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Alt 11.11.2018, 22:19   #1   Druckbare Version zeigen
Max2812 Männlich
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 35
Abbau von Schwermetallen

Hallo,
angenommen ein See wurde vor beispielsweise 40 Jahren durch Schwermetalle kontaminiert. Ist eine entsprechende Kontamination durch die Natur rückgängig machbar? Mir ist klar, dass Schwermetalle aus Atomen bestehen und somit nicht mehr in weniger toxische Bestandteile gespalten werden können, jedoch sind euch vielleicht irgendwelche Abbau-Prozesse (evtl. durch Aufnahme von Organismen, Boden, ...) bekannt.

LG
Max
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Alt 12.11.2018, 09:06   #2   Druckbare Version zeigen
chemiewolf Männlich
Mitglied
Beiträge: 21.857
AW: Abbau von Schwermetallen

durch laufende Verdünnung wird die Kontamination irgendwann so gering sein, dass sie sich nicht mehr bemerkbar macht. Vorausgesetzt, sie ist nicht so groß, bzw. wiederholt sich nicht, so dass irreversible Schäden auftreten.
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The State Senate of Illinois yesterday abandoned its Committee on Efficiency and Economy for reasons of 'efficiency and economy'.
De Moines Tribune, 6 February 1955
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Alt 12.11.2018, 09:17   #3   Druckbare Version zeigen
Cyrion Männlich
Mitglied
Beiträge: 5.664
AW: Abbau von Schwermetallen

Die Schwermetalle gelangen in den Körper. Von einem Abbau kann niemals die Rede sein, denn ihre Menge im Körper wird nur dann geringer, wenn die den Körper wieder verlassen.

Wie schnell das passiert ist sicherlich von Schwermetall zu Schwermetall abhängig. Und natürlich vom Individuum und seinem Lebenswandel. Eisen hat man z.B. relativ schnell wieder los, wenn sich ein zweiwertiges Metallion aber statt Ca2+ mal in einen Knochen gesetzt hat, wird es wohl länger dauern, bis es wieder draußen ist.

(Der Radioaktive Zerfall dürfte bei den meisten Schwermetallen eher vernachlässigar sein.)
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Philippus Theophrastus Aureolus Bombastus von Hohenheim: Allein die Dosis machts, daß ein Ding kein Gift sei.

Erfahrung: Wenn es so einfach wäre, hätte es schon längst jemand gemacht
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Alt 12.11.2018, 09:57   #4   Druckbare Version zeigen
chemiewolf Männlich
Mitglied
Beiträge: 21.857
AW: Abbau von Schwermetallen

Zitat:
Zitat von Cyrion Beitrag anzeigen
Die Schwermetalle gelangen in den Körper.
es ging um die Kontamination eines Sees.
__________________
The State Senate of Illinois yesterday abandoned its Committee on Efficiency and Economy for reasons of 'efficiency and economy'.
De Moines Tribune, 6 February 1955
einfach mal eine Fanta trinken
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Alt 12.11.2018, 10:29   #5   Druckbare Version zeigen
imalipusram  
Mitglied
Beiträge: 6.630
AW: Abbau von Schwermetallen

Zitat:
Zitat von chemiewolf Beitrag anzeigen
durch laufende Verdünnung wird die Kontamination irgendwann so gering sein, dass sie sich nicht mehr bemerkbar macht. Vorausgesetzt, sie ist nicht so groß, bzw. wiederholt sich nicht, so dass irreversible Schäden auftreten.
Klar, was gelöst ist, wird irgendwann ausgewaschen sein, einen Abfluß vorausgesetzt. Was halt Ärger macht, sind Austausch mit dem Grundwasser und Einlagerung in Sedimente und Mutterboden. Kann dazu führen, daß Gewässer auf Jahrhunderte nicht wirtschaftlich oder zu Erholungszwecken genutzt werden können.

Dazu kommt, daß zB der Eintrag von Enthärtern wie EDTA aus Kläranlagen ausgefallene Schwermetallsalze wieder in Lösung bringen kann und sie so wieder bioverfügbar macht.
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I solemnly swear that I'm up to no good!
伍佰 (WuBai - Run run run!) (ein Musikvideo mit dem Bambushaus und dem imalipusram unter den Statisten)
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Und so gehts hier manchmal zu (sowas Ähnliches wie Fronleichnam, hier wird TuDiGong, dem Erdgott, tüchtig eingeheizt!) Oder so (auch ungeeignet für Gefahrstoffphobiker) und so und so.
imalipusram ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 12.11.2018, 10:58   #6   Druckbare Version zeigen
Cyrion Männlich
Mitglied
Beiträge: 5.664
AW: Abbau von Schwermetallen

Zitat:
Zitat von chemiewolf Beitrag anzeigen
es ging um die Kontamination eines Sees.
Uuups...

Aber im Endeffekt gilt das Gleiche. Wobei es in einem See ja nich gerade ungünstig ist, wenn sich die schwerlöslichste Schwermetallverbindung bildet. Dann können die Schwermetalle woanders schaden.

Generell dürfte aber ein derartiges Sstem sehr komplex sein. Zumindest zu komplex um quantitative Aussagen vom Schreibtisch aus zu treffen. Dass hier irgend wann die Schwermetalle fast vollständig gebunden (wie auch immer) am Boden liegen oder ausgeschwämmt sind, ist keine Frage. De Zeitpunkt aber ungewiss.
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Alt 12.11.2018, 11:52   #7   Druckbare Version zeigen
jag Männlich
Mitglied
Beiträge: 18.107
AW: Abbau von Schwermetallen

Ein Abbau erfolgt nicht. In einem natürlichen Gewässer wird sich jedoch eine Umwandlung in un- oder schwerlösliche Salze ergeben. Das sind z.B. Phosphate und vor allem Sulfide. Sind diese erstmal im Sediment und die Sedimentschicht ist durch andere Materialien abgedeckt, sind die Schwermetalle i.d.R. nicht mehr bioverfügbar. Langfristig - eher in geologischen Zeiträumen - erfolgt die vollständige Mineralisierung. In 40 Jahren kann schon eine Menge passiert sein. Hängt aber von vielen Faktoren ab.

Im Falle "akuter" und hoher Schwermetalleinträge geht es zuweilen sehr schnell, weil sich dann rasch anearobe Verhältnisse einstellen und desulfurierende Organismen übrig bleiben.

Gruß

jag
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Aus gegebenem Anlass: Alle Rechnungen überprüfen, da keine Gewähr. - Fragen bitte im Forum stellen.
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Alt 13.11.2018, 21:02   #8   Druckbare Version zeigen
Fulvenus Männlich
Mitglied
Beiträge: 21.307
AW: Abbau von Schwermetallen

Bei Schwermetallbelastungen von Böden werden z.T. schon bestimmte Pflanzen zur Regenerierung eingesezt,die diese SM aus dem Boden aufnehmen und später abgeerntet werden(spezielle Entsorgung/Aufarbeitung dieser Pflanzenreste).
Es gibt auch sogenanntes Phytomining mit ähnlichem Prinzip.
Bei Gewässern werden manhcmal bestimmte Flockungsmittel eingesetzt,um Schwermetallte zu binden und dann zu entsorgen.
Ebenso wird untersucht,wie effektiv der Einsatz von Algen als SM-Filter ist.

Fulvenus!
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abbau, ökologie, schwermetall, wasseranalytik

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