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Alt 13.02.2009, 08:50   #1   Druckbare Version zeigen
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Wandfarbe - Konservierung...

Wie kann man übliche Wandfarbe für den Innenraumbereich konservieren?

Versuche immer etwas fertig abgetönte und mit Wasser fertig verdünnte Wamdfarbe für Ausbesserungen in einem Glas aufzuheben - leider ist die nach 3-4 Wochen hinüber.

Die Farbe riecht übel und der Farbton ändert sich als ob man schwarz gefärbtes Wasser eingerührt hätte. Die Maler meinen das Wasser und der Binder verdirbt.

Gestern habe ich ein, zu 3/4 mit Farbe befülltes Marmenladenglas - ca. 0,5l mit einem Schuss(ca.20ml) 37%igen Formalin versehen - ob das hilft?

Gibt es bessere Möglichkeiten?
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Alt 13.02.2009, 10:50   #2   Druckbare Version zeigen
FK Männlich
Moderator
Beiträge: 60.898
AW: Wandfarbe - Konservierung...

Das Problem ist hier das Verdünnen der Farbe. Die Farben sind vom Werk her natürlich konserviert, aber wenn die Konservierung "sparsam" erfolgte, dann reicht sie nixcht, wenn man noch Wasser dazugibt.

Formaldehyd hilft, 20 ml sind für die Menge aber viel zuviel. 1 ml sollte den Job eigentlich gut erledigen können.

Natürlich gibt es Besseres, aber die Produkte sind nicht ohne weiteres in Kleinmengen zu kriegen, schätze ich.

Gruß,
Franz
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Alt 13.02.2009, 11:19   #3   Druckbare Version zeigen
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AW: Wandfarbe - Konservierung...

Danke für die profunde Antwort. Das ist ein echt ärgerliches Problem. Weshalb bringt kein kommerzieller Hersteller, ein ruhig auch überteuertes Konservierungsmittel, als eigenständiges Produkt auf den Markt? Würde sich doch gut verkaufen könnte ich mir vorstellen.

Aus dem Vorjahr habe ich noch unbrauchbare 12 Gläser herumstehen - dieses Jahr möchte ich es klüger anstellen.

Danke Dir für die Hilfe - in der nötigen Mengenbemessung fehlt es mir eben am praktischen Gefühl was wirklich nötig ist. Also das nächste Glas wird nur mehr mit einem Milliliter Formalin versehen.

Dachte schon an unbedenklicheres Silbernitrat - hatte aber Sorge das dieses dann die Farbe teilweise oxidiert bzw. das Silbernitrat im Sonnenlicht an der Wand zum schwarzen Silber reduziert wird...
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Alt 13.02.2009, 13:00   #4   Druckbare Version zeigen
mib777 Männlich
Mitglied
Beiträge: 310
AW: Wandfarbe - Konservierung...

Silber führt in fast allen Fällen zu verfärbung, davon würde ich abraten. Das Problem ist auch nciht der Filmschutz, sonder die in-can Konservierung. Die heutigen Farben dürfen nur mit einem Minimum an Konservierungsmittel versehen sein, so dass ein verdünnen zwangsläufig die Grenze überschreitet.

Wenn Du Zugriff auf solche Sachen hast ist eine Mischung CMIT/MIT ein gutes Konservierungsmittel. Aber vorsichtig damit, zu hohe Konz. kann Allergie auslösen, normalerweise werden ca. 15 ppm verwendet.

Formalin geht natürlich auch, wirkt aber mehr als Headspace Konservierer, hältr also die Oberfläche der Farbe keimfrei.

Am besten also gar nicht erst verdünnen .
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Alt 13.02.2009, 14:12   #5   Druckbare Version zeigen
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AW: Wandfarbe - Konservierung...

Danke für die AW!

Habe mich eben schlau gemacht - hier: http://agoef.de/agoef/schadstoffe/isothiazolone_aus_wandfarben.html

Gibt ja effektive 'feine Kombinationen'...

Also ich bleibe vorerst beim guten alten Formalin.

Zitat:
Zitat von mib777 Beitrag anzeigen
...

Am besten also gar nicht erst verdünnen .
Die Maler sparen also - danke für den Hinweis!
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Alt 13.02.2009, 16:14   #6   Druckbare Version zeigen
mib777 Männlich
Mitglied
Beiträge: 310
AW: Wandfarbe - Konservierung...

Sparen kann man das nicht richtig nennen, da ja ein entscheidendes Kriterium für Wandfarben die Deckkraft ist und die wird hauptsächlich über den Gehalt an Pigmenten und Füllstoffen im trockenen Film gesteuert.
Ein verdünnen führt also nur dazu, dass man für die gleiche Deckkraft mehr nass auftragen muss um die gleiche Schicht trocken zu erreichen.

Den Gehalt an CMIT (bzw. MCI) sehe ich nicht als so kritisch an, da die gleiche Menge locker in Kosmetik enthalten sein kann - aber die kommt ja nur auf die Haut, nicht so wie die Wandfarbe wo ich drinne bade .

