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Alt 21.06.2008, 20:21   #1   Druckbare Version zeigen
Ahrac Männlich
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 1.230
Wasserfilterung

Ich nutze seit einigen Monaten von der Firma Britta sogenannte Tischwasserfilter. Da bei uns das Leitungswasser sehr kalkhaltig ist und ich gerne davon Gebrauch mache (auch zum trinken) nutze ich diesen Filter um alles rauszufiltern, was eben nicht so gut sein soll. Ich bin eigentlich damit zufrieden, denn das Wasser schmeckt jetzt eben nicht mehr nach irgendwelchen komischen Sachen, sondern einfach nur nach Wasser (meine Erfahrungen mit Gebirgsquellen und gutem Brunnenwasser sagen mir, wie Wasser schmecken sollte).

Jetzt habe ich ein paar Fragen dazu. Das "Gerät" beinhaltet eine Filterkartusche, deren Nutzzeit durch einen Timer festgelegt ist. Dieser sagt nach etwa 3-4 Wochen: auswechseln. So ist es vom Hersteller vorgesehen. Dabei geht es nicht nach Nutzung, sondern nach Zeit.
Ich frage mich aber: muss das sein? Die Dinger sind jetzt nicht wirklich teuer, aber wwarum nicht länger nutzen? Die Frage ist aber: wie lange? Und warum gibt der Hersteller diese Maximaldauer an? Wieso nicht kürzer oder länger?

Mich interessiert auch: wie kann ich das messen? Ich würde gerne einfach feststellen, welche Stoffkonzentrationen ich in meinem Leitungswasser habe, wie das nach dem Filtern aussieht, und wie das aussieht, wenn der Filter ein Monat lang in Benutzung war.


Außerdem würde ich mal eure Meinung dazu hören, wie sinnvoll das überhaupt ist, bzw. ob die Filterung überhaupt gesund ist. Vllt werden ja Stoffe gefiltert, die man aufnehmen sollte.

Humbug ist es nicht, weil ich auf jeden Fall einen deutlichen Geschmacksunterschied bemerke. Unser Leitungswasser hat einen sehr merkwürdigen Geschmack, aber nicht nach Eisen oder sowas, sondern eher ekelhaft (Ja, das mag sich witzig anhören, aber es sollte nicht so sein, zumal ich in einer neuen Anlage wohne). Fakt ist: es ist sehr kalkhaltig. Ob das wohl den Geschmack verursacht?
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Alt 21.06.2008, 20:28   #2   Druckbare Version zeigen
bm  
Moderator
Beiträge: 54.171
AW: Wasserfilterung

Die Filter enthalten Kat- und Anionen-Tauscher und meist A-Kohle. Sie verkeimen mit der Zeit.

Zitat:
Mich interessiert auch: wie kann ich das messen? Ich würde gerne einfach feststellen, welche Stoffkonzentrationen ich in meinem Leitungswasser habe, wie das nach dem Filtern aussieht, und wie das aussieht, wenn der Filter ein Monat lang in Benutzung war.
Wir messen das mit ICP-OES. Messung € 200.--.
bm ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 21.06.2008, 20:37   #3   Druckbare Version zeigen
Ahrac Männlich
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 1.230
AW: Wasserfilterung

1) Verkeimung: dh es bildet sich ekliger Schmodder im Filter, der sich wiederum lösen könnte und den ich nicht unbedingt trinken will?

2) Kationentausch: dh ich bekomme einen Überschuss an anderen Ionen, die jene austauschen, die ich nicht trinken will? Ist das jetzt aber gut oder nicht? zB würde ja dann vermutlich Ca2+ und Mg2+ in der Kartusche verbleiben, wohingegen man vermutlich Na+ beisteuert? Was ist mit den Anionen? Wodurch werden die ersetzt?

