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Alt 04.11.2008, 16:08   #1   Druckbare Version zeigen
nunis  
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Themenersteller
Beiträge: 13
Bindigkeit

Hallo erstmal,

bin zum ersten Mal hier. Zum Thema Bindigkeit habe ich andere Beiträge schon gelesen, trotzdem bin ich nicht mit den Antworten klargekommen.
Ich verstehe einfach nicht warum Elemente ab der 3. Periode auch die d-Orbitale benutzen können wenn sie Sich binden wollen. D-Orbitale stehen bei mir hier im Periodensystem in der 4.Periode. Und wie genau funktioniert das, wenn sie die D-Orbitale nutzen? Beispiel Schwefel kann 2-, 4-, oder auch 6-bindig sein? wie soll ich das verstehen?
Über eine genaue und eine nicht zu komplizierte Erklärung würde ich mich sehr freuen.
Danke im Voraus
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Alt 04.11.2008, 17:40   #2   Druckbare Version zeigen
Nobby Männlich
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Beiträge: 13.689
AW: Bindigkeit

Die Orbitale sind Aufenhaltsräume für Elektronen. In den ersten beiden niederen Schalen liegen die so energetisch hoch, daß sie nicht erreicht werden. In der 3 Schale können sie erreicht werden.

Schwefel hat 6 Außen-Elektronen. Er kann entweder 2 Elektronen noch aufnehmen (Oktettregel) z. b.: H2S oder in einzelnen Stufen, vorzugweise in zweier Stufen abgeben. 2-Bindig z.B SCl2, 4 Bindig SO2 und 6 Bindig in SO3 oder SF6.
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Alt 04.11.2008, 17:45   #3   Druckbare Version zeigen
vina weiblich 
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Beiträge: 19
AW: Bindigkeit

ihr habt doch bestimmt einmal die Formel 2*n2 gelernt. wenn du für n 3 einsetzt (also 3. periode) dann kommt 18 dabei raus. so viel valenzelektronen können elemente der dritten periode maximal aufnehmen. deswegen kann schwefel auch 6- bindig sien.

die d- Orbitale erscheinen erst ab der 4. Periode, weil erst ab da die d- orbitale regulär "aufgefüllt" werden.
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Alt 04.11.2008, 19:00   #4   Druckbare Version zeigen
nunis  
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Themenersteller
Beiträge: 13
AW: Bindigkeit

Zitat:
Zitat von Nobby Beitrag anzeigen
Die Orbitale sind Aufenhaltsräume für Elektronen. In den ersten beiden niederen Schalen liegen die so energetisch hoch, daß sie nicht erreicht werden. In der 3 Schale können sie erreicht werden.

Schwefel hat 6 Außen-Elektronen. Er kann entweder 2 Elektronen noch aufnehmen (Oktettregel) z. b.: H2S oder in einzelnen Stufen, vorzugweise in zweier Stufen abgeben. 2-Bindig z.B SCl2, 4 Bindig SO2 und 6 Bindig in SO3 oder SF6.
Danke für deine Antwort.
Das Schwefel zwei Elektronen aufnimmt und somit die Edelgaskonfiguration erreicht verstehe ich, aber was meinst du mit in zweier Stufen abgeben, also warum gerade 2er Stufen? Ich danke dir.
(Sorry, wenn ich dumme Fragen stelle, aber ich habe erst neu mit Ausbildung BTA angefangen und verstehe noch nicht alles)
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Alt 04.11.2008, 19:14   #5   Druckbare Version zeigen
Nobby Männlich
Mitglied
Beiträge: 13.689
AW: Bindigkeit

Schwefel gibt 2 Elektronen ab es verbleiben 4 und Schwefel ist formal S2+. Die 2 Elektronen werden in dem Beispiel von je einem Chlor gebunden. Also SCl2. Im zweiten Beipiel werden 4 Elektronen abgegeben, je 2 werden von 2 Sauerstoffatomen gebunden. SO2 Im letzten Beispiel werden alle Elektronen der äußeren Schale an Sauerstoff oder Fluor abgegeben Schwefel formal S6+. Dabei erreicht er auch die Edelgastruktur der darunterliegenden Schale. 6 wertige Schwefelverbindungen (Sulfate, Schwefelsäure sind sehr stabil deshalb). Die Verbindungen dazwischen können leicht oxidiert oder reduziert werden.

