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Alt 26.01.2009, 15:03   #1   Druckbare Version zeigen
Orsat2006  
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 108
Edelgasverbindugen

Hallo zusammen,

ich wollte kurz etwas nachgefragt haben: Ich habe einmal gelesen, dass man über 50 Jahre versucht hat, die Edelgase mit irgendeinem anderen Stoff zu verbinden, ohne dass je etwas passiert ist.

Als man dann 1962 erflogreich war, wurde laut Wikiepdia nichts anderes getan, als einen durchsichtigen, gasdichten Behälter mit Xenon und Flour zu füllen und ihn der Sonne auszusetzen.

Nun die Frage: Warum hat gerade diese relativ einfache Methode dazu geführt, dass es da eine Gasverbindung gegeben hat? Und wie ist man dann später zu komplexeren Verbindungen (auch dann zu Krypton- und Argonverbidungen gekommen)?
__________________
DURING the past few years the civilised world has begun to realise the advantages accruing to scientific research, with the result that an ever increasing amount of time and thought is being devoted to various branches of science. No study has progressed more rapidly than chemistry.
Textbook of Inorganic Chemistry, J. Newton Friend, 1917, S. vii
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Alt 26.01.2009, 18:38   #2   Druckbare Version zeigen
Planck Männlich
Mitglied
Beiträge: 1.725
AW: Edelgasverbindugen

Zitat:
Zitat von Orsat2006 Beitrag anzeigen
ich wollte kurz etwas nachgefragt haben: Ich habe einmal gelesen, dass man über 50 Jahre versucht hat, die Edelgase mit irgendeinem anderen Stoff zu verbinden, ohne dass je etwas passiert ist.
Soweit ich weiß, hat man das nicht so lange versucht, da man der Überzeugung war, es würde nicht gehen.

Zitat:
Zitat von Orsat2006 Beitrag anzeigen
Als man dann 1962 erflogreich war, wurde laut Wikiepdia nichts anderes getan, als einen durchsichtigen, gasdichten Behälter mit Xenon und Flour zu füllen und ihn der Sonne auszusetzen. Nun die Frage: Warum hat gerade diese relativ einfache Methode dazu geführt, dass es da eine Gasverbindung gegeben hat?
Vermutlich UV-Induzierte Radikalreaktion.
Wobei Xenondifluorid nicht die erste Edelgasverbindung war. Vorher wurde schon Xenonhexafluoroplatinat hergestellt.
Ausschlaggebend war die Entdeckung, dass sogar ein Sauerstoffmolekül als O2+-Ion eine Verbindung mit dem Hexafluoroplatinat eigehen konnte. Da das Sauerstoffmolekül und Xenon ähnliche Ionisierungsenergien haben, vermutete man daraufhin, dass das auch mit Xenon funktionieren sollte.

Zitat:
Zitat von Orsat2006 Beitrag anzeigen
Und wie ist man dann später zu komplexeren Verbindungen (auch dann zu Krypton- und Argonverbidungen gekommen)?
Kryptondifluorid wird durch elektrische Entladungen an (ich glaube festem) Krypton und Fluor bei sehr tiefen Temperaturen hergestellt.
Mir ist, neben noch einer etwas komplexeren, nur diese eine Kryptonverbindung bekannt und von Argonverbindungen habe ich noch nie gehört.

mfg, Planck
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"Voll Hunger und voll Brot ist unsere Erde, ........Von Schönheit hell entflammt ist diese Erde
voll Leben und voll Tod ist diese Welt. ..............vom Elend ganz verbrannt ist diese Welt,
In Armut und Reichtum grenzenlos. .................doch ihre Zukunft ist herrlich und gross."

>Freundeskreis - Sternstunde/Die Revolution der Bärte<

Weil ich nun auch schon mehrmals davon heimgesucht wurde: Fachfragen bitte nur im Forum! Dazu ist es da und dort wird euch am schnellsten geholfen. PNs sind, wie der Name schon sagt, persönlichen Nachrichten vorbehalten.
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Alt 27.01.2009, 12:29   #3   Druckbare Version zeigen
Spektro Männlich
Mitglied
Beiträge: 952
AW: Edelgasverbindugen

Zitat:
Zitat von Planck Beitrag anzeigen
Kryptondifluorid wird durch elektrische Entladungen an (ich glaube festem) Krypton und Fluor bei sehr tiefen Temperaturen hergestellt.
Mir ist, neben noch einer etwas komplexeren, nur diese eine Kryptonverbindung bekannt und von Argonverbindungen habe ich noch nie gehört.

