Allgemeine Chemie
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Grundlagen der allgemeinen und anorganischen Chemie
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Alt 28.05.2008, 10:43   #1   Druckbare Version zeigen
Ladyb1rd weiblich 
Mitglied
Themenerstellerin
Beiträge: 12
Säure-Base-Theorien: Unterschiede?

Hey Leute,


ich hab mich über die drei bekannteren Säure-Base-Definitionen informiert und würde mich gerne rückversichern, ob ich das richtig verstanden habe:

Zuerst kam Arrhenius, der Säure als etwas definiert hat, das in Wasser unter Bildung von H+ dissoziiert, eine Base wäre umgekehrt ein Stoff, der in Wasser OH- bildet.

Kritikpunkte: Arrhenius hat sich nicht mit den Wechselwirkungen auf das Wasser beschäftigt und Reaktionen von Stoffen, die keine H+ oder OH- abgeben können werden nicht berücksichtigt (? Ist das richtig so? Wurde also diese Therie von Brönsted überholt, weil man sich nicht erklären konnte, wie Stoffe, die keine OH- enthalten im Wasser OH- bilden konnten? Oder eher weil man Säure-Base-Reaktionen auch ohne Wasser als Lösungsmittel beobachten kann? Bin mir nicht ganz sicher wieso das Konzept genau verworfen wurde, könnt ihr mir da helfen, evtl. mit Beispiel?)

Dann Brönstedt, der besagt dass eine Säure ein Protonendonator ist und eine Base ein Protonenakzeptor.

Kritikpunkte: gute Frage auch, für welche Reaktionen genau braucht man eigentlich die Lewis-Definition?


Lewis: Eine Lewis-Säure ist ein Molekül mit Elektronenlücke, also unvollständigem Oktett, eine Lewisbase kann ein Elektronenpaar abgeben.


Könnte mir evtl. Jemand ein Beispiel einer Reaktion geben, die nciht mit Arrhenius, aber mit Brönstedt, bzw. nicht mit Brönstedt aber mit Lewis zu erklären ist? Das wäre nett
Ladyb1rd ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 28.05.2008, 10:59   #2   Druckbare Version zeigen
Svlad Cjelli Männlich
Mitglied
Beiträge: 1.563
AW: Säure-Base-Theorien: Unterschiede?

Zitat:
Könnte mir evtl. Jemand ein Beispiel einer Reaktion geben, die nciht mit Arrhenius, aber mit Brönstedt
An Protonenübergängen müssen nicht immer {H_2O} Moleküle beteilligt sein.Protonenübergänge können direkt zwischen Säure und Baseteilchen formuliert werden:
{NH_3 + HCl \rightleftharpoons NH_4^+ + Cl^- \rightleftharpoons NH_4Cl}


Übrigens: Es gibt einige kluge Köpfe (genauer gesagt einer) der meint, dass der Säure- Basenbegriff ruhig bei Arrhenius hätte stehen bleiben können...
__________________
"Wann aber äußerer Anlaß, oder innere Stimmung, uns plötzlich aus dem endlosen Strome des Wollens heraushebt, die Erkenntniß dem Sklavendienste des Willens entreißt, die Aufmerksamkeit nun nicht mehr auf die Motive des Wollens gerichtet wird, sondern die Dinge frei von ihrer Beziehung auf den Willen auffaßt, also ohne Interesse, ohne Subjektivität, rein objektiv sie betrachtet, ihnen ganz hingegeben, sofern sie bloß Vorstellungen, nicht sofern sie Motive sind: dann ist die auf jenem ersten Wege des Wollens immer gesuchte, aber immer entfliehende Ruhe mit einem Male von selbst eingetreten, und uns ist völlig wohl. Es ist der schmerzenslose Zustand, den Epikuros als das höchste Gut und als den Zustand der Götter pries: denn wir sind, für jenen Augenblick, des schnöden Willensdranges entledigt, wir feiern den Sabbath der Zuchthausarbeit des Wollens, das Rad des Ixion steht still." A.S.
Svlad Cjelli ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 29.05.2008, 00:43   #3   Druckbare Version zeigen
Paleiko Männlich
Mitglied
Beiträge: 2.210
AW: Säure-Base-Theorien: Unterschiede?

