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Schule/Ausbildungs- & Studienwahl Hier könnt ihr euch über verschiedene Möglichkeiten für eure Zukunft erkundigen oder eure Erfahrungen weitergeben.

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Alt 31.07.2010, 12:43   #1   Druckbare Version zeigen
zarathustra  
Moderator
Themenersteller
Beiträge: 11.601
Leitfaden: Labor für Doktorarbeit finden

An anderen Stellen in diesem Forum sind bereits einige Fragen aufgekommen, was zu beachten ist, wenn man eine Doktorandenstelle sucht bzw. sich bei Arbeitsgruppen vorstellt. Daher würde ich hier gerne eine Diskussion eröffnen und gleich ein paar Diskussionsansätze bringen.

Um eine passende Stelle zu finden, sollte man sich erstmal darüber im Klaren sein, was man eigentlich selbst erwartet und erreichen will:
Meine Erfahrung ist, dass es einigen darum geht, schnell einen Doktortitel zu bekommen, um danach in die Industrielle Forschung zu gehen, Patentanwalt zu werden usw. Wenn ich nur möglichst schnell ein Thema bearbeiten will, würde ich mir natürlich ein anderes Labor / Thema suchen, als wenn ich eigenständig Methoden aufbauen möchte und mich wissenschaftlich austoben will.

Die andere Frage ist, bei welchem Professor und in welchem Institut man promovieren möchte. Hier ist es meiner Meinung nach ratsam, einen bekannten Doktorvater zu finden, der bereits einen guten Ruf in seinem Gebiet hat. Dabei sollte man u.a. nach Publikationen in den letzten Jahren schauen. Ein anderer Aspekt ist natürlich, dass ein bekannter Professor an einem renommierten Institut i.d.R. mehr Geldmittel zur Verfügung hat, als ein unbekannter Professor in einem „Orchideen-Fach“. Das ist einerseits wichtig, da gerade in den Biowissenschaften viele Reagenzien extrem teuer sein können (Antikörper, Inhibitoren, siRNAs, ..), auf der anderen Seite aber natürlich auch Gelder für die Doktoranden (z.B. zum Besuch von Konferenzen) vorhanden sein sollten.

Gerade bei größeren Gruppen sollte man sich die Struktur der Gruppe anschauen. Wie viele Doktoranden gibt es, wie viele TAs, die einem helfen können? Wie viele Postdocs gibt es und wird man von diesen (mit-)betreut? Gerade in großen Gruppen habe ich selbst die Erfahrung gemacht, dass man den eigentlichen Betreuer nur alle paar Wochen mal zu sehen bekommt und dieser dann oft keinen Bezug mehr zur Laborarbeit hat. Da ist es hilfreich, Postdocs zu haben, die bei alltäglichen Problemen helfen können.

Definitiv sollte man sich mit den einzelnen Doktoranden unterhalten, fragen, wie lange vorherige Doktoranden für die Promotion gebraucht haben, was an Papern rausgekommen ist, wie die Betreuung aussieht, ob zielgerichtet gearbeitet wird (oder eher „rumprobiert“ wird), wie oft Doktoranden zu (internationalen) Tagungen fahren dürfen usw.

Was man meiner Meinung nach neben all diesen Fakten auch nicht außer Acht lassen sollte ist das „Bauchgefühl“: Habe ich den Eindruck, dass ich mit dem Betreuer zurecht kommen werde? Wie ist es mit den anderen Doktoranden? Mit denen wird man mindestens drei Jahre lang den Großteil des Tages verbringen...


Soweit erstmal meine Meinung zum Thema. Würde ich über eine rege, weitere Diskussion freuen.

