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Lebensmittel- & Haushaltschemie Zur Lebensmittel- und Haushaltschemie gehören die Herstellung, die Funktion sowie die Ermittlung und Überwachung (un)erwünschter Bestandteile von Lebensmitteln, Kosmetika, Reinigern usw.

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Alt 06.05.2018, 16:05   #1   Druckbare Version zeigen
Grundolar Männlich
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 1
Test Fruktose

Hallo Leute,

vorweg:
Ich bin auf dem Gebiet der Chemie nicht sonderlich bewandert, weshalb ich mich hier an euch wende ;-)

Mein Frage:
Wie kann ich ermitteln, wie viel Fruktose in z.B. meinem Apfelsaft oder Smoothie steckt?
Mir ist bewusst, dass es im Internet auch Angaben zu den Inhalten gibt, aber mir geht es explizit um den Test.

Vielen Dank!
Grundolar ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 06.05.2018, 16:08   #2   Druckbare Version zeigen
chemiewolf Männlich
Mitglied
Beiträge: 21.553
AW: Test Fruktose

willkommen hier.

Ohne Labor und chemische Kenntnisse ist das nicht möglich.
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De Moines Tribune, 6 February 1955
einfach mal eine Fanta trinken
chemiewolf ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 19.05.2018, 05:30   #3   Druckbare Version zeigen
Dimethyletherisomer Männlich
Mitglied
Beiträge: 123
AW: Test Fruktose

Für Apfelsaft gäbe es einfache Möglichkeit, den Fructosegehalt abzuschätzen ohne ihn zu messen. Für Smoothies funktioniert der nicht, außer wenn die Zusammensetzung genau bekannt ist.

Es gibt Teststäbchen, mit denen man den Glucosegehalt messen kann. Habe die Dinger nie benutzt, aber es müsste so funktionieren:
Nachlesen, für welchen Konzentrationsbereich die Stäbchen sind.
Apfelsaft verdünnen, Stäbchen eintauchen und die Farbe mit einer Skala vergleichen.
Evtl. mit einer anderen Verdünnung wiederholen.
Gemessene Konzentration x Verdünnungsfaktor = Glucosekonzentration.

Je nach Obst hat man ein halbwegs konstantes Glucose/Fructose-Verhältnis, das man z. B. hier findet: http://allergiefreiessen.de/blog/Gesundheitsthemen/Fructose/Fructose-und-Glucosegehalt-in-Lebensmitteln::52.html
Für Äpfel ist hier 0,4 angegeben, aus den Einzelwerten berechnet ist es 0,36. Wenn man 20 g/l Glucose misst, kann man davon ausgehen, dass 20/0,36 = 56 g Fructose enthalten sind.

Exakt würde man beides zum Beispiel mit einem enzymatischen Glucose/Fructose-Test messen. Dazu braucht man neben dem Teskit Pipetten, entionisiertes Wasser, ein Photometer und auch ein bisschen Laborerfahrung.
Dimethyletherisomer ist offline   Mit Zitat antworten
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Alt 19.05.2018, 08:19   #4   Druckbare Version zeigen
chemiewolf Männlich
Mitglied
Beiträge: 21.553
AW: Test Fruktose

Zitat:
Zitat von Dimethyletherisomer Beitrag anzeigen
Für Apfelsaft gäbe es einfache Möglichkeit, den Fructosegehalt abzuschätzen ohne ihn zu messen.
diese Rechnung kann man auch mit dem angegebenen Zuckergehalt durchführen.
Für Smoothies kann man das dann anhand der prozentualen Zusammensetzung zumindest abschätzen.
Wie genau willst du es denn wissen?
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The State Senate of Illinois yesterday abandoned its Committee on Efficiency and Economy for reasons of 'efficiency and economy'.
De Moines Tribune, 6 February 1955
einfach mal eine Fanta trinken
chemiewolf ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 19.05.2018, 14:33   #5   Druckbare Version zeigen
Choluri Männlich
Mitglied
Beiträge: 14
AW: Test Fruktose

