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Alt 07.10.2017, 23:36   #1   Druckbare Version zeigen
luo_alan Männlich
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 1
Grundlage: Bildung von Reaktionsprodukten

Hallo zusammen (:

ich bin leider sehr interessiert an der Chemie, gleichzeitig fehlt mir grundlegendes naturwissenschaftliches Verständnis völlig, vermute ich

Nehmen wir an es ist keine vorgefertigte Klausuraufgabe vorhanden, sondern ich habe verschiedene Verbindungen/Moleküle als Edukte und diese reagieren nun zu Produkten.
Woher weiß ich, welche Moleküle sich an welcher stelle trennen und wo sie mit (wenn möglich) anderen Stoffen eine neue Bindung eingehen? Und woher weiß ich wann eine Fällung/Niederschlag entsteht?

Ich habe immer nur Antworten gefunden wie Oxidationszahlen oder Elektronegatitivität, aber nie mit irgendeiner Erläuterung.

Ich frage mich zB auch, wieso bei der Elektrolyse von Wasser { H^+ +  H_2O \rightarrow H_3O^+ } als Teilprodukt entsteht... ist {  H_2O } alleine nicht stabiler?

Vielleicht brauche ich da einen grundlegenden Verständnisansatz, damit es klick macht.

Vielen Dank, falls sich jemand die Mühe macht ! (:
luo_alan ist offline   Mit Zitat antworten
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Alt 07.10.2017, 23:57   #2   Druckbare Version zeigen
Nobby Männlich
Mitglied
Beiträge: 13.588
AW: Grundlage: Bildung von Reaktionsprodukten

Willkommen hier.

Ganz ohne Kenntnisse ist das natürlich nicht einfach zu erklären.

Wasser selbst ist schon stabil. Bei der Elektrolyse wird mittels des Stromes das Molekül zerstzt.

H+ ist ja nur ein Proton, welches sich an das Wasser anlagert und dadurch die Ladung besser stabilisiert wird.

Warum jetzt einTeilchen mit eienm anderen Teilchen reagiert und wann sich ein Niederschlag bildet muß man am konkreten Beispiel sehen.
__________________
Vena lausa moris pax drux bis totis
Nobby ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 08.10.2017, 01:19   #3   Druckbare Version zeigen
Adders Männlich
Mitglied
Beiträge: 134
AW: Grundlage: Bildung von Reaktionsprodukten

Zitat:
Zitat von luo_alan Beitrag anzeigen
Hallo zusammen (:

ich bin leider sehr interessiert an der Chemie, gleichzeitig fehlt mir grundlegendes naturwissenschaftliches Verständnis völlig, vermute ich

Nehmen wir an es ist keine vorgefertigte Klausuraufgabe vorhanden, sondern ich habe verschiedene Verbindungen/Moleküle als Edukte und diese reagieren nun zu Produkten.
Woher weiß ich, welche Moleküle sich an welcher stelle trennen und wo sie mit (wenn möglich) anderen Stoffen eine neue Bindung eingehen? Und woher weiß ich wann eine Fällung/Niederschlag entsteht?

Ich habe immer nur Antworten gefunden wie Oxidationszahlen oder Elektronegatitivität, aber nie mit irgendeiner Erläuterung.

Ich frage mich zB auch, wieso bei der Elektrolyse von Wasser { H^+ +  H_2O \rightarrow H_3O^+ } als Teilprodukt entsteht... ist {  H_2O } alleine nicht stabiler?

Vielleicht brauche ich da einen grundlegenden Verständnisansatz, damit es klick macht.

Vielen Dank, falls sich jemand die Mühe macht ! (:
Nun, über die Frage "welche Substanzen reagieren miteinander zu welchen Produkten unter welchen Bedingungen?" lässt sich nicht einfach und kurz beantworten. Vielmehr ist es die Kernfrage des Wissenschaftsgebietes Chemie, die seit Jahrhunderten immer wieder neu für weitere und weitere Substanzen beantwortet wird. Die Antwort füllt Bücher über Bücher, eine einfache Antwort gibt es nicht.
Das grundlegende Prinzip einer chemischen Reaktion ist, dass sich die Teile eines Systems so anordnen, dass sie sich in einem energetisch möglichst günstigen Zustand befinden. Energetisch günstig heißt: ein niedriges Energielevel und "stabiler". Vereinfacht gesprochen bedeutet das: Zwei Stoffe reagieren miteinander, wenn sie dabei ein niedrigeres energetisches Niveau erreichen können. Die übrige Energie wird dann - z.B. in Form von Wärme - abgegeben.

Ein Beispiel: Ein Blatt Papier verbrennt in der Luft zu Kohlendioxid und Wasserdampf. Der Energieinhalt vom entstehenden Kohlendioxid und Wasserdampf ist geringer als der vom Papier, die Energie wurde beim Verbrennen in Form von Licht und Wärme (Feuer) abgegeben.

Wer vorhersagen möchte, ob zwei Substanzen miteinander reagieren muss sich also Gedanken über die energetischen Zustände der Produkte und Edukte machen. Dafür bedarf es viel Erfahrung, denn die möglichen Faktoren sind sehr zahlreich: Welche Atome treten auf? Wie sind sie miteinander verknüpft? Welche Molekülgeometrien liegen vor/entstehen? Können Ladungen kompensiert werden? etc. etc. etc.
Aber das ist offensichtlich auch nicht ausreichend, denn das Blatt Papier auf deinem Tisch fängt ja nicht plötzlich ohne Weiteres Feuer und wird zu Kohlendioxid und Wasser. Um eine Vorhersage treffen zu können müssen also auch noch die Umgebungsbedingungen in Betracht gezogen werden: Wie ist die Temperatur? Wie ist der Druck? Wie viel Platz ist da? Treffen die Edukte aufeinander? etc. etc. etc.
Es muss immer das System betrachtet werden. Dieses strebt nach dem Zustand geringerer Energie.

Je mehr man sich nun mit verschiedenen Stoffen und Reaktionen auseinandersetzt, je mehr man über sie erfährt, desto leichter wird es dann Vorhersagen zu treffen. Es lassen sich bestimmte Muster erkennen: Ähnliche Strukturen reagieren unter ähnlichen Bedingungen häufig zu ähnlichen Produkten. Bestimmte Dinge lösen sich besonders gut in bestimmten Lösungsmitteln. Andere Dinge sind dafür bekannt besonders wenig mit anderen zu reagieren.
Daraus ableiten lassen sich viele kleine und große Regeln um das Verhalten von Stoffen vorherzusagen und sie alle stoßen in der Regel früher oder später an ihre Grenzen. Daher benötigt es in der Regel letztlich immer das Experiment um zu überprüfen, ob eine Vorhersage der Realität standhält.
Und weil das so viel Spaß macht studiert man Chemie.
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