mfg, Planck
Im elektronisch angeregtem Zustand gibt es metastabile Verbindungen, die dann allerdings bei der Rückkehr in den Grundzustand auf einer repulsiven Potentialfläche landen (sprich: wieder zerfallen). Stichwort Excimer bzw. Exciplex.
Eine ganze Klasse von Lasern mit besonders kurzer Wellenlänge (UV) und hoher Power basiert auf diesem Prinzip. Besonders verbreitet z.B. in der Augenchirurgie, Lithografie von Mikroprozessoren, Photoionisierung in Massenspektrometern etc.: der ArF* Laser mit 193nm.
Einigermaßen bekannt sind noch KrF*, XeF*, XeCl*, es gibt aber auch Ar2*, Kr2*, Xe2* KrCl*, XeBr*
Spektro ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 27.01.2009, 15:17   #4   Druckbare Version zeigen
Planck Männlich
Mitglied
Beiträge: 1.725
AW: Edelgasverbindugen

War mir klar, aber da diese Verbindungen extrem instabil und nicht isolierbar sind, erachtete ich sie in diesem Zusammenhang nicht als erwähnenswert.

mfg, Planck
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Alt 28.01.2009, 17:18   #5   Druckbare Version zeigen
Orsat2006  
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 108
AW: Edelgasverbindugen

Danke für die schnellen Antworten! Also sind die Argonverbindungen, von denen ich gelesen habe nur instabil?

Gibt es eine technische Anwendung von den verschiedenen Stoffen? Und ist es denn theoretisch möglich, dass sich Neon und Helium auch binden lassen?

Eine Chemielehrerin, die ich auf den Versuch mit der Sonne angesprochen habe meinte, dass, wenn man diesen Versuch mit den verschiedenen Edelgasen wiederholen würde, Ne und He sich möglicherweise nur mit Chlor verbinden würden. Was meint ihr dazu?
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Alt 28.01.2009, 17:20   #6   Druckbare Version zeigen
Joern87 Männlich
Mitglied
Beiträge: 7.390
AW: Edelgasverbindugen

Zitat:
Zitat von Orsat2006 Beitrag anzeigen
Eine Chemielehrerin, die ich auf den Versuch mit der Sonne angesprochen habe meinte, dass, wenn man diesen Versuch mit den verschiedenen Edelgasen wiederholen würde, Ne und He sich möglicherweise nur mit Chlor verbinden würden. Was meint ihr dazu?
So wie ich es bisher gelernt habe nicht...
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Alt 28.01.2009, 18:39   #7   Druckbare Version zeigen
Planck Männlich
Mitglied
Beiträge: 1.725
AW: Edelgasverbindugen

Zitat:
Zitat von Orsat2006 Beitrag anzeigen
Danke für die schnellen Antworten! Also sind die Argonverbindungen, von denen ich gelesen habe nur instabil?
Siehe meinen letzten Post.

Zitat:
Zitat von Orsat2006 Beitrag anzeigen
Gibt es eine technische Anwendung von den verschiedenen Stoffen? Und ist es denn theoretisch möglich, dass sich Neon und Helium auch binden lassen?
Siehe Spektros letzten Post.
Und Von Helium und Neon gibt es auch extrem instabile, kurzzeitig auftretende Verbindungen, jedoch eher des Typs Molekülion, da bei den Temperaturen, bei denen solche Verbindungen auftreten teilweise ionisiert werden.
z.B.: HeH+, HeHe+, usw...

Zitat:
Zitat von Orsat2006 Beitrag anzeigen
Eine Chemielehrerin, die ich auf den Versuch mit der Sonne angesprochen habe meinte, dass, wenn man diesen Versuch mit den verschiedenen Edelgasen wiederholen würde, Ne und He sich möglicherweise nur mit Chlor verbinden würden. Was meint ihr dazu?
Sicherlich nicht! Man tut sich schon extrem schwer halbwegs-stabile Chlorverbindungen von Xenon herzustellen. Warum sollte es ausgerechnet bei Helium und Neon (die extrem unreaktiv sind) mit einem Stoff funktionieren, der weniger agressiv ist als Fluor? Von Helium und Neon sind sicherlich noch keine "echten" Verbindungen bekannt.

mfg, Planck
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