Die Weinbauern messen den Gesamt-Zuckerghehalt entweder als Öchsle oder als Refraktion (bei dem Refraktometer sind auch schon Zucker-Skalen eingebaut, °Brix).
Und Dimethyletherisomer (ein wunderbarer Name, DH!) hat mich auf die Idee gebracht, davon den durch Teststäbchen ermittelten Glucosegehalt abzuziehen (muss aber dafür wohl stark verdünnt werden!). Sind weitere Komponenten dabei (lösl. Eiweiße oder Alkohol) wird die Messung stark verfälscht, bei Öchsle auch ölige Komponenten oder Pigmente, die die Dichte beeinflussen).
Die Geräte sind sicher auch in einer Weinkellerei vorhanden. Ob die sie allerdings zur Verfügung stellen, ist nicht sicher. Sind aber im Weinbedarf auch zu kriegen, kenne die Preise nicht. Vllt sind aber auch die mit Goodwill ausgestattet...

Geändert von Choluri (19.05.2018 um 14:42 Uhr)
Choluri ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 20.05.2018, 21:45   #6   Druckbare Version zeigen
Dimethyletherisomer Männlich
Mitglied
Beiträge: 123
AW: Test Fruktose

Chemiewolf: "Diese Rechnung kann man auch mit dem angegebenen Zuckergehalt durchführen."

Ja, das wäre die viel einfachere Variante. Aber weil Grundolar unbedingt etwas messen wollte ...

Choluri: "Die Weinbauern messen den Gesamt-Zuckerghehalt entweder als Öchsle oder als Refraktion (bei dem Refraktometer sind auch schon Zucker-Skalen eingebaut, °Brix). Und Dimethyletherisomer hat mich auf die Idee gebracht, davon den durch Teststäbchen ermittelten Glucosegehalt abzuziehen."

Die Handrefraktometer haben sogar eine Oechsle-Skala. Aber weder °Oechsle noch Brix (ein Most mit 20 Brix hat den gleichen Brechungsindex wie eine 20-prozentige Saccharoselösung) lassen sich genau in g/l Zucker umrechnen. Anders gesagt: Moste mit z. B. 100 °Oechsle können sich im Zuckergehalt deutlich unterscheiden, abhängig vom Säuregehalt, dem Zustand der Trauben etc. Was man mit dem Glucosetest machen könnte, ist den Zuckergehalt des Mostes in g/l ermitteln. Wenn die Trauben nicht sehr faul sind, hat der Most fast genau gleiche Mengen Glucose und Fructose, andere Zucker spielen mengenmäßig keine Rolle. Die Rechnung Zuckergehalt = Glucose x 2 ist genauer als irgendeine empirische Formel zur Umrechnung von °Oechsle in g/l Zucker, die weder den Säuregehalt noch andere Faktoren berücksichtigt.
Dimethyletherisomer ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 21.05.2018, 14:07   #7   Druckbare Version zeigen
akapuma Männlich
Mitglied
Beiträge: 136
AW: Test Fruktose

Das Handrefraktometer hat für den Winzer den Vorteil, daß er direkt im Weinberg mit einer zerdrückten Traube messen kann. Ich würde vermuten, daß die Öchslewaage im Weinkeller das bevorzugte Meßinstrument ist.

Gruß

akapuma
akapuma ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 22.05.2018, 06:45   #8   Druckbare Version zeigen
Dimethyletherisomer Männlich
Mitglied
Beiträge: 123
AW: Test Fruktose

akapuma: "Ich würde vermuten, daß die Öchslewaage im Weinkeller das bevorzugte Meßinstrument ist."

Ja, damit kann man auch den Gärverlauf gut verfolgen. Teilweise wird auch ein Handbiegeschwinger eingesetzt. Mit Biegeschwingern kann man die Dichte sehr genau berechnen, wobei hier aber nur die ersten 3 Nachkommastellen von Interesse sind.

Die °Oechsle kann man zwar über den Brechungsindex messen, aber sie sind über die Dichte definiert. °Oechsle = ((Dichte Most / Dichte Wasser) - 1) * 1000. Temperatur dabei 20°C, das ergibt Dichte Most / 0,9982). Dichte Most / Dichte Wasser ist die dimensionslose relative Dichte. Bei einer relativen Dichte von 1,080 hat der Most also 80 °Oechsle.

In größeren auf Wein spezialisierten Laboren, teils auch in Winzergenossenschaften, misst man die meisten Most- und Weinparameter über FTIR im mittleren IR-Bereich.
Dimethyletherisomer ist offline   Mit Zitat antworten
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