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Alt 01.06.2008, 23:29   #1   Druckbare Version zeigen
Gil  
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 3
2-Propanol bei Pigment-Anmischung?

Habe eine Frage an euch:

Habe mich die letzten Tage etwas mit der Pigmentherstellung (für Aquarellfarbe) beschäftigt, genauer gesagt, mit Eisenoxid-Pigmenten.
Bin da ein ziemlicher Laie, habe aber aus meiner experimentierfreudigen Jugendzeit noch ein paar geeignete Materialien gehabt.
Habe also Stahlwolle in Salpetersäure aufgelöst, bis sich da nix mehr drin gelöst hat, das ganze dann langsam eingeköchelt und das entstehende Eisennitrat (?) im Tiegel ordentlich durchgeglüht.
Meinem begrenzten Verständnis nach müsste das jetzt frei von Nitrat- oder Säurerückständen sein (es war rot glühend...).
Das nur der Vollständigkeit halber.

Jetzt habe ich mir daraus Aquarellfarbe gemischt.
Etwas Gummi Arabicum, ein wenig Honig, n bissel Glycerin, etwas Ochsengalle, destilliertes Wasser, und eben das Eisenoxid - alles in der Reibschale zu ner cremigen Masse verrieben.
Da kam mir die Idee, doch vielleicht etwas Lösungsmittel hinzuzugeben, damit das ganze flüssiger wird, ich es besser in´s Näpfchen abfüllen kann, und der Alkohol nachher halt einfach verdunstet und es nicht so lange zum austrocknen braucht wie mit Wasser.
Also etwas 2-Propanol zugekippt.
Und siehe da, es hat sofort angefangen zu klumpen.

War für mich eigentlich noch praktischer, weil ich plötzlich eine Kitt-artige Masse hatte, die ich einfach aus der Schale spachteln und in´s Farbnäpfchen drücken konnte.
Es scheint sich auch gut anlösen zu lassen, und die Farbe scheint sich auch nicht verändert zu haben.

Nun aber die Frage(n) - was ist da passiert?
Hat der Isopropylalkohol einfach das Wasser aus der Farbpaste verdrängt?
Oder hat er irgendwie mit dem Gummi Arabicum reagiert?
Oder mit dem Honig?
Oder mit dem Glycerin?
Oder mit der Ochsengalle?
Oder mit dem Eisenoxid?
Oder waren vielleicht doch noch Nitrat- bzw. Salpetersäure-Spuren drin, und das hat damit irgendwas zu tun?

Wäre das Zugeben von 2-Propanol also eine taugliche Methode, um die Trockenzeit der Farbpaste zu verringern, oder zersetzt mir das irgendwie die Bestandteile und richtet da mehr Schaden an?
Oder isses gar giftig/sonstwie gefährlich?

Ich hoffe, mir kann da jemand Klarheit verschaffen...
Gil ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 02.06.2008, 11:41   #2   Druckbare Version zeigen
DocKarsten Männlich
Mitglied
Beiträge: 47
AW: 2-Propanol bei Pigment-Anmischung?

Ich schätze mal, da hat sich das Gummi Arabicum aus der wässrigen Anmischung verabschiedet. Laut Wikipedia unlöslich in Alkohol.
Isopropanol führt zur Ausfällung von Proteinen, und Gummi Arabicum besteht u.a. aus Proteinen.
DocKarsten ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 02.06.2008, 18:34   #3   Druckbare Version zeigen
Gil  
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 3
AW: 2-Propanol bei Pigment-Anmischung?

@DocKarsten: Schonma gut zu wissen, aber so ganz kommt das nicht hin - das Gummi Arabicum ist offensichtlich noch in der Masse drin, welche dadurch halt auch sehr klebrig-elastisch wird.

Habe das jetzt nochmal mit feinverriebener Kohle als Pigment ausprobiert, da verhält es sich quasi exakt so.
Kann also das Pigment doch als Ursache ausschließen, keine bösen Säurereste, die mir das Papier zerfressen könnten. ;-)

Jetzt nochmal an die erste Farbpaste zurückgedacht, schien es wirklich so, als ob irgendwie das Wasser aus der Paste verdrängt worden wäre - nämlich, weil in der Reibschale eine Flüssigkeit übrigblieb, die nicht so schnell verdunstet ist, wie es das 2-Propanol hätte tun müssen (und auch nicht so roch); sprich, ´s wird wohl Wasser gewesen sein, was da übrigblieb.

Jetzt würd mich immer noch interessieren, wie es denn das 2-Propanol schafft, aus der Farbpaste eine so dick-klebrige Masse zu machen?
Ach ja - solange genug von dem Alkohol da dran ist, klebt es auch nicht, sondern lässt sich wunderbar formen.
Gil ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 02.06.2008, 18:59   #4   Druckbare Version zeigen
FK Männlich
Moderator
Beiträge: 60.898
AW: 2-Propanol bei Pigment-Anmischung?

Gummi Arabicum ist, wie schon gesagt, nicht in Isopropanol löslich (obwohl es nicht aus Proteinen besteht...). Also fällt es aus, zusammen mit einigem Wasser, das daran gebunden ist. Daher die Pampe.

Gruß,
Franz
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Alt 03.06.2008, 06:57   #5   Druckbare Version zeigen
Gil  
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 3
AW: 2-Propanol bei Pigment-Anmischung?

Naja, was mich daran halt wundert ist, daß das Übriggebliebene doch schon sehr gummiartig wirkt, so daß ich mir nicht vorstellen kann, daß das Gummi Arabicum wirklich ausgefallen sein kann. (zumindest nicht komplett)

Wär´s vielleicht möglich, daß das Gummi die anderen Bestandteile an sich gebunden hat, sie also zusammenhält, das Ganze dann aber quasi vom 2-Propanol "zurückgedrängt" bzw. zurückgehalten wird, und ich durch´s weitere Anreiben etwas Wasser aus der Masse raus"gedrückt" habe, wo die Masse eben noch nicht mit Propanol benetzt war?

Weil es eben wirklich nicht danach aussieht, als wäre das Gummi aus der Masse verschwunden, oder als wäre diese plötzlich ungleichmäßig geworden.
Nachdem das Ganze jetzt abgefüllt und etwas getrocknet ist, lässt sich´s auch ganz gut anlösen und haftet gut auf dem Papier; was es eben bei bloßem Anrühren des Pigmentes mit Wasser nicht tut (da kann man´s dann vom Papier wieder abreiben).

Hoffe, hier niemanden durch meine Skeptik zu nerven, aber es wundert (und interessiert) mich eben wirklich...
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2-propanol, aquarellfarbe, klumpen

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