Warum in 2er Stufen. Naja, die Natur hat es eben so eingerichtet. Einwertige, 3 wertige oder 5 wertige Schwefelverbindungen sind nicht bekannt oder wenn sehr instabil.
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Alt 04.11.2008, 19:16   #6   Druckbare Version zeigen
GarbageRose Männlich
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Beiträge: 63
AW: Bindigkeit

Bei den Beispielen für die positiven Oxidationszahlen ist ja eigentlich keine Ionen-Verbindung, sodass man nicht wirklich sagen kann, dass Schwefel Elektronen abgibt. Vielmehr werden kovalente Bindungen ausgebildet. Ich würde empfehlen, die Molekülorbitaltheorie zu Gemüte zu führen.

siehe z.B. Mortimer oder Riedel
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Alt 04.11.2008, 19:18   #7   Druckbare Version zeigen
Nobby Männlich
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Beiträge: 13.689
AW: Bindigkeit

Zitat:
Zitat von GarbageRose Beitrag anzeigen
Bei den Beispielen für die positiven Oxidationszahlen ist ja eigentlich keine Ionen-Verbindung, sodass man nicht wirklich sagen kann, dass Schwefel Elektronen abgibt. Vielmehr werden kovalente Bindungen ausgebildet. Ich würde empfehlen, die Molekülorbitaltheorie zu Gemüte zu führen.

siehe z.B. Mortimer oder Riedel
Das ist richtig, aber für das 1. Lehrjahr kann man sich das andere auch bildlich vorstellen.
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Alt 04.11.2008, 19:18   #8   Druckbare Version zeigen
nunis  
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 13
AW: Bindigkeit

Zitat:
Zitat von vina Beitrag anzeigen
ihr habt doch bestimmt einmal die Formel 2*n2 gelernt. wenn du für n 3 einsetzt (also 3. periode) dann kommt 18 dabei raus. so viel valenzelektronen können elemente der dritten periode maximal aufnehmen. deswegen kann schwefel auch 6- bindig sien.

die d- Orbitale erscheinen erst ab der 4. Periode, weil erst ab da die d- orbitale regulär "aufgefüllt" werden.
Nach dieser Erklärung müsste auch Phosphor 6 bindig sein, weil es in der 3. Periode steht, aber Phosphor müsste 5 bindig oder 3 bindig sein laut den Hefteinträgen, die wir in der Schule schrieben. Ich weiss, dass ab der 3. Periode die Oktettregel nicht mehr gilt, weil ab da auch die D-Orbitale zur Verfügung stehen, aber leider weiss ich nicht warum das so ist und hätte den Grund gern gewusst. Danke dir aber trotzdem für deine Antwort
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Alt 04.11.2008, 19:21   #9   Druckbare Version zeigen
Nobby Männlich
Mitglied
Beiträge: 13.689
AW: Bindigkeit

Zitat:
Zitat von nunis Beitrag anzeigen
Nach dieser Erklärung müsste auch Phosphor 6 bindig sein, weil es in der 3. Periode steht, aber Phosphor müsste 5 bindig oder 3 bindig sein laut den Hefteinträgen, die wir in der Schule schrieben. Ich weiss, dass ab der 3. Periode die Oktettregel nicht mehr gilt, weil ab da auch die D-Orbitale zur Verfügung stehen, aber leider weiss ich nicht warum das so ist und hätte den Grund gern gewusst. Danke dir aber trotzdem für deine Antwort
Warum das? Phosphor hat 5 Außenelektronen und kann somit nur 3 oder 5 Bindigige stabile Verbindungen ausbilden. Es binden nur die 5 Außenelektronen, gegebenfalls muß auf d-Orbitale ausgewichen werden um alle Elektronen der Partner unterzubringen. z.B.: PCl5
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Alt 04.11.2008, 19:36   #10   Druckbare Version zeigen
nunis  
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Themenersteller
Beiträge: 13
AW: Bindigkeit

Zitat:
Zitat von Nobby Beitrag anzeigen
Schwefel gibt 2 Elektronen ab es verbleiben 4 und Schwefel ist formal S2+. Die 2 Elektronen werden in dem Beispiel von je einem Chlor gebunden. Also SCl2. Im zweiten Beipiel werden 4 Elektronen abgegeben, je 2 werden von 2 Sauerstoffatomen gebunden. SO2 Im letzten Beispiel werden alle Elektronen der äußeren Schale an Sauerstoff oder Fluor abgegeben Schwefel formal S6+. Dabei erreicht er auch die Edelgastruktur der darunterliegenden Schale. 6 wertige Schwefelverbindungen (Sulfate, Schwefelsäure sind sehr stabil deshalb). Die Verbindungen dazwischen können leicht oxidiert oder reduziert werden.