Gruß,
Zara
__________________
Ich habe zwar auch keine Lösung, aber ich bewundere das Problem!
zarathustra ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 31.07.2010, 15:04   #2   Druckbare Version zeigen
Rosentod Männlich
Moderator
Beiträge: 9.244
AW: Leitfaden: Labor für Doktorarbeit finden

Zitat:
Zitat von zarathustra Beitrag anzeigen
Gerade bei größeren Gruppen sollte man sich die Struktur der Gruppe anschauen. Wie viele Doktoranden gibt es, wie viele TAs, die einem helfen können? Wie viele Postdocs gibt es und wird man von diesen (mit-)betreut? Gerade in großen Gruppen habe ich selbst die Erfahrung gemacht, dass man den eigentlichen Betreuer nur alle paar Wochen mal zu sehen bekommt und dieser dann oft keinen Bezug mehr zur Laborarbeit hat. Da ist es hilfreich, Postdocs zu haben, die bei alltäglichen Problemen helfen können.
Ein wahres Wort. Der Postdoc, der einen (mit)betreut, ist meiner Erfahrung nach fast wichtiger als der Doktorvater. Viele Professoren haben eigentlich gar nicht genug Zeit, ihre Doktoranden gut zu betreuen, und von der praktischen Arbeit nur noch wenig Ahnung. Da ist es besonders am Anfang gut, wenn man jemanden mit Erfahrung hat, zu dem man auch mit kleineren Problem mal eben schnell gehen kann.
__________________
Lohnende Lektüre: die Kunst des Fragens (engl. Original: smart questions)
Rosentod ist offline   Mit Zitat antworten
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Alt 04.08.2010, 22:00   #3   Druckbare Version zeigen
Phage weiblich 
Mitglied
Beiträge: 33
AW: Leitfaden: Labor für Doktorarbeit finden

Wann ist der beste Zeitpunkt um sich für eine phD-Stelle zu bewerben? Wie lange vor gewünschten Beginn sollte man anfragen?
Phage ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 04.08.2010, 23:06   #4   Druckbare Version zeigen
Importabteilung Männlich
Mitglied
Beiträge: 677
AW: Leitfaden: Labor für Doktorarbeit finden

Gute Frage. In Programmen muss man sich zum Teil recht zeitig bewerben (hatte Bewerbungsfrist z.T. 9 Monate vor Beginn). Der bessere Weg ist aber sicher sich bereits während dem BSc und dem MSc ein Netzwerk aufzubauen über das man an eine Stelle kommt.


Die wichtigste Frage an einen potenziellen Betreuer: "WO sind ihre Doktoranden anschließend gelandet und was machen die jetzt"
Vorausgesetzt man bekommt ehrliche Antworten liefert das wohl eine wichtige Info bezüglich Ruf und Qualität
Importabteilung ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 04.08.2010, 23:30   #5   Druckbare Version zeigen
Phage weiblich 
Mitglied
Beiträge: 33
AW: Leitfaden: Labor für Doktorarbeit finden

Ich habe 2-3 Labors bereits ins Auge gefasst, wo ich gerne phD machen würde bzw. wo mich das Arbeitsgebiet interessiert. Soweit ich weiß gehören die alle nicht zu einem phD-Programm. Alle haben einen guten Ruf, bereits einige hochrangige Publikationen und sie sind auch recht große Arbeitsgruppen. Ich möchte im Frühjahr mit dem phD anfangen (Januar/Februar...), gleich nach meinem MSc-Abschluss. Wann wäre in so einem Fall ein geeigneter Zeitpunkt für die Bewerbung?
Phage ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 05.08.2010, 19:10   #6   Druckbare Version zeigen
PharmTech Männlich
Mitglied
Beiträge: 132
AW: Leitfaden: Labor für Doktorarbeit finden

Zitat:
Zitat von Importabteilung Beitrag anzeigen
Gute Frage. In Programmen muss man sich zum Teil recht zeitig bewerben (hatte Bewerbungsfrist z.T. 9 Monate vor Beginn). Der bessere Weg ist aber sicher sich bereits während dem BSc und dem MSc ein Netzwerk aufzubauen über das man an eine Stelle kommt.

