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Alt 31.12.2019, 07:11   #1   Druckbare Version zeigen
Gelman  
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 40
Für Cyanotopie Kaliumhexacyanoferrat(III) und Ammoniumeisen(III)-citrat grün

Hallo,

ich (chemischer Laie) werde mich in nächster Zeit etwas mit Cyanotopie[1] befassen, das ist die eine historisch frühe Form zur Entwicklung eines (blauen) Fotos aus einem Negativ.

Ich benötige dafür die Chemikalien Kaliumhexacyanoferrat(III) [2] und Ammoniumeisen(III)-citrat [3], grün.

Bin mir nicht sicher, ob und wie gefährlich diese chemikalien sind. Da die fertig angerührten Chemikalien recht teur sind, werde ich sie wohl selber aus dem Pulver anrühren. Im Freien kann ich es nicht machen, da ich in der Fußgängerzone in einem Mehrfamilienhaus wohne mit Geschäften untendrunter und ich keinen Balkon oder Garten habe.

Auch wenn ich sehr gut aufpasse, wird wohl immer eine minimale Menge Staubfrei gesetzt werden. Ich frage mich, wie bedenklich das ist? Immerhin wird ja mittlerweile dafür gewarnt, dass Titandioxid (Färbemittel für Kuchendeko) krebserregend sein soll.

Überdies steht auf Wikipedia, dass aus Kaliumhexacyanoferrat versehentlich Blausäure entstehen kann, bei hoher Kälte oder Hitze unter Einwirkung von Säure. Habe kürzlich schon mal im Labor eines Fotografen ein Cyanogramm angefertigt. Hatte keine Handschuhe an und danach blaue Farbe unter den Fingernägeln, die Farbe ging auch mit viel Schrubben nicht weg. Habe danach Abends noch mit diesen Fingern Obst für ein Obstsalat geschnippelt. Heißt dass jetzt, wenns Sommer gewesen wäre und 38 Grad C warm, hätte ich in Verbindung mit der Fruchtsäure danach Blausäure unter den Fingernägeln und womöglich im Obstsalat gehabt?

Freue mich über jeden Hinweis zum Umgang mit diesen Chemikalien und Gesundheit/Sicherheit. Freue mich auch auf Hinweise zu weiteren Gesichtspunkten, wenn ich diese noch nicht bedacht haben sollte.

Besten Dank und Grüße,
Gelman


Hier noch einige Links zu Cyanotopie und zu den Chemikalien:


[1]
https://de.wikipedia.org/wiki/Cyanotypie

[2]
https://www.restauro-online.com/epages/63807438.sf/de_DE/?ObjectPath=/Shops/63807438/Products/174

[3]
https://www.restauro-online.com/AmmoniumeisenIII-citrat-gruen
Gelman ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 31.12.2019, 11:38   #2   Druckbare Version zeigen
Fulvenus Männlich
Mitglied
Beiträge: 22.932
AW: Für Cyanotopie Kaliumhexacyanoferrat(III) und Ammoniumeisen(III)-citrat grün

Das sogenannte rote Blutlaugensalz ist zwar etwas instabiler bzgl. der Freisetzung von Blausäure als das gelbe BLS,aber während des cyanotypischen Verfahrens besteht da keine wirklich Gefahr.Auch im direkten Umgang ist das Gesundheitsrisiko eher gering(->http://gestis.itrust.de/nxt/gateway.dll/gestis_de/004120.xml?f=templates$fn=default.htm$3.0 ),trotzdem sollte man sorgfältig damit hantieren,u.U. die übliche PSA(Handschuhe,Brille,Kittel) verwenden,was auch bei nachträglichem Verwenden von Wasserstoffperoxid ratsam ist.
Lagere das Salz in einem geeigneten Gebinde(oft Liefergebinde),arbeite sorgfältig und schaffe passende Entsorgungsmöglichkeiten.
Die blauen Flecke an den Fingern stammen einfach vom gebildeten Berliner Blau,
das löst sich mit der Zeit im basischen(echte Seife verwenden).
Das Ammoniumeisencitrat ist deutlich harmloser,also viel Spaß beim "Blaumachen".

Fulvenus!
Fulvenus ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 31.12.2019, 14:12   #3   Druckbare Version zeigen
cg Männlich
Mitglied
Beiträge: 1.704
AW: Für Cyanotopie Kaliumhexacyanoferrat(III) und Ammoniumeisen(III)-citrat grün

Hi Gelman,

ja, damit habe ich als Schüler meine ersten "Fotos" - Schattenwürfe gemacht. Allerdings brauchst Du Ammoniumeisen(II)-citrat.Die Komponenten sind wirklich harmlos, was aber nicht bedeutet, dass Du sie auf den Obstsalt streuen sollst.

Wenn Du mit gemahlenem schwarzen Pfeffer umgehen kannst ohne Niesanfälle zu bekommen, kannst Du so auch mit diesen Salzen umgehen. Nicht verstäuben, nicht rumkleckern. Zeitungspapier drunter, das anschließend zusammenfalten und zum Altpapier.
Eine Spur Blausäure schadet nicht. Jeder Apfelkern enthält so eine Spur, Bittermandeln erst recht.

Aus rotem Blutlaugensalz entwickelt sie sich jedenfalls nur mit starker Säure. Die hast Du gar nicht in Gebrauch bei Cyanotypie. Die würde Dein Papier zerfressen... und wäre als solche an sich viel gefährlicher.

Viel Erfolg und alles Gute im neuen Jahr
cg
cg ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 31.12.2019, 17:31   #4   Druckbare Version zeigen
Fulvenus Männlich
Mitglied
Beiträge: 22.932
AW: Für Cyanotopie Kaliumhexacyanoferrat(III) und Ammoniumeisen(III)-citrat grün

Zitat:
Zitat von cg Beitrag anzeigen
Allerdings brauchst Du Ammoniumeisen(II)-citrat.D
Nein,das Eisen muß dreiwertig sein,ansonsten hättest du keine Photoreaktion,sondern schon direkt alles Blau.
Die Photoreaktion bei der Cyanotypie beruht auf der UV-induzierten Reduktion von Eisen(III) zu Eisen(II) durch Citrat,erst damit dann an den belichteten Stellen Bildung von Berliner Blau(mit dem roten BLS) möglich.
Aber am Gefahrenpotential ändert sich nichts.

Fulvenus!
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Alt 01.01.2020, 12:46   #5   Druckbare Version zeigen
cg Männlich
Mitglied
Beiträge: 1.704
AW: Für Cyanotopie Kaliumhexacyanoferrat(III) und Ammoniumeisen(III)-citrat grün

Danke für die Korrektur, Fulvenus.

Ich habe da leider nur die Erinnerung an die alte Bezeichnung "Grünes, zitronensaures Eisenoxydulammoniak" übersetzt, ohne über den Mechanismus nachzudenken.

Alles Gute im neuen Jahr!
cg

Geändert von cg (01.01.2020 um 12:55 Uhr)
cg ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 01.01.2020, 18:30   #6   Druckbare Version zeigen
Fulvenus Männlich
Mitglied
Beiträge: 22.932
AW: Für Cyanotopie Kaliumhexacyanoferrat(III) und Ammoniumeisen(III)-citrat grün

Zitat:
Zitat von cg Beitrag anzeigen
"Grünes, zitronensaures Eisenoxydulammoniak"
Sehr schöner Name,ja die alte Nomenklatur,wie profan klingt da ferric ammonium citrate .
Interessant ist für mcih,daß es da anscheinend zwei Modifikationen des Salzes gibt,die sich farblich deutlich unterscheiden,eben die grüne und eine braune Variante.Habe bisher noch nicht so schnell gefunden,worauf das zurück zu führen ist.Aber für die Cyanotypie ist mWn auch das braune Salz verwendbar.

Fulvenus!
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Alt 01.01.2020, 18:41   #7   Druckbare Version zeigen
HNIW Männlich
Mitglied
Beiträge: 3.750
AW: Für Cyanotopie Kaliumhexacyanoferrat(III) und Ammoniumeisen(III)-citrat grün

Einfach mal bei Wikipedia gucken:
https://de.wikipedia.org/wiki/Ammoniumeisen(III)-citrat
Die unterschiedliche Farbe kommt zustande, weil es sich wohl um ein nichtstöchiometrisches Salz handelt....
__________________
"Erfahrung heißt gar nichts. Man kann seine Sache auch 35 Jahre schlecht machen."
Kurt Tucholsky

"Nur wenige wissen, wie viel man wissen muss, um zu wissen, wie wenig man weiß."
Werner Heisenberg
HNIW ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 01.01.2020, 19:15   #8   Druckbare Version zeigen
Fulvenus Männlich
Mitglied
Beiträge: 22.932
AW: Für Cyanotopie Kaliumhexacyanoferrat(III) und Ammoniumeisen(III)-citrat grün

Danke für die Aufklärung,hatte nur den englischen wikipedia-Artikel gelesen.

Fulvenus!
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