Zitat:
Zitat von Junior
Bei der zweiten Frage vermute ich, dass es durch den ischämisch bedingten Sauerstoffmangel zu weniger Umsatz von Ca2+ und Pi kommt (Ca2+ ist bei der Isocitrat-DH und der Ketoglutarat-DH Aktivator). Wenn weniger Ca2+ verbraucht wird, ist die ATP-Synthese geringer, folglich steigt der Gehalt an inorganischem Phosphat. Könnte das der richtige Ansatz sein?
|
Erstmal finde ich die verringerte ATP-Synthese eine gute Idee. Damit würdest Du einen erhöhten Pegel an anorganischem Phosphat erklären können. Mit dem Calcium bin ich allerdings nicht ganz glücklich...
Ca
2+ ist ja ein Botenstoff in verschiedenen Prozessen, allerdings wird Ca
2+ dabei ja nicht "verbraucht". Wenn Du ein Signal hast, wird Ca
2+ von Außen in die Zelle gelassen und aus inneren Speichern (v.a. Sarcoplasmatisches Retikulum) freigesetzt. Nach erfolgtem Signal wird das Calcium wieder raus- bzw. in die internen Speicher gepumpt. Nur durch diese Prozesse ist die intrazelluläre Ca
2+-Konzentration so gering.
Du hast selber angenommen, dass die ATP-Synthese, die ja O2-abhängig ist, bei Ischämie reduziert ist. Dadurch wird zwar ATP verbraucht, nicht aber in der nötigen Menge nachproduziert. Also hast Du nicht nur eine Erhöhung von anorganischem Phosphat, sondern auch eine Störung von ATP-abhängigen Vorgängen. Auch wenn ich nicht weiß, welche Transporter das freie Ca
2+ aus der Zelle entfernen, würde ich wetten, dass sie ATP benötigen.
Das wäre jetzt mal eine etwas gewagte Theorie, da bei Ischämie sicher noch ganz andere Prozesse eine Rolle spielen. So habe ich z.B. keine Ahnung, was alles über den
Hypoxia-induced factor an Proteinsynthese aktiviert wird und ob diese vielleicht ebenfalls ATP-abhängig sind...