Anorganische Chemie
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Anorganische Chemie Anorganik ist mehr als nur Salze; hier gibt es Antworten auf Fragen rund um die "unbelebte Chemie" der Elemente und ihrer Verbindungen.

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Alt 07.01.2016, 17:13   #1   Druckbare Version zeigen
Hannes117 Männlich
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 9
Grinsen Komplexchemie

Hallo
Sodium tetrachloropalladate(II)
komplexiert mit 4'5'-Bis(N,N-bis(carboxymethyl)aminomethyl Fluorescein. Dabei ist das Palladium das Zentralteilchen des Komplexes. Wie finde ich heraus wer die Liganden sind? Nach Bildung dieses Komplexes steht eine Ammoniaklösung bzw. Schwefelverbindung zur Verfügung. Wieso bevorzugt das Palladium den Stickstoff bzw. Schwefel? Lässt sich Komplexierung mit einer
Lewis-Säure-Base-Bindung erklären?

Abbildung zeigt
4'5'-Bis(N,N-bis(carboxymethyl)aminomethyl Fluorescein

Hannes117 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 07.01.2016, 17:34   #2   Druckbare Version zeigen
imalipusram Männlich
Mitglied
Beiträge: 7.190
AW: Komplexchemie

Zitat:
Zitat von Hannes117 Beitrag anzeigen
Wie finde ich heraus wer die Liganden sind?
Wenn man sich das Fluorescein wegdenkt, bleibt was übrig, das an EDTA oder EGTA erinnert. Ich würde mal gucken, was Pd(II) mit diesen für Komplexe bildet. An der Komplexbildung ist deshalb vermutlich alles beteiligt, was freie Elektronenpaare hat: Stickstoff und Carboxylate. Freies NH3 komplexiert idR schlechter, dH man brauch ziemlich hohe Konzentrationen, um den vorliegenden Komplex in nennenswerten Anteilen aufzubrechen (entropische Effekte). Schwefelverbindungen? Ist etwas arg unspezifisch.
__________________
I solemnly swear that I'm up to no good!
伍佰 (WuBai - Run run run!) (ein Musikvideo mit dem Bambushaus und dem imalipusram unter den Statisten)
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Und so gehts hier manchmal zu (sowas Ähnliches wie Fronleichnam, hier wird TuDiGong, dem Erdgott, tüchtig eingeheizt!) Oder so (auch ungeeignet für Gefahrstoffphobiker) und so und so.
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Alt 07.01.2016, 20:39   #3   Druckbare Version zeigen
Fulvenus Männlich
Mitglied
Beiträge: 22.564
AW: Komplexchemie

Zitat:
Zitat von Hannes117 Beitrag anzeigen
Wie finde ich heraus wer die Liganden sind?
Ligand ist das gesamte Molekül,man muß bei einem mehrzähnigen Liganden schauen,welches im jeweiligen Komplex die Koordinationsstellen sind.
Dazu müßte man die genaue Struktur des Komplexes kennen.
Will man Liganden hinsichtlich ihrer Komplexbildungstendenz bzgl. beteiligter Heteroatome vergleichen,sollte es sich auch um gleichartige Liganden handeln.
Der obige Ligand(->"Calcein") ist ein mehrzähniger Ligand,bei dem auch der Chelateffekt(Entropie) berücksichtigt werden muß.
Einfache,einzähnige Liganden dagegen können über die jeweilige Bindungsstärke zwischen Bindungsstelle und Zentralatom verglichen werden.
Palladium(II)/Calcein wird u.a. als "Fluoreszenzindikator" verwendet.
Im Pd(II)-Komplex ist die Fluoreszenz gelöscht,erfolgt ein Ligandenaustausch mit "besseren Liganden",wird Calcein frei,die Fluoreszenz kann gemessen werden.
Gerade S-haltige Moleküle zeigen meist relativ hohe Bildunstendenzen für Pd-Komplexe,was u.a. über das HSAB-Prinzip vereinfacht gedeutet werden kann.
Darauf beruht z.B. die quantitative Bestimmung von PTH-Aminosäuren.
Einfache N-Liganden zeigen dagegen geringere Bildungstendenzen.

Fulvenus!
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Alt 07.01.2016, 22:48   #4   Druckbare Version zeigen
ehemaliges Mitglied  
nicht mehr Mitglied
Beiträge: n/a
AW: Komplexchemie

Zitat:
Zitat von Hannes117 Beitrag anzeigen

Wie finde ich heraus wer die Liganden sind?

Haftatome, meinst du sicher. Als theoretische Aufgabe oder tatsächlich praktisch?

Zitat:
Nach Bildung dieses Komplexes steht eine Ammoniaklösung bzw. Schwefelverbindung zur Verfügung.
Was meinst du genau? Dass der Komplex mit Ammoniak oder einer Schwefelverbindung behandelt wird?
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Alt 08.01.2016, 16:24   #5   Druckbare Version zeigen
Hannes117 Männlich
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 9
AW: Komplexchemie

Vielen Dank für die Hilfe!
Genau, die Koordinationsstellen wären interessant zu kennen.
Ja, es ist eine theoretische Aufgabe.
Es wird eine Ammoniaklösung zum entstandenen roten Komplex gegeben.
Im zweiten Versuch gibt man anstatt des Ammoniaks Dimethylsulfid dazu. Dies führt allerdings zu keiner Reaktion, weil möglicherweise aus dem Dimethylsulfid bei Zimmertemperatur keine S2- vorliegen.

Hab mich mal an der Nomenklatur des Komplexes aus Dinatriumtetrachlorpalladium und Calcein herangewagt. Calceinpalladiat(ii)-dinatriumtetrachlorid
Hannes117 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 08.01.2016, 21:05   #6   Druckbare Version zeigen
Fulvenus Männlich
Mitglied
Beiträge: 22.564
AW: Komplexchemie

Wie sah die Lösung denn nach Zugabe des Ammoniaks aus?
Beachte,daß beim Calcein,analog zum Fluorescein,auch das Lacton pH-abhängig als freie Carboxyl-Gruppe,bzw. als Carboxylat vorliegt.
Beim Namen müßte es Palladat(statt Palladiat) heißen,insgesamt nur,wenn denn die Stöchiometrie des Komplexes als 1:1 festgelegt ist.
In der Literatur zur fluorometrischen Analytik wird in der Regel nur vom Palladium(II)-Calcein-Komplex gesprochen.
MWn reagiert der Tetrachloropalladt(II)-Komplex selbst unter Ligandenaustausch zu einem 1:1-Komplex aus Calcein und Pd(II),in Lösung bleiben die weiteren Kationen und vorher gebundenen Chloridionen unberücksichtigt.
Zur Austauschreaktion des Pd(II)/Calcein-Komplexes mit Thioverbindungen z.B. mal hier lesen:http://europepmc.org/abstract/MED/7204529 .
Ähnlich dem Nachweisproblem im anderen thread(Indikator für Me2S) ist keine Sulfidbildung mit Dimethylsulfid möglich.
DMS kann mit Palladium jedoch Komplexe bilden.
Die Bindungstendenz wäre hier u.U. durch Freisetzung von Calcein und Auftreten von Fluoreszenz zu beurteilen.

Fulvenus!
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komplex, palladium, schwefel, stickstoff

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