Verfahrenstechnik und Technische Chemie
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Verfahrenstechnik und Technische Chemie Das Forum für die Chemie jenseits von Reagenzgläsern und Glaskolben. Hier können Probleme der Reaktionstechnik sowie der thermischen und mechanischen Stoffwandlungs- und Trennprozesse diskutiert werden.

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Alt 30.10.2011, 21:44   #1   Druckbare Version zeigen
dejavue  
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 2
Ostwaldverfahren - ungeklärte Fragen

Ich hätte noch ein paar Fragen bezüglich des Ostwaldverfahrens, auf die ich in diesem Forum, und auch mit Google noch keine Antwort gefunden habe.

1. Frage:
Bei mir im Chemiebuch "Elemente Chemie 2 Seite 157" ist ein Modellversuch zum Ostwaldverfahren abgebildet, dort wird das Gasgemisch(Luft und Ammoniak) durch ein Calciumoxid Granulat geleitet.... kann mir wer sagen, wozu das gut ist?

2. Frage:
Bei Wikipedia steht zum Ostwaldverfahren
"Eine weitere unerwünschte Nebenreaktion ist die Bildung von Lachgas:
NH3 + 4 O2 -> 2 N2O + 6 H2O
Die Reaktion wird durch eine möglichst hohe Netztemperatur und niedrigen Druck zurückgedrängt (s. Prinzip von Le Chatelier)."

Wie kann da den was durch Druckveränderung begünstigt werden, wenn auf beiden Seiten der Gleichung die gleichen Gasanteile sind?

3. Frage:
Welche Möglichkeiten zur Begünstigung des Gleichgewichts gibt es bzw. werden bei dem Ostwaldverfahren verwendet?

lg dejavue
dejavue ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 30.10.2011, 22:12   #2   Druckbare Version zeigen
FK Männlich
Moderator
Beiträge: 61.477
AW: Ostwaldverfahren - ungeklärte Fragen

Zitat:
Zitat von dejavue Beitrag anzeigen
1. Frage:
Bei mir im Chemiebuch "Elemente Chemie 2 Seite 157" ist ein Modellversuch zum Ostwaldverfahren abgebildet, dort wird das Gasgemisch(Luft und Ammoniak) durch ein Calciumoxid Granulat geleitet.... kann mir wer sagen, wozu das gut ist?
CaO kann Wasser und saure Bestandteile festhalten.
Zitat:
2. Frage:
Bei Wikipedia steht zum Ostwaldverfahren
"Eine weitere unerwünschte Nebenreaktion ist die Bildung von Lachgas:
NH3 + 4 O2 -> 2 N2O + 6 H2O
Die Reaktion wird durch eine möglichst hohe Netztemperatur und niedrigen Druck zurückgedrängt (s. Prinzip von Le Chatelier)."

Wie kann da den was durch Druckveränderung begünstigt werden, wenn auf beiden Seiten der Gleichung die gleichen Gasanteile sind?
Die Gleichung lautet richtig:
4 NH3 + 4 O2 -> 2 N2O + 6 H2O
Eine Änderung des Druckes würde demnach also nichts nützen.
Allerdings ist die Hauptreaktion mit einer Volumenerhöhung verbunden, wird also relativ zur Lachgasentstehung begünstigt, wenn der Druck erniedrigt wird. Außerdem ist Lachgas thermisch instabil und zerfällt bei hohen Temperaturen in die Elemente. Daher nützt die erhöhte Temperatur des Netzes.

Gruß,
Franz
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Alt 30.10.2011, 22:30   #3   Druckbare Version zeigen
dejavue  
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 2
AW: Ostwaldverfahren - ungeklärte Fragen

Hey super ^^ vielen Dank für die wirklich schnelle Antwort

Noch ne Frage

Zitat:
Allerdings ist die Hauptreaktion mit einer Volumenerhöhung verbunden, wird also relativ zur Lachgasentstehung begünstigt, wenn der Druck erniedrigt wird.
Dann müsste die erste Nebenreaktion ja auch begünstigt werden :/ oder?

4 NH3 + 3 O2 -> 2 N2 + 6 H2O
dejavue ist offline   Mit Zitat antworten
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Alt 31.10.2011, 22:50   #4   Druckbare Version zeigen
FK Männlich
Moderator
Beiträge: 61.477
AW: Ostwaldverfahren - ungeklärte Fragen

Zitat:
Zitat von dejavue Beitrag anzeigen
Dann müsste die erste Nebenreaktion ja auch begünstigt werden :/ oder?

4 NH3 + 3 O2 -> 2 N2 + 6 H2O
Richtig.

Evtl. sorgt man sich mehr um die Lachgasentstehung wegen ökologischer Aspekte (sehr wirksames Treibhausgas), zumal sich Lachgas nicht so einfach aus dem Reaktionsgemisch entfernen lässt (und dann eher in der Luft landet...).

Gruß,
Franz
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Alt 09.07.2019, 09:24   #5   Druckbare Version zeigen
MrChemie Männlich
Mitglied
Beiträge: 25
AW: Ostwaldverfahren - ungeklärte Fragen

Hallo zusammen,
ich weiß der Thread ist schon ein bisschen in die Jahre gekommen, allerdings bin ich im Moment mit der exakt selben Thematik beschäftigt.

Zitat:
Zitat von FK Beitrag anzeigen
Allerdings ist die Hauptreaktion mit einer Volumenerhöhung verbunden, wird also relativ zur Lachgasentstehung begünstigt, wenn der Druck erniedrigt wird.
Meinen Sie mit der Hauptreaktion folgende Oxidation von NH3 zu NO:

4NH3 + 5O2 --> 4NO + 6 H2O

Denn dann würde ich gerne wissen, warum eine Druckeränderung die Reaktion beeinflussen kann, da es sich hierbei doch um keine GGW-Reaktion handelt, ebenso wie die anderen Nebenreaktionen die ablaufen können: bspw.
Zitat:
Zitat von dejavue Beitrag anzeigen
4 NH3 + 3 O2 -> 2 N2 + 6 H2O
Nach meinem Verständnis dürfte eine Druckänderung die "GGW-Lage" nicht ändern, da es sich um keine GGW-Reaktionen handelt. Jedoch wird hier und auf einigen Internetseiten damit argumentiert.

Ich hoff jemand kann mir trotz des alten Threads helfen.

Beste Grüße
MrChemie ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 09.07.2019, 09:59   #6   Druckbare Version zeigen
Cyrion Männlich
Mitglied
Beiträge: 6.452
AW: Ostwaldverfahren - ungeklärte Fragen

1. Wie kommst Du darauf, dass es keine GGW-Reaktion ist?

2. Ich würde grundsätzlich davon ausgehen, dass eine Druckerhöhung eine Gasphasenreaktion beschleunigt.
__________________
Philippus Theophrastus Aureolus Bombastus von Hohenheim: Allein die Dosis machts, daß ein Ding kein Gift sei.

Erfahrung: Wenn es so einfach wäre, hätte es schon längst jemand gemacht
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