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Alt 30.09.2008, 18:25   #1   Druckbare Version zeigen
AcJoker  
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 11
Kennzeichnung von Chemikaliengemischen

Hallo,

ich würde mal gerne wissen wie Flaschen mit diversen Gemischen zu Kennzeichnen sind hinsichtlich der Gefahrstoffsymbole.

Mir wurde neulich gesagt das man Mischungen die man selber hergestellt hat (z.B. HPLC-Eluenten, Reagenzien usw.) nicht Kennzeichnen muss mit Gefahrsymbolen da man diese Gemische selber ja nicht Klassifizieren könnte und man so ja nicht wüsste was diese Mischungen für Eigenschaften haben.
O-Ton: Man weiss ja nicht wie die Sybstanzen reagieren und was dann dabei raus kommt.
Alleine diese Aussage finde ich schon sehr fraglich, da bei einer Mischung nichts reagieren sollte und somit auch nichts neues raus kommen kann.

Mein Kenntnisstand ist der das man Gemische mit den geweilst höhsten Gefahrsymbol der Einzellstoffe Kennzeichnet.

Kennt sich hier jemand genauer mit diesem Thema aus und kann mir dazu evtl. etwas genaueres sagen? Am besten natürlich mit Quellenangabe, wenn möglich aus einer Verordnung.

Gruß
Joker
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Alt 30.09.2008, 18:29   #2   Druckbare Version zeigen
ehemaliges Mitglied  
nicht mehr Mitglied
Beiträge: n/a
AW: Kennzeichnung von Chemikaliengemischen

Hi,
redest du von Abfall oder von einem Gemisch, das du oder wer auch immer noch Brauchst?
Gruß
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Alt 30.09.2008, 18:34   #3   Druckbare Version zeigen
AcJoker  
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 11
AW: Kennzeichnung von Chemikaliengemischen

Ich meine keinen Abfall sondern Gemische die man bewust herstellt, lagert und verwendet. Mit denen mehrere Personen umgehen und die in einem normalen Labor eben so benötigt werden.
Im HPLC Bereich wären das also z.B. Eluenten meist auf Wasser, MeOH oder ACN Basis mit diversen Puffern. Oder Extraktionsmittel bestehend aus mehreren Komponenten.
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Alt 30.09.2008, 19:22   #4   Druckbare Version zeigen
wobue Männlich
Mitglied
Beiträge: 4.661
AW: Kennzeichnung von Chemikaliengemischen

Hallo,

deine Lösungen müssen entsprechend der Gefahrstoffverordnung gekennzeichnet werden.
Für Mischungen gibt es Hilfsmittel, die dir entsprechend der Zusammensetzung der Lösung die Einstufung berechnen. Z.B. dieses hier von der Uni Heidelberg.

Wolfgang
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Alt 30.09.2008, 22:41   #5   Druckbare Version zeigen
AcJoker  
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 11
AW: Kennzeichnung von Chemikaliengemischen

Hättest du dazu evtl. die entsprechende Stelle der Gefahrstoffverordnung zur Hand und könntest Sie mir nennen?

Dort wird ja sicherlich nicht auf eine Internethilfe verwiesen. *g

Grundsätzlich würde mir die Aussage schon reichen das Gemische gekennzeichnet werden MÜSSEN und nicht wie mir nun gesagt wurde nicht gekennzeichnet werden müssen/dürfen.

Die Seite der Uni Heidelberg ist schon wirklich klasse.
Aber wenn ich das richtig versteht bezieht sich die Richtlinie 67/548/EWG nur auf die Kennzeichnung von Zubereitungen die in den Verkehr gebracht werden.
Wenn ich aber doch eine Lösung oder Mischung im Labor herstelle die nur in diesem Labor verwendet wird bringe ich diese doch noch nicht in Verkehr, oder täusche ich mich da?
D.h. für Lösungen und Mischungen die nur zu Laborzwecken hergestellt werden gilt diese Richtline so nicht, oder?
Welche Richtlinie regelt denn die Kennzeichnung von im Labor hergestellten und nicht in Verkehr gebrachten Mischungen und Lösungen?

Wie muss ich z.B. eine selbst hergestellte 10%ige HCl Lösung kennzeichnen die ich selber herstelle und dann 1 Monat im Regal aufbewahren möchte?
Und vor allem wo steht wie ich diese zu Kennzeichnen habe bzw. das ich sie überhaupt mit Gefahrstoffsymbolen zu Kennzeichnen habe?
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Alt 30.09.2008, 23:07   #6   Druckbare Version zeigen
AcJoker  
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 11
AW: Kennzeichnung von Chemikaliengemischen

Im ChemG §19 Absatz 1 Punkt 4a habe ich nun etwas gefunden wonach Gemische usw. zu Kennzeichnen sind damit der "Beschäftigte" sofort erkennt das es sich um einen Gefahrstoff handelt.
Nun ist §19 ChemG aber laut Absatz 1 nur Ermächtigung der Bundesregierung eine Verordnung zu erlassen in der eben all die Punkte geregelt sind die im ChemG beschrieben werden.
Nun stellt sich mir nur noch immer die Frage in welcher Verordnung steht nun genau drin das ich zu Kennzeichnen habe und wie ich zu kennzeichnen habe?

