Allgemeine Chemie
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Allgemeine Chemie Fragen zur Chemie, die ihr nicht in eines der Fachforen einordnen könnt, gehören hierher.

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Alt 26.10.2017, 12:59   #1   Druckbare Version zeigen
Terminx  
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 110
Laborsicherheit

Hallo,

Wie darf man Nitril-Schutzhandschuhe zb. Camatril 730 sauber machen? Darf man diese zB. mit etwas Aceton und Wasser von außen waschen?

Danke schonmal.
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Alt 26.10.2017, 14:40   #2   Druckbare Version zeigen
Cyrion Männlich
Mitglied
Beiträge: 6.406
AW: Laborsicherheit

Handschuhe sollten sauber gehalten werden. Solange es keine Einmalhandschuhe sind, solltest Du sie schon mal waschen. Hierbei ist auf das Reinigungsmittel zu achten. Wasserbeständig sind Handschuhe im allgemeinen schon. (Man schwitzt ja auch.)

Je nach Handschuhmaterial sind aber unterschiedliche organische Reinigungsmittel sinnvoll. Hierzu kann man in der GESTIS-Stoffdatenbank mal bei den Lösungsmitteln unter Sicherer Umgang und Handschutz schauen, was für Handschuhe für das Lösungsmittel empfohlen werden. Nitrilhandschuhe sind bei Aceton eher nicht der Renner.

Einmalhandschuhe haben ihren Namen nicht umsonst.
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Erfahrung: Wenn es so einfach wäre, hätte es schon längst jemand gemacht
Cyrion ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 26.10.2017, 16:00   #3   Druckbare Version zeigen
safety  
Mitglied
Beiträge: 1.618
AW: Laborsicherheit

Hersteller sagt: Keine Chemikalien und keine scharfkantigen Reinigungswerkzeuge nutzen. Siehe http://www.honeywellsafety.com/SKU/Glove/Glove/4294992015.aspx?site=/uk&LangType=1033 unter "Additional Informations", sollte aber auch den Handschuhen beiliegen.
Mit Wasser, ggf. Handseife waschen, Innenseite trocknen, falls man keinen Pilz züchten möchte, nach einiger Zeit aussortieren.
safety ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 26.10.2017, 16:09   #4   Druckbare Version zeigen
Terminx  
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 110
AW: Laborsicherheit

Danke für die schnelle Antwort. Werde das nur noch mit Seife und Wasser machen. Aber beschädigt Aceton denn den Nitrilhandschuh, bzw ist er jetzt noch verwendbar? (Es wurden lediglich die Handschuhflächen außen mit Wasser abgewaschen.
Terminx ist offline   Mit Zitat antworten
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Alt 26.10.2017, 16:09   #5   Druckbare Version zeigen
Cyrion Männlich
Mitglied
Beiträge: 6.406
AW: Laborsicherheit

Sorry, das würde ich als Hersteller auch schreiben. Wenn ich ein organisches LöMi erlaube, wird mit Sicherheit die komplette Bandbreite genutzt.

Seife hat aber andere Lösungseigenschaften als z.B. Alkohol. Und ein vorzeitig weggeworferner Handschuh mindert den Gewinn des Herstllers nur selten.
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Cyrion ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 26.10.2017, 17:26   #6   Druckbare Version zeigen
jag Männlich
Mitglied
Beiträge: 18.484
AW: Laborsicherheit

Nitril läßt Aceton durch. Damit wird durch Einwirken von Aceton auch die Schutzwirkung gegenüber anderen Chemikalien geschwächt. Innenbeschichtungen etc. leiden.

Nitril schützt sehr gut gegen fast alle anorganische Stoffe. Daher durfte gründliches Abspülen und Reinigen mit Seife das Mittel der Wahl sein. Bei organischen Löse-/Reinigungsmitteln wäre Ethanol oder Isoprop zu nennen. Mögliches Priocedere: Abspülen, Reinigen mit Seife/Wasser, Abspülen mit Ethanol, Trocknen. Ansonsten wie schon gesagt: Auch Mehrweghandschuhe je nach Gesamttragezeit, Belastung und erkennbaren Fehlern aussortieren.

