Allgemeine Chemie
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Alt 16.09.2008, 14:52   #1   Druckbare Version zeigen
sie weiblich 
Mitglied
Themenerstellerin
Beiträge: 10
Frage Chemikalien - Sicherheit

Hallo,

ich habe ein Problem beim Finden/Suchen von Gefahrensymbolen bzw. R-/S-Sätzen von weniger "gängigen" Chemikalien. Solche die es selten zu kaufen gibt und man sie eher selbst im Labor herstellt. Als Beispiel fällt mir gerade Diphenylmethylkalium ein... Hat jemand eine Idee wo man diese Informationen finden kann? Nach REACh müssten doch jetzt alle Chemikalien katalogisiert und charakterisiert werden - oder?

Ich bin für jeden Hinweis sehr dankbar
sie ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 16.09.2008, 15:40   #2   Druckbare Version zeigen
chemikant Männlich
Mitglied
Beiträge: 5
AW: Chemikalien - Sicherheit

Hallo,

ja also nach REACH müssten alle katalogisiert sein.
Allerdings ist es so, dass die Hersteller so ein Sicherheitsdatenblatt machen müssen. Also wenn jemand Diphenylmethylkalium herstellt, dann muss er dazu auch ein Sicherheizsdatenblatt erstellen. Habe allerdings keine Hersteller gefunden. Auch nicht die Gängigen, wie VWR usw.

Ansonsten gibt es noch den Link: http://www.bgchemie.de
dort sind auf der rechten Seite Kataloge aufglistet, wo man sich bezüglich Sicherheit schlau machen kann

MfG chemikant
chemikant ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 16.09.2008, 17:41   #3   Druckbare Version zeigen
FK Männlich
Moderator
Beiträge: 60.898
AW: Chemikalien - Sicherheit

Zitat:
Zitat von sie Beitrag anzeigen
Nach REACh müssten doch jetzt alle Chemikalien katalogisiert und charakterisiert werden - oder?
Nein, bei weitem nicht.

Zur Zeit können die "Altstoffe" (ca. 30000 Stück) vorregistriert werden, soweit Mengen über einer Tonne produziert oder importiert werden. Danach können sie registriert werden; je nachdem bis 2018.
Mit "katalogisieren" hat REACh sowieso nichts zu tun.

Gruß,
Franz
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Alt 17.09.2008, 07:48   #4   Druckbare Version zeigen
Tiefflieger Männlich
Moderator
Beiträge: 5.444
AW: Chemikalien - Sicherheit

Man nehme Anhang 1 der Richtlinie 67/548/EWG in der aktuellen Fassung zur Hand. Findet man das Produkt dort, was bei weniger gängigen Chemikalien eher unwahrscheinlich ist, so hat man das Produkt nach den Vorgaben des Anhangs zu kennzeichnen. Findet man das Produkt nicht, so hat man eine Selbsteinstufung durchzuführen und hierzu sind in der Regel entsprechende Prüfungen erforderlich.
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Vernünftig ist, dass die politischen Spitzen, wenn sie miteinander sprechen, darüber sprechen, wie mit der Sache umzugehen ist, wie ernst Vorwürfe zu nehmen sind und wie man damit umgeht, Vorwürfe zu besprechen, zu klären, zu verifizieren oder aus der Welt zu schaffen. (2013 Regierungssprecher Seibert)
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Alt 17.09.2008, 09:47   #5   Druckbare Version zeigen
FK Männlich
Moderator
Beiträge: 60.898
AW: Chemikalien - Sicherheit

Zitat:
Zitat von Tiefflieger Beitrag anzeigen
Findet man das Produkt nicht, so hat man eine Selbsteinstufung durchzuführen und hierzu sind in der Regel entsprechende Prüfungen erforderlich.
Auch bei Reagenzien, die im Kilomaßstab unters Volk gebracht werden?

Gruß,
Franz
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Alt 17.09.2008, 12:51   #6   Druckbare Version zeigen
Tiefflieger Männlich
Moderator
Beiträge: 5.444
AW: Chemikalien - Sicherheit

Zitat:
Zitat von FK Beitrag anzeigen
Auch bei Reagenzien, die im Kilomaßstab unters Volk gebracht werden?
Für die Einstufung und Kennzeichnung gibt es (bis auf wenige Ausnahmen) keine Mindestmenge bei deren Unterschreitung man auf eine Einstufung und Kennzeichnung verzichten kann. Details findet man z.B. in §13 ChemG.
Bei zu geringer Datenlage findet man dann "Achtung - noch nicht vollständig geprüfter Stoff" auf dem Etikett.
Wie bereits erwähnt, greift ab einer Jahrestonne dann das ganze REACH Prozedere. Unterhalb dieser Grenze ist man zumindest nach jetzigem Rechtsstand von vielen Genehmigungs-, Dokumentations- und Gebührenpflichten befreit.
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Alt 17.09.2008, 18:06   #7   Druckbare Version zeigen
FK Männlich
Moderator
Beiträge: 60.898
AW: Chemikalien - Sicherheit

Meine Frage ist oben etwas zu allgemein geraten. Ich meinte natürlich nur die Prüfungen.

Gruß,
Franz
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Alt 18.09.2008, 07:41   #8   Druckbare Version zeigen
Tiefflieger Männlich
Moderator
Beiträge: 5.444
AW: Chemikalien - Sicherheit

Die Frage nach den Prüfungen trifft genau den kritischen Punkt des Rechtssystems. Im §13 ChemG steht:
"Sofern der Stoff in der Rechtsverordnung nach § 14 nicht aufgeführt ist, hat er
1. die ihm zugänglichen Angaben über die Eigenschaften des Stoffes zu ermitteln und..."

Man achte hier auf die Formulierung "die ihm zugänglichen Angaben". Daraus kann man schließen, dass nur Angaben relevant sind, die man sowieso bestimmt hat oder leicht recherchieren kann.
Allerdings gibt es auch noch das Produkthaftungsgesetz und dort steht im §1 Haftung: "Wird durch den Fehler eines Produkts jemand getötet, sein Körper oder seine Gesundheit verletzt oder eine Sache beschädigt, so ist der Hersteller des Produkts verpflichtet, dem Geschädigten den daraus entstehenden Schaden zu ersetzen."
Ein nicht vorhandener Hinweis auf toxisches Potential kann durchaus als Fehler gewertet werden. Dies führt dazu, dass ein Hersteller eines Produktes (dazu gehören auch Chemikalien) verpflichtet ist, gewisse Prüfungen durchzuführen um eine, zumindest grobe, Abschätzung des Gefährdungspotentials seines Produktes zu haben. Dies ist natürlich immer davon abhängig, wer der Empfänger des Produktes ist. Eine Chemikalie, welche zu wissenschaftlichen Zwecken erzeugt und an ein anderes Institut weitergereicht wird, bedarf eines geringeren Prüfumfangs, als eine Chemikalie, welche an den privaten Endverbraucher verkauft wird.
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