Allgemeine Chemie
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Alt 29.10.2018, 22:57   #1   Druckbare Version zeigen
deusr Männlich
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 49
Im Labor stinkst!?

Hallo Leute, ich denke jeder von uns kennt den Geruch eines Labors. Es riecht nach irgendwelchen Chemikalien, Schwefel, etc.

Bei uns in der Firma haben wir zwei Labore, ein normales Chemie-Labor (das auch riecht) und eins im Reinraum, wo gleich alles abgesogen wird. Nun gab es den Wunsch, dass man ja das normale Labor reinigen lassen sollte. Als Vorschlag wurde da ein Ozon-Generator gemacht, der z.B. übers Wochenende laufen soll.

Was meint ihr? Kann man so das Labor von Gerüchen befreien?
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Alt 29.10.2018, 23:10   #2   Druckbare Version zeigen
kaliumcyanid Männlich
Mitglied
Beiträge: 19.010
AW: Im Labor stinkst!?

Die Labore, in denen ich bisher war, haben normalerweise nicht gestunken, wenn nicht gerade jemand etwas außerhalb des Abzugs verschüttet oder sonstwie freigesetzt hatte. Das waren aber auch eher moderne Einrichtungen.
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Alt 30.10.2018, 02:18   #3   Druckbare Version zeigen
imalipusram  
Mitglied
Beiträge: 6.573
AW: Im Labor stinkst!?

Laß den Laden mal von einem erfahrenen Chemiker inspizieren. Solange man nicht weiß, woher der Mief kommt und was es ist, kann man kaum sinnvoll sanieren.
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Alt 30.10.2018, 08:01   #4   Druckbare Version zeigen
Adders Männlich
Mitglied
Beiträge: 587
AW: Im Labor stinkst!?

In einem Labor, in dem ich mal gearbeitet habe, kamen immer mal wieder unangenehme Gerüche aus dem Abfluss im Boden. Ein paar Liter Wasser reingießen hat da geholfen. Vielleicht kann es auch sowas sein?
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Alt 30.10.2018, 08:23   #5   Druckbare Version zeigen
chemiewolf Männlich
Mitglied
Beiträge: 21.754
AW: Im Labor stinkst!?

wie alt ist die Einrichtung denn? Und woraus besteht sie(Holz/Kunststoff)? Wenn die Gerüche über Jahrzehnte in Kunststoff eingedrungen sind, wird man das niemals wieder komplett los werden.
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Alt 30.10.2018, 08:54   #6   Druckbare Version zeigen
deusr Männlich
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 49
AW: Im Labor stinkst!?

Die Einrichtung ist jetzt 10 Jahre alt. Massivbau mit Porotonsteinen, Kalk-Putz und an den Wänden sind Tapeten. Der Bodenbelag ist aus Fliesen bzw. wo man arbeitet sind Bodenmatten aus Linoleum, die ca. alle 6 Monate ausgetauscht werden. Ich habe schon mit einem Baubiologen gesprochen, der hatte aber auch keine Idee, was da genau stinkt. Seine Meinung: "Der Geruch ist eben in die Bausubstanz eingezogen".

Das einzige Labor, was ich kenne, was nicht stinkt, ist tatsächlich bei uns im Reinraum.

Früher in der Schule war bei uns die Chemie im EG und in den Obergeschossen waren Erdkunde und Politik-Räume. Da hat das ganze Gebäude gestunken. Auch in der Uni, man hat das Gebäude betreten, in dem der (Neue) Chemie Hörsaal war und wusste sofort, was Sache ist. Und auch bei einigen unserer Kunden, man geht in das Haus rein und riecht sofort, dass dort etwas mit Chemie (Formalin) gemacht wird.

Kennt man ja auch aus dem Alltag. Eine Zahnarzt-Praxis riecht eben nach Zahnarzt und ein Krankenhaus riecht nach Krankenhaus.
deusr ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 30.10.2018, 08:58   #7   Druckbare Version zeigen
Rumpanscher Männlich
Mitglied
Beiträge: 188
AW: Im Labor stinkst!?

Wenn ein Labor stinkt, dann wird darin falsch gearbeitet. Eventuell mal alle Flaschen überprüfen ob wirklich verschlossen. Dann die Abzüge überprüfen, ob sie auch wirklich funktionieren (mit einem Tuch vor dem zugezogenen Spalt unten. NICHT MIT DEM FEUERZEUG).

Eventuell kommt der Mief auch aus dem Abfluss der Notbrause (wie schon geschrieben). Da diese selten genutzt wird kann das Wasser darin mit der Zeit verdunsten und die Dämpfe der Kanalisation dringen durch das Siffon. Ein bis zwei Bechergläser H2O ausm Hahn sollten da Abhilfe verschaffen.

Ansonsten weiß ich nicht ob Ozon da so viel hilft. Im anorganischen Labor wird da nicht viel passieren. Im organischen wäre ich vorsichtig mit Oxidierungsmitteln.
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Gäbe es die letzte Minute nicht, so würde niemals etwas fertig.
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Alt 30.10.2018, 09:01   #8   Druckbare Version zeigen
chemiewolf Männlich
Mitglied
Beiträge: 21.754
AW: Im Labor stinkst!?

d.h. entweder benötigt ihr eine komplette Sanierung oder ihr müsst mit dem Geruch leben.
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Alt 30.10.2018, 09:11   #9   Druckbare Version zeigen
Cyrion Männlich
Mitglied
Beiträge: 5.579
AW: Im Labor stinkst!?

Dieser latente Grundgeruch, der sich von Labor zu Labor in Intensität und Nuancierung unterscheidet, dürfte den verarbeiteten (einigermaßen) flüchtigen Stoffen geschuldet sein. Wenn diese also nicht direkt entsorgt werden (wie bei Euch im Reinraum) dann ziehen sie in alles ein, was da ist.

Das einzige Mittel, was ich da als effektiv ansehe, ist eine dem reinraum entsprechende Lüftung. Wobei jetzt die Frage ist, ob sich das vom Aufwand (Anschaffung und vor allem Betrieb wegen der Heizkosten) lohnt.

Vom wilden rumoxidieren würde ich dringend abraten. Man zerstört die Verbindungen oft nicht, sondern verändert sie. Was da rauskommt ist schwer zu sagen. Es ist unwahrscheinlich, dass das gesünder ist, als die Gerüche.
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Philippus Theophrastus Aureolus Bombastus von Hohenheim: Allein die Dosis machts, daß ein Ding kein Gift sei.

Erfahrung: Wenn es so einfach wäre, hätte es schon längst jemand gemacht
Cyrion ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 30.10.2018, 10:23   #10   Druckbare Version zeigen
imalipusram  
Mitglied
Beiträge: 6.573
AW: Im Labor stinkst!?

Zitat:
Zitat von Cyrion Beitrag anzeigen
Das einzige Mittel, was ich da als effektiv ansehe, ist eine dem reinraum entsprechende Lüftung.
Die sollte doch eigentlich eh dasein, oder? Gibt doch Vorschriften zum Luftaustausch.
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Alt 30.10.2018, 10:29   #11   Druckbare Version zeigen
Cyrion Männlich
Mitglied
Beiträge: 5.579
AW: Im Labor stinkst!?

Je nach Nutzung.
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Philippus Theophrastus Aureolus Bombastus von Hohenheim: Allein die Dosis machts, daß ein Ding kein Gift sei.

Erfahrung: Wenn es so einfach wäre, hätte es schon längst jemand gemacht
Cyrion ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 30.10.2018, 10:51   #12   Druckbare Version zeigen
deusr Männlich
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 49
AW: Im Labor stinkst!?

Zitat:
Zitat von imalipusram Beitrag anzeigen
Die sollte doch eigentlich eh dasein, oder? Gibt doch Vorschriften zum Luftaustausch.
Das Problem ist, dass Zugluft der große negative Gegenspieler zum guten Luftaustausch ist.


Was genau ist denn das Problem, wenn ich die Verbindungen mit Ozon oxidiere? Ja, da kann alles Mögliche an Zeugs bei raus kommen, wäre es aber nicht auch auf eine natürliche Art einfach durch die Zeit?

Und noch eine zweite Frage. Durch die Oxidation wird ja die Verbindung schwerer und müsste ja eher zum Boden sinken, wo man die dann absaugen könnte. Wäre es nicht ein Vorteil gegenüber dem aktuellen Zustand?

Und eine dritte hinterher: Diese Ozon-Geräte werden ja heute sehr oft verwendet, um z.B. Gerüche aus Fahrzeugen zu entfernen. Hier habe ich zwar vor allem organische Verbindungen, aber spielt das da eine so große Rolle?
deusr ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 30.10.2018, 11:15   #13   Druckbare Version zeigen
chemiewolf Männlich
Mitglied
Beiträge: 21.754
AW: Im Labor stinkst!?

Ozon ist bei organischen Verbindungen selbstverständlich sinnvoll. Es ist aber kaum zu beantworten, ob oder inwieweit es hier gelingt die Hinterlassenschaft von 10 Jahren dadurch zu eliminieren. Versuch macht kluch. Die entstehenden Oxidationsprodukte sind m.E. völlig unbedenklich.
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De Moines Tribune, 6 February 1955
einfach mal eine Fanta trinken
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Alt 30.10.2018, 13:24   #14   Druckbare Version zeigen
jag Männlich
Mitglied
Beiträge: 18.103
AW: Im Labor stinkst!?

Nach 10 Jahren müsste massiv alles ohne Abzug gemacht worden sein, geruchsintensive Chemikalien nicht gesondert belüftet gelagert, etc., wenn das in die Bausubstanz eingedrungen sein sollte. Baubiologe - jeden kann sich so nennen. Dass man einen (betriebsfremden) Chemiker nimmt ist sinnvoller.

Alle erkennbar kontaminierten Gegenstände und ggf. Einrichtungen sollten dann entsorgt werden, Abflüsse gespült (geeignete Chemikalien sollten ja da sein). Aggressive Reinigung von Oberflächen, wenn möglich (es gibt Peroxidhaltige Wasch-/Desinfektionslösungen für die Lebensmittelindustrie). Dann spricht nichts gegen das Ozon, das muss man dann aber schon mehrfach hintereinander in ordentlicher Konzentration gemacht werden. Türen von SDchränken etc. öffnen. Ventilatoren verwenden. Nach jeder Anwendung gründlich lüften (und ordentlich > 25°C RT) "ausheizen".

Wenn man Pech, geht nicht alles weg. Aber dann kann man das häufig erschnüffeln und geringe Maßnahmen als eine Komplettsanierung anstoßen.

Selbstverständlich riecht man "Chemie", auch wenn sehr sauber gearbeit wird. In Unis wird immer noch in Großpraktika gearbeit ohne entsprechende Anzahl Abzüge. Selbst wenn man nur Vorlesungen gehört hat, nhatte man abends den Geruch weg. Und wenn dann noch geruchstintensive SToffe (wie Formalin) eine Rolle spielen...

Gruß

jag
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Die Lösung auf alle Fragen ist "42".
Aus gegebenem Anlass: Alle Rechnungen überprüfen, da keine Gewähr. - Fragen bitte im Forum stellen.
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