Beispiel für eine nach Lewis zu erklärende Reaktion: Reaktion von Bor-Verbindungen mit Lewis-Basen (Z.B. Adduktbildung von Monoboran und NH3 oder Reaktion von Borsäure und Hydroxid).

Das nach Brönsted übertragene H+ als Lewis-Säure passt ebenfalls ins Lewis-Konzept, genauso wie die Aufnahme von H+ durch Basen. Eine generelle Charakterisierung "sauren" oder "basischen" Verhaltens ginge also in die Richtung Ladungs(träger)verschiebungen oder Aufnahmen/Abgaben.

Ich merk mir das in der Form (und passe es dann an die Begriffe an...):

Säure: Nimmt neg. Ladung(sträger) auf (z.B. Elektronenpaar, Hydroxidion...) oder gibt positive ab (Proton)

Base: Umgekehrt.

Im Rahmen bestehender chemischer Begrifflichkeiten ist das aber der fachübliche Terminus-Eiertanz, wirklich "globale" Konzepte sind in der Chemie ja eher selten...
Paleiko ist offline   Mit Zitat antworten
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Alt 25.06.2008, 00:05   #4   Druckbare Version zeigen
Svlad Cjelli Männlich
Mitglied
Beiträge: 1.563
AW: Säure-Base-Theorien: Unterschiede?

Zitat:
Zitat von ehemaliges Mitglied Beitrag anzeigen
Gravierender aber scheinen mir die Schwächen , die sich aus einerv nicht konsequenten Handhabung des BRÖNSTED- Systems ergeben. Und so gesehen wäre es für den Chemieunterricht an den Schulen m.E. besser, man wäre bei ARRHENius geblieben.

Was wir übrigens hier gern im Einzelnen diskutieren können, wenn es gewünscht wird.
So nun liege ich schon lange genug auf der Lauer. Der TE scheint bedient zu sein. Diese Thema interessiert mich sehr.
Was meinen Sie mit einer "nicht konsequenten Handhabung des BRÖNSTED- Systems"?
Sollte es Ihrer Meinung nach so sein, dass man Arrhenius nur deshalb ausschlieslich in der Schule benutzen sollte, weil es einfacher ist? Man so also das jonglieren mit Arrhenius, Brönstedt, Lewis, Usanovich... mehr oder weniger elegant umgeht?
Würde Sie persönlich generell sagen, dass man sich während der gesamten Schulzeit (also auch Oberstufe?) auf Arrhenius beschränken sollte?
Sehen Sie die nicht konsequente Handhabung des BRÖNSTED- Begriffs, als ein Problem der lehrenden Personen?
Diese Erfahrung habe ich nämlich auch gemacht.
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"Wann aber äußerer Anlaß, oder innere Stimmung, uns plötzlich aus dem endlosen Strome des Wollens heraushebt, die Erkenntniß dem Sklavendienste des Willens entreißt, die Aufmerksamkeit nun nicht mehr auf die Motive des Wollens gerichtet wird, sondern die Dinge frei von ihrer Beziehung auf den Willen auffaßt, also ohne Interesse, ohne Subjektivität, rein objektiv sie betrachtet, ihnen ganz hingegeben, sofern sie bloß Vorstellungen, nicht sofern sie Motive sind: dann ist die auf jenem ersten Wege des Wollens immer gesuchte, aber immer entfliehende Ruhe mit einem Male von selbst eingetreten, und uns ist völlig wohl. Es ist der schmerzenslose Zustand, den Epikuros als das höchste Gut und als den Zustand der Götter pries: denn wir sind, für jenen Augenblick, des schnöden Willensdranges entledigt, wir feiern den Sabbath der Zuchthausarbeit des Wollens, das Rad des Ixion steht still." A.S.
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