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Allgemeine Chemie Fragen zur Chemie, die ihr nicht in eines der Fachforen einordnen könnt, gehören hierher.

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Alt 05.03.2008, 16:58   #1   Druckbare Version zeigen
heinx87 Männlich
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 16
Fällung aus homogener Lösung

Hallo,
eine folgende Klausurfrage lautete:

Welche Vorgehensweise beschreibt die Fällung aus homogener Lösung?
Welche Vorteile hat dieses Verfahren?
Nennen Sie ein Bsp. (m. Reaktionsgleichung)!

Kann mir jmd diese Frage beantworten?

Danke
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Alt 05.03.2008, 19:18   #2   Druckbare Version zeigen
ricinus Männlich
Moderator
Beiträge: 23.862
AW: Fällung aus homogener Lösung

Ich muss gestehen, dass ich diese Frage nicht verstehe
Fällung wovon aus welcher Lösung ? (Übrigens ist eine echte Lösung immer homogen - diese Schwammigkeit einerseits und die Tautologie andererseits, das alles lässt mich irgendwie an der Kompetenz des Fragestellers zweifeln )

lg
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"Old geochemists never die, they merely reach equilibrium." (Antonio C. Lasaga ?)
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Alt 05.03.2008, 19:40   #3   Druckbare Version zeigen
heinx87 Männlich
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 16
AW: Fällung aus homogener Lösung

zum ersten bin ich Biologiestudent und habe fast keine ahnung von chemie...

zum zweiten wurden diese Fragen so wortwörtlich in einer Chemieklausur gestellt von einem Chemieprofessor - soviel zur Kompetenz...

Also wir hatten im Chemiepraktikum nur Fällung mit Urotropin...
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Alt 05.03.2008, 20:53   #4   Druckbare Version zeigen
ricinus Männlich
Moderator
Beiträge: 23.862
AW: Fällung aus homogener Lösung

Ich verstehe nun was gemeint ist : Man kann Hydroxide fällen, indem man Lauge zur Lösung gibt oder indem man die OH- Ionen in situ durch Hydrolyse von Urotropin erzeugt. Letzteres wird dann als homogene Fällung in manchen Lehrbüchern bezeichnet, obwohl ich das immer noch als Tautologie bezeichnen würde, denn jede richtige Lösung ist homogen.
Die Fällungen werden als "homogen" in dem Sinne bezeichnet, dass bei der Hydrolyse das Fällungsreagenz überall in der Lösung mit der gleichen Geschwindigkeit gebildet wird und kein lokaler Überschuss auftritt (letzteres wäre der Fall, wenn man statt mit Urotropin zu fällen, einfach einen Schuss Ammoniak in die Lösung giesst). Solche lokalen Überschüsse begünstigen z.B. unerwünschte Okklusionen in den Niederschlägen.

Andere Beispiele wären die in situ Bildung von Sulfid aus Thioacetamid (um beim Trennungsgang zu bleiben) oder die Bildung von Chromat aus Cr(III) durch Bromat, die zur Fällung von Blei in der Gravimentrie verwendet wird.

Allen Verfahren gemein ist die Behauptung, dass eine in situ Erzeugung des Fällungsagens eine stöchiometrisch bessere Zusammensetzung des Niederschlags ergebe und eine bessere Filtrierbarkeit gewährleiste. Meinetwegen

lg
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Alt 05.03.2008, 21:52   #5   Druckbare Version zeigen
ricinus Männlich
Moderator
Beiträge: 23.862
AW: Fällung aus homogener Lösung

Zitat:
Zitat von ehemaliges Mitglied Beitrag anzeigen
Wenn ich auf den von Ihnen beschriebenen Sachverhalt hinausgewollt hätte, dann hätte ich die Frage jedenfalls ganz anders formuliert.
Wem sagen Sie das. Die Frage versteht man nur, wenn man den Kontext kennt. Als ich Urotropin hörte, wusste ich worauf der Herr Professor hinaus wollte.

lg
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Alt 06.03.2008, 09:27   #6   Druckbare Version zeigen
heinx87 Männlich
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 16
AW: Fällung aus homogener Lösung

Erstma vielen Dank, nun bin ich ein wenig beruhigter...