Meine Kollegen arbeiten schon seit 20 und mehr Jahren mit diesen Stoffen und keiner hat bisher eine Allergie bekommen, allerdings wissen die auch damit umzugehen.
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Alt 13.02.2009, 20:51   #7   Druckbare Version zeigen
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AW: Wandfarbe - Konservierung...

Zitat:
Zitat von mib777 Beitrag anzeigen
Sparen kann man das nicht richtig nennen, da ja ein entscheidendes Kriterium für Wandfarben die Deckkraft ist und die wird hauptsächlich über den Gehalt an Pigmenten und Füllstoffen im trockenen Film gesteuert.
Ein verdünnen führt also nur dazu, dass man für die gleiche Deckkraft mehr nass auftragen muss um die gleiche Schicht trocken zu erreichen.

...
Und wozu treiben die dann den Aufwand mit dem Verdünnen? Mir soll es soweit egal sein, denn für das 'heurige Stück'(~1.500m2) mit zwei Anstrichen zahle ich nur die Quadratmeterpauschale.

Werde am Montag einmal nachfragen... Beeindruckend finde ich das Farbgefühl - da sucht man aus einem Musterbuch mit geschätzt 1000 Farbabstufungen einige raus und der Maler mischt das ohne Automat händisch an. Ich hab kritisch kontrolliert - der trifft den Ton tatsächlich - natürlich mit einem Spektrometer dürfte man da nicht ranrücken...
Darauf angesprochen meinte der: '...wos hätt ma' frira gmocht - host ah a' Gfühl' dafir hobn miasn!'

Tatsächlich für das Auge völlig identisch - Handwerker von diesem Schlag, noch dazu in der heutigen Zeit, mag ich!
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Alt 13.02.2009, 21:55   #8   Druckbare Version zeigen
FK Männlich
Moderator
Beiträge: 60.898
AW: Wandfarbe - Konservierung...

Hier gibts auch ein Konservierungsmittel:
http://www.kremer-pigmente.com/shopint/index.php?cat=030303&product=78740

Zitat:
Darauf angesprochen meinte der: '...wos hätt ma' frira gmocht - host ah a' Gfühl' dafir hobn miasn!'

Tatsächlich für das Auge völlig identisch - Handwerker von diesem Schlag, noch dazu in der heutigen Zeit, mag ich!
Anders gehts eigentlich nicht - ein Spektralphotometer + Computer mit Farbrezeptierungssoftware hat man auf der Baustelle nicht, und das Programm muss erstmal mit den Daten der verfügbaren Pigmente gefüttert werden, um einen Vorschlag für die Mischung machen zu können...

Da ist eben auch heute (und in Zukunft) das richtige Auge (und der zugehörige speziellen "Chip" im Kopf) gefragt.

Gruß,
Franz
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Alt 14.02.2009, 15:20   #9   Druckbare Version zeigen
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Beiträge: n/a
AW: Wandfarbe - Konservierung...

Danke für den Link --> E232(Natriumorthophenylphenolat)

Jetzt weiß ich auch, dass viele Leute wohl wegen der hohen Kunst im Bereich der Küche Blasenkrebs bekommen, denn oft wird einfach die übliche(behandelte) Zitronenschale angerieben, ebenso wie Haubenköche im TV hemmungslos, Zubereitungen aus rohen Eiern kredenzen...

Ich bleibe beim giftigen Formalin - ist ja nur für kleine Ausbesserungen, die rasch ausgasen.
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Alt 15.02.2009, 01:02   #10   Druckbare Version zeigen
mib777 Männlich
Mitglied
Beiträge: 310
AW: Wandfarbe - Konservierung...

Das mit dem verdünnen ist wohl eher als so ein niemals aussterbender Brauch zu verstehen. Normalerweise sind heutige Farben (zumindest die ordentlichen) als ready-to-use angesetzt. Das Fließverhalten im Eimer und beim auftragen ist eigentlich auf den Verwendungszweck abgestimmt.
Trotzdem gibt es immer noch die Handwerker, die es einfach nicht lassen können. Das führt dann zu solchen Szenen, das plötzlich Farbtonunterschiede auftreten, weil zu stark verdünnt wurde und das Pigment der Tönpaste nicht mehr stabil gehalten werden kann und flokkuliert. Und dann kommt die Rekalmation auf den Tisch und man hat das große Fragezeichen im Gesicht

Eigentlich vedünnt man Farben und Lacke nur, wenn die Anwendung es erfordert, z.B. zum Spritzlackieren (also Airless Verfahren bei Dispersionfarben) wo dann mal 5% Wasser zugegeben werden. Das sollte dann aber vom Hersteller geprüft und im Datenblatt vermerkt sein.
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Michael

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mib777 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 15.02.2009, 01:05   #11   Druckbare Version zeigen
kemikerin weiblich 
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Beiträge: 84
AW: Wandfarbe - Konservierung...

\frac{a}{b}
kemikerin ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 15.02.2009, 01:26   #12   Druckbare Version zeigen
mib777 Männlich
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