3) ICP-OES. Messung € 200: Für den Hausgebrauch also nicht geeignet. Sonst keine Möglichkeiten?
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Alt 21.06.2008, 20:40   #4   Druckbare Version zeigen
bm  
Moderator
Beiträge: 54.171
AW: Wasserfilterung

Die Dinger sind bekannt als Britta-Filter: http://www.google.de/search?hl=de&q=britta-filter&meta=

Zitat:
3) ICP-OES. Messung € 200: Für den Hausgebrauch also nicht geeignet. Sonst keine Möglichkeiten?
Angebot der Woche : € 199,--
bm ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 21.06.2008, 20:45   #5   Druckbare Version zeigen
Ahrac Männlich
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 1.230
AW: Wasserfilterung

Zitat:
Die Dinger sind bekannt als Britta-Filter
Habe ich nicht geschrieben, dass ich einen solchen besitze?
Gibt es zu 1 und 2 keine Antwort?
Ahrac ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 21.06.2008, 20:53   #6   Druckbare Version zeigen
ricinus Männlich
Moderator
Beiträge: 23.863
AW: Wasserfilterung

Zitat:
Zitat von Ahrac Beitrag anzeigen
1) Verkeimung: dh es bildet sich ekliger Schmodder im Filter, der sich wiederum lösen könnte und den ich nicht unbedingt trinken will?
So ist es. Bakterien und Pilze, auf die man besser verzichtet...
Zitat:
2) Kationentausch: dh ich bekomme einen Überschuss an anderen Ionen, die jene austauschen, die ich nicht trinken will? Ist das jetzt aber gut oder nicht? zB würde ja dann vermutlich Ca2+ und Mg2+ in der Kartusche verbleiben, wohingegen man vermutlich Na+ beisteuert? Was ist mit den Anionen? Wodurch werden die ersetzt?
Cl- ?
Zitat:
3) ICP-OES. Messung € 200: Für den Hausgebrauch also nicht geeignet. Sonst keine Möglichkeiten?
Ich würde es billiger machen als bm. Das ist ein alter Halsabschneider.
Aber im Ernst, es gibt einfachere und billigere Wege, Ca2+ und Mg2+ im Wasser zu bestimmen. AAS oder noch simpler : eine komplexometrische Titration.

lg
__________________
"Old geochemists never die, they merely reach equilibrium." (Antonio C. Lasaga ?)
ricinus ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 21.06.2008, 21:20   #7   Druckbare Version zeigen
Spell Force Männlich
Mitglied
Beiträge: 105
AW: Wasserfilterung

Hallo Ahrac,
ich hätte auch mal ein paar Fragen an dich:
schmeckt das Wasser wirklich komisch oder muchelig oder so,
woher kommst du genau?

mfg. Spell Force
Spell Force ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 21.06.2008, 21:29   #8   Druckbare Version zeigen
Ahrac Männlich
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 1.230
AW: Wasserfilterung

Ich studiere und wohne momentan in Mainz. Das Wasser hat einen sehr merkwürdigen Nachgeschmack. Ich habe das vorher noch nie so geschmeckt. Entweder ist es was Lokales oder eventuell in der Leitung. Es riecht nicht unangenehm oder so, aber es schmeckt... schwer zu beschreiben. Ich werde mal erneut probieren und versuchen es mit etwas zu vergleichen...


Zum Ionentausch: Ich meine, es geht hier nicht um meine Waschmaschine, sondern darum, dass ich jeden Tag fast drei Liter ionengetauschtes Wasser trinke, dh ich nehme doch andere Konzentrationen auf, als ohne. Kann das denn gesundheitsschädlich sein bzw irgendwelche Mangel- und/oder Überdosis-Erscheinungen hervor rufen?

Komplexometrische Titration hört sich gut an. Hätte ich auch selbst drauf kommen können. Mal schauen, wie ich das hin bekommen
Ahrac ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 22.06.2008, 10:13   #9   Druckbare Version zeigen
ricinus Männlich
Moderator
Beiträge: 23.863
AW: Wasserfilterung

Zitat:
Zitat von Ahrac Beitrag anzeigen
Ich meine, es geht hier nicht um meine Waschmaschine, sondern darum, dass ich jeden Tag fast drei Liter ionengetauschtes Wasser trinke, dh ich nehme doch andere Konzentrationen auf, als ohne. Kann das denn gesundheitsschädlich sein bzw irgendwelche Mangel- und/oder Überdosis-Erscheinungen hervor rufen?
Ich würde das Wasser frisch aus der Leitung trinken oder Mineralwasser kaufen, wenn dir das Leitungswasser nicht schmeckt (wenn es denn unbedingt Wasser sein muss). Schliesslich braucht der Körper ne Menge Calcium und Magnesium, und es auch bei sehr hartem Wasser kaum möglich, diese beiden überzudosieren.
Zitat:
Komplexometrische Titration hört sich gut an. Hätte ich auch selbst drauf kommen können. Mal schauen, wie ich das hin bekommen
Das ist Standard für die Bestimmung der Wasserhärte und schon x Mal hier im Forum beschrieben worden. Suchfunktion !

