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Alt 01.04.2019, 13:23   #1   Druckbare Version zeigen
Rockofmonkeys Männlich
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 17
Ethanol durch Hefen - PROBLEM

Hallo liebe Community,
ich bin Student der Biotechnologie und habe mit der Umsetzung von Glukose durch Hefe (normale Backhefe) einen Selbstversuch zuhause zur EtOH-Produktion gestartet. Dabei ist mir der Weg wichtig gewesen und der Lernfaktor, ich will also keinesfalls etwas davon verkaufen oder trinken!

Zum Versuch:
In einer Vorkultur habe ich Backhefe mit Glukosewasser, etwas Pepton und anderen Nährstoffen versetzt. Nach ein paar Tagen habe ich alles in einen Bioreaktor (10L Glasflasche) gegeben, Glukose und Wasser zugegeben, Gärröhrchen drauf und Wochenlang den Gasblasen zugesehen, bis es aufhörte. Soweit ganz gut!


Problem:
Ich habe mir nicht überlegt, wie ich das Ethanol und das Methanol sinnbringend in diesem Volumen ausbringe. Zum destillieren habe ich nur eine Kühlbrücke mit einem 500ml Rundkolben zur verfügung, inkl Kühlung und aller weiteren Geräte wie Wasserpumpe.


Ich schätze den Ethanolgehalt auf höchstens 10% ein, das macht 1L EtOH und 9L Wasser. Wenn überhaupt...


Frage:
Wie kann ich das fraktionieren? Destillation ist viel zu aufwendig für meine Größenordnung. Ebenso habe ich mir überlegt, bis zur Löslichkeitsgrenze NaCl reinzuschütten, da es sich in EtOH nur gering löst. Das Salz verdrängt dabei das EtOH aus dem Gemisch, sodass EtOH eine obere "Phase" bildet und durch starkes Abkühlen vom "Eis-Salzwasser" einfach abschütten kann (Schmelzpunkt bei -21°C)


Der Salzverbrauch ist dabei aber extrem und scheint mir auch unwirtschaftlich und plump! Obendrein habe ich nicht die Mittel, ein 10L-Gefäß auf -21 Grad zu kühlen



Könnt ihr jemandem helfen, der sein Experiment nicht zuende gedacht hat?

Lg,
Rockofmonkeys


PS: Ich habe danach gemerkt, dass ich den CO2-Austrag hätte messen können, um auf eine ungefähre EtOH-Konz. schließen zu können
Rockofmonkeys ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 01.04.2019, 13:32   #2   Druckbare Version zeigen
Fulvenus Männlich
Mitglied
Beiträge: 22.012
AW: Ethanol durch Hefen - PROBLEM

Wenn du den Alkohol gewinnen willst,kommst du hier um eine Destillation nicht herum,das Aussalzen funktioniert auch im kleinen Maßstab nicht wirtschaftlich.
Du kannst auch mit den vorhandenen Gerätschaften eine einfache Destillation erreichen,halt nur in mehreren Portionen.Ob dort wirklich Methanol gebildet wirde
(eigentlich nur Glucose,dann kein Methnaol),bleibt offen.
Wenn du das Rohdestillat hast,kannst du über verschiedene Verfahren den Ethanolgehalt bestimmen.
Was ist der Zwekc des Ganzen?

Fulvenus!
Fulvenus ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 01.04.2019, 13:33   #3   Druckbare Version zeigen
chemiewolf Männlich
Mitglied
Beiträge: 22.592
AW: Ethanol durch Hefen - PROBLEM

Methanol kann hier nicht entstehen.

Eine andere Aufarbeitung als eine Destillation ist m.E. nicht sinnvoll
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The State Senate of Illinois yesterday abandoned its Committee on Efficiency and Economy for reasons of 'efficiency and economy'.
De Moines Tribune, 6 February 1955
chemiewolf ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 01.04.2019, 13:41   #4   Druckbare Version zeigen
Cyrion Männlich
Mitglied
Beiträge: 6.068
AW: Ethanol durch Hefen - PROBLEM

Zitat:
Zitat von Rockofmonkeys Beitrag anzeigen
Wie kann ich das fraktionieren? Destillation ist viel zu aufwendig für meine Größenordnung.
Fraktionieren oder trennen?

