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Alt 19.06.2018, 21:55   #1   Druckbare Version zeigen
Anolym Männlich
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 6
Kleines Malheur beim verkupfern.

Moin Moin liebe Forengemeinde,


ich bin neu hier im Forum und hoffe ich habe das richtige Unterforum gewählt.


Wie fange ich an: Vor circa einer Woche habe ich aus spaß einen Schraubenschlüssel verkupfern wollen. Dazu habe ich ein kleinen Behälter genommen, 250 ml Wasser hinein gekippt und Kupfersulfat darin gelöst. Anschließend ging das Verkupfern los. Der Eine Pol an den gereinigten Schraubenschlüssel und den anderen als Anode in die Lösung. Aufgrund meiner Schusseligkeit habe ich Anode und Kathode vertauscht. Somit war die Anode der !!glanzverchromte!! Schraubenschlüssel und mein Aufbau hat schön an dem Schraubenschlüssel gefressen.
Nach ein paar Sekunden ist mir aufgefallen, dass etwas malachitgrünes entstanden ist. Das war auch das erste was ich gegoogelt habe "Grüne Chromverbindung". Die Färbung war nach dem herausziehen des Schraubenschlüssels ins Nirvana verschwunden, da es gemischt wurde. An dem schraubenschlüssel waren noch rest tropfen, welche leicht gelblich aussahen.
Das Ende vom Lied: Ich habe es in der Panik geschafft den Behälter mir über meine Hände, meine Klamotten, Schreibtisch und Fußboden zu kippen. Verätzungssymptome: Keine. Ich habe anschließend alles grob aufgewischt, meine Kleidung in die Waschmaschine gesteckt und mir die Hände gewaschen. Der Rest wurde mit Allzwecktüchern, Lappen / Seifenwasser und Zewa so wie Glasreiniger gereinigt.
Nun Meine Frage: Entsteht dort Chrom 6 und sollte ich mir Sorgen machen? Ich habe bis jetzt keine Symptome verspüren können. Nur bin ich in solchen sachen ein wahrer Hypochonder und da es mein Arbeits / Wohnzimmer ist, habe ich wirklich bedenken.

Da ich ursprünglich Verkupfern wollte, habe ich keine wirklichen Sicherheitsbedenken gehabt.


Ich hoffe mir kann jemand Rat geben und mir sagen, ob ich nun schreiend im Kreis rennen soll. Bei der abgelösten schicht handelt es sich wirklich um nicht viel. Es ist zu sehen und wenn man mit dem Fingernagel drüber geht, merkt man an der abgelösten stelle dass es stumpf ist. Es ist so wenig das man es quasi wegpolieren könnte.
Anolym ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 20.06.2018, 07:28   #2   Druckbare Version zeigen
chemiewolf Männlich
Mitglied
Beiträge: 23.415
AW: Kleines Malheur beim verkupfern.

in einigen Standardpotential-Tabellen habe ich nur Cr -> Cr3+ +3e- gefunden.
Ich gehe davon aus dass daher kein Cr6+ entstanden ist. Wenn du alles schnell gründlich abgewaschen hast besteht also kein Anlass zur Sorge.
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The State Senate of Illinois yesterday abandoned its Committee on Efficiency and Economy for reasons of 'efficiency and economy'.
De Moines Tribune, 6 February 1955
chemiewolf ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 20.06.2018, 08:56   #3   Druckbare Version zeigen
Cyrion Männlich
Mitglied
Beiträge: 6.637
AW: Kleines Malheur beim verkupfern.

1. Ruhig Blut. Vor allem wenn Du etwas tust. Du hättest Dir das mit dem Umstoßen erspraren können.

2. Da ist jetzt wohl nicht sonderlich viel Chrom entstanden. So lange Chrom(III) und Metall da ist, wohl auch kaum Chrom(VI). Das wäre nicht grün sondern gelb. (Grüne Flüssigkeiten können in starker Verdünnung gelblich aussehen. Vo allem, wenn man Angst davor hat.)

3. Die Färbung kann auch von anderen Metallen kommen (Eisen, Vanadium etc. was eben so in einem Stahl sein kann). Oder war der Schlüssel wirklich aus reinem Chrom?

4. Reines Chrom kriegt man mit so einer Prozedur eher passiviert: Es bildet sich eine Oxidschicht und die isoliert. Deswegen tut man auch Chrom in so einen Stahl rein.
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Philippus Theophrastus Aureolus Bombastus von Hohenheim: Allein die Dosis machts, daß ein Ding kein Gift sei.

Erfahrung: Wenn es so einfach wäre, hätte es schon längst jemand gemacht
Cyrion ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 20.06.2018, 13:37   #4   Druckbare Version zeigen
BJ68 Männlich
Mitglied
Beiträge: 80
AW: Kleines Malheur beim verkupfern.

a) Falls Du grillst und das Teil ohne Alufolie auf Holzkohle machst dürftest Du im Vergleich mehr CMR-Stoffe aufgenommen haben, als bei Deinem Problemchen.
Falls Du heimwerkst und dabei diverse Holzstäube

b) Auch wenn "Cr(VI)" cancerogen ist, heißt das noch lange nicht, dass eine Exposition automatisch zu Krebs führt....und für eine akute Giftigkeit sind die entstanden Mengen zu klein, falls da wirklich was entstanden wäre.

c) Ansonsten http://illumina-chemie.de/dichromatvernichtung-t4201.html beschreibt die Überführung von sechswertigem Chrom in die dreiwertige Form mittels Ascorbinsäure (Vitamin C). Sprich einfach etwas Vitamin C in Wasser auflösen und betroffene Stellen abwischen und das mit sechswertigem Chrom hat sich erledigt.
Aber Achtung....Lösungen (Vitamin C) oxidieren an der Luft von selbst und verfärben sich ins gelb/braune; kann u.U. Flecken geben...


Bj68
Bj68
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Alt 20.06.2018, 15:43   #5   Druckbare Version zeigen
Anolym Männlich
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 6
AW: Kleines Malheur beim verkupfern.

Vielen Dank für eure Antworten. Somit ist mit schonmal ein Stein vom Herzen gefallen

Bezüglich des Materials: Es handelt sich um einen Chrom Vanadium Stahl, welcher vermutlich Glanzverchromt ist. Leider habe ich kein vernickelt es Teil zum vergleichen hier. Eine Vernickelte Oberfläche gilt ja allgemein als bräunlich/gelblicher als eine Verchromung.

Wegen der Farbe: Da es eine blaue Lösung ist (Kupfersulfat Lösung), kann mich das Grün natürlich zusätzlich getäuscht haben. Ich hatte auch keine Bedenken, nur nachdem ich das Werkstück herausgezogen habe und die Tropfen daran sahen gelblich aus. In meinem Kopf war sofort: Wasserlösliche sechswertige Chromverbindung.

In einigen deutschen und englischen Foren berichten Leute davon, dass sechswertiges hauptsächlich unter anodischen Bedingungen entsteht. Diese nutzten aber meist ein Elektrolyt welches aus einer Lauge besteht. In einem Forum beschrieb jemand, dass bei Natronlauge sechswertiges und bei Salzsäure dreiwertiges entsteht.
Bei einer Kulfersulfatlösung müsste es sich meiner Kenntnis nach um eine saure Lösung handeln. Was haltet ihr davon? Bin ich fein raus und sollte mir keinen Kopf weiterhin drum machen?

Nochmals zur Info über die Stromversorgung: Es handelte sich um eine 6 V und ca. 1,5 A Gleichspannungsquelle. Leider habe ich die Spannungsquelle nicht mehr, weshalb ich nichts genaues sagen kann.

LG Anolym
Anolym ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 20.06.2018, 15:45   #6   Druckbare Version zeigen
Anolym Männlich
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 6
AW: Kleines Malheur beim verkupfern.

Okay, das ist ein guter Tipp. Ich muss Mal schauen das ich das die Tage mache. Ich hab bis jetzt halt einfach alles mit Seifenwasser gereinigt.
Anolym ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 20.06.2018, 20:00   #7   Druckbare Version zeigen
Anolym Männlich
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 6
AW: Kleines Malheur beim verkupfern.

So, ich habe ebend noch etwas google Arbeit getätigt.


Wenn ich es richtig verstanden habe: Eine verchromte Oberfläche besteht nicht nur aus reinem Chrom, sondern sie besitzt eine weitere passive Oxidschicht. Diese besteht bei einer "transparenten Schicht" (silber) aus dreiwertigem Chrom? Das müsste dann ja heißen, dass der Aufbau erst einmal diese passivschicht aus Chrom 3 weg fressen muss oder? Im umkehr schluss muss es doch dann heißen, dass wie oben von Cyrion schon beschrieben wurde das freigelegte chrom passiviert wird in weiteres dreiwertiges Chrom, richtig?


LG Anolym
Anolym ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 21.06.2018, 13:44   #8   Druckbare Version zeigen
chemiewolf Männlich
Mitglied
Beiträge: 23.415
AW: Kleines Malheur beim verkupfern.

unter geeigneten Bedingungen ist die Passivierungsschicht sehr schnell weg, da ihre Schichtdicke bei Cr/Ni-Stählen nur ca 10 nm beträgt.
__________________
The State Senate of Illinois yesterday abandoned its Committee on Efficiency and Economy for reasons of 'efficiency and economy'.
De Moines Tribune, 6 February 1955
chemiewolf ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 21.06.2018, 15:01   #9   Druckbare Version zeigen
Anolym Männlich
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 6
AW: Kleines Malheur beim verkupfern.

Naja es handelt sich ja nicht um den Chrom Vanadium Stahl. Es handelt sich um ein Verchromten Werkzeug mit Glanz. Also es besitzt noch eine Chrombeschichtung
Anolym ist offline   Mit Zitat antworten
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Stichworte
chrom, elektrolyse, galvanisieren, kupfersulfat, verkupfern

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