http://bundesrecht.juris.de/chemg/__19.html

Ich hoffe hier kann mir jemand helfen.
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Alt 01.10.2008, 11:50   #7   Druckbare Version zeigen
Tiefflieger Männlich
Moderator
Beiträge: 5.444
AW: Kennzeichnung von Chemikaliengemischen

Zitat:
Zitat von AcJoker Beitrag anzeigen
...Mir wurde neulich gesagt das man Mischungen die man selber hergestellt hat (z.B. HPLC-Eluenten, Reagenzien usw.) nicht Kennzeichnen muss mit Gefahrsymbolen da man diese Gemische selber ja nicht Klassifizieren könnte und man so ja nicht wüsste was diese Mischungen für Eigenschaften haben.
O-Ton: Man weiss ja nicht wie die Sybstanzen reagieren und was dann dabei raus kommt....
Dies ist definitiv falsch.

Zitat:
Zitat von AcJoker Beitrag anzeigen
...Mein Kenntnisstand ist der das man Gemische mit den geweilst höhsten Gefahrsymbol der Einzellstoffe Kennzeichnet.
Auch das ist falsch.

Zitat:
Zitat von wobue
...Für Mischungen gibt es Hilfsmittel, die dir entsprechend der Zusammensetzung der Lösung die Einstufung berechnen. Z.B. dieses hier von der Uni Heidelberg.
Achtung, Kolumbus berechnet nur Zubereitungen, bei welchen keine abweichenden Einstufungsgrenzen entsprechend Anhang I der Richtlinie 67/548/EU vorliegen, sondern berücksichtigt nur die Konzentrationsbereiche der Richtlinie 1999/45/EU (Zubereitungsrichtlinie).

Zitat:
Zitat von AcJoker Beitrag anzeigen
...Kennt sich hier jemand genauer mit diesem Thema aus und kann mir dazu evtl. etwas genaueres sagen? Am besten natürlich mit Quellenangabe, wenn möglich aus einer Verordnung.
Man nehme die Richtlinie 67/548/EU zur Hand. Achtung, das sind so grob 900 Seiten
In der Gefahrstoffverordnung wird über die gleitende Verweistechnik (siehe §5 GefStoffV) auf diese Richtlinie verwiesen und somit ist dies direkt geltendes Recht. Zuerst muß man nachsehen, ob einzelne Komponenten der Zubereitung in Anhang I zu finden sind. Wenn ja, dann hat man diese Einstufungsgrenzen zu übernehmen und mit den Verfahren der 1999/45/EU als Grenze zu berücksichtigen.

Zitat:
Zitat von AcJoker
...Aber wenn ich das richtig versteht bezieht sich die Richtlinie 67/548/EWG nur auf die Kennzeichnung von Zubereitungen die in den Verkehr gebracht werden.
Wenn ich aber doch eine Lösung oder Mischung im Labor herstelle die nur in diesem Labor verwendet wird bringe ich diese doch noch nicht in Verkehr, oder täusche ich mich da?
Das in Verkehr bringen im Sinne des Chemikalienrechts hat nichts mit dem Handel zu tun. Bereits die Möglichkeit, dass ein Mitarbeiter mit dem Produkt in Berührung kommen kann, stellt ein in Verkehr bringen im Sinne des Chemikalienrechts dar und erfordert eine Kennzeichnung. Für Laborbereiche gab es Ausnahmeregelungen, welche aber mit der Novelle der Gefahrstoffverordnung im Jahre 2005 weggefallen sind. Im Laborbereich wird jedoch weiterhin stillschwigend toleriert, wenn die Kennzeichnung nicht vollständig ist, da man hier davon ausgeht, dass dort nur ausgebildetes Fachpersonal tätig ist. Mindestens muß jedoch auch im Laborbereich folgendes auf dem Etikett enthalten sein: Produktname, Gefahrensymbole, R-Sätze.

Zitat:
Zitat von AcJoker
...Wie muss ich z.B. eine selbst hergestellte 10%ige HCl Lösung kennzeichnen die ich selber herstelle und dann 1 Monat im Regal aufbewahren möchte?
Und vor allem wo steht wie ich diese zu Kennzeichnen habe bzw. das ich sie überhaupt mit Gefahrstoffsymbolen zu Kennzeichnen habe?
Siehe Anhang I der RL 67/548/EU.
Für Salzsäure gilt: 10%<=c<25%: Xi; R36/37/38
Unter 10% ist Salzsäure nicht kennzeichnungspflichtig!

