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Alt 04.09.2013, 12:10   #1   Druckbare Version zeigen
fluorescein  
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 5
Selektivität der Zielproduktbildung

Hallo, mich würde interessieren warum verändert sich die Selektivität der Zielproduktbildung im allg. bei steigender Temp.?

Hat es was zu tun mit der kin. Energie der Teilchen?
fluorescein ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 04.09.2013, 21:17   #2   Druckbare Version zeigen
magician4 Männlich
Mitglied
Beiträge: 7.267
AW: Selektivität der Zielproduktbildung

Zitat:
Hat es was zu tun mit der kin. Energie der Teilchen?
ja, kinetische gruende koennen eine rolle spielen:


bildlich gesprochen: je schneller du unterwegs bist, desto mehr energiebarrieren ( eben wegen der erhoehten kollisionsgeschwindigkeit bei grossem delta v der partner) durchstoesst du problemlos, desto mehr pfade eroeffen sich fuer dich auf dem weg edukt --> (div.) moegliche produkte

bleibst du hingegen wg. kleinem delta v , also geringer energie des max. erreichbaren uebergangszustands , vor allen barrieren ( bis auf eben eine) haengen, so ist diese eine ueberwindbare die einzige option, und du hast extrem hohe selektivitaet.

(dass individuelle molekuelgeschwindigkeiten bei gegebener temperatur z.b. Maxwell-Bolzmann verteilt sind verkompliziert dieses bild zwar etwas, aendert an dem qualitativen grundgedanken jedoch nichts wirklich substantielles)

dieses bild wirst du daher bei allen kinetisch kontrollierten produktverteilungen antreffen

hast du hingegen eine thermodynamisch kontrollierte situation, so kann sich dieses bild der selektivitaeten durchaus auch anders darstellen (je nachdem wie die delta G der einzelprozesse mit T sich aendern)


eine grundsaetzliche unterscheidung ob du thermodynamisch oder kinetisch kontrollierte produktverteilung hast ist nicht immer trivial, und fuehrt oft bei genauerem hinsehen auch zu unerwarteten resultaten
(so kannst du zeigen, dass die alkylierung von benzol mit tert.butlychlorid zunaechst kinetisch kontrolliert ist : es entsteht initial als sekundaeres alkylierungsprodukt p- ditert.butylbenzol
dieses produkt ist jedoch thermodynamisch benachteiligt gegenueber m-ditert.butylbenzol , welches sich daher nach einiger zeit sodann unter thermodynamischer kontrolle bildet (umlagerung), um seinerseits sodann die bildung von (schlussendlich) 1,3,5-tritert.butylbenzol zu gestatten)

die frage nach den gruenden fuer selektivitaet / selektivitaetsaenderung hat also ggf. sehr feinstrukturierte antworten


gruss

Ingo
magician4 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 05.09.2013, 12:15   #3   Druckbare Version zeigen
BeaH2O  
Mitglied
Beiträge: 29
AW: Selektivität der Zielproduktbildung

Um es einfacher auszudrücken: Um energetisch ungünstigere Zielprodukte (bzw. Produkte, deren Bildung eine hohe Aktivierungsenergie benötigt) bilden zu können, wird eine höhere Temperatur (= mehr Energie) benötigt, während sich bei niedrigen Temperaturen das energetisch günstigste Produkt (bzw. das Produkt mit der geringeren Aktivierungsenergie) bildet. Bei Reaktionen, die bei hohen Temperaturen durchgeführt werden, ist die Selektivität allgemein geringer bzw. oft zu den kinetisch günstigeren Produkten verschoben. (Die Kinetik ist oft z.B. durch die Zugänglichkeit bestimmt.)
BeaH2O ist offline   Mit Zitat antworten
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Alt 05.09.2013, 16:21   #4   Druckbare Version zeigen
fluorescein  
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 5
AW: Selektivität der Zielproduktbildung

magician4 & BeaH2O, danke sehr für eure Antworten. Sie sind beide sehr hilfreich und verständlich.
fluorescein ist offline   Mit Zitat antworten
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Stichworte
selektivität, zielproduktbildun

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