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Alt 05.03.2018, 15:01   #1   Druckbare Version zeigen
Dam93  
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 42
Zellkultur: Test der östrogenen Wirkung durch Weichmacher (Bisphenon A)

Hallo,
wie kann ich die Östrogene Wirkung durch Weichmacher, wie z.B. Bisophenon A, mit einer Zellkultur testen?
Welchen Zelltyp/Gewebe verwendet man?
Verwendet man eine Primärzelle, finite oder Permanentlinie?
Welche Art von Kultivierungsverfahren kann man verwenden?
Und was wäre eine Alternative zur Zellkultur?

Östrogene führen zu einer Proliferation von Schleimhautzellen des Uterus.
Könnte ich diese Zellen kultivieren, Bisophenon A hinzugeben, und dann das Zellwachstum im Vergleich zu einer Negativ Probe testen?

Liebe Grüße
Torben
Dam93 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 05.03.2018, 15:08   #2   Druckbare Version zeigen
imalipusram  
Mitglied
Beiträge: 6.621
AW: Zellkultur: Test der östrogenen Wirkung durch Weichmacher (Bisphenon A)

Reportergensystem mit einem östrogenabhängigen Promoter. Medien, Lösungsmittel und sämtliche Plastikteile analytisch auf potentielle Störfaktoren analysieren. Östrogene etc. aus den Seren entfernen bzw. vollsynthetische Medien verwenden. Kontrollen mit definierten BPA-Konzentrationen nicht vergessen. Möglichen Crosstalk durch PET-Monomere (welches gerne für Laborflaschen in der Zellkultur verwendet wird) berücksichtigen.

Handelt es sich um eine theoretische Aufgabe im Rahmen des Studiums oder hast Du das Glück, dies experimentell angehen zu dürfen?

BTW, es heißt Bisphenol A, nicht Bisphenon, und ist auch kein Weichmacher, sondern ein struktureller Bestandteil von Polycarbonatkunstoffen. https://en.wikipedia.org/wiki/Bisphenol_A
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伍佰 (WuBai - Run run run!) (ein Musikvideo mit dem Bambushaus und dem imalipusram unter den Statisten)
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Und so gehts hier manchmal zu (sowas Ähnliches wie Fronleichnam, hier wird TuDiGong, dem Erdgott, tüchtig eingeheizt!) Oder so (auch ungeeignet für Gefahrstoffphobiker) und so und so.

Geändert von imalipusram (05.03.2018 um 15:13 Uhr)
imalipusram ist offline   Mit Zitat antworten
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Alt 05.03.2018, 15:11   #3   Druckbare Version zeigen
Dam93  
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 42
AW: Zellkultur: Test der östrogenen Wirkung durch Weichmacher (Bisphenon A)

Danke für die schnelle Antwort!
Es handelt sich leider um eine theoretische Aufgabe.
Dies kann man sicherlich in einer Zellkultur verwirklichen. Würde man dafür dann die Schleimhautzellen des Uterus benutzen?

Was wäre eine Alternative zur Zellkultur?
Dam93 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 05.03.2018, 15:15   #4   Druckbare Version zeigen
imalipusram  
Mitglied
Beiträge: 6.621
AW: Zellkultur: Test der östrogenen Wirkung durch Weichmacher (Bisphenon A)

Zitat:
Zitat von Dam93 Beitrag anzeigen
Bei Ihren Ansatz handelt es sich um eine Alternative zur Zellkultur? Wie könnte man dies durch eine Zellkultur verwirklichen?
Nein, das geht mit fast jeder transgenen Zelllinie, in welcher das Reportergensystem exprimiert werden kann. Mit Proliferationsassays würde ich mich da nicht rumschlagen wollen. Viel zu aufwändig und ungenau.

Eventuell könnte für Letzteres östrogensensitive Brustkrebszellinien nehmen.
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imalipusram ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 05.03.2018, 15:27   #5   Druckbare Version zeigen
Dam93  
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 42
AW: Zellkultur: Test der östrogenen Wirkung durch Weichmacher (Bisphenon A)

Zitat:
Zitat von imalipusram Beitrag anzeigen
Nein, das geht mit fast jeder transgenen Zelllinie, in welcher das Reportergensystem exprimiert werden kann. Mit Proliferationsassays würde ich mich da nicht rumschlagen wollen. Viel zu aufwändig und ungenau.

Eventuell könnte für Letzteres östrogensensitive Brustkrebszellinien nehmen.
Verwendet man eine Primärzelle, finite oder Permanentlinie?
Das bedeutet, man würde vermutlich eine finite Kulturlinie verwenden? Oder kann man dazu keine pauschale Antwort machen?

Disclaimer:
Wann wird eine Primärzelle, finite oder Permanentlinie verwendet?
Primärzellen sind ja gut geeignet für Test nahe der in vivo Bedingungen. Zum Beispiel zum Test der metabolischen Toxizität von Prüfsubstanzen?
Und Permanentlinien werden ja vor allem zur Produktion von rekomb. Proteinen etc. verwendet.
Dam93 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 05.03.2018, 15:37   #6   Druckbare Version zeigen
imalipusram  
Mitglied
Beiträge: 6.621
AW: Zellkultur: Test der östrogenen Wirkung durch Weichmacher (Bisphenon A)

Zitat:
Zitat von Dam93 Beitrag anzeigen
Verwendet man eine Primärzelle, finite oder Permanentlinie? Das bedeutet, man würde vermutlich eine finite Kulturlinie verwenden? Oder kann man dazu keine pauschale Antwort machen?
Idealerweise etabliert man hierzu eine Zellinie, die das Reportersystem stabil integriert hat, damit tut man sich einfach leichter, als im schlimmsten Fall Primärzellen zu transfizieren (das geht auch, zB mit adenoviralen Vektoren, ist aber sehr aufwändin und auch auch Sicherheitsgründen nicht in jedem Lab machbar). Die Zellen müssen auch nicht unbedingt ewig leben. Bei geeigneter Vorratshaltung und Propagation kommt man auch mit 10..20 brauchbaren Passagen ganz gut über die Runden.

Edit:
Zitat:
Zitat von Dam93 Beitrag anzeigen
Es handelt sich leider um eine theoretische Aufgabe.
Sei bloß froh, daß Du das nicht im Rahmen einer Master- oder Doktorarbeit ausbaden darfst.
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Geändert von imalipusram (05.03.2018 um 15:44 Uhr)
imalipusram ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 07.03.2018, 11:27   #7   Druckbare Version zeigen
Dam93  
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 42
AW: Zellkultur: Test der östrogenen Wirkung durch Weichmacher (Bisphenon A)

Vielen lieben Dank für die rasche Antwort!
Was wäre dann hauptsächliche Verwendung von Primärlinien, finiten und Permanentlinien? Primärzellen sind ja gut geeignet für Test nahe der in vivo Bedingungen. Zum Beispiel zum Test der metabolischen Toxizität von Prüfsubstanzen?
Und Permanentlinien werden ja vor allem zur Produktion von rekomb. Proteinen etc. verwendet.

Liebe Grüße
Torben
Dam93 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 07.03.2018, 18:44   #8   Druckbare Version zeigen
imalipusram  
Mitglied
Beiträge: 6.621
AW: Zellkultur: Test der östrogenen Wirkung durch Weichmacher (Bisphenon A)

Zitat:
Zitat von Dam93 Beitrag anzeigen
Was wäre dann hauptsächliche Verwendung von Primärlinien, finiten und Permanentlinien?
Wenn man Proteine rekombinant exprimieren will und dazu eine stabile Zellinie etabliert, will man natürlich, daß diese über möglichst viele Passagen das tut, was man will und möglichst auch ohne Verringerung der Expressionsleistung. Also Permanentlinie.

Wenn man den Einfluß von Wirkstoffen auf zelluäre Prozesse (zB Signaltransduktion) untersuchen will, kann man das im Prinzip mit jeder Art von Zellen tun, solange diese für den Versuch geeignet sind. Grundlagenarbeiten macht man gerne an Permanentlinien, es ist jedoch natürlich sinnvoll, daß man die Resultate mit Primärzellen oder am lebenden Organismus bestätigt.

Mit Primärzellen zu arbeiten ist jedoch meistes sehr aufwändig, da die Zahl der Teilungen begrenzt sind und idR auch die Anforderungen an die Kulturbedingugen (zB Wachstumsfaktoren, Co-Kultur mit Feederzellen) hoch ist.

Finite Linien liegen halt mittendrin.

Such Dir vielleicht für jede Sorte ein paar Beispiele und geh damit in die Literatur (zB PubMed) ud recherchiere, was man damit so macht.
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