Und wie ist das bei Leuten, die kein BSc/MSc machen, sondern Staatsexamen?
Sollte man sich dann direkt nach dem 2.StEx am Anfang des PJ bewerben, oder erst kurz vor dem 3.StEx?
Hab das nämlich so gehört, dass die Doktorandenstellen idR eher kurzfristig besetzt werden - sind das auch eure Erfahrungen?
PharmTech ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 11.08.2010, 22:50   #7   Druckbare Version zeigen
zarathustra  
Moderator
Themenersteller
Beiträge: 11.601
AW: Leitfaden: Labor für Doktorarbeit finden

Zitat:
Zitat von Phage Beitrag anzeigen
Ich habe 2-3 Labors bereits ins Auge gefasst, wo ich gerne phD machen würde bzw. wo mich das Arbeitsgebiet interessiert. Soweit ich weiß gehören die alle nicht zu einem phD-Programm. Alle haben einen guten Ruf, bereits einige hochrangige Publikationen und sie sind auch recht große Arbeitsgruppen. Ich möchte im Frühjahr mit dem phD anfangen (Januar/Februar...), gleich nach meinem MSc-Abschluss. Wann wäre in so einem Fall ein geeigneter Zeitpunkt für die Bewerbung?
Sei Dir bewusst, dass viele Stellen Arbeitsgruppen-intern vergeben werden. Wenn Leute während der Bachelor- oder Master-Arbeit gute Leistungen zeigen, dann wird ihnen oft schon eine Stelle angeboten. Bei uns wurden auch Rotation-Students gleich Angebote gemacht.
Anders gesagt: Es hilft ungemein, vorher Kontake zu einer entsprechenden Arbeitsgruppe zu haben. Und gleichzeitig werden viele Stellen schon frühzeitig vergeben. Wenn Du am Anfang nächsten Jahren also anfangen willst und erst Ende des Jahres Deinen Master hast, würde ich schon jetzt langsam Kontakt aufbauen. Falls die Gruppe in Deiner Stadt ist, könntest Du dort ggf. schon die Master-Arbeit machen? Oder ein Seminar des Gruppenleiters besuchen?
Mit einer wirklichen Bewerbung würde ich warten, bis Du in der Master-Arbeit bist und abschätzen kannst, wann Du fertig wirst. Dann hast Du auch den Betreuer der Master-Arbeit als Referenz, der Dich dem anderen Gruppenleiter empfehlen kann...

Gruß,
Zara
__________________
Ich habe zwar auch keine Lösung, aber ich bewundere das Problem!
zarathustra ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 12.08.2010, 09:14   #8   Druckbare Version zeigen
Phage weiblich 
Mitglied
Beiträge: 33
AW: Leitfaden: Labor für Doktorarbeit finden

Master-Arbeit schreibe ich gerade. Ich hoffe/denke, dass ich bis Ende des Jahres mit allem komplett fertig bin und das Studium + Master-Arbeit fertig habe. D.h. ab nächstem Jahr könnte ich mit dem phD loslegen.
Die Arbeitsgruppe, wo ich Master-Arbeit schreibe, hat nicht genug Kapazitäten um mich als phD zu behalten und ehrlich gesagt möchte ich auch hier nicht bleiben!

Die Arbeitsgruppen, die mich interessieren, sind in einer anderen Stadt. Also mal eben für ein Seminar hinfahren, geht nicht. Würde auch vom Master-Betreuer nicht frei kriegen dafür (arbeite 60h/Woche für den Master).

Nehmen wir an, ich habe Ende November bzw. Dezember meinen Abschluss in der Tasche und wäre bereit mit dem phD zu beginnen. Wann wäre dann der ideale Bewerbungszeitpunkt für phD? Erst ab diesem Zeitpunkt oder bereits im Oktober oder so?
Phage ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 04.09.2010, 22:57   #9   Druckbare Version zeigen
meerkatze weiblich 
Mitglied
Beiträge: 38
AW: Leitfaden: Labor für Doktorarbeit finden

Hallo,
ich möchte zu diesem Thema noch ein paar Punkte einbringen. Man sollte sich z.B. auch überlegen, ob man "klassisch" die Doktorarbeit machen will, also in den meisten Fällen finanziert durch eine Halbtagsstelle, um die 1000 Euro netto. Oder ob man sich in einer Graduiertenschule um ein Stipendium bewirbt und dort noch die zusätzlichen Programmangebote (aber meist auch Pflichten) wahrnimmt. Finanziell kanns aufs Gleiche rauslaufen oder etwas mehr sein. Tw. kann man auch als "Externer" sich einer Graduiertenschule anschließen, man sollte dann in der Wunsch-Arbeitsgruppe nachfragen, ob es in der Gegend solche Möglichkeiten gibt.
Wer rein aufs Geld aus ist oder sowieso mit der Industrie liebäugelt, kann natürlich auch versuchen, in der Industrie eine Promotionsstelle zu bekommen.

