ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 02.04.2009, 18:56   #6   Druckbare Version zeigen
FK Männlich
Moderator
Beiträge: 60.898
AW: Laienfrage Silikonvernetzung

Celluloseacetat ist ein Ester, der im Gleichgewicht mit Wasser und Säure steht. Die Einstellung des Gleichgewichts wird durch Säuren katalysiert. Einerseits würde eine hohe Essigsäurekonzentration in Abwesenheit von Wasser die Cellulose wieder verestern; im wirklichen Leben ists aber so, dass die Konzentration an Wasser viel höher ist und die kleinen Mengen Säure bloß die Zersetzung beschleunigen.

Gruß,
Franz
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Alt 02.04.2009, 19:57   #7   Druckbare Version zeigen
CineX Männlich
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 201
AW: Laienfrage Silikonvernetzung

Ah, langsam verstehe ich die Geschichte. Danke dir, für deine Erklärungen!
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