lg
__________________
"Old geochemists never die, they merely reach equilibrium." (Antonio C. Lasaga ?)
ricinus ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 22.06.2008, 11:41   #10   Druckbare Version zeigen
Ahrac Männlich
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 1.230
AW: Wasserfilterung

Zitat:
Suchfunktion
Schon längst betätigt und fündig geworden

Danke für die Antworten!
Ahrac ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 23.06.2008, 03:15   #11   Druckbare Version zeigen
kaktustk Männlich
Mitglied
Beiträge: 750
AW: Wasserfilterung

Es könnte sein, dass dein Wasser vor der Benutzung länger in der Leitung steht. Laut Trinkwasserversorgung wird Leitungswasser immer dort getestet, wo es am längsten stagniert um die Extremwerte zu erwischen. Es kann also sein, dass falls du in einem höheren Gebäude wohnst das Wasser lange "steht" (über Nacht) und so bestimmte Mineralien und s. bm Bakterien sich anreichern. Wenn es ein älteres Haus ist, könnten z.B. Cu-Werte zu dem Zeitpunkt Morgens erhöht sein, noch älter -> Pb.
kaktustk ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 23.06.2008, 20:05   #12   Druckbare Version zeigen
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nicht mehr Mitglied
Beiträge: n/a
AW: Wasserfilterung

Zitat:
Zitat von kaktustk Beitrag anzeigen
Es könnte sein, dass dein Wasser vor der Benutzung länger in der Leitung steht. Laut Trinkwasserversorgung wird Leitungswasser immer dort getestet, wo es am längsten stagniert um die Extremwerte zu erwischen. Es kann also sein, dass falls du in einem höheren Gebäude wohnst das Wasser lange "steht" (über Nacht) und so bestimmte Mineralien und s. bm Bakterien sich anreichern. Wenn es ein älteres Haus ist, könnten z.B. Cu-Werte zu dem Zeitpunkt Morgens erhöht sein, noch älter -> Pb.
Das ist leider nicht immer richtig. Leider wird das Trinkwasser, gerade in den Netzen der Städten und Gemeinden da genommen, wo die es nehmen dürfen. Meist sind das öffentliche Gebäude (Krankenhäuser, Gaststätten, örtliche Hochbehälter), je nachdem, wie es dem Wasserlieferanten am besten passt. Leider erlauben gerade Privathasuhalte an einem Endstrang eine Probenahme nicht, da das Wasser ja auf ihre Kosten wegläuft (mal 10Liter oder etwas mehr, aber die Leute mache ein Theater, als würde das Trinkwasser da Badewannenweise weglaufen). Außerdem spiegelt das Wasser in den Privathaushalten nicht immer die Qualität des "frischeren" Trinkwassers im Versorgungsnetz weider (alte Bleileitungen etc.)
@Ahrac, dein örtlicher Wasserversorger muss dir auf Anfrage einen Untersuchungsbericht zukommen lassen. Frag doch einfach mal an. Und im Zweifelsfall den Vermieter mal fragen, wie den die Wasserversorgung im Haus konzipiert ist (der ist als erster zuständig, dass das Wasser bei dir in Ordnung ist).
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Alt 24.06.2008, 17:14   #13   Druckbare Version zeigen
kaktustk Männlich
Mitglied
Beiträge: 750
AW: Wasserfilterung

Ich glaube, ich hatte mich falsch ausgedrückt... ich meinte natürlich nicht die Entfernung bezogen auf den Versorger, sondern die Entfernungen im Haus selbst (Einspeisung ins Haus --> Entnahme im Haus). Ob man im 12. Stock wohnt, oder im Erdgeschoss kann unter Umständen eine Menge ausmachen.
kaktustk ist offline   Mit Zitat antworten
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