Das Problem war einfach dass ich diese Frage auch nicht verstanden habe... ich dachte es gäbe eine spezielle Definition für "Fällung aus homogener Lösung", aber nun weiß ich ja bescheid.

Danke
heinx87 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 06.03.2008, 09:52   #7   Druckbare Version zeigen
Tino71 Männlich
Moderator
Beiträge: 6.935
Blog-Einträge: 41
AW: Fällung aus homogener Lösung

"Fällung aus homogener Lösung" ist so ein Modebegriff, der vor einigen Jahren aufgekommen ist. Damit beschreibt man Systeme, in denen die "fällende" Spezies in situ erzeugt wird. Ich glaube, das haben die Sol-Gel-Chemiker erfunden. Dort ist mir das zum ersten Mal begegnet. Ist heute an den Unis recht verbreitet, wie mir scheint...
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Alt 06.03.2008, 12:02   #8   Druckbare Version zeigen
hippie Männlich
Mitglied
Beiträge: 5.283
AW: Fällung aus homogener Lösung

Zitat:
Zitat von Tino71 Beitrag anzeigen
Ist heute an den Unis recht verbreitet, wie mir scheint...
Jipp, wir haben das auch als solches im Quali/Quanti-Praktikum gelernt. Ist meines Erachtens mittlerweile ein gängiger Terminus in diesem Bereich.
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Erwin kann mit seinem Psi/kalkulieren wie noch nie/doch wird jeder leicht einsehn/Psi lässt sich nicht recht verstehn -- E. Hückel
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Alt 06.03.2008, 12:52   #9   Druckbare Version zeigen
hippie Männlich
Mitglied
Beiträge: 5.283
AW: Fällung aus homogener Lösung

Völlig Konsequent ist der Begriff nicht. Allerdings entwickeln sich aus Urotropin erst in der Hitze größere Mengen von Hydroxid Ionen, tropft man Ammoniakwasser zu, entstehen diese sofort und mit beachtlichen lokalen Konzentrationsunterschieden.
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Alt 06.03.2008, 13:27   #10   Druckbare Version zeigen
heinx87 Männlich
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 16
AW: Fällung aus homogener Lösung

ok ok

kann mir das vllt nun nochmal einer kurz un knapp beantworten (s. Ausgangsfragen) damit das auch ein leidender Biologe versteht ?

Danke !
heinx87 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 06.03.2008, 17:09   #11   Druckbare Version zeigen
ricinus Männlich
Moderator
Beiträge: 23.862
AW: Fällung aus homogener Lösung

Zitat:
Zitat von ehemaliges Mitglied Beitrag anzeigen
Denn wenn ich recht verstanden habe, gilt eine Fällung mit NH3 nicht als "Fällunng in homogener Lösung", obwohl auch hier die fällende Spezies erst in situ erzeugt wird. Denn NH3 ist ja nicht die fällende Spezies, sondern OH-.
Naja, es wird ja Ammoniakwasser zugesetzt. Darin präexisitieren ja aber schon OH- Ionen.

lg
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Geändert von hippie (06.03.2008 um 17:25 Uhr)
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Alt 06.03.2008, 17:12   #12   Druckbare Version zeigen
ricinus Männlich
Moderator
Beiträge: 23.862
AW: Fällung aus homogener Lösung

Zitat:
Zitat von heinx87 Beitrag anzeigen
ok ok

kann mir das vllt nun nochmal einer kurz un knapp beantworten (s. Ausgangsfragen) damit das auch ein leidender Biologe versteht ?

Danke !
Siehe mein Beitrag #5 : Bei homogener Fällung wird das Fällungsagens in situ durch eine geeignete Reaktion erzeugt. Dadurch werden lokale Konzentrationsunterschiede beim Fällungsvorgang verhindert, welche der Qualität des gefällten Niederschlages abträglich wären : die Niederschläge haben eine bessere stöchiometrische Zusammensetzung und es kommt zu weniger Okklusionen.

lg
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ricinus ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 06.03.2008, 17:24   #13   Druckbare Version zeigen
heinx87 Männlich
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 16
AW: Fällung aus homogener Lösung

Dankeschön
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