Gruß

jag
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jag ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 26.10.2017, 18:51   #7   Druckbare Version zeigen
kaliumcyanid Männlich
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Beiträge: 19.234
AW: Laborsicherheit

Aceton und Nitril-Handschuhe - nicht gut.

Mit was werden die Handschuhe denn verunreinigt, dass Wasser und Seife nicht ausreichen?
kaliumcyanid ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 27.10.2017, 09:09   #8   Druckbare Version zeigen
safety  
Mitglied
Beiträge: 1.618
AW: Laborsicherheit

Zitat:
Zitat von Cyrion Beitrag anzeigen
Sorry, das würde ich als Hersteller auch schreiben. Wenn ich ein organisches LöMi erlaube, wird mit Sicherheit die komplette Bandbreite genutzt.

Seife hat aber andere Lösungseigenschaften als z.B. Alkohol. Und ein vorzeitig weggeworferner Handschuh mindert den Gewinn des Herstllers nur selten.
Einhellige Meinung ist, dass Chemikalienschutzhandschuhe, insbesondere solche der Kategorie III (wie der oben genannte; Schutz vor tödlichen Gefahren oder ernsten und irreversiblen Gesundheitsschäden) nach Kontakt mit Chemikalien als Einmalhandschuhe zu bewerten sind.
Zum Umgang und zur Auswahl siehe z.B. Laborrichtlinien, TRGS 401, DGUV Information 212-007, http://www.sifa-sibe.de/allgemein/sind-chemikalienschutzhandschuhe-einmalhandschuhe/
safety ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 27.10.2017, 11:33   #9   Druckbare Version zeigen
jag Männlich
Mitglied
Beiträge: 18.484
AW: Laborsicherheit

Kurze fachliche Nachfrage: Was ist mit "Kategorie 3" gemeint (Kategorie der Chemikalie/der Mischung oder Konformitätskategorie (CEIII mit Prüfnummer) oder ...)?

Gruß

jag
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jag ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 27.10.2017, 12:05   #10   Druckbare Version zeigen
safety  
Mitglied
Beiträge: 1.618
AW: Laborsicherheit

PSA Verordnung 2016/425 (ersetzt Richtlinie 89/686/EWG) über persönliche Schutzausrüstungen sieht eine Produktklassifizierung in drei Kategorien vor.


Es gibt drei Kategorien, denen unterschiedliche Prüfanforderungen zugeordnet sind. Produkte wie Gehörschutz, Rettungswesten oder PSA zum Schutz gegen Kettensägenschnitte fallen unter die Kategorie III. Damit unterliegen sie einer Produktionskontrolle durch eine notifizierte Stelle.


Notifizierte Stelle in Deutschland wäre z.B. die IFA, bei Kategeorie III PSA folgt dann eine Baumusterprüfung und eine Überwachung der Qualitätssicherung.

PSA-Kategorie I (geringe Risiken)

In diese Kategorie gehören solche persönlichen Schutzausrüstungen, bei denen man davon ausgeht, dass der Benutzer selbst die Wirksamkeit gegenüber geringfügigen Risiken beurteilen kann und deren Wirkung, wenn sie allmählich eintritt, vom Benutzer rechtzeitig und ohne Gefahr wahrgenommen werden kann (z.B. Handschuhe für Gartenarbeiten, leichtes Schuhwerk).
PSA-Kategorie II (mittlere Risiken)

Zu dieser Kategorie gehören alle persönlichen Schutzausrüstungen, die weder der Kategorie I noch der Kategorie III zuzuordnen sind (z.B. Arbeitsschutzhelme, Schutzschuhe, Gehörschützer)
PSA-Kategorie III (hohe Risiken)

Zu Kategorie III gehören komplexe persönliche Schutzausrüstungen, die gegen tödliche Gefahren oder ernste und irreversible Gesundheitsschäden schützen sollen, und bei denen man davon ausgehen muss, dass der Benutzer die unmittelbare Wirkung der Gefahr nicht rechtzeitig erkennen kann (z.B. Atemschutzgeräte, persönliche Schutzausrüstungen zum Schutz gegen Absturz).
safety ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 27.10.2017, 12:19   #11   Druckbare Version zeigen
jag Männlich
Mitglied
Beiträge: 18.484
AW: Laborsicherheit

Das ist klar.

