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Alt 13.04.2011, 17:36   #1   Druckbare Version zeigen
Blubbbla  
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 2
Stabilität von Methylphenidat

Hallo,

Wie lange hält sich Methylphenidat bei kühler, trockener Lagerung(<20°C)?
Blubbbla ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 13.04.2011, 18:11   #2   Druckbare Version zeigen
pleindespoir Männlich
Mitglied
Beiträge: 5.399
Achtung AW: Stabilität von Methylphenidat

Steht ja eigentlich auf der Packung ... wenn Du es sonstwoher haben solltest, beachte bitte das BtMG und dass "heisse Tipps" zu solcherlei Produkten hier im Forum ungern gesehen werden .
pleindespoir ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 13.04.2011, 19:14   #3   Druckbare Version zeigen
Blubbbla  
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 2
AW: Stabilität von Methylphenidat

Das Methylphenidat habe ich verschrieben bekommen, allerdings ist das schon längere Zeit her und laut der Angabe auf der Verpackung ist es bereits abgelaufen. Da ich allerdings mal von einem Arzt gehört habe, dass bei vielen Medikamenten angeblich gezielt ein zu niedriges Verfallsdatum aufgedruckt wird um Geld zu verdienen, was ich mir aber eigentlich nur schwer vorstellen kann, habe ich mir gedacht, ich informiere mich mal in einem Forum, in dem sich Leute mit Chemie auskennen und somit wissen, unter welchen Bedingungen eine Substanz reagiert.
Blubbbla ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 13.04.2011, 19:27   #4   Druckbare Version zeigen
jag Männlich
Mitglied
Beiträge: 18.237
AW: Stabilität von Methylphenidat

Das Datum besagt, dass bei sachgemäßer Lagerung zum Tag des Datums noch mindestens 95% der Wirkstoffgehaltes vorhanden sind.

Kann also jeder entscheiden, ob mans noch verwendet oder nicht. Ich verwende "abgelaufene" Medikamente weiter.

Gruß

jag
__________________
Die Lösung auf alle Fragen ist "42".
Aus gegebenem Anlass: Alle Rechnungen überprüfen, da keine Gewähr. - Fragen bitte im Forum stellen.
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Alt 13.04.2011, 19:48   #5   Druckbare Version zeigen
pleindespoir Männlich
Mitglied
Beiträge: 5.399
AW: Stabilität von Methylphenidat

Vor nicht allzulanger Zeit ist die Haltbarkeit eines bestimmten Medikamentes spontan von 3 auf 7 Jahre hochgesetzt worden ... auch für bereits verkaufte Produkte - Papier ist ja sooo geduldig.
Üblicherweise ist bei den Blisterpillen 3 Jahre Haltbarkeit - das bedeutet nicht, dass unmittelbar danach Schrott im Blister liegt.

Mindestens 95% Wirkstoff kann auch 99,5% bedeuten. Selbst mindestens 95% in drei Jahren bedeuten nach 12 Jahren noch mindestens 80% Wirkstoff.

Viel interessanter ist die Frage, ob die sonstigen Beiprodukte in diesen Jahren nicht zerfallen und zu schädlichen Stoffen führen. Das sollte aber im allgemeinen auch weitestgehend ausgeschlossen sein.


Solange die Blister unverletzt sind, kann man auch davon ausgehen, dass weder Feuchtigkeit noch Keime reingekommen sind. Bei den Standardpräparaten kann man das als ungefährlich betrachten - da haben Bakterien nicht viel zu knabbern - bei den Retard-Varianten ist allerdings Stärke drin - das könnte eventuell ein Nährboden sein.
pleindespoir ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 13.04.2011, 19:55   #6   Druckbare Version zeigen
jag Männlich
Mitglied
Beiträge: 18.237
AW: Stabilität von Methylphenidat

Ernsthafte Probleme ergeben sich eigentlich nur bei groben Lagerungsfehler (bei allen steht höchstens 25°C) und bestimmten, empfindlichen Formulierungen, insbesondere Säften, Trockensäfte, Inhalationskapseln. Normale Tabletten, Kapseln etc. sind recht unempfindlich.

Für die Haltbarkeit sind "Zerfallserscheinungen" der Hilfststoffe nach meinem Kenntnisstand nicht so enbtscheidend - zerbröselnde, fleckige Tabletten nimmt aber eh keiner.

In der Tat werden aufgrund von Langzeituntersuchungen (der Rückstellmuster) die "Haltbarkeiten" zuweilen hoch gesetzt (Wenn man die Haltbarkeit nach Zulassung - das wäre Voraussetzung - ohne Vermarktung testet, ist man pleite). Mir ist auch bekannt, dass bestimmte Notfallmedikamente (Katastophenschutz, Bundeswehr), die vor Jahrzehnten gekauft wurden jedes Jahr getestet werden und dann den "Verlängert" Stempel erhalten.

Gruß

jag
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Alt 13.04.2011, 20:09   #7   Druckbare Version zeigen
chemiewolf Männlich
Mitglied
Beiträge: 22.356
AW: Stabilität von Methylphenidat

Der Methylester sieht nicht sehr stabil aus. Aber einer verwendung spricht nichts wirklich entgegen, da auch die freiwerdende Säure m.E. nicht toxisch ist.

Ich habe mal fca. 40 - 50 Jahre altes Clonidin und Hydrocortison untersucht, waren beide noch über 95%ig.
chemiewolf ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 28.01.2019, 16:01   #8   Druckbare Version zeigen
FRUEHLINGSGRUENER Männlich
Mitglied
Beiträge: 4
Grinsen AW: Stabilität von Methylphenidat

Sehr geehrte Forum Mitglieder.


Ich habe eine Konkrete Frage wegen Methylphenidat. (Ritalin.)

