Allgemeine Chemie
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Alt 17.11.2008, 19:34   #1   Druckbare Version zeigen
oso Männlich
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Beiträge: 115
Frage bezüglich ermittelter Löslichkeitskurve von Borax

Hallo,

wir haben heute eine Löslichkeitskurve von Borax ermittelt und komischerweise ist der Wert bei 50°C größer als der bei 58°C.

Müsste die Löslichkeit nicht immer weiter abnehmen ?

Die Werte für 40°C und 30°C sind deutlich kleiner, wie es auch sein soll...

Kann ich da von Messfehlern ausgehen? Allerdings haben meine Kommilitonen ähnliche Werte ermittelt und wir haben auch alles in Doppelbestimmung angesetzt...

Jemand ne Idee?

Gruß
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Alt 18.11.2008, 15:18   #2   Druckbare Version zeigen
oso Männlich
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Themenersteller
Beiträge: 115
AW: Frage bezüglich ermittelter Löslichkeitskurve von Borax

niemand ne idee ob es ein messfehler oder eine anomalie ist?
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Alt 19.11.2008, 17:47   #3   Druckbare Version zeigen
oso Männlich
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Beiträge: 115
AW: Frage bezüglich ermittelter Löslichkeitskurve von Borax

naja, ich beschreib es mal als messfehler im protokoll...leider weiß ich nur, dass mit steigender temperatur die löslichkeit ansteigen müsste
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Alt 22.11.2008, 15:13   #4   Druckbare Version zeigen
oso Männlich
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Themenersteller
Beiträge: 115
AW: Frage bezüglich ermittelter Löslichkeitskurve von Borax

hey, ich nochmals...kann die anomalie mit der hohen ionisierungsenergie des bor-atoms zu tun haben?

scheinbar ist das normal, dass die löslichkeit beim borax höher ist bei 50° als bei 58°, aber ich finde keine information warum
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Alt 23.11.2008, 11:55   #5   Druckbare Version zeigen
oso Männlich
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Beiträge: 115
AW: Frage bezüglich ermittelter Löslichkeitskurve von Borax

Hier mal meine Werte:

58°C - 0,96 mol/l

50°C - 1,01 mol/l

40°C - 0,52 mol/l

30°C - 0,35 mol/l


hat denn niemand ne idee? :/

Allgemein nimmt die Löslichkeit von Salzen doch nach LeChatelier mit steigender Temperatur zu...
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Alt 23.11.2008, 15:51   #6   Druckbare Version zeigen
oso Männlich
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Themenersteller
Beiträge: 115
AW: Frage bezüglich ermittelter Löslichkeitskurve von Borax

Hilfe! irgendjemand muss das doch schon mal thematisiert haben

Wie soll man sowas ohne Vorwissen erklären können, wenn man in der Vorlesung bis jetzt nur gehört hat, dass laut LeChatelier mit steigender Temp. die Löslichkeit von Salzen zunimmt?!

Muss das Protokoll morgen abgeben und bis auf eine plausible Erklärung für diese "Anomalie" bin ich fertig :/
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Alt 23.11.2008, 17:39   #7   Druckbare Version zeigen
oso Männlich
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Themenersteller
Beiträge: 115
AW: Frage bezüglich ermittelter Löslichkeitskurve von Borax

Hab folgendes in Bezug auf das Natriumsulfatdekahydrat gefunden:

Zitat:
Bei einem Lösungsvorgang spielen sich folgende Vorgänge ab:

1.) "Aufbrechen" des Ionengitters. Da ein Ionengitter aus entgegengesetzt geladenen Ionen besteht, sind hierbei Ladungen zu trennen. In das System muss eine beträchtliche Menge Coulomb-Energie investiert werden.

Dieser Vorgang ist prinzipiell endotherm. Gleichzeitig wird aber die Unordnung des Systemes grösser, was einer Entropiezunahme entspricht.

Für den Vorgang ergibt sich somit folgende Enthalphiebilanz :

dGG = dHG - TdSG
G := Gitter

Da dieser Prozess immer endotherm ist, wird dieser nach dem Prinzip von Le Chatelier mit steigender Temperatur begünstigt. Mit steigender Temperatur nimmt die Brown’sche Moleklarbewegung zu, das heisst, die Teilchen sind im Mittel weiter voneinander entfernt und entsprechend leichter zu trennen.

2.) Die aus dem Kristallgitter herausgebrochenen Ionen werden von dem Dipol Wasser umlagert (hydratisiert, allgemeiner solvatisiert). Der Dipol Wasser lagert sich dabei mit seinem negativen Ende an die Kationen an, resp. mit dem positiven an die Anionen. Bei diesem Prozess werden wieder Ladungen zusammengeführt, wobei in diesem Fall Colounb-Energie frei wird. Durch die Anlagerung der Solvensmoleküle entsteht ein System mit einer höheren Ordnung als zuvor, die Entropie nimmt also ab.

Für diesen Vorgang ergibt sich somit folgende Enthalphiebilanz :

dGS = dHS - TdSS
S := Solvatation

Da dieser Prozess meist exotherm ist, wird dieser nach dem Prinzip von Le Chatelier mit fallender Temperatur begünstigt. Mit steigender Temperatur nimmt die Brown’sche Moluklarbewegung zu, das heisst, die Solvation wird mit steigender Temperatur ineffektiver, da die Solvensmoleküle sich weniger gut an die Ionen anlagern können.
Lässt sich damit nicht auch die Anomalie beim Dinatriumtetraborat-Decahydrat erklären?

Also das quasi 1.) bis 50°C stattfindet bzw überwiegt und 2.) über 50°C ?
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