Zum Link: Eine interessante Ansicht.

Gruß

jag
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jag ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 27.10.2017, 12:35   #12   Druckbare Version zeigen
safety  
Mitglied
Beiträge: 1.618
AW: Laborsicherheit

Zitat:
Zitat von jag Beitrag anzeigen
Eine interessante Ansicht.
Ja, schon sehr streng, wenn nicht gar penetrant.
Aus eigener Erfahrung kann ich aber zumindest für einige Stoffe/ Stoffklassen bestätigen, dass sich Mehrfachkontakt ausgesprochen unschön auf die Performance auswirkt. Da wir z.T. Substanzen verwenden, die nicht beim Hersteller ausgeprüft werden können, machen wir eigene Permeationsversuche und haben Bereiche mit Wiederverwendungungsmöglichkeit (insbesondere Anorganik, wässrige Lösungen) sowie strikte Einmalnutzung pro Schicht festgelegt.

Bei einem Euro pro Handschuh und möglicher Exposition denke ich da nicht lange nach.
safety ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 01.11.2017, 09:43   #13   Druckbare Version zeigen
Cyrion Männlich
Mitglied
Beiträge: 6.406
AW: Laborsicherheit

Nunja. Wenn ich nun mal Handschuhe der Kategorie 3 habe und mit allenfalls ätzenden, wässrigen Lösungen, Tensiden und haut-/augenreizenden Lösungsmitteln rumpansche, dann sehe ich es als übertrieben an, bei jedem "Feindkontakt" 5-€-Handschuhe wegzuschmeißen. Das hilft weder beim Arbeitsschutz noch der Umwelt. Hauptsache die Dinger sind für die Nutzungsdauer von 20 Minuten bis maximal 1 h dicht. Und das sind sie auch nach Jahren, wenn ich kein Loch reinmache.

WENN - und ich betone das ausdrücklich - man tatsächlich mit Stoffen der entsprechenden Kategorien arbeitet, dann ist das je nach Einzelfall durchaus sinnvoll. Hier lohnt sich aber tatsächlich eine Prüfung des Vorgehens durch einen Sachverständigen. Dann 5 bis 20 mal am Tag ein neues Paar Handschuhe für 5 bis 40 € ist schon ein Kostenfaktor. Generell gilt hier: man muss die Umstände berücksichtigen. Im Grundpraktikum einer Uni oder ähnlichem würde ich mal davon ausgehen, dass man mit Quecksilberorganylen etc. nicht so oft zu tun hat. Das mag beid er Forschung im Arbeitskeris durchaus anders aussehen.
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Cyrion ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 01.11.2017, 16:48   #14   Druckbare Version zeigen
kaliumcyanid Männlich
Mitglied
Beiträge: 19.234
AW: Laborsicherheit

Fraglich ohnehin, was der Anwender im Labor treibt, dass er solche Handschuhe braucht...
kaliumcyanid ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 02.11.2017, 08:58   #15   Druckbare Version zeigen
Cyrion Männlich
Mitglied
Beiträge: 6.406
AW: Laborsicherheit

Es ist so oder so fraglich, was mit Schtzausrüstung so pssiert. Neulich habe ich einen Bericht von der Anwenderseite gehört:

Das Produkt ist als augenachädigend und hautreizend eingestuft. Die Anwender stehen da mit Sicherheitsschuhen, Overall, Handschuhen und ohne Schutzbrille. "Halloooo? Augenschädigung??!" "Nööööö, das machen wir immer so!".
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