Warum in 2er Stufen. Naja, die Natur hat es eben so eingerichtet. Einwertige, 3 wertige oder 5 wertige Schwefelverbindungen sind nicht bekannt oder wenn sehr instabil.
Kann ich dann davon ausgehen, dass zum Beispiel Chlor [Ne]3s2 3p5
einbindig, 3 bindig, 5 bindig und 7 bindig vorkommt.Oder wie sieht die Bindigkeit beim Chlor aus?
nunis ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 04.11.2008, 19:41   #11   Druckbare Version zeigen
GarbageRose Männlich
Mitglied
Beiträge: 63
AW: Bindigkeit

Das siehst du Richtig. Chlor kommt hauptsächlich als -1 vor, jedoch gegenüber Sauerstoff und Fluor auch in +1, +3, +5 und +7
GarbageRose ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 04.11.2008, 19:55   #12   Druckbare Version zeigen
nunis  
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 13
AW: Bindigkeit

Zitat:
Zitat von GarbageRose Beitrag anzeigen
Das siehst du Richtig. Chlor kommt hauptsächlich als -1 vor, jedoch gegenüber Sauerstoff und Fluor auch in +1, +3, +5 und +7
Super, vielen Dank. Dann habe ich es also richtig verstanden.
nunis ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 17.11.2008, 23:42   #13   Druckbare Version zeigen
Lene88 weiblich 
Mitglied
Beiträge: 15
AW: Bindigkeit

Hey, also irgendwie bin ich total verwirrt.. Wie können den die Elemente der 3 Periode die d-Orbitale nutzen, da ja nach den 3p Orbitalen erst die 4s Orbitale besetzt werden (wenn man von der Elektronenkonfiguration ausgeht)..
Dann haben wir uns noch aufgeschrieben, das die Elemente der 3. Periode max. 8 Bindungen eingehen können..Ich dachte nachdem ich das hier gelesen hab , das es daran liegt, das in den s und p Orbitalen ( der 3 Schale) max. zusammen 8 Elektronen sein können.. Oder das wir wenn wir die dann anregen, 8 einfach besetzte Orbitale haben, dann frag ich mich nur (in Bezug zu oben) , wo die angeregten Elektronen sich dann befinden..
Ich hoffe ihr versteht mich und habt ne Antwort....
Lieben dank...
Lene88 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 18.11.2008, 00:55   #14   Druckbare Version zeigen
phil22 Männlich
Mitglied
Beiträge: 20
AW: Bindigkeit

Zitat:
Zitat von Lene88 Beitrag anzeigen
Hey, also irgendwie bin ich total verwirrt.. Wie können den die Elemente der 3 Periode die d-Orbitale nutzen, da ja nach den 3p Orbitalen erst die 4s Orbitale besetzt werden (wenn man von der Elektronenkonfiguration ausgeht)..
Wenn du die die Orbitale nicht als "Schälchen" für Elektronen vorstellst, sondern als Energiezustand für die Elektronen, wird dir klar, dass hier kein räumlicher Konflikt auftritt. Die Besetzung der d-Schalen in chemischen Verbindungen der 3. Periodenelemente ist dadurch möglich, dass wie oben schon gesagt wurde die Energie tief genug ist, damit nicht 4s- und 4p-Schalen gefüllt werden. Die Edelgasregel bleibt somit weiterhin wirksam, nur dass die d-Orbitale (10 Elektronen passen da rein) ebenfalls besetzt werden. (daher auch 18-Elektronen-Regel)

Im Grunde schaut man einfach, ob durch das Hinzufügen eines weiteren Elektrons die Energie des Moleküls ansteigt, oder eben sinkt. Zweiteres wirkt dann stabilisierend.

Die Betrachtung als Orbitalmodell ist somit nur eine Hilfestellung, damit man Regeln und das System formulieren kann.
phil22 ist offline   Mit Zitat antworten
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