Ich habe noch <<Ritalin Sr Retard Tabletten 20mg>>.


Nur leider sind diese seit 2001 abgelaufen.



Wie sieht das nun aus?
Toxsisch? Einfach weniger wirksam?






Freundliche Grüsse
FRUEHLINGSGRUENER ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 28.01.2019, 16:34   #9   Druckbare Version zeigen
chemiewolf Männlich
Mitglied
Beiträge: 22.356
AW: Stabilität von Methylphenidat

da die Dinger fast 20 Jahre alt sind, würde ich von einer Einnahme auf jeden Fall abraten.
__________________
The State Senate of Illinois yesterday abandoned its Committee on Efficiency and Economy for reasons of 'efficiency and economy'.
De Moines Tribune, 6 February 1955
chemiewolf ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 28.01.2019, 16:40   #10   Druckbare Version zeigen
FRUEHLINGSGRUENER Männlich
Mitglied
Beiträge: 4
Frage AW: Stabilität von Methylphenidat

Vielen Dank für deine Antwort lieber Chemiewolf.




Also würdest du davon abraten, weil sich das Methylphenidat in ein Toxsisches Derivat verwandelt hat, weil es nicht mehr wirksam ist oder sonst ein Grund?



Also chemisch gesehen: Was kann da drinnen (über 20 Jahre) passiert sein?




Liebe Grüsse
FRUEHLINGSGRUENER ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 28.01.2019, 17:46   #11   Druckbare Version zeigen
Fulvenus Männlich
Mitglied
Beiträge: 21.795
AW: Stabilität von Methylphenidat

Zitat:
Zitat von FRUEHLINGSGRUENER Beitrag anzeigen
Also chemisch gesehen: Was kann da drinnen (über 20 Jahre) passiert sein?
Am wahrscheinlichsten ist die Hydrolyse der Estergruppe,so daß Ritalinsäure vorliegt,welche auch bei der Metabolisierung von Ritalinpräparaten gebildet und ausgeschieden wird(->https://www.lanuv.nrw.de/fileadmin/lanuv/analytik/pdf/ECHO_Ritalin_Mai_2014.pdf ).
Wenn du nun ein solche Präparat zu therapeutischen Zwecken o.ä.(Neuro Enhancement
"Hirndoping") verwendest,besteht die Gefahr der Unter- oder Überdosierung.
Also Finger weg und entsorgen.

Fulvenus!
Fulvenus ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 28.01.2019, 18:02   #12   Druckbare Version zeigen
FRUEHLINGSGRUENER Männlich
Mitglied
Beiträge: 4
Lachen AW: Stabilität von Methylphenidat

Vielen Dank für deine tolle und schnelle Antwort Fulvenus!


Also technisch gesehen sind die Zerfallsprodukte nicht Toxsisch an sich, sondern wirken halt einfach nicht mehr (z.B. Ritalinsäure).
Die eigentliche Gefahr ist einfach, dass weil eine zu geringe Wirkung Eintritt, man überdosieren könnte.


Chemisch gesehen: Der Zerfall sollte doch in allen Tabletten ähnlich schnell von statten gehen. (Gleiche Verpackung, Gleiche Temperatur, Gleicher Lagerort) Dann wäre also die Ritalin konzentration bei allen Tabletten ähnlich "abgesunken" oder nicht?


Hat Riatlin in diesem Sinne so etwas wie eine "Halbwärtszeit?" (Unter optimalen Lagerbedingungen, trocken, 25° Celsisu) Ich habe dazu online nur die Halbwärtszeit im Organismus gefunden.




Ja eben, ich hol mir einfach neue, hab sie ja verschieben, aber wundern tuts mich trotzdem!




Viele Grüsse
FRUEHLINGSGRUENER ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 28.01.2019, 18:09   #13   Druckbare Version zeigen
Fulvenus Männlich
Mitglied
Beiträge: 21.795
AW: Stabilität von Methylphenidat

Der Gehalt ist in allen Tabletten wohl gleich,da aber nichts über den aktuellen Gehalt bekannt ist,kannst du über- oder unterdosieren,je nach Aufnahmeverhalten.Giftig ist da mWn nichts.

Fulvenus!
Fulvenus ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 28.01.2019, 18:11   #14   Druckbare Version zeigen
FRUEHLINGSGRUENER Männlich
Mitglied
Beiträge: 4
Daumen hoch AW: Stabilität von Methylphenidat

Lieber Fulvenus, vielen Dank für die schnelle Antwort!


Ja ich geb die dann in der Apotheke ab wenn ich mir neue hole.


Nen schönen Abend wünsche ich!


Viele Grüsse
FRUEHLINGSGRUENER ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 28.01.2019, 19:11   #15   Druckbare Version zeigen
HNIW Männlich
Mitglied
Beiträge: 3.639
AW: Stabilität von Methylphenidat

Zitat:
Zitat von Fulvenus Beitrag anzeigen
...nichts über den aktuellen Gehalt bekannt ist,kannst du über- oder unterdosieren,
Das ist doch immer der Fall, wenn nicht exakt auf kg/KM dosiert wird, also idR bei Tabletten immer. Bei richtiger Lagerung möchte ich bezweifeln, dass sich da signifikante Mengen zersetzt haben.Außerdem zweifle ich stark an, dass eine Überdosierung von Ritalin selbst um - sagen wir mal - 15% zu ernsthaften Nebenwirkungen führt ....
__________________
"Erfahrung heißt gar nichts. Man kann seine Sache auch 35 Jahre schlecht machen."
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"Nur wenige wissen, wie viel man wissen muss, um zu wissen, wie wenig man weiß."
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HNIW ist offline   Mit Zitat antworten
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