Schwerpunktforum: pH-Wert und Gleichgewichtsberechnungen
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Alt 14.05.2019, 18:08   #1   Druckbare Version zeigen
mezio Männlich
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 12
Verständnisfrage Korrosion im Wasser Wo Faktor

Hallo ihr allwissenden,
ich habe hier eine Din Norm vor mir zur Berechnung der Korrosiovität von unlegiertem Stahl in Wasser.
Das ist der Wo-Faktor. Ein Summenparameter aus verschiedenen Gewässerparametern.Dabei werden je nach Parameter verschiedene Nummern vergeben und nachher in die Gleichung eingesetzt. z.B Fluss=1, Meer=2



Zwei Sachen verstehe ich dabei nicht.

1. Was bedeutet

c(Cl-) + 2*c(SO42-) in mol/m3




und was bedeutet:


2: Säurekapazität bis pH 4,3 (KS4,3) in mol/m3



Anbei ein screenshot der Tabelle:


Gruß Mezio
Angehängte Grafiken
Dateityp: jpg wberb.jpg (123,9 KB, 5x aufgerufen)
mezio ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 14.05.2019, 18:42   #2   Druckbare Version zeigen
magician4 Männlich
Mitglied
Beiträge: 7.198
AW: Verständnisfrage Korrosion im Wasser Wo Faktor

Zitat:
Zitat von mezio Beitrag anzeigen
1. Was bedeutet
c(Cl-) + 2*c(SO42-) in mol/m3
wenn du in deiner loesung sulfat-dianionen ( und/oder chloridanionen) rumspaddeln hast - sowas entnimmst du der wasseranalyse, ob und wieviel davon jeweils zugegen ist - dann sollst du die einzelkonzentrationen der beiden anionen addieren, nachdem du sie zuvor von den handelsueblichen "mol pro liter" auf " mol pro kubikmeter" umgerechnet hattest, wobei du den wert des sulfats zuvor mit zwei multiplizierst

beispiel: du hast aus deiner analytik den befund, dass dort 0,1 mol/L chlorid und 0,3 mol /L an sulfat am start sind*)

dies entspricht 0,1*103 mol/m³ chlorid und 0,3 * 103 mol/m³ an sulfat

den sulfatwert sollst du mit 2 multiplizieren: {\to} 0,6 * 103 mol/m³

und die beiden werte sodann addieren:
0,1*103 mol/m³ + 0,6 * 103 mol/m³ = 0,7 * 103 mol/m³= 700 mol/m³
und die so berechnete teil-kennziffer dann im weiteren zur gesamtberechnung der korrosivitaet weiterbenutzen


Zitat:
Zitat von mezio Beitrag anzeigen
2: Säurekapazität bis pH 4,3 (KS4,3) in mol/m3
auch dieser wert ist meist messtechnisch zu erheben ueber dein reales wasser**)
er bedeutet:

- ich hab das original-wasser (welches bittesehr einen pH > 4,3 haben moege, ansonsten die ganze fragestellung sinnfrei wird, da es eh schon saurer ist)

- dort hinein tropfe ich eine starke (meist einwertige) saeure, beispw. HCl , bekannter konzentration und titriere gegen pH - meter bis ich den neuen pH von 4,3 erreicht hab
(dadurch "erwische" ich alle ionen welche pH-aktiv sind und in dem bereich zwischen "wasser, ist" und "pH= 4,3" irgendwie ihren arbeistbereich haben, deren pKs mithin dort in der naehe liegt)

den saeureverbrauch ( im sinne von "mol saure, zugetropft") pro soundsoviel milliliter untersuchter probe rechne ich sodann in "mol einwertiger saeure pro kubilmeter" um
{\to} das ist deine gesuchte kennzahl

rechenbeispiel:
du beprobst 100 mL original-wasser und tropfst dort 43,2 mL 0,1 M HCl rein, um das auf den ziel-pH von 4,3 zu pruegeln
{\to} das sind also 43,2 mL * 0,1 M = 4,32 millimol HCl, absolut gewesen, die du da in 100 mL deiner sosse versenken musstest um die auf zack zu bringen

... und somit wuerdest du fuer einen liter dann 43,2 millimol benoetigen, und fuer den m³ dann entsprechend 43,2 mol davon benoetigen
{\to} 43,2 mol/m³ waere also deine gesuchte saurekapazitaet ad pH = 4,3 in diesem beispiel

gruss

Ingo



*)
sollte dir in der analyse eine angabe in "mg/L" ( also irgendwas mit masse pro loesungsvolumen) gegeben sein, so ist das vorher auf mol/L umzurechnen, unter benutzung des jeweiligen betreffenden M(ion)

**)
wenn man wirklich wirklich wirklich alle inhaltsstoffe deines wassers kennte, so koennte man den auch noch berechnen, zumindest in der theorie.
wird aber extrem aufwendig {\to} sowas misst man besser
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