Bevor jetzt eifriges Blättern in den erwähnten Richtlinien erfolgt, bitte darauf achten, dass alle Einstufungen in Zukunft nach GHS erfolgen, welches andere Einstufungskriterien kennt und auch andere Rechenverfahren vorschreibt. Dieses neue System wird in der EU ab 1.12.2008 oder 1.1.2009 erewartet, da die ersten Hürden im europäischen Parlament bereits genommen wurden. Man wartet nur noch auf die Verabschiedung und anschließende Veröffentlichung.
__________________
Vernünftig ist, dass die politischen Spitzen, wenn sie miteinander sprechen, darüber sprechen, wie mit der Sache umzugehen ist, wie ernst Vorwürfe zu nehmen sind und wie man damit umgeht, Vorwürfe zu besprechen, zu klären, zu verifizieren oder aus der Welt zu schaffen. (2013 Regierungssprecher Seibert)
Tiefflieger ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 01.10.2008, 13:35   #8   Druckbare Version zeigen
zweiPhotonen  
Mitglied
Beiträge: 7.407
Blog-Einträge: 122
nachgefragt

Zitat:
Zitat von Tiefflieger
Bereits die Möglichkeit, dass ein Mitarbeiter mit dem Produkt in Berührung kommen kann, stellt ein in Verkehr bringen im Sinne des Chemikalienrechts dar und erfordert eine Kennzeichnung.
Das lese ich aber anders aus §3 des ChemG heraus. Hast Du für diese Aussage einen Beleg?

Grüße
Wolfgang
__________________
Wenn es einfach wäre, hätte es schon jemand gemacht!

I said I never had much use for it. Never said I didn't know how to use it.(M. Quigley)
You can't rush science, Gibbs! You can yell at it and scream at it, but you can't rush it.(A. Sciuto)

Wer durch diese Antwort nicht zufriedengestellt ist, der möge sich bitte den Text "Über mich" in meinem Profil durchlesen und erst dann meckern.
zweiPhotonen ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 01.10.2008, 16:32   #9   Druckbare Version zeigen
AcJoker  
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 11
AW: Kennzeichnung von Chemikaliengemischen

§3:
9. Inverkehrbringen:
die Abgabe an Dritte oder die Bereitstellung für Dritte; das Verbringen in den Geltungsbereich dieses Gesetzes gilt als Inverkehrbringen, soweit es sich nicht lediglich um einen Transitverkehr nach Nummer 8 zweiter Halbsatz handelt.

Wenn "Dritte" auch Kollegen sind dann würde ich sagen es gilt auch im Labor.
Aber hier wäre nun zu klären wer alles unter den Begriff "Dritte" fällt.
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Alt 02.10.2008, 08:16   #10   Druckbare Version zeigen
Tiefflieger Männlich
Moderator
Beiträge: 5.444
AW: Kennzeichnung von Chemikaliengemischen

Zitat:
Zitat von AcJoker Beitrag anzeigen
§3:...das Verbringen in den Geltungsbereich dieses Gesetzes gilt als Inverkehrbringen, soweit es sich nicht lediglich um einen Transitverkehr nach Nummer 8 zweiter Halbsatz handelt....
Da steht es doch ganz deutlich "das Verbringen in den Geltungsbereich dieses Gesetzes gilt als Inverkehrbringen" => eine Chemikalie, die in die EU eingeführt oder dort hergestellt wird, unterliegt diesen Regelungen, Ausnahme, der Transitverkehr, wobei ja auch das Transportrecht (§2 Abs. 5, ChemG) als solches ausgenommen ist. Es gelten dann noch weitere Ausnahmen von der Kennzeichnungspflicht z.B. für Lebensmittel, Arzneimittel (siehe §2 ChemG)usw.
Weiterhin ist auch §1 ChemG relevant.
"§ 1 Zweck des Gesetzes
Zweck des Gesetzes ist es, den Menschen und die Umwelt vor schädlichen Einwirkungen gefährlicher Stoffe und Zubereitungen zu schützen, insbesondere sie erkennbar zu machen, sie abzuwenden und ihrem Entstehen vorzubeugen." => Schutzziel ist der Mensch und die Umwelt. LabormitarbeiterInnen werden da nicht ausgenommen
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Alt 02.10.2008, 09:33   #11   Druckbare Version zeigen
Rosentod Männlich
Moderator
Beiträge: 9.244
AW: Kennzeichnung von Chemikaliengemischen

Zitat:
Zitat von AcJoker Beitrag anzeigen
O-Ton: Man weiss ja nicht wie die Sybstanzen reagieren und was dann dabei raus kommt.
Das finde ich eine sehr bedenkliche Aussage. Man sollte keine Stoffe mischen, wenn man nicht weiß, was dann passiert (passieren kann).
__________________
Lohnende Lektüre: die Kunst des Fragens (engl. Original: smart questions)
Rosentod ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 02.10.2008, 17:49   #12   Druckbare Version zeigen
AcJoker  
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 11
AW: Kennzeichnung von Chemikaliengemischen

Zitat:
Zitat von Rosentod Beitrag anzeigen
Das finde ich eine sehr bedenkliche Aussage. Man sollte keine Stoffe mischen, wenn man nicht weiß, was dann passiert (passieren kann).
Naja er meine damit wie sich die Eigenschaften ändern hinsichtlich der Gefahrenkennzeichnung.
Bedenklich finde ich dies eher in Verbindung mit Begriff "Mischungen".
Denn eine Mischung soll nicht reagieren, schon gar nicht unbekannt.

Denn eine Reaktion würde ja bedeuten es entsteht eine neue andersartige Substanz als vorher da war.
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