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Alt 02.05.2008, 12:54   #1   Druckbare Version zeigen
Karsten6 Männlich
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 4
Wie giftig sind Verbrennungsrückstände?

Hallo ich bin zum ersten Mal hier und habe diverse Fragen zu Modellkraftstoff.

Ich bin begeisterter Modellrennbootfahrer und wohne leider in NRW.
NRW hat das Modellrennboot fahren mit den Alkoholmotoren praktisch verboten. In anderen Bundesländern gibt es noch Möglichkeiten.
Weil ich etwas anderes als Chemie studiert habe, hab ich ein paar Fragen.
Ich fahre Modellkraftstoff mit folgender Zusammensetzung:
Ca. 18% Rizinusöl
5 -15% Nitromentahn (je nach Motor)
Rest Methanol.
Ich weiß, dass Methanol und Rizinusöl Wassergefährdungsklasse 1 hat,
Wie würde Cola mit dem PH-Wert und dem Zuckeranteil eingruppiert, wenn man es eingruppieren würde?
Ich habe in meiner beruflichen Laufbahn ca. 12 Kläranlagen modernisiert.
Die Kippen ca. 9-13 to Methanol pro Woche in die letzte Klärstufe, weil man damit Bakterien animiert schneller und mehr Schadstoffe abzubauen. 50m weiter geht das Wasser dann in den Schönungsteich und in den Vorfluter.
Ich fahre mit meinem Boot ca. eine halbe Stunde mit einem halben Liter. Ca. 90% verbrennt davon. (Ist ja auch sinn der Sache).

Kann mir jemand sagen, was bei der Verbrennung von Modellkraftstoff entsteht und wie giftig das wirklich ist?
Gibt es eine offizielle Studie oder Ähnliches und wo kann ich es zum Lesen be-kommen?
Karsten6 ist offline   Mit Zitat antworten
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Alt 02.05.2008, 14:15   #2   Druckbare Version zeigen
Spektro Männlich
Mitglied
Beiträge: 952
AW: Wie giftig sind Verbrennungsrückstände?

Bei den Verbrennungsrückständen von Nitromethan entstehen Nitrose Gase (Stickoxide), die sind nicht ganz ungefährlich. Ich bin aber recht sicher, daß so nen Modellbaumotor nicht so viel Stoffumsatz hat, daß irgendwelche Grenzwerte erreicht würden-außer vielleicht man macht es in geschlossenen Räumen.

Ansonsten ist halt die Komponente Nitromethan selbst nicht ganz harmlos, die hat u.a. auch Wassergefährdungsklasse 2. Vermutlich hat der Gesetzgeber Angst, daß der unverbrannte Kraftstoff irgendwo abgelassen wird. Siehe Speziell Punkt 12 in dem zweiten Link.

Siehe auch:
http://de.wikipedia.org/wiki/Nitromethan
http://chemdat.merck.de/documents/sds/emd/deu/de/8208/820894.pdf
Spektro ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 02.05.2008, 17:37   #3   Druckbare Version zeigen
Tiefflieger Männlich
Moderator
Beiträge: 5.445
AW: Wie giftig sind Verbrennungsrückstände?

Die Wassergefährdungsklasse ist beim hier beschriebenen Einsatz erst mal irrelevant, denn über sie werden Lagervorschriften für die Lagerung größerer Mengen festgelegt.
Problematisch dürfte das Rizinusöl sein. Gibt auf den Wasser einen schönen Ölfilm und da könnte man ja schlimmeres vermuten. Weiterhin ist der Lärm dieser Verbrenner ja auch nicht gerade als gering anzusehen.
Die Abgase der Modellmotoren dürften nach heutigen Standards als nicht gerade gesundheitsförderlich anzusehen sein.
__________________
Vernünftig ist, dass die politischen Spitzen, wenn sie miteinander sprechen, darüber sprechen, wie mit der Sache umzugehen ist, wie ernst Vorwürfe zu nehmen sind und wie man damit umgeht, Vorwürfe zu besprechen, zu klären, zu verifizieren oder aus der Welt zu schaffen. (2013 Regierungssprecher Seibert)
Tiefflieger ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 06.05.2008, 11:36   #4   Druckbare Version zeigen
Karsten6 Männlich
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 4
AW: Wie giftig sind Verbrennungsrückstände?

Viele Dank für den Link.

Soweit mir bekannt ist, ist Nitromethan ein sehr flüchtiger und reaktiver Stoff.
Ich mache mir nicht all zu viel Gedanken, dass nennenswerte Mengen durch die mehrere Hundert Grad heiße Verbrennung und den heißen Krümmer in flüssiger Form in das Wasser gelangen kann.

Kann es sein, das durch die Verbrennung des Gemisches in Kombination andere giftige Stoffe entstehen? Z. B. Rizinus und Nitromethan?

