Analytik: Instrumentelle Verfahren
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Analytik: Instrumentelle Verfahren Funktion und Anwendung von GC, HPLC, MS, NMR, IR, UV/VIS, etc.

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Alt 28.05.2018, 00:10   #1   Druckbare Version zeigen
kaewin1007  
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 4
Einpunkt Standardaddition

Hallo zusammen!
Ich stecke momentan in der Entwicklung einer analytischen Methode.
Die Methode kommt aus der Trinkwasseranalytik, ist sehr sensitiv und präzise.
Anforderung ist u.A., dass verschiedene Matrices messbar sein müssen.
Eine Matrix zeigt teilweise "negative" Effekte. Das heißt entweder wird Geräteseitig oder bei dem verwendeten Aufschluss "Signal verschluckt".
In sehr niedrigen Konzentrationsbereichen um 0,5µG/L sinkt die Wiederfindungsrate ab.

Nun stocke ich momentan mit etwa 0,5µG/L Standard alle Proben auf und bestimme in gleichem Lauf den addierten Standard alleine in der jeweiligen Probenmatrix (geht wie alle anderen Proben auch in den Aufschluss usw. und wird gleich behandelt).
Anschließend ziehe ich die Konzentration des bestimmten Standards wieder ab.

Beispiel:
Messwert 1: Probe + addierter Standard: 1,0µG/L
Messwert 2: Standard in Probenmatrix: 0,4µG/L

Konzentration der Probe= Messwert1 - Messwert2= 0,6


Ohne das Addieren und wieder subtrahieren des Standards ist die gemessene Konzentration deutlich niedriger. Grob kann man sagen, dass bei dieser Matrix bei jeder Messung ca. 0,1µG/L Signal "verschluckt" werden und dieser Umstand so umgangen wird. Das kann ich z.T. auch bei hohen Konzentrationen nachweisen.
Ich kenne Standardaddition jetzt nur als multiple Standardaddition mit 5 äquidistanten Konzentrationen über die Berechnung des Responsefaktors etc. - kommt aber aufgrund des Arbeitsaufwandes nicht in Frage.
Mathematisch ist das Addieren und subtrahieren das Gleiche als wenn ich eine Einpunktkalibration durchführe und über Responsefaktor die Konzentration ausrechne.

Die Methode muss validiert und von Behörden abgesegnet werden, daher bin ich etwas nervös wie ich argumentieren soll.

Habt ihr Erfahrung mit dieser Methodik v.A. mit den zu Grunde liegenden Bedingungen? Ist das Verfahren vielleicht sogar inkorrekt?
Ich finde im Netz einfach immer nur Literatur zur multiplen Standardaddition.

Vielen Dank schonmal im Vorraus.
kaewin1007 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 28.05.2018, 07:35   #2   Druckbare Version zeigen
Lucas76 Männlich
Mitglied
Beiträge: 604
AW: Einpunkt Standardaddition

Hallo

Mir ist nicht ganz klar was du meinst.
Du hast über eine externe Kalibriereung (mit welchen Konzentrationen?) deine beiden Proben (Prob ohne und mit pike) gemessen?

Eine Standardaddition wäre es nur, wenn du nur aufgrund der Signale von deinen Probe-Analysen mit und ohne Spike rechnen würdest...da du aber dine Probenkonzentrationen ja mit µg/L angibst, hast du ja bereite (wahrscheinlich) mit einer externen Kalibrierung geeicht.
Da müsstest du eie Korrelation mit den beiden Signalen machen und der Achsenabschnitt geteilt durch die Steigung gleich Probenkonzentration.

Wenn du die Methode bei den Behörden durchbringen willst, etwas mager.

Ev. besser die %-Wiederfindung deiner Spike-Analyse angeben?

Gruss
Lucas

Geändert von Lucas76 (28.05.2018 um 07:54 Uhr)
Lucas76 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 28.05.2018, 08:53   #3   Druckbare Version zeigen
kaewin1007  
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 4
AW: Einpunkt Standardaddition

Genau, kalibriert wird extern: 0,1, 2,1, 4,1, 6,1, 8,1 µG/L Ammoniumsulfat in Wasser (Keine Matrixeffekte)

Ich bestimme: Probe mit Spike Messwert 1
und Spike in Probenmatrix (0,5µG/L) Messwert 2
Anschließend subtrahiere ich dann Messwert 2 von Messwert 1. Also ziehe den Spike einfach wieder ab.

Das Bestimmen von Spike in Probenmatrix simuliert im Prinzip den Signalverlust bei vorliegender Matrix. Sagen wir ich analysiere eine Lösung von 0,5µG/L - Messergebnis in der Probenmatrix ist aber 0,4µG/L. Da ich bei jeder Messung aber nur einmal den gleichen Anteil "verliere" ist dieser Verlust schon auf den Spike in Matrix (Messwert 2) umgelegt worden.
Wichtig ist das für mich v.A. bei niedrigen Konzentrationen, damit hier die Wiederfindung auch noch in Kleinstbereichen korrekt ist.
Das Spiken ist so problemlos, da das Wasser bei dem nachfolgenden Aufschluss verdampft.

BTW: Es geht um Stickstoffbestimmung nach Kjeldahl mittels Berthelot-Reaktion. Kalibrant/Spike ist Ammoniumsulfat.
Analyt sind Proteinlösungen in verschiedenen Matrices. Liegen nach Kjeldahlaufschluss ebenfalls als Ammoniumsulfat vor. Kalibrant/Spike werden ebenfalls aufgeschlossen (Alles "gleich" behandelt). Die problematische Matrix enthält geringste Anteile Glycerol - Ich vermute dieses "verkohlt" etwas bei dem Aufschluss und "schluckt" bei Detektion etwas Signal. Andere Matrices müssen aber weiterhin messbar bleiben, daher kann ich nichts an der Kalibrierreihe verändern.


Ja im Prinzip ist es ja keine Standardaddition, sondern so eine Art 100% Methode? Ich tue mich da mit den Begrifflichkeiten wirklich schwer. Ich bin kein berufsbedingt kein "echter" Analytiker und versuche mich da gerade etwas reinzufuchsen. Ich freue mich auch über Literaturtipps

Geändert von kaewin1007 (28.05.2018 um 09:20 Uhr)
kaewin1007 ist offline   Mit Zitat antworten
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