Problem bei der Direkt-Bewerbung bei Graduiertenschulen: Es gibt oft nur eine kleine Menge angebotener Projekte zu einem bestimmten "Oberbegriff/Thema" von wenigen Arbeitsgruppen, und die Konkurrenz darum ist meist hart. Nicht immer bekommt man da die perfekte Kombi aus guter Arbeitsgruppe + Wunschthema, man muss also womöglich Kompromisse eingehen. Dafür ist man durch das Stipendium unabhängigier von der Willkür der Gruppenleiter, da man als kostenlose Arbeitskraft geschätzt ist und mehr Freiheiten hat, z.B. in Bezug auf Arbeitszeiten, als ein Angestellter.

Jetzt wieder in Bezug auf die klassische Bewerbung bei einer Arbeitsgruppe: Auch enorm wichtig im Gespräch mit anderen Doktoranden ist es zu klären, wie die Abschlussfinanzierung gehandhabt wird - wird der Vertrag jährlich verlängert (nicht so gut) oder geht er zumindest über 3 Jahre? Was passiert danach, falls es länger dauert, ist man evtl. in Gefahr das letzte Jahr für lau fertig schreiben zu müssen ?(alles schon gesehen, sonst würde ich das hier nicht schreiben!) Das kann im finanziellen SuperGAU enden, wenn man da nicht aufpasst.

Wann immer möglich würde ich dazu raten, eine Woche oder länger auf Probe mitzuarbeiten, und dann bei unsicherem Bauchgefühl auf jeden Fall was anderes zu suchen. Ein schlechtes Zeichen kann es auch sein, wenn auf Nachfragen berichtet wird, bereits mehrere Leute hätten die Gruppe früher als geplant verlassen oder ihre Arbeit abgebrochen. Unbedingt herausfinden muss man auch vorher, ob es Vorbehalte gegen den Prof. gibt - Jähzorn? Kritiksucht? Günstlingswirtschaft? Unangenehmer Zeitgenosse allgemein? Auf vorsichtiges Nachfragen warnt das Umfeld meist bereitwillig, falls etwas Schlimmeres vorliegt. Probleme in dem Bereich können einem die ganze Promotionszeit versauen, also darauf achten! Ähnliches gilt natürlich für den primären Ansprechpartner/PostDoc/Mentor oder, nicht ganz so drastisch, für wichtige Personen im Labor wie die "Chef-TA", den wissenschaftlichen Mitarbeiter, Laborleiter, Labormanager/in u.ä..

Nicht zuletzt gilt es noch, die Arbeitszeiten abzuchecken. Wenn schon im Bewerbungsgespräch klargemacht wird, dass regelmäßige Wochenendarbeit und stets voller Einsatz Tag und Nacht erwartet wird, kann man meist mit 60 Stunden-Wochen und mehr rechnen. Gerade manche aufstrebenden Juniorprofessoren (nicht alle!) neigen dazu, aus Angst um ihre eigene berufliche Zukunft der Arbeitsgruppe alles abzufordern. Es ist besser, wenn man vorher weiß, was auf einen zukommt.

Die perfekte Promotionsstelle gibt es wohl nicht. Aber wenn man zumindest die schlimmsten Übel - problematischer Chef, massive Überforderung, finanzielle Unsicherheit, mangelnde Publikationen oder Geldnot der Arbeitsgruppe - ausschließt, hat man schon einiges gewonnen!

Geändert von meerkatze (04.09.2010 um 23:05 Uhr)
meerkatze ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 08.09.2010, 12:57   #10   Druckbare Version zeigen
MartinaKT weiblich 
Uni-Scout
Beiträge: 2.351
AW: Leitfaden: Labor für Doktorarbeit finden

Mit Stipendium kann man teilweise auch schlechter da stehen, denn wer ein Stipendium erhält muss sich dann noch selbst um seine Krankenversicherung kümmern und diese vom Stipendium bezahlen.
Ein Freund von mir erhält ein Stipendium, hat aber einen netten Chef, der den Stipendiaten in seiner Gruppe über eine "8%-Stelle" das Geld für die Krankenversicherung zahlt, damit sie eben nicht finanziell schlechter dastehen als die Nicht-Stipendiaten.

Trotz Stipendium muss er auch Studentenpraktika betreuen. Natürlich könnte er sich weigern, aber was das für die Beziehung zum Chef bedeuten würde ist klar - sind nicht so viele Stunden also macht er es halt.


Ob die aktuellen Doktoranten so bereitwillig über die Marotten des Chefs plaudern ist auch immer fraglich. Da ist man dann wohl doch lieber vorsichtig, man weiss ja nie worüber dann du, als evtl. neuer Doktorand, später mit dem Chef plauderst und dann evtl. sagst "der hat mir erzählt bla bla".
__________________
Wer sich Steine zurechtlegen kann, über die er stolpert, hat Erfolg in den Naturwissenschaften. (Erwin Chargaff)
MartinaKT ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 08.09.2010, 21:50   #11   Druckbare Version zeigen
meerkatze weiblich 
Mitglied
Beiträge: 38
AW: Leitfaden: Labor für Doktorarbeit finden

Beim Stipendium gibt es alle 3 Fälle: entweder man steht besser da, man hat in etwa gleich viel oder man ist sogar schlechter dran. Muss man eben vorher abchecken, ist bei jedem Programm anders!

Die Marotten des Chefs wird man zwar vermutlich nicht erfahren, aber wenn der Chef ein riesengroßes A******** ist , würde ich persönlich zumindest als dortiger Doktorand es fast schon als meine Pflicht ansehen, einen Kandidaten zumindest "durch die Blume" zu warnen. Und wenn jemand direkt nach dem Verhältnis fragt, kriegt er auch keine heile Welt vorgemacht, falls zwischen Chef und Gruppe alle paar Tage die Luft dick ist. Man muss natürlich schon die Andeutungen auch zu deuten wissen, die wenigsten werden einem direkt sagen "such dir lieber was anderes, der Prof. ist Choleriker". Falls der Chef nur ein bisschen ein kauziger Typ ist oder mal seine komischen Phasen oder halt "Marotten" hat, so ist das natürlich weniger "schwerwiegend" und lässt sich nicht unbedingt im Vorhinein rausfinden.
meerkatze ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 09.09.2010, 09:21   #12   Druckbare Version zeigen
Pee !!! Männlich
Mitglied
Beiträge: 464
AW: Leitfaden: Labor für Doktorarbeit finden

Gibt es ein maximales Einstiegsalter für promovierte Naturwissenschaftler in die Industrie ?

Bin jetzt 28 und an meiner Masterarbeit. Würde gerne promovieren, aber frage mich, ob ich denn bei beendeter Promotion (32-33) nicht zu alt für einen Berufseinstieg bin.

Anm.: Über ein bisschen Berufserfahrung verfüge ich schon.
Pee !!! ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 09.09.2010, 12:12   #13   Druckbare Version zeigen
Genorian Männlich
Mitglied
Beiträge: 177
AW: Leitfaden: Labor für Doktorarbeit finden

Weiß jemand ob es später bei Bewerbungen als Kritikpunkt angeführt wird, wenn man seine gesamte Ausbildung (Grund- und Hauptstudium, Diplomarbeit, Promotion) an einer einzigen Universität absolviert hat. Ich habe da schon öfters was gehört, das viele "Chefs" gerne einen etwas "mobileren Werdegang" hätten.

Mfg Jan
Genorian ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 09.09.2010, 16:02   #14   Druckbare Version zeigen
MartinaKT weiblich 
Uni-Scout
Beiträge: 2.351
AW: Leitfaden: Labor für Doktorarbeit finden

Ich denke nicht, dass man das so generell beantworten kann, das kommt auch auf den späteren Chef und den späteren Job an.

Wenn du bei einer großen, international tätigen Firma arbeiten möchtest, wo man auch öfter mal auf Dienstreisen muss, dann sieht es im Lebenslauf meiner Meinung nach schon schlechter aus, wenn man sein komplettes Studium nur an einer Uni absolviert hat und nicht mal ein Auslandssemester/-praktikum etc. vorweisen kann, im Vergleich zu Konkurrenten, die ein Auslandssemester oder zumindest Arbeitsgruppen-/Uniwechsel vorweisen können, denn daran sieht man, dass der Wille zu Veränderung bzw. Mobilität da ist.
Bei kleineren Firmen, oder zumindest in Bereichen in denen man nicht so oft auf Dienstreisen muss, denke ich nicht, dass es eine so große Rolle spielt ob man mal im Ausland war oder an einer anderen Uni.
__________________
Wer sich Steine zurechtlegen kann, über die er stolpert, hat Erfolg in den Naturwissenschaften. (Erwin Chargaff)
MartinaKT ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 09.09.2010, 21:55   #15   Druckbare Version zeigen
meerkatze weiblich 
Mitglied
Beiträge: 38
AW: Leitfaden: Labor für Doktorarbeit finden

@Pee: Ich denke das Alter von 32-33 ist noch kein problematisches, wärest du Anfang 40 würde es natürlich anders aussehen. Entscheidend ist vielmehr, ob es einen guten Grund dafür gibt, warum du schon etwas älter bist als deine Doktorandenkollegen. Wenn alles gut läuft, kann man auch in Deutschland die Promotion mit 27-28 abschließen. Falls dein Alter auf Gründe wie Überschreiten der Regelstudienzeit wegen "Trödelei" zurückzuführen ist, sieht das natürlich weniger gut aus. Falls es aber gute Gründe dafür gibt, z.B. dass du vor deinem Studium schon was sinnvolles gemacht hast oder halt ein Auslandsjahr das Studium ein bisschen verlängert hat, ist das weit weniger problematisch. Also wie gesagt weniger das Alter an sich ist ein Problem, sondern (mögliche) Lücken im Lebenslauf, die Fragen aufwerfen könnten.

@Genorian: Ja, ich denke das ist ein Nachteil. Zumindest wenn man auch noch einer der wenigen ist, die kein Auslandssemester vorweisen können oder höchstens mal ein popeliges Studienpraktikum an einer anderen deutschen Kleinstadtuni gemacht haben. Ich habe nämlich in meinem Fall die gegenteilige Erfahrung gemacht - nämlich dass mein Lebenslauf bei Bewerbungen auch deshalb stets gewürdigt wurde, weil ich mehrere Auslandspraktika vorweisen kann. Ich weiß ja nicht, wie es in der Chemie ist, aber als Biologin kenne ich nur sehr wenige Kommilitonen, die nie im Ausland waren oder die es zumindest für ihre Abschlussarbeit oder Promotion in eine andere Stadt verschlagen hat. Manche sind "zu ihrem Glück sogar gezwungen" worden, da die Arbeitsgruppe auswanderte. Es ist zwar etwas schade, aber das ist heutzutage wirklich fast schon ein "Muss", gerade mit dem Auslandssemester, und viele Leute machen es auch nur um es im Lebenslauf zu haben.
Als Arbeitgeber wäre ich übrigens auch vorsichtig bei Leuten, die ALLES - erst Praktium, dann Master/Diplomarbeit und Promotion in einer Gruppe gemacht haben. Diese Leute haben meist schon etwas festgefahrene Vorstellungen davon, wie ein Labor zu funktionieren hat, da sie ja nichts anderes kennen, und haben oft Probleme, wenn sie plötzlich merken, dass es woanders völlig anders läuft, sie sich sozusagen in einer anderen als der vertrauten Umgebung zurechtfinden müssen.
meerkatze ist offline   Mit Zitat antworten
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