Unverbranntes Rizinusöl würde ich ähnlich, wie Sonnenöl klassifizieren. Davon wird im Sommer durch Badegäste auch einiges in die Seen eingebracht.
Karsten6 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 06.05.2008, 11:37   #5   Druckbare Version zeigen
Karsten6 Männlich
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 4
AW: Wie giftig sind Verbrennungsrückstände?

Das sind so ziemlich genau die Argumente von Umweltschützern, die sich mit der Sache noch nicht beschäftigt haben.
Ich wohne neben einem Park (Naherholungsgebiet). Haben Sie schon mal die
2-Takt-Rasentrimmer der städtischen Grünpfleger gehört? Oder Kettensägen und Hexler?
Ich fahre mit meinen Rennbooten nicht in einem Naherholungsgebiet und in der Ver-gleichsmessung liege ich einige dB unter den Rasentrimmern und Kettensägen.

Und nicht gesund einzuschätzende Abgase:
Ich würde die Abgase eines PKW Diesels, selbst wenn er mit BIOdiesel betrieben wird, auch nicht als gesundheitsfördernd bezeichnen und es fahren Millionen davon rum.
Karsten6 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 06.05.2008, 20:16   #6   Druckbare Version zeigen
Tiefflieger Männlich
Moderator
Beiträge: 5.445
AW: Wie giftig sind Verbrennungsrückstände?

Zitat:
Zitat von Karsten6 Beitrag anzeigen
...Haben Sie schon mal die
2-Takt-Rasentrimmer der städtischen Grünpfleger gehört? Oder Kettensägen und Hexler?
Ich fahre mit meinen Rennbooten nicht in einem Naherholungsgebiet und in der Ver-gleichsmessung liege ich einige dB unter den Rasentrimmern und Kettensägen.
Unser Rechtssystem unterscheidet deutlich zwischen privatem (z.B. Freizeit/Hobby) und gewerblichem Lärm. In vielen Gemeinden ist z.B. Rasen mähen zu bestimmten Mittagszeiten (oft 12-15 Uhr) nicht gestattet, allerdings dürfen gewerbliche Betriebe (z.B. Landschaftsgärtner) auch in dieser Zeit ihrem Gewerbe nachgehen und beim Kunden den Rasen mähen. Über den Sinn oder Unsinn dieser Regelung läßt sich natürlich streiten.
Zitat:
Zitat von Karsten6 Beitrag anzeigen
...
Und nicht gesund einzuschätzende Abgase:
Ich würde die Abgase eines PKW Diesels, selbst wenn er mit BIOdiesel betrieben wird, auch nicht als gesundheitsfördernd bezeichnen und es fahren Millionen davon rum.
Modellmotoren unterliegen keinerlei Abgasprüfung. Pkw dürfen seit 1.1.2007 nur noch mit mindestens Euro 4 bei der Typprüfung vorgestellt werden um zulassungsfähig innerhalb der EU zu sein. Über die Typprüfung und eine definierte Serienabweichung ist ein bestimmtes Abgasverhalten gewährleistet. Dieses wird in Deutschland dann auch noch alle 2 Jahre über die AU überprüft (mit recht großzügigen Toleranzen). Auch hierüber lässt sich streiten.

Eine alle Menschen gleichermaßen glücklich machende Regelung wird es wohl nirgendwo geben und damit muß man leben.
Das Abgasverhalten von 2-Takt Motoren ist in der Regel nicht gerade umweltfreundlich, weder im Modellbau- noch im Maschinenbereich. Der Betrieb der Modellmotoren unter Zumischung von Nitromethan und zusätzlich unter relativ hohen Verbrennungstemperaturen dürfte den Stickoxidanteil recht hoch treiben, was von der EU z.B. im Kfz-Bereich nicht gerne gesehen wird und demnächst die Dieselfahrer erneut zur Nach/Umrüstung bringen wird.
Die Problematik beim Ricinusöl ist, dass man dem Ölfilm auf dem Gewässer nicht ansieht, ob es sich um relativ harmloses Ricinusöl oder um Mineralöl handelt. Weiterhin ist zu beachten, dass auch ein Ricinusölfilm den Sauerstoffhaushalt eines Gewässers schädigen kann. Jetzt noch an einem warmen Sonnentag ausgebracht und schon kippt der Modellboottümpel um.
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Vernünftig ist, dass die politischen Spitzen, wenn sie miteinander sprechen, darüber sprechen, wie mit der Sache umzugehen ist, wie ernst Vorwürfe zu nehmen sind und wie man damit umgeht, Vorwürfe zu besprechen, zu klären, zu verifizieren oder aus der Welt zu schaffen. (2013 Regierungssprecher Seibert)
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