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Alt 16.05.2008, 11:51   #1   Druckbare Version zeigen
Kalleos  
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 4
Erklärung zur polaren Bindung im Chlorwasserstoffmolekül

Aus meinem Chemiebuch elemente kann ich eine Erklärung nicht so ganz nachvollziehen. Hier ein bischen zusammengefasst:"Wenn bei einem Molekül aus verschiedenen Atomen nach außen entgegengesetzte Ladungen in Erscheinung treten, hängt dies mit dem bei der Bindungsbildung neu aufgetretenen Elektronenpaar zusammen. Um dessen Einfluss verdeutlichen zu können, betrachten wir das System aus einem H und Cl Atom zunächst ohne diese beiden Elektronen. Beide Atome sind also einfach positiv geladen. Der daraus resultierende Schwerpunkt der positiven Ladung liegt genau in der Mitte zwischen beiden Atomkernen

Den letzten Satz kann ich nicht nachvollziehen. Warum liegt der Schwerpunkt der positiven Ladung in der Mitte? Wenn man beide Atome ohne das bindende Elektronenpaar betrachtet hat Cl ja noch Elektronen und H keine mehr. Die Elektronen von Cl müssten sich also zur Mitte zum elektronenfreien H verlagern, weil H mit seiner positiven Ladung diese anzieht. In der Mitte müsste demnach also ein negativer Ladungsschwerpunkt liegen. Die positive Ladung von Cl als Folge nach außen möglichst weit weg von H liegen.

Könnte jemand erklären, wie das genau gemeint war?
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Alt 16.05.2008, 12:57   #2   Druckbare Version zeigen
Distickstoffoxid Männlich
Mitglied
Beiträge: 392
AW: Erklärung zur polaren Bindung im Chlorwasserstoffmolekül

Verbrenn das Buch. ^^ Das ist wohl die mit abstand beschissenste Erklärung einer polaren Atombindung! Entschuldigt den vulgären Ausdruck, aber wer sowas Schreibt hat die Zielsetzung, jeden Schüler dieser Welt zu verwirren.

Zitat:
ohne diese beiden Elektronen. Beide Atome sind also einfach positiv geladen.
Wieso sollte man, um eine polare Atombindung zu beschreiben einfach das Elektronenpaar weglassen?


Also ich versuche dir die polare Atombindung mal plausibel zu erklären.
Bei einer Atombindung findet ja das Teilen eines oder mehrerer Elektronenpaar statt. Dabei hat jedes Atom ein bestimmtes Bestreben, ein Elekronenpaar an sich zu ziehen. Wir nennen diesen Wert auch die "Elekronegativität". Ist die Elekronegativität gering, werden Bindungselekronen nicht stark angezogen. Ist sie hoch, werden Bindungselekronen angezogen.
Im PSE kann man eindeutig feststellen, dass das Element ganz oben rechts Flour [F] (EN=3,98) (Edelgase werden nicht berücksichtigt) die höchste Elektronegativität hat.
Das Element unten links Franzium [Fr] (EN= 0,7)hat die geringste Elektronegativität.

Berachten wir nun die Elekronegativitäten in einigen Verbindungen:

O=O (O2)
Auf beiden seiten ist ein Atom mit einem hohen EN-Wert (EN=3,44). Jedoch ist die Differenz gleich 0, da es sich beide Male um Sauerstoff handelt.

H-Cl
Um auf dein Beispiel zurückzukommen. H hat eine EN=2,2. Cl hat EN=3,16 Daraus ergibt sich eine EN-Differenz von 0,96. Die Bindung ist Polar.

H-O-H (H2O)
EN(H)=2,2
EN(O)=3,44
EN-Differenz= 1,24
-> Die Bindung ist Polar.


Ab einem bestimmten EN-Wert ist die Atombindung so polar, dass alle Bindungelektronen vollständig übergehen. Dann spricht man von einer Ionenbindung. Sie tritt wie bekannt zwischen Metallen und Nichtmetallen auf. (es gibt wie immer auch Ausnahmen, auf die ich jetzt nicht näher eingehe)
Es gibt Grenzen, bei denen man sagt, dass unter einer bestimmten EN-Differenz eine Unpolare Bindung vorliegt, aber auch welche, bei denen man sagt, dass ab ihnen eine Ionenbindung vorliegt. Sie lauten:

EN-Differenz: 0,0-0,4 ->Unpolare Atombindung
EN-Differenz: 0,4-1,7 ->Polare Atombindung
EN-Differenz: 1,7+ -> Ionenbindung

!VORSICHT!
Bei den Werten handelt es sich um Faustregeln. Natürlich fließen sie ineinander über.


Wertequellen:
http://www.lenntech.com/deutsch/Data-PSE/Elektronegativit%C3%A4t.htm
http://de.wikipedia.org/wiki/Polare_Atombindung
__________________
Früher bin ich immer zuspät gekommen. Heute heißt das c.t. :)
Ich kann Farben ändern!
mfg lachgas
Distickstoffoxid ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 16.05.2008, 13:45   #3   Druckbare Version zeigen
Kalleos  
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 4
AW: Erklärung zur polaren Bindung im Chlorwasserstoffmolekül

Um Himmels Willen, ich wollte mit meiner Frage doch nicht erreichen, dass jemand mühselig die Zeit opfert mir das zu erklären, was zahlreich im Netz erklärt wird.

Ich möchte nur verstehen, wie das im Buch gemeint war. Das Buch selbst kann ich überhaupt nicht als schlecht einstufen. Die Erklärung dazu wirkt vllt. so schlecht, weil ich die zusammengefasst habe und weitere Ausführungen ausgelassen habe.

Polare Bindungen an sich habe ich schon zu einen gewissen Grad verstanden. Ich will nur die Erklärung des Buches nachvollziehen können...

Ich schreib mal ganz ausführlich wie es dort stand:

"Die polare Bindung im Chlorwasserstoffmolekül:
Wenn bei einem Molekül aus verschiedenen Atomen nach außen entgegengesetze Ladungen in Erscheinung treten, bedeutet dies, dass die Ladungsschwerpunkte getrennt sind. Da diese Ladungen nicht bei isolierten Atomen auftreten, sondern erst im Molekül, ist anzunehmen, dass dieser Sachverhalt mit dem bei der Bindungsbildung neu aufgetretenden bindenden Elektronenpaar zusammenhängt. Um dessen Einfluss verdeutlichen zu können, betrachten wie das System aus einem Wasserstoff- und einem Chloratom zunächst ohne diese beiden Elektronen. Dies bedeutet, dass beide Atome jeweils einfach positiv geladen sind. Der daraus resultierende Schwerpunkt der positiven Ladung liegt genau in der Mitte zwischen beiden Atomkernen. Die Elektronenwolke des bindenden Elektronenpaares liegt nun nicht genau zwischen den beiden Kernen, sondern ist in Richtung des Chloratoms verschoben und damit auch der negative Ladungsschwerpunkt."

Das fettmarkierte ist der Satz, den ich nicht verstanden habe.
Warum liegt der Schwerpunkt der positiven Ladung in der Mitte? Wenn man beide Atome ohne das bindende Elektronenpaar betrachtet hat Cl ja noch Elektronen und H keine mehr. Die Elektronen von Cl müssten sich also zur Mitte zum elektronenfreien H verlagern, weil H mit seiner positiven Ladung diese anzieht. In der Mitte müsste demnach also ein negativer Ladungsschwerpunkt liegen.
Kalleos ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 16.05.2008, 14:08   #4   Druckbare Version zeigen
Distickstoffoxid Männlich
Mitglied
Beiträge: 392
AW: Erklärung zur polaren Bindung im Chlorwasserstoffmolekül

Mhhh also mich verwirrt der Satz auch...

Vielleicht kann das ja ein anderer erklären. Ich warte gespannt...
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mfg lachgas
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