Destillation ist leider schon das Mittel der Wahl. Damit kriegst Du aber auch maximal 95%igen Alk hin. Ab da musst Du mit Trockenmitteln arbeiten. Das dürfte aber woanders besser als voin mir dargestellt werden.

Für die Destillation würde ich eine Destillation mit Kolonne machen, sonst schickst Du den Alkohol sher oft in die Gasphase, um da etwas rauszukriegen.

Am besten machst Du Dich mal mit dem Siedeverhalten von Wasser/Ethanol-Mischungen vertraut.

Der erste Schritt (die Gärung) ist in Deutschland für den Privatgebrauch legal. Der zweite (Destillation, Aufkonzentrierung) sollte nur in wissenschaftlichem Rahmen erfolgen ([Uni-]Labor) so dass jegliches Interesse am Genuss ausgeschlossen werden kann. Ansonsten solltest Du vor der Durchführung mal mit dem Zoll reden. Ob Du das trinken willst oder nicht, spielt dabei keine Rolle.

Es ist eine Destillation wie jede andere auch. Von daher würde ich nichts machen, was Ärger bedeuten könnte.
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Philippus Theophrastus Aureolus Bombastus von Hohenheim: Allein die Dosis machts, daß ein Ding kein Gift sei.

Erfahrung: Wenn es so einfach wäre, hätte es schon längst jemand gemacht
Cyrion ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 01.04.2019, 13:43   #5   Druckbare Version zeigen
chemiewolf Männlich
Mitglied
Beiträge: 22.592
AW: Ethanol durch Hefen - PROBLEM

by the way: Das Destillieren mit Brennblasen bis zu 2 L ist legal.
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De Moines Tribune, 6 February 1955
chemiewolf ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 01.04.2019, 20:09   #6   Druckbare Version zeigen
kaliumcyanid Männlich
Mitglied
Beiträge: 19.164
AW: Ethanol durch Hefen - PROBLEM

Der Zoll sagt:
Zitat:
Die Alkoholgewinnung durch Destillation ist in Deutschland ab dem 1. Januar 2018 nur in Verschluss- oder Abfindungsbrennereien erlaubt. Die bisherige Ausnahme zur Nutzung von Kleindestilliergeräten mit einem Fassungsvermögen von bis zu 0,5 Litern zur privaten Alkoholgewinnung besteht ab diesem Zeitpunkt nicht mehr.
https://www.zoll.de/DE/Privatpersonen/Alkohol-Kaffee-Kraftstoffe-Strom-im-Haushalt/Brauen-Brennen-Roesten/Alkoholerzeugnisse/Herstellung-Alkohol/herstellung-alkohol.html
kaliumcyanid ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 01.04.2019, 23:03   #7   Druckbare Version zeigen
Rockofmonkeys Männlich
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 17
AW: Ethanol durch Hefen - PROBLEM

Ich danke euch für euer Know-how Leute

Dann werde ich die ganze Brühe wohl wegkippen!
Schade, dass der Eigenversuch durch Gesetze wie dieses gescheitert ist.

Dann muss ich eben ein anderes Projekt starten
Rockofmonkeys ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 02.04.2019, 08:11   #8   Druckbare Version zeigen
Cyrion Männlich
Mitglied
Beiträge: 6.068
AW: Ethanol durch Hefen - PROBLEM

Setz doch einfach Met an. Schmeckt auch ohne Destillation. Man sollte aber Weinhefe verwenden.
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Erfahrung: Wenn es so einfach wäre, hätte es schon längst jemand gemacht
Cyrion ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 02.04.2019, 09:03   #9   Druckbare Version zeigen
chemiewolf Männlich
Mitglied
Beiträge: 22.592
AW: Ethanol durch Hefen - PROBLEM

Zitat:
Zitat von kaliumcyanid Beitrag anzeigen
Der Zoll sagt:
da war ich wohl nicht auf dem aktuellen Stand
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De Moines Tribune, 6 February 1955
chemiewolf ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 02.04.2019, 10:15   #10   Druckbare Version zeigen
Cyrion Männlich
Mitglied
Beiträge: 6.068
AW: Ethanol durch Hefen - PROBLEM

Bei diesen ganzen Verboten und den Archäologen verstehe ich eine Sache nicht:

Man geht historisch davon aus, dass die Byzantiner um 1000 n.Chr. mit dem Destillieren angefangen haben. Es gibt aber ältere Gefäße, die sich hervorragend dafür eignen, jedoch von Archäologen als "Kultgegenstände" bezeichnet wurden (in mangelnder Kenntnis naturwissenschaftlicher Zusammenhänge).

Schon alleine, wenn ich einen Pot nehme und darin Wein warm mache (kommt im Winter ja mitunter vor), habe ich ein Destillat am Deckel. Da schon Jugendliche darauf kommen, dieses Destillat zu probieren und ich außerdem annehme, dass die Erfindung des Deckels nicht nur 1000 Jahre alt ist, würde es mich wundern, wenn die Destillation nicht auch schon eine paar Tage mehr auf dem Buckel hat.

Und dann wäre da noch die Frage der Steuer: darf ich jetzt auch keinen Glühwein mehr machen, weil ich auch nebenbei Alkohol brenne?
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Erfahrung: Wenn es so einfach wäre, hätte es schon längst jemand gemacht
Cyrion ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 02.04.2019, 10:25   #11   Druckbare Version zeigen
chemiewolf Männlich
Mitglied
Beiträge: 22.592
AW: Ethanol durch Hefen - PROBLEM

Zitat:
Zitat von Cyrion Beitrag anzeigen
darf ich jetzt auch keinen Glühwein mehr machen, weil ich auch nebenbei Alkohol brenne?
wenn du den entweichenden Alkohol nicht auffängst, darfst du.
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De Moines Tribune, 6 February 1955
chemiewolf ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 02.04.2019, 10:29   #12   Druckbare Version zeigen
biowiz  
Mitglied
Beiträge: 741
AW: Ethanol durch Hefen - PROBLEM

der link von kcn beginnt mit den worten:
Die Alkoholgewinnung durch Destillation ist in Deutschland ab dem 1. Januar 2018 nur in Verschluss- oder Abfindungsbrennereien erlaubt....

:-)

Damit wird wohl die Zweckbestimmung der Erhitzung einer alkoholhaltigenm Lösung/Suspension in den Vordergrund gerückt;
Bei Verwednung geeigneter Utensilien also keine Gefahr für deinen Gühwein :-)

http://www.ua-bw.de/pub/beitrag.asp?subid=0&Thema_ID=2&ID=2835&lang=DE&Pdf=No

bw
biowiz ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 02.04.2019, 22:21   #13   Druckbare Version zeigen
pleindespoir Männlich
Mitglied
Beiträge: 5.460
AW: Ethanol durch Hefen - PROBLEM

Zitat:
Zitat von kaliumcyanid Beitrag anzeigen
Die Alkoholgewinnung durch Destillation ist in Deutschland ab dem 1. Januar 2018 nur in Verschluss- oder Abfindungsbrennereien erlaubt. Die bisherige Ausnahme zur Nutzung von Kleindestilliergeräten mit einem Fassungsvermögen von bis zu 0,5 Litern zur privaten Alkoholgewinnung besteht ab diesem Zeitpunkt nicht mehr.
Gut dass diese Gesetzesänderung von der Masse unbemerkt durchgeführt wurde - wenn dann demnächst die Scharia in Deutschland eingeführt wird, können die Destilliergerätebesitzer öffentlich ausgepeitscht werden.
__________________
Schach is voll langweilig:
Immer die gleiche Map und die Charakter kann man auch nicht modden.
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