Analytik: Quali. und Quant. Analyse
Buchtipp
Klinisch-toxikologische Analytik
W.R. Külpmann (Hrsg.)
179.00 €

Buchcover

Anzeige
Stichwortwolke
forum

Zurück   ChemieOnline Forum > Naturwissenschaften > Chemie > Analytik: Quali. und Quant. Analyse

Hinweise

Analytik: Quali. und Quant. Analyse Nasschemische Nachweise (z.B. Trennungsgang) und Gehaltsbestimmungen per Titration, Gravimetrie, Konduktometrie, etc.

Anzeige

Antwort
 
Themen-Optionen Ansicht
Alt 24.03.2019, 15:15   #1   Druckbare Version zeigen
JakaloCinda weiblich 
Mitglied
Themenerstellerin
Beiträge: 4
Titration von NaOH mit Essigsäure und Volumenberechnung

Hi an alle,

ich habe da mal eine Frage bezüglich einer Aufgabe in der es um einen Pufferlösung bzw. Titration geht.

Die Aufgabe ist wie folgt gestellt:

20 ml einer Natronlauge-Lösung (c=0,5mol/L) wird mit Essigsäure versetzt. Wie viel ml 0,5 molarer Essigsäure muss dazu gegeben werden, damit die Pufferlösung einen pH=4,75 hat. ( {K_{s} = 1,77 \times 10^{-5}} )

Die Lösungsmöglichkeiten waren vorgegeben unter anderem 40 ml. Dies ist auch die richtige Lösung und auf die habe ich auch intuitiv getippt (ja, nicht wissenschaftlich!)
Jedoch sehe ich bei der Frage, dass ich ein Verständnisproblem habe und daher auch nicht auf die Lösung komme.

Allein vom Verständnis her habe ich mir überlegt, dass ich 20 ml ES brauche um im Prinzip die äquimolare NaOH zu neutralisieren. Mein Ziel ist es ja im Prinzip auf eine saure Lösung (ph=4,75) zu kommen. Das heißt, ich brauche über die 20ml noch mehr ES. Bis hierhin bin ich mir nicht sicher, ob ich nicht vllt. komplett das Prinzip falsch verstanden habe.

Nun zudem was ich mir mathematisch überlegt habe.
Da wir eine starke Base mit einer schwachen Säure versetzen und auch von Pufferlösungen die Rede ist, gehe ich ja von der HH-Gleichung aus, die besagt:

pH = pKs + lg {\frac{[B]}{[S]}}

pH soll ja 4,75 sein.
pKs kann ich ja durch den log des gegebenen Ks Wertes berechnen und es kommt pKs = 4,75 heraus

das heißt für meine Formel ja
4,75 = 4,75 + lg [B]/[S]
Das heißt nix anderes, als das mein letzter Term 0 sein muss und dies ist ja nur bei gleicher Konzentration der Fall, also auch 20 ml (bzw. 0.02*0.5)
Mir ist bewusst, dass da ein Denkfehler drin ist, wahrscheinlich auch relativ einfach, aber ich komme einfach nicht drauf.

Ein weiterer Ansatz den ich verfolgt habe, war die Berechnung der Stoffmengenkonzentration.
Ich weiß, dass ich 20 ml 0,5M NaOH habe, woraus sich 0.01 mol ergibt. Jetzt weiß ich auch, dass bei schwachen Säuren am HÄP pH=pKs ist. Und das pKs von ES ist ja "zufällig" 4,75. Jetzt dachte ich mir, dass ich die gleiche Menge ES brauche um NaOH zu neutralisieren und dann nochmal die Hälfte, also 0,005 um auf den HÄP zu kommen (was im Nachhinein Quatsch war, da es sich ja dann nur um eine Säure und nicht mehr um eine Pufferlösung handelt). Daraus ergibt sich dann 0,015 / 0,5 = 0.03L, also 30 ml. Was aber auch nicht richtig ist.

Tut mir leid für den sehr langen Text. Mir geht es im Prinzip um das Verständnis und weniger um die Rechnung an sich. Falls jemand mir das etwas näher bringen könnte, wäre ich froh.
JakaloCinda ist offline   Mit Zitat antworten
Anzeige
Alt 24.03.2019, 16:06   #2   Druckbare Version zeigen
Nobby Männlich
Mitglied
Beiträge: 14.874
AW: Titration von NaOH mit Essigsäure und Volumenberechnung

Das ganze noch mal aufdröseln.
Du hast einige richtige Sachen ja auch schon mal gesagt.
Die HH-Gleichung ist pH = pks + log(cBase)/c(Säure).

Die Essigsäure wird neutralisiert also braucht man genau 0,01 mol davon.

Da pH = pks ist gilt

0 = log(cBase)/c(Säure)

bzw. 1 = c (Base)/c(Säure) => c Säure = cBase

cBase ist hier dann Acetat was als erstes durch 20 ml Essigsäure gebildet wird. Neutralisation.

Also bis zur Neutralisation werden 20 ml Säure gebraucht und dann noch mal die gleiche Menge um die Bedingung pH = pKs zu erfüllen. Daher 40 ml.
__________________
Vena lausa moris pax drux bis totis
Nobby ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 24.03.2019, 16:41   #3   Druckbare Version zeigen
JakaloCinda weiblich 
Mitglied
Themenerstellerin
Beiträge: 4
AW: Titration von NaOH mit Essigsäure und Volumenberechnung

Zitat:
Zitat von Nobby Beitrag anzeigen
Das ganze noch mal aufdröseln.

cBase ist hier dann Acetat was als erstes durch 20 ml Essigsäure gebildet wird. Neutralisation.
Ah verdammt... genau DAS habe ich nicht gesehen.
Um es zusammenzufassen.
Ich neutralisiere mit 20ml ES erstmal mein NaOH. Das bedeutet, dass ich nur noch Acetat habe (schwache Base). Um nun aus der schwachen Base auf den pH-Wert der schwachen ES zu kommen (bzw. aus beiden eine Pufferlösung mit dem gegebenen pH-Wert zu erstellen) wende ich die HH-Gleichung an und habe durch weitere 20ml im Prinzip eine 1:1 Mischung aus Acetat und ES (Bruch = 1, dessen lg nur 0 sein kann).

Vielen vielen Dank. An das Acetat habe ich absolut nicht gedacht, obwohl es offensichtlich ist. Unterm strich "titriere" ich zwei Basen mit ES.
JakaloCinda ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 24.03.2019, 16:42   #4   Druckbare Version zeigen
Nobby Männlich
Mitglied
Beiträge: 14.874
AW: Titration von NaOH mit Essigsäure und Volumenberechnung

Ja genauso ist es.
__________________
Vena lausa moris pax drux bis totis
Nobby ist offline   Mit Zitat antworten
Anzeige


Antwort

Stichworte
natronlauge, ph, titration

Themen-Optionen
Ansicht

Gehe zu

Ähnliche Themen
Thema Autor Forum Antworten Letzter Beitrag
Titration 0,1m Essigsäure mit 0,1m NaOH mit % KateBC Schwerpunktforum: pH-Wert und Gleichgewichtsberechnungen 2 05.02.2013 19:31
Titration Essigsäure/NaOH Marcus1984 Analytik: Quali. und Quant. Analyse 3 18.07.2010 20:17
Titration Essigsäure mit NaOH chemios Schwerpunktforum: pH-Wert und Gleichgewichtsberechnungen 8 09.03.2008 19:48
Titration von Essigsäure mit NaOH LeSeigneur Analytik: Quali. und Quant. Analyse 2 23.03.2006 13:06
Titration Essigsäure(HAc) mit NaOH Posse81 Schwerpunktforum: pH-Wert und Gleichgewichtsberechnungen 3 20.06.2004 21:40


Alle Zeitangaben in WEZ +2. Es ist jetzt 04:06 Uhr.



Anzeige