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Allgemeine Chemie Fragen zur Chemie, die ihr nicht in eines der Fachforen einordnen könnt, gehören hierher.

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Alt 08.06.2018, 03:32   #1   Druckbare Version zeigen
tadechahi Männlich
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 1
3 FUNDAMENTALE GRUNDFRAGEN ZUR CHEMIE

Sehr geehrtes Chemiewissenschaftsforum.
Endlich bin ich Chemiestudent. Das bedeutet jetzt aber auch, dass ich mich viel tiefer mit der Materie auseinandersetzen muss. Deshalb habe ich mich in diesem Forum angemeldet, um hoffentlich viele Antworten auf meine vielen Fragen finden zu können. Beginnen möchte ich mit drei Themen, die man früh in der Schule kennengelernt hat.

1. Plus & Negativ Pol
Elektronen und Protonen ziehen sich ab. Gleiches wiederum stoßt sich ab.
Nun frage ich mich: Gibt es in der Wissenschaft eine Antwort, warum dies so ist?
Anders als bei polar und unpolaren Stoffen zählt hier offenbar nicht die Regel
„Gleich und Gleich gesellt sich gern“.

2. Polar & Unpolar
Anders als bei Elektron und Proton können polare & unpolare Stoffe sich ohne Hilfe nur mit gleichem Verbinden. Aber was genau verhindert jetzt, dass unpolar und polar sich nicht verbinden können?

3. Edelgaskonfiguration
In der Schule lernte ich, dass die Chemikalien den Edelgaszustand anstreben, weil er dieser sehr stabil ist. Deshalb dachte ich immer, dass metaphorisch gesehen der Traum jedes Stoffes das Erreichen dieses Zustandes ist. Allerdings können trotzdem noch weitere Reaktionen entstehen, welche den Edelgaszustand wieder aufheben. Demnach scheint der Edelgaszustand doch nicht der „Sinn des Lebens“ für ein Atom zu sein. Jetzt frage ich mich: Ist der Edelgaszustand so besonders, weil die Wissenschaftler ihn so interessant finden, oder haben Atome wirklich ein „echtes Ziel“ diesen Zustand zu erreichen?
Ich vermute, dass wegen der hohen Stabilität die Atome es einfach nicht mehr so leicht
haben, eine „bessere (noch stabilere)“ Variante zu finden.

Ich danke jedem, der eine dieser Fragen beantworten kann.
Falls es bereits einen Forum Eintrag mit einer passenden Antwort gibt, kann man auch einfach einen Link dazu hierreinstellen.

Ich bedanke mich sehr für eure Hilfe.
tadechahi ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 08.06.2018, 10:29   #2   Druckbare Version zeigen
Rumpanscher Männlich
Mitglied
Beiträge: 169
AW: 3 FUNDAMENTALE GRUNDFRAGEN ZUR CHEMIE

Zu Frage 3:
Stichwort Elektronegativität. Um es mit deiner Metapher zu beschreiben; manche Stoffe haben einen größeren Drang diesen Zustand zu erreichen als andere. Fluor oder Sauerstoff ist hierbei ein gutes Beispiel.

Das alles wird aber sicherlich im Verlaufe deines Studiums einmal behandelt.
__________________
Gäbe es die letzte Minute nicht, so würde niemals etwas fertig.
Mark Twain
Rumpanscher ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 08.06.2018, 11:07   #3   Druckbare Version zeigen
Cyrion Männlich
Mitglied
Beiträge: 5.213
AW: 3 FUNDAMENTALE GRUNDFRAGEN ZUR CHEMIE

Ich glaube, da musst Du weiter differenzieren. Und zusätzlich, für die Erkenntnis zu "warum", weitere Informationen im Studium aufsammeln. Nur hier noch ein paar Sachen, damit Du Dir den weiteren Weg nicht verbaust, denn Du scheinst vieles durcheinanderzuwerfen:

1. Gleiche elektrische Ladungen stoßen sich ab. Gegensätzliche ziehn sich an. Das gehört zu einer der 4 fundamentalen Wechselwirkungen.

2. Damit gekoppelt ist der Magnetismus, der sich aber erst bei genauerer Betrachtung als Teil dieser Wechselwirkung darstelllt. Magnetismus erfordert immer einen magnetischen Nordpol und einen magnetischen Südpol.

3. Polare Teilchen sind am ehesten als "zum Teil elektrisch geladene" Teilchen anzusehen. Diese wechselwirken (aufgrund der elektrischen Anziehung) mit anderen polaren oder geladenen Teilchen. Unpolare Teilchen stoßen sie nicht ab. Sie wechselwirken nur nicht (so sehr) damit. Also lagern sich bevorzugt andere polare oder ionische Teilchen daran an. Für die unpolaren Teilchen ist da kein Platz mehr.

4. Du musst zwischen zwischenatomaren, zwischenmolekularen und interatomaren Wechselwirkungen unterscheiden. Beispiel: Aufgrund der Ladung des Atomkerns wird ein Elektron im Kohlenstoffatom am Atomkern gehalten (inneratomar). Dieses Elektron wird für eine Bindung zu einem Sauerstoffatom "benutzt" (zwischenatomar). Das Sauerstoffatom sorgt in der Verbindung (z.B: Ethanol) für eine Polarisierung. Deswegen wechselwirkt Ethanol gut mit dem ebenfalls polaren Wasser (zwischenmolekular).
__________________
Philippus Theophrastus Aureolus Bombastus von Hohenheim: Allein die Dosis machts, daß ein Ding kein Gift sei.

Erfahrung: Wenn es so einfach wäre, hätte es schon längst jemand gemacht
Cyrion ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 08.06.2018, 13:34   #4   Druckbare Version zeigen
magician4 Männlich
Mitglied
Beiträge: 7.006
AW: 3 FUNDAMENTALE GRUNDFRAGEN ZUR CHEMIE

auch mal meinen senf dazugeben:

Zitat:
(...) Nun frage ich mich: Gibt es in der Wissenschaft eine Antwort, warum dies so ist?
nein, das ist bisher noch auf dem level "experimentell hinreichend gesicherte erkenntnis = tatsache" und nicht weiter hinterklaert, schon garnicht im sinne der GUT
... und ob uns moderne physikalische ansaetze ( wie beispw. die stringtheorie) hier zumindest vertiefende einsichten auf dem weg zum letztendlichen "warum" liefern werden bleibt abzuwarten.
schmerzlich, aber so ist es nunmal: bei viel zu vielen sachen ( naturkonstanten, fundamentaleigenschaften...) haben wir nicht die geringste ahnung, warum sie genau diesen wert / dieses verhalten haben/zeigen, und verhoekern diese ahnungslosigkeit derzeit (wissen vortaeuschend) als "das ist halt spezielle eigenschaft unseres universums"



zu (2):

damit es zu einer mischung/loesung kommt, muss der eine stoff die "wechselwirkungen des anderen mit sich selbst" ueberkompensieren, so rein energetisch (und vice versa): das mischsystem muss energieaermer als die ausgangslage mit 2 phasen sein

... denn sonst bleibt die (meist: polare) phase halt "fuer sich allein", wenn der in der tatsache "verfluessigung" drinsteckende energiebetrag ( mithin: die verdampfungsenthalpie) nicht durch die mischungsenthalpie ueberkompensiert werden kann

anders, bildhafter ausgedrueckt: das wasser sperrt das oel aus, weil es eben beim spielen mit seinesgleichen viel mehr spass hat, als wenn da stoerend noch sonn bloedes oel mit rumspaddelt.
... und das ausgesperrte oel schmollt dann halt, und bildet in seiner verzweiflung dann halt (ebenfalls) ne separate phase


Zitat:
Ist der Edelgaszustand so besonders, weil die Wissenschaftler ihn so interessant finden, (...)
umgekehrt: weil der so besonders ist, finden wir den interessant und lehrreich.

... und der bisherige befund lautet: (hauptsaechlich)*) weil der derart hochsymmetrisch ist (perfekte kugelgeometrie) ist der dann eben auch besonders energiearm : E = h *{\nu} halt


gruss

Ingo



*)
aehnlich wie "aromatizitaet", "besondere stabilitaet halbgefuellter schalen" (...) ist auch die edelgaskonfiguration mit ihren besonderen eigenschaften noch nicht abschliessend geklaert - work in progress halt - und hat deutlich mehrere seiten von denen aus man die dinge sinnvoll und erklaerungsmaechtig beleuchten kann
magician4 